Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Otto Erich Hartleben: Gedichte - Kapitel 14
Quellenangabe
typepoem
booktitleAusgewählte Werke Band 1
authorOtto Erich Hartleben
year1911
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleGedichte
pages222
created20120130
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

V

            Es lebt ein Gott, der Schöpfer des Weltenrunds,
so sagen sie. – Doch geben sie Kunde auch,
        ob von dem Funkeln, das den einen
    Tropfen im Meere des Alls umflimmert,

ob er vom Ringen menschlicher Nichtigkeit
jemals vernahm? – All-mächtig und -liebevoll
        ist er! Vor seinen Vateraugen
    birgt im unendlichen Raum sich niemand!

Kein Schmerz ist ihm, kein Jubel der Freude fremd:
als Gott der Liebe preisen wir ihn auf Knien!
        – So säh er also dieser Erde
    nimmer ermeßne Jammerwüste?

Er säh das Edle unter den Fuß gestampft
des Tiefgemeinen? Sähe in Qual und Staub
        sich wälzen Millionen Herzen,
    blutig, gemartert ein langes Leben?

Und endets nicht? – Und trümmert und schmettert nicht
die Welt ins wahnlos friedliche Nichts zurück?
        Der Gott – grausamer wär er wahrlich,
    als der verworfenste Menschenbube.

 << Kapitel 13  Kapitel 15 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.