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Gedichte 1784 - 1800

Friedrich Hölderlin: Gedichte 1784 - 1800 - Kapitel 34
Quellenangabe
pfad/hoelderl/saemtged/saemtged.xml
typepoem
authorFriedrich Hölderlin
titleGedichte 1784 - 1800
publisherJ.G. Cottasche Buchhandlung Nachfolger
seriesFriedrich Hölderlin: Sämtliche Werke, 6 Bände
volumeBand 1
year1946
correctorreuters@abc.de
senderwaltraud.lukasser@chello.at
created20130613
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Die heilige Bahn

Ist also dies die heilige Bahn?
Herrlicher Blick – o trüge mich nicht!
Diese geh ich?? schwebend auf des Liedes
Hoher fliegender Morgenwolke?

Und welch ist jene? künstlich gebaut
Eben hinaus, mit Marmor beschränkt,
Prächtig gerad, gleich den Sonnenstrahlen –
An der Pforte ein hoher Richtstuhl?

Ha! wie den Richtstuhl Purpur umfließt,
Und der Smaragd, wie blendend er glänzt,
Und auf dem Stuhl, mit dem großen Szepter
Aristoteles hinwärts blickend

Mit hellem scharfem Aug auf des Lieds
Feurigen Lauf – und jenes Gebirg
Eilt sie hinweg – mutig in die Täler
Stürzt sie, ungestüm, und ihr Boden

Ist wie des Nordens Flammengewölk,
Wallend vom Tritt des rennenden Gangs –
Waffengeräusch rauschen seine Tritte
Über alternde Wolkenfelsen.

Ha! sie ist heiß, die heilige Bahn –
Ach wie geübt der Große dort rennt,
Um ihn herum – wie da Staunen wimmelt,
Freunde – Vaterland – fernes Ausland.

Und ich um ihn mit Mückengesums
Niedrig – im Staub – Nein, Großer, das nicht.
Mutig hinan! – ! – Wanns nun da ist, voll ist...

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