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Gedichte

Henrik Ibsen: Gedichte - Kapitel 37
Quellenangabe
typepoem
authorHenrik Ibsen
booktitleGedichte
titleGedichte
publisherS. Fischer Verlag
seriesHendrik Ibsen sämtliche Werke - Volksausgabe in fünf Bänden
volumeBand 1
editorJulius Elias, Paul Schlenther
year1907
translatorEmma Klingenfeld, Max Bamberger, Christian Morgenstern
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070807
projectid5966446a
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Des Glaubens Grund

Ich schlug als Dichter die Sturmglocke an;
Das ganze Land hielt sich still wie Ein Mann.

Ein Schiff war bereit, getan meine Tat;
Vor Volldampf verließ ich das teure Gestad.

Im Kattegat hemmte uns Nebel den Lauf;
Da war wohl keiner, der nicht blieb auf.

Die Kajüte ward zum Kriegsratgemach;
Und Düppels Fall war's, wovon man sprach.

Zuletzt nicht sprach man von wildverwognen
Stücken der freiwillig Mitgezognen.

Dem war ein bartloser Neffe entrannt,
Dem sein Geschäftsdiener durchgebrannt.

So war's denn natürlich, daß man schier litt;
War man doch selbst, sozusagen, mit.

Im Sofa, just wo die Lampe war,
Saß gefaßt eine Frau mit gebleichtem Haar.

Für sie die meisten Zungen sich lösten;
Ein jeder wollt' sie am eifrigsten trösten.

Und die Damen bezeugten in jammerndem Ton
Ihre Angst um der Mutter einzigen Sohn.

Ich seh' sie noch nicken mit lächelnder Wange
Und sagen: Für ihn, da ist mir nicht bange!

Wie schön es ihr anstand, der Silbergrauen,
Ihr tiefes, felsenfestes Vertrauen!

Es rieselte warm mir durch Mark und Blut;
Es stählte mir neu den gesunkenen Mut.

»Dein Volk ist nicht tot, nur Schlummer umwebt es;
Im Glauben des Weibes, o Wunder, lebt es!«

Doch später fand ich, sie wußte genau,
Worauf es ankam, die gute Frau.

Sie ward mir ein Rätsel; ich faßt' es nicht:
Was gab ihr nur diese Zuversicht? –

Die Lösung war leider nicht allzu schwer:
Ihr Sohn war Kriegsmann in – unserm Heer.

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