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Gedichte

Henrik Ibsen: Gedichte - Kapitel 33
Quellenangabe
typepoem
authorHenrik Ibsen
booktitleGedichte
titleGedichte
publisherS. Fischer Verlag
seriesHendrik Ibsen sämtliche Werke - Volksausgabe in fünf Bänden
volumeBand 1
editorJulius Elias, Paul Schlenther
year1907
translatorEmma Klingenfeld, Max Bamberger, Christian Morgenstern
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070807
projectid5966446a
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An einen fortziehenden Künstler

(Zur Abschiedsfeier für Schauspieler Jörgensen)

Nordwärts von der Dänen Strande
Kam er, leichte Fracht;
Reich alleinzig an Verstande
Und an Wortesmacht.
Wie ein Wiking wollt' er wagen,
Kräfte proben, Schlachten schlagen,
Wollte wachsen, wollte steigen,
Bis ein Reich sein eigen.

Jugendsturm im Fühlen trug er,
Lenz im Wollen heiß;
Wurzel hier im Felsgrund schlug er
Wie ein Tannenreis.
Weithin scholl des Helden Kunde;
Blieb er auch nicht ohne Wunde,
Weiß doch jeder Mann im Norden:
Daß sein Reich ihm worden.

Nun am Ziel der Bahn dem Greise
Wieder südwärts bangt,
Nach des Heimatschwanes Weise
Ihn sein Herz verlangt.
Senk den Schild, gib Axt und Wehre;
Strittest gut, kannst ruhn mit Ehre, –
Später Zeit Sturm erst entwiege
Deiner Saga Siege!

Denn wie Bautasteine mahnen
Hin am Ozean,
Zu gedenken kühner Ahnen
Längst beschloss'ner Bahn,
Sollen in der Schönheit Eden
Tausend Steine von dir reden:
Fernster Nachwelt kund zu geben,
Was ein Heldenleben!

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