Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Johann Joachim Winckelmann >

Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst

Johann Joachim Winckelmann: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst - Kapitel 15
Quellenangabe
typetractate
titleGedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst
authorJohann Joachim Winckelmann
year1969
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-008338-9
pages1-127
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1755
Schließen

Navigation:

Die Ewigkeit saß bei den Alten auf einer Kugel oder vielmehr auf einer Sphäre mit einem Spieße in der Hand; oder sie stand, mit der Kugel in der einen Hand, und im übrigen wie jene; oder eine Kugel in der Hand, und ohne Spieß; oder auch mit einem fliegenden Schleier um den Kopf. Unter so verschiedenen Gestalten findet sich die Ewigkeit auf Münzen der Kaiserin Faustina. Den neuern Allegoristen schien dieses zu leicht gedacht: sie maleten uns etwas Schreckliches, wie vielen die Ewigkeit selbst ist; eine weibliche Gestalt bis auf die Brust, mit Kugeln in beiden Händen; das übrige des Körpers ist eine Schlange, die in sich selbst zurückgehet mit Sternen bezeichnet.

Die Vorsicht hat mehrenteils zu ihren Füßen eine Kugel und einen Spieß in der linken Hand. Auf einer Münze Kaisers Pertinax hält die Vorsicht die Hände ausgestreckt gegen eine Kugel, welche aus den Wolken zu fallen scheinet. Eine weibliche Figur mit zwei Gesichtern schien den Neuern bedeutender zu sein.

Die Beständigkeit siehet man auf einigen Münzen Kaisers Claudius, sitzend und stehend mit einem Helme auf dem Haupte und einem Spieße in der linken Hand; auch ohne Helm und Spieß: aber allezeit mit einem auf das Gesicht gerichteten Zeigefinger, als wenn sie etwas ernstlich behaupten wollte. Bei den Neuern konnte die Vorstellung dieser Tugend ohne Säulen nicht förmlich werden.

Es scheinet, Ripa habe oft seine eigene Figuren nicht verstanden zu erklären. Das Bild der Keuschheit hält bei ihm in der einen Hand eine Geißel, (welche wenig Reizung zur Tugend gibt) und in der andern Hand ein Sieb. Der Erfinder dieses Bildes, von dem es Ripa geborget, hat vermutlich auf die Vestalin Tuccia zielen wollen; Ripa, dem dieses nicht eingefallen ist, kommt mit den gezwungensten Einfällen hervor, die nicht verdienen, daß sie wiederholet werden.

Ich spreche durch den gemachten Gegensatz unseren Zeiten das Recht der Erfindung allegorischer Bilder nicht ab: es können aber aus der verschiedenen Art zu denken einige Regeln gezogen werden für diejenigen, welche diesen Weg betreten wollen.

Von dem Charakter einer edlen Einfalt haben sich die alten Griechen und Römer niemals entfernet: das wahre Gegenteil von derselben siehet man in Romeyn de Hooghes Bildersprache. Von vielen seiner Einfälle kann man sagen, wie Vergil von dem Ulmbaume in der Hölle

Hanc sedem somnia vulgo
Vana tenere ferunt, foliisque sub omnibus haerent.
Aen. VI.

Die Deutlichkeit gaben die Alten ihren Bildern mehrenteils durch solche ihnen zugegebene Zeichen, die dieser und keiner andern Sache eigen sind, (etliche wenige, die oben angezeiget worden, ausgenommen) und zu ebendieser Regel gehöret die Vermeidung aller Zweideutigkeit, wider welche man in Allegorien der Neueren gehandelt hat, wo der Hirsch die Taufe und auch die Rache, ein nagendes Gewissen und die Schmeichelei bedeuten soll. Die Zeder soll ein Bild eines Predigers und zugleich irdischer Eitelkeiten, eines Gelehrten und einer sterbenden Wöchnerin sein.

Die Einfalt und Deutlichkeit begleitete allezeit ein gewisser Wohlstand. Ein Schwein, welches bei den Ägyptern einen Nachforscher der Geheimnisse soll bezeichnet haben, würde nebst allen Schweinen, welche Cesare Ripa und andere Neuere angebracht haben, als ein unanständiges Bild von ihnen angesehen worden sein: außer da, wo dieses Tier gleichsam das Wappen eines Orts war, wie auf den eleusischen Münzen zu sehen.

Endlich waren die Alten bedacht, das Bezeichnete mit seinem Zeichen in ein entfernteres Verhältnis zu stellen. Nebst diesen Regeln soll die allgemeine Beobachtung bei allen Versuchen in dieser Wissenschaft billig sein, die Bilder, womöglich, aus der Mythologie und aus der ältesten Geschichte zu wählen.

Man hat in der Tat einige neuere Allegorien, (wenn ich neu nennen darf, was völlig in dem Geschmacke des Altertums ist), die vielleicht neben den Bildern der alten höhern Allegorie zu setzen sind.

Zwei Brüder aus dem Hause Barbarigo, die in der Würde eines Doge zu Venedig unmittelbar aufeinandergefolget sind, werden vorgestellet unter den Bildern des Castor und Pollux. Dieser teilete nach der Fabel mit jenem die Unsterblichkeit, welche ihm allein vom Jupiter zuerkannt wurde: und in der Allegorie überreichet Pollux, als der Nachfolger, seinem verstorbenen Vorgänger, der durch einen Totenkopf bezeichnet wird, eine Schlange, so wie dieselbe pflegt die Ewigkeit vorzustellen; dadurch anzudeuten, daß der verstorbene Bruder durch die Regierung des lebenden, so wie dieser selbst, verewiget werde. Auf der Rückseite einer erdichteten Münze unter beschriebenen Bilde, stehet ein Baum, von dem ein abgebrochener Zweig herunterfällt, mit einer Überschrift aus der Aneis:

Primo avulso non deficit alter.

Ein Bild auf einer von Königs Ludwig XIV. Münzen verdienet hier auch angemerkt zu werden. Es wurde dieselbe gepräget, da der Herzog von Lothringen, welcher bald die französische bald die österreichische Partei ergriff, nach der Eroberung von Marsal, aus seinen Landen weichen mußte. Der Herzog ist hier Proteus, wie sich Menelaos desselben mit List bemächtiget, und ihn bindet, nachdem er vorher alle mögliche Formen angenommen hatte. In der Ferne ist die eroberte Festung, und in der Unterschrift ist das Jahr derselben angezeiget. Die Bedeutung der Allegorie hätte die Überschrift: Protei artes delusae; nicht nötig gehabt.

Ein gutes Exempel der gemeinern Allegorie ist die Geduld oder vielmehr die Sehnsucht, das sehnliche Verlangen unter dem Bilde einer weiblichen Figur, die mit gefaltenen Händen die Zeit an einer Uhr betrachtet.

Bisher haben freilich die Erfinder der besten malerischen Allegorien noch immer aus den Quellen des Altertums allein geschöpfet, weil man niemanden ein Recht zugestanden, Bilder für Künstler zu entwerfen, da denn also keine allgemeine Aufnahme derselben stattgefunden. Von den meisten bisherigen Versuchen ist dergleichen nicht zu hoffen gewesen: in der ganzen Ikonologie des Ripa sind etwa zwei oder drei erträglich,

apparent rari nantes in gurgite vasto;

und die verlorne Mühe durch einen Mohr, der sich wäschet, vorgestellet, möchte noch das beste sein. In einigen guten Schriften sind Bilder versteckt und zerstreuet, wie die Dummheit und der Tempel derselben in dem Zuschauer ist: diese müßte man sammlen und allgemeiner machen. Es ist ein Weg, Wochen- und Monatschriften sonderlich unter Künstlern beliebt zu machen: ein Beitrag von guten allegorischen Bildern würde dieses würken. Wenn die Schätze der Gelehrsamkeit der Kunst zufließen, so könnte die Zeit erscheinen, daß der Maler eine Ode ebensogut als eine Tragödie schildern würde.

Ich will selbst versuchen ein paar Bilder anzugeben: Regeln und viel Exempel unterrichten am besten. Ich finde die Freundschaft allenthalben schlecht vorgestellet, und die Sinnbilder derselben verdienen nicht einmal beurteilet zu werden: sie sind mehrenteils mit fliegenden und beschriebenen Wimpeln; man weiß, wie tief alsdenn die Begriffe liegen.

Ich würde diese größte menschliche Tugend durch Figuren zweier ewigen Freunde aus der Heldenzeit, des Theseus und des Peirithoos malen. Auf geschnittenen Steinen gehen Köpfe unter dem Namen des ersteren: auf einem andern Steine erscheinet der Held mit der Keule, die er dem Periphetes, einem Sohne des Vulkans, genommen hat, von der Hand des Philemons: Theseus kann also den Erfahrnen im Altertume kenntlich gemacht werden. Zu Entwerfung des Bildes einer Freundschaft in der größten Gefahr könnte ein Gemälde zu Delphos dienen, welches Pausanias beschreibet. Theseus war vorgestellet, wie er sich mit seinem Degen in der einen Hand, und mit dem Degen, welchen er seinem Freunde von der Seite gezogen hatte, in der andern Hand, gegen die Thesprotier zur Gegenwehr setzet. Oder der Anfang und die Stiftung ihrer Freundschaft, so wie sie Plutarch beschreibet, könnte ebenfalls ein Vorwurf dieses Bildes sein. Ich habe mich gewundert, daß ich unter den Sinnbildern von weltlichen und geistlichen großen Helden und Männern aus dem Hause Barbarigo keins gefunden habe, auf einen wahren Menschen und ewigen Freund. Nikolaus Barbarigo war ein solcher: er stiftete mit Marco Trevisano eine Freundschaft, die ein ewiges Denkmal verdienet hätte:

Monumentum aere perennius.

Ihr Andenken ist in einer kleinen raren Schrift erhalten.

Ein Bild des Ehrgeizes könnte ein kleiner Umstand aus dem Altertume geben. Plutarch bemerkt, daß man der Ehre mit entblößtem Haupte geopfert habe. Alle übrige Opfer, das an den Saturnus ausgenommen, geschahen mit einer Decke über den Kopf. Gedachter Skribent glaubt, daß die gewöhnliche Ehrenbezeigung unter Menschen zu der Beobachtung bei diesen Opfer Gelegenheit gegeben habe; da es vielleicht das Gegenteil sein kann. Es kann auch dieses Opfer von den Pelasgern herrühren, die mit entblößtem Haupte zu opfern pflegten. Die Ehre wird vorgestellet durch eine weibliche Figur mit Lorbeern gekrönet, die ein Horn des Überflusses in der einen, und eine hasta in der andern Hand hält. In Begleitung der Tugend, die eine männliche Figur mit einem Helme ist, stehet sie auf einer Münze Kaisers Vitellius: die Köpfe dieser Tugenden siehet man auf einer Münze von Cordus und Calenus.

Ein Bild des Gebets könnte aus dem Homer genommen werden. Phönix, der Hofmeister des Achilles, suchet den ihm anvertrauten Held zu besänftigen, und dieses tut er in einer Allegorie. »Du mußt wissen, Achilles«, sagt er, »daß die Gebete Töchter des Jupiters sind. Sie sind krumm worden durch vieles Knien; ihr Gesicht ist voller Sorgen und Runzeln, und ihre Augen sind beständig gegen den Himmel gerichtet. Sie sind ein Gefolge der Göttin Ate, und gehen hinter ihr. Diese Göttin gehet ihren Weg mit einer kühnen und stolzen Miene, und leicht zu Fuß, wie sie ist, läuft sie durch die ganze Welt, und ängstiget und quälet die Menschenkinder. Sie suchet den Gebeten auszuweichen, welche ihr unablässig folgen, um diejenigen Personen, welche jene verwundet, zu heilen. Wer diese Töchter des Jupiters ehret, wenn sie sich ihm nähern, genießt viel Gutes von ihnen; wenn man sie aber verwirft, bitten sie ihren Vater, der Göttin Ate Befehl zu geben, einen solchen wegen der Härte seines Herzens zu strafen«.

Man könnte auch aus einer bekannten alten Fabel ein neues Bild machen. Salmakis und der Knabe, den sie liebte, wurden in eine Quelle verwandelt, welche weibisch machte; also daß

quisquis in hos fontes vir venerit, exeat inde
Semivir: et tactis subito mollescat in undis.
Ovid. Metam. L. IV.

Die Quelle war bei Halikarnassos in Karien. Vitruv glaubt, die Wahrheit dieser Erdichtung gefunden zu haben. Einige Einwohner aus Argos und Troizen, sagt er, begaben sich dahin, und vertrieben die Karer und Leleger, die sich ins Gebürge retteten, und anfingen die Griechen mit Streifereien zu beunruhigen. Einer von den Einwohnern, welcher besondere Eigenschaften in dieser Quelle entdecket hatte, legte bei derselben ein Gebäude an, wo diejenigen die den Brunnen gebrauchen wollten, ihre Bequemlichkeit hatten. Es fanden sich Barbaren sowohl als Griechen hier ein, und jene gewöhneten sich an die sanften griechischen Sitten, und legten freiwillig ihr wildes Wesen ab. Die Vorstellung der Fabel selbst ist Künstlern bekannt: die Erzählung des Vitruvs könnte ihnen Anleitung geben ein Bild eines Volks zu machen, welches gesittet und menschlich geworden, wie die Russen unter Peter I. angefangen haben. Die Fabel des Orpheus könnte zu ebendieser Vorstellung dienen: es kommt auf den Ausdruck an, ein Bild vor das andere bedeutender zu machen.

Ist dasjenige, was ich allgemein über die Allegorie gesagt habe, nicht überzeugend genug die Notwendigkeit derselben in der Malerei darzutun, so werden wenigstens die Bilder, welche als Beispiele angebracht sind, zur Rechtfertigung meines Satzes dienen können; »daß sich die Malerei auf Dinge erstrecke, die nicht sinnlich sind«.

Die beiden größten Werke der allegorischen Malerei, die ich in meiner Schrift angeführet habe, nämlich die Luxemburgische Galerie und die Cuppola der Kaiserlichen Bibliothek zu Wien, können zeigen, wie ihre Meister die Allegorie glücklich und dichterisch angewendet haben.

Rubens wollte Heinrich IV. als einen menschlichen Sieger malen, der in Bestrafung der frevelhaften Aufrührer und meuchelmörderischer Majestätbeleidiger dennoch Gelindigkeit und Gnade blicken läßt. Er gab seinem Held die Person des Jupiters, welcher den Göttern Befehl erteilet, die Laster zu strafen und zu stürzen. Apollo und Minerva drücken ihre Pfeile auf dieselben ab, und die Laster, als Ungeheuer gebildet, fallen übereinander zu Boden. Mars will in voller Wut alles vollend zernichten; die Venus aber, als das Bild der Liebe, hält ihn sanft bei dem Arme zurück: der Ausdruck der Göttin ist so redend gemacht, daß man dieselbe gleichsam den Gott des Krieges bitten höret: Wüte nicht mit grausamer Rache wider die Laster; sie sind gestraft.

Daniel Grans ganze Arbeit an der Cuppola ist eine Allegorie auf die Kaiserliche Bibliothek, und alle seine Figuren sind gleichsam Zweige von einem einzigen Stamme. Es ist ein malerisches Heldengedicht, welches nicht von den Eiern der Leda anfängt, sondern wie Homer vornehmlich nur den Zorn des Achilles besinget, so verewiget des Künstlers Pinsel nur allein des Kaisers Sorgfalt für die Wissenschaften. Die Anstalten zum Baue der Bibliothek hat der Künstler also vorgestellet.

Die kaiserliche Majestät erscheinet unter einer sitzenden weiblichen Figur mit einem kostbaren Hauptschmucke, auf deren Brust ein goldenes Herz an einer Kette hänget, als ein Bild des guttätigen Herzens dieses Kaisers. Mit dem Befehlsstabe gibt diese Figur den Befehl zum Baue. Unter ihr sitzet ein Genius mit Winkel, Palette und Eisen; ein anderer schwebet über ihr mit dem Bilde der drei Grazien, welche auf den guten Geschmack in dem ganzen Baue deuten. Neben der Hauptfigur sitzet die allgemeine Freigebigkeit mit einem angefülleten Beutel in der Hand, und unter derselben ein Genius mit der Tafel des römischen Congiarii, und hinter derselben die österreichische Freigebigkeit mit gewürkten Lerchen in ihren Mantel. Aus dem Horne des Überflusses fangen etliche Genii die ausgeschütteten Schätze und Belohnungen auf, um dieselbe denen um Künste und Wissenschaften, sonderlich um die Bibliothek verdienten Männern auszuteilen. Auf die befehlende Person richtet die persönlich gemachte Befolgung des gegebenen Befehls ihr Gesicht, und drei Kinder halten das Modell des Gebäudes. Neben dieser Figur stehet ein alter Mann, der auf einer Tafel den Bau ausmißt, und unter ihm ein Genius mit einem Senkbleie, zur Vorstellung der eingerichteten Befolgung. Zur Seite des Alten sitzet die sinnreiche Erfindung mit dem Bilde der Isis in der rechten Hand, und mit einem Buche in der Linken, die Natur und Wissenschaft als Quellen der Erfindung anzuzeigen, deren schwere Auflösungen das Bild eines Sphinx, welches vor ihr lieget, abbildet.

Die Vergleichung dieses Werks mit den großen Plafond von Lemoyne zu Versailles, die ich in meiner Schrift gemacht habe, ist bloß als zwischen den neuesten und größten Arbeiten unserer Zeiten in Deutschland und Frankreich angestellet. Die große Galerie des erwähnten Lustschlosses von Charles Lebrun gemalet, ist ohne Zweifel das Höchste in der dichterischen Malerei, was nach dem Rubens ausgeführet worden, und Frankreich kann sieh rühmen, daß es an dieser und der Luxemburgischen Galerie die gelehrtesten Werke der Allegorie in der Welt habe.

Die Galerie von Lebrun stellet die Geschichte Ludwigs XIV. vom Pyrenäischen bis zum Nimwegischen Frieden vor in neun großen und achtzehen kleinen Feldern. Dasjenige Gemälde, wo der König den Krieg wider Holland beschließt, enthält allein eine sinnreiche und hohe Anwendung beinahe der ganzen Mythologie, und ist von Simoneau dem Ältern gestochen. Der Reichtum desselben erfordert eine Beschreibung, die für eine kleine Schrift zu stark werden würde: man urteile aus ein paar kleinern Kompositionen unter diesen Gemälden, was der Künstler imstande gewesen zu denken und auszudrücken. Er malete den berühmten Übergang der französischen Völker über den Rhein. Sein Held sitzet auf einem Kriegeswagen mit einem Donnerkeile in der Hand, und Herkules, als ein Bild des heroischen Muts, treibet den Wagen mitten durch die unruhigen Wellen. Die Figur, welche Spanien vorstellet, wird von dem Strome mit fortgerissen: der Gott des Rheins ist bestürzt und läßt sein Ruder fallen: die Viktorien kommen herzugeflogen, und halten Schilder, auf welche die Namen der Städte, die nach diesem Übergange erobert sind, angedeutet worden. Europa siehet voller Verwunderung zu.

 << Kapitel 14  Kapitel 16 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.