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Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst

Johann Joachim Winckelmann: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst - Kapitel 14
Quellenangabe
typetractate
titleGedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst
authorJohann Joachim Winckelmann
year1969
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-008338-9
pages1-127
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1755
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Das Verhältnis der Zeichen mit dem Bezeichneten gründete sich auch zum Teil auf unbekannte oder unbewiesene Eigenschaften der ersteren. Von dieser Art war der Roßkäfer, als ein Bild der Sonne bei den Ägyptern, und diese sollte das Insekt vorstellen, weil man glaubte, daß kein Weibchen in seinem Geschlechte sei, und daß er sechs Monate in der Erde und ebenso lange Zeit außer derselben lebe. Ebenso sollte die Katze, weil man wollte bemerkt haben, daß sie so viel Junge als Tage in einem Umlaufe des Monds zu werfen pflege, ein Bild der Isis oder des Monds sein.

Die Griechen, welche mehr Witz und gewiß mehr Empfindung hatten, nahmen nur diejenigen Zeichen von jenen an, die ein wahres Verhältnis mit dem Bezeichneten hatten, und vornehmlich welche sinnlich waren: ihren Göttern gaben sie durchgehends menschliche Gestalten. Die Flügel bedeuteten bei den Ägyptern schnelle und wirksame Dienste: das Bild ist der Natur gemäß; Flügel stelleten bei den Griechen ebendieses vor, und wenn die Athenienser ihrer Viktoria die gewöhnlichen Flügel nicht gaben, wollten sie dadurch den ruhigen Aufenthalt derselben in ihrer Stadt vorstellen. Eine Gans bedeutete dort einen behutsamen Regenten, und man gab in Absicht hierauf den Vorderteilen an Schiffen die Gestalt einer Gans. Die Griechen behielten dieses Bild bei, und der Alten ihre Schiffschnäbel endigen sich mit einem Gänsehals.

Der Sphinx ist von den Figuren, die kein klares Verhältnis zu ihrer Bedeutung haben, vielleicht die einzige, welche die Griechen von den Ägyptern angenommen haben: er bedeutete bei jenen beinahe ebendas, was er bei diesen lehren sollte, wenn er vor dem Eingange ihrer Tempel stand. Die Griechen gaben ihrer Figur Flügel, und bildeten den Kopf mehrenteils frei ohne Stola; auf einer atheniensischen Münze hat der Sphinx dieselbe behalten.

Es war überhaupt der griechischen Nation eigen, alle ihre Werke mit einem gewissen offenen Wesen, und mit einem Charakter der Freude zu bezeichnen: die Musen lieben keine fürchterliche Gespenster; und wenn selbst Homer seinen Göttern ägyptische Allegorien in dem Mund leget, geschiehet es insgemein, um sich zu verwahren, mit einem »Man saget«. Ja wenn der Dichter Pamphos vor den Zeiten des Homers, seinen Jupiter beschreibet, wie er in Pferdemist eingewickelt ist, so klinget es zwar mehr als ägyptisch, in der Tat aber nähert es sich dem hohen Begriffe des englischen Dichters.

As full, as perfect in a hair as heart,
As full, as perfect in vile Man that mourns,
As the rapt Seraph that adores and burns.
Pope.

Ein Bild, dergleichen die Schlange ist, die sich um ein Ei geschlungen, auf einer lyrischen Münze des dritten Jahrhunderts, wird schwerlich auf einer griechischen Münze zu finden sein. Auf keinem einzigen ihrer Denkmale ist eine fürchterliche Vorstellung. sie vermieden dergleichen noch mehr als gewisse sogenannte unglückliche Worte. Das Bild des Todes erscheinet vielleicht nur auf einem einzigen alten Steine: aber in einer Gestalt, wie man es bei ihren Gastmahlen aufzuführen pflegte; nämlich sich durch Erinnerung der Kürze des Lebens zum angenehmen Genusse desselben aufzumuntern: der Künstler hat den Tod nach der Flöte tanzen lassen. Auf einem andern Steine mit einer römischen Inschrift ist ein Totengerippe mit zwei Schmetterlingen, als Bildern der Seele, von denen der eine von einem Vogel gehaschet wird, welches auf die Seelenwanderung zielen soll; die Arbeit aber ist von spätern Zeiten.

Man hat auch angemerket, daß, da alle Gottheiten geweihete Altäre gehabt haben, weder unter den Griechen noch Römern ein Altar des Todes gewesen, außer an den entlegensten Küsten der damals bekannten Welt.

Die Römer haben in ihrer besten Zeit gedacht wie die Griechen, und wo sie die Bildersprache einer fremden Nation angenommen haben, so sind sie den Grundsätzen ihrer Vorgänger und Lehrer gefolget. Ein Elefant, der in spätern Zeiten unter die geheimen Zeichen der Ägypter aufgenommen wurde, (denn auf den vorhandenen ältesten Denkmalen dieser Nation ist das Bild dieses Tiers sowenig als ein Hirsch, ein Strauß und ein Hahn zu finden) bedeutete verschiedenes, und vielleicht auch die Ewigkeit, unter welchem Begriffe der Elefant auf einigen römischen Münzen stehet; und dieses wegen seines langen Lebens. Auf einer Münze Kaiser Antonins führet dieses Tier zur Überschrift das Wort: Munificentia: wo es aber nichts anders bedeuten kann, als große Spiele, in welchen man Elefanten mit aufführete.

Es ist aber meine Absicht ebensowenig den Ursprung aller allegorischen Bilder bei den Griechen und Römern zu untersuchen, als ein Lehrgebäude der Allegorie zu schreiben. Ich suche nur meine Schrift über diesen Punkt zu rechtfertigen, mit dieser Einschränkung, daß die Bilder, worin die Griechen und Römer ihre Gedanken eingekleidet haben, vor allen Bildern anderer Völker, und vor übelentworfenen Gedanken einiger Neueren das Studium der Künstler sein müssen.

Es können einige wenige Bilder als Beispiele dienen, wie die griechischen und guten römischen Künstler gedacht haben, und wie es möglich sei, ganz abgesonderte Begriffe sinnlich vorzustellen. Viele Bilder auf ihren Münzen, Steinen und andern Denkmalen haben ihre bestimmte und angenommene Bedeutung, einige aber der merkwürdigsten, welche die ihrige noch nicht allgemein haben, verdienten sie zu bekommen.

Man könnte die allegorischen Bilder der Alten unter zwo Arten fassen, und eine höhere und gemeinere Allegorie setzen, so wie überhaupt in der Malerei dieser Unterschied stattfinden kann. Bilder von der ersteren Art sind diejenigen, in welchen ein geheimer Sinn der Fabelgeschichte oder der Weltweisheit der Alten liegt: man könnte auch einige hieher ziehen, die von wenig bekannten, oder geheimnisvollen Gebräuchen des Altertums genommen sind.

Zur zweiten Art gehören Bilder von bekannterer Bedeutung, als persönlich gemachte Tugenden und Laster usw.

Bilder von der ersten Art geben den Werken der Kunst die wahre epische Größe: eine einzige Figur kann ihr dieselbe geben: je mehr Begriffe sie in sich fasset, desto höher wird sie, und je mehr sie zu denken veranlasset, desto tiefer ist der Eindruck, den sie machet, und um so viel sinnlicher wird sie also.

Die Vorstellung der Alten von einem Kinde, welches in der Blüte seiner Jugend stirbt, war ein solches: sie maleten ein Kind in den Armen der Aurora entführet; ein glückliches Bild: vermutlich von der Gewohnheit, die Leichen junger Leute beim Anbruche der Morgenröte zu begraben, hergenommen; der gemeine Gedanke der Künstler vom heutigen Wuchs ist bekannt.

Die Belebung des Körpers durch Einflößung der Seele, einer der abgesondertesten Begriffe, ist durch die lieblichsten Bilder sinnlich, und zugleich dichterisch von den Alten gemalet. Ein Künstler, der seine Meister nicht kennet, würde zwar durch die bekannte Vorstellung der Schöpfung ebendieses anzudeuten glauben: sein Bild aber würde in aller Augen nichts anders als die Schöpfung selbst vorstellen, und diese Geschichte scheinet zur Einkleidung eines bloß philosophischen menschlichen Begriffs und zur Anwendung desselben an ungeweiheten Orten zu heilig: zu geschweigen, daß er zur Kunst nicht dichterisch genug ist. In Bildern der ältesten Weisen und Dichter eingekleidet erscheinet dieser Begriff teils auf Münzen, teils auf Steinen. Prometheus bildet einen Menschen von dem Tone, von welchem man noch zu Pausanias' Zeiten große versteinerte Klumpen in der Landschaft Phokis zeigte; und Minerva hält einen Schmetterling, als das Bild der Seele, auf dem Kopf derselben. Auf der angeführten Münze Antonini Pii, wo hinter der Minerva ein Baum ist, um den sich eine Schlange gewunden hat, hält man es vor ein Sinnbild der Klugheit und Weisheit des Prinzen.

Es ist nicht zu leugnen, daß die Bedeutung von vielen allegorischen Bildern der Alten auf bloße Mutmaßungen beruhet, die daher von unsern Künstlern nicht allgemein angewendet werden können. Man hat in der Figur eines Kindes auf einem geschnittenen Steine, welches einen Schmetterling auf einen Altar setzen will, den Begriff einer Freundschaft bis zum Altar, das ist, die nicht über die Grenzen der Gerechtigkeit gehet, finden wollen. Auf einem andern Steine soll die Liebe, die den Zweig eines alten Baums, als ein vorgegebenes Bild der Weisheit, auf welchen eine sogenannte Nachtigall sitzet, nach sich zu ziehen bemühet, die Liebe zur Weisheit vorstellen. Eros, Himeros und Pathos waren bei den Alten diejenigen Bilder, welche die Liebe, den Appetit und das Verlangen andeuteten: diese drei Figuren will man auf einem geschnittenen Steine finden. Sie stehen um einen Altar, auf welchem ein heiliges Feuer brennet. Die Liebe hinter dasselbe, so daß sie nur mit dem Kopfe hervorraget; der Appetit und das Verlangen auf beiden Seiten des Altars: jener nur mit einer Hand im Feuer, in der andern aber mit einem Kranze: dieser mit beiden Händen im Feuer.

Eine Viktorie, die einen Anker krönet, auf einer Münze Königs Seleukos, war sonst als ein Bild des Friedens und der Sicherheit, den der Sieg verschaffet, angesehen; bis man die wahre Erklärung gefunden. Seleukos soll mit einem Male in der Gestalt eines Ankers geboren sein, welches Zeichen nicht allein dieser König, sondern auch die Seleukiden, dessen Nachkommen, zur Bezeichnung ihrer Abkunft, auf ihre Münzen prägen lassen.

Wahrscheinlicher ist die Erklärung, die man einer Viktorie mit Schmetterlingsflügeln an ein Siegeszeichen gebunden, gibt. Man glaubt unter derselben einen Held zu finden, der als ein Sieger, wie Epaminondas, gestorben. In Athen war jene Statue und ein Altar der Viktoria ohne Flügel, als ein Bild des unwandelbaren Glücks im Kriege: der angebundene Sieg könnte hier eine ähnliche Bedeutung erlauben, verglichen mit dem angeschlossenen Mars zu Sparta. Die Art von Flügeln, die der Psyche eigen ist, war der Figur vermutlich nicht von ohngefähr gegeben, da ihr sonst Adlersflügel gehören: vielleicht liegt der Begriff der Seele des verstorbenen Helden unter denselben verborgen. Die Mutmaßungen sind erträglich, wenn eine Viktorie an Trophäen von Waffen überwundener Völker gebunden, sich mit einem Sieger dieser Völker reimen ließe.

Die höhere Allegorie der Alten ist freilich ihrer größten Schätze beraubet auf uns gekommen; sie ist arm in Ansehung der zweiten Art. Diese hat nicht selten mehr als ein einziges Bild zu einem einzigen Ausdruck. Zwei verschiedene finden sich auf Münzen Kaisers Commodus, die Glückseligkeit der Zeit zu bezeichnen. Das eine ist ein sitzendes Frauenzimmer mit einem Apfel oder Kugel in der Rechten, und mit einer Schale in der linken Hand unter einem grünen Baume: vor ihr sind drei Kinder, von welchen zwei in einer Vase oder in einem Blumentopfe, als das gewöhnliche Symbolum der Fruchtbarkeit. Das andere bestehet aus vier Kindern, welche die vier Jahrszeiten vorstellen durch die Sachen, welche sie tragen: die Unterschrift beider Münzen ist: »Glückseligkeit der Zeiten«.

Diese und alle andere Bilder, welche eine Schrift zur Erklärung nötig haben, sind vom niedrigen Range in ihrer Art: und einige würden ohne dieselbe für andere Bilder können genommen werden. Die Hoffnung und die Fruchtbarkeit könnte eine Ceres, der Adel eine Minerva sein. Der Geduld auf einer Münze Kaisers Aurelianus fehlen auch die wahren Unterscheidungszeichen, so wie der Muse Erato; und die Parzen sind allein durch ihre Bekleidung von den Grazien unterschieden. Unterdessen sind andere Begriffe, die in der Moral unmerkliche Grenzen haben, wie es die Gerechtigkeit und die Billigkeit ist, von den Künstlern der Alten sehr wohl unterschieden. Jene wird mit aufgebundenen Haaren und einem Diadem in einer ernsthaften Miene, so wie sie Gellius malet, diese wird mit einem holden Gesichte und mit fliegenden Haaren vorgestellet. Aus der Waage, welche diese hält, steigen Kornähren hervor, welche man auf die Vorteile der Billigkeit deutet; zuweilen hält sie in der andern Hand ein Horn des Überflusses.

Unter die vorn stärkeren Ausdrucke gehöret der Friede auf einer Münze Kaisers Titus. Die Göttin des Friedens stützt sich mit dem linken Arm auf eine Säule, und in ebender Hand hält sie einen Zweig von einem Ölbaume, in der andern des Merkurs Stab über einen Schenkel eines Opfertiers, welcher auf einem kleinen Altare liegt. Diese Hostie deutet auf die unblutigen Opfer der Göttin des Friedens: man schlachtete dieselben außer dem Tempel, und auf ihren Altar wurden nur die Schenkel gebracht, um denselben nicht mit Blut zu beflecken.

Gewöhnlich siehet man den Frieden mit einem Ölzweige und Stabe des Merkurs, wie auf einer Münze ebendieses Kaisers; oder auch auf einem Sessel, welcher auf einem Haufen hingeworfener Waffen stehet, wie auf einer Münze vom Drusus: auf einigen von des Tiberius und Vespasianus Münzen verbrennet der Friede Waffen.

Auf einer Münze Kaisers Philippus ist ein edles Bild: eine schlafende Viktoria. Man kann sie mit besserem Rechte auf einen zuversichtlichen gewissen Sieg, als auf die Sicherheit der Welt deuten, was sie nach der Unterschrift vorstellen soll. Eine ähnliche Idee enthielt dasjenige Gemälde, wodurch man dem atheniensischen Feldherrn Timotheos ein blindes Glück in seinen Siegen vorwerfen wollte. Man malete ihn schlafend, und das Glück, wie es Städte in ihr Netz fing.

Zu dieser Klasse gehöret der Nil mit seinen sechszehen Kindern im Belvedere zu Rom. Dasjenige Kind, welches mit den Kornähren und den Früchten in dem Horn des Nils, gleich hoch stehet, bedeutet die größte Fruchtbarkeit; diejenigen von den Kindern aber, die über das Horn und dessen Früchte hinaufgestiegen, deuten auf Mißwachs. Plinius gibt uns die Erklärung davon. Ägypten ist am fruchtbarsten, wenn der Nil sechszehen Fuß hoch steiget, wenn er aber über diese Maß kommt, ist es dem Lande ebensowenig zuträglich, als wenn der Fluß die gewünschte Maß nicht erreichet. In des Rossi seiner Sammlung sind die Kinder weggelassen.

Was sich von allegorischen Satiren findet, gehöret mit zu dieser zweiten Art. Ein Exempel gibt der Esel aus der Fabel des Gabrias, den man mit einer Statue der Isis beladen hatte, und welcher die Ehrfurcht des Volks gegen das Bild auf sich deutete. Kann der Stolz des Pöbels unter den Großen in der Welt sinnlicher vorgestellet werden?

Die höhere Allegorie wurde aus der gemeinern können ersetzet werden, wenn diese nicht gleiches Schicksal mit jener gehabt hätte. Wir wissen zum Exempel nicht, wie die Beredsamkeit oder die Göttin Peitho gebildet gewesen; oder wie Praxiteles die Göttin des Trostes Paregoros, von welchem Pausanias Nachricht gibt, vorgestellet habe. Die Vergessenheit hatte einen Altar bei den Römern; vielleicht war auch dieser Begriff persönlich gemacht. Ebendieses läßt von der Keuschheit gedenken, deren Altar man auf Münzen findet; ingleichen von der Furcht, welcher Theseus geopfert hat.

Unterdessen sind die übriggebliebenen Allegorien von Künstlern neuerer Zeiten noch nicht insgesamt verbraucht: es sind vielen unter diesen hier und da einige unbekannt geblieben; und die Dichter und die übrigen Denkmale des Altertums können noch allezeit einen reichen Stoff zu schönen Bildern darreichen. Diejenigen, welche zu unseren und unserer Väter Zeiten dieses Feld haben bereichern, und nicht weniger zum Unterricht als zur Erleichterung der Künstler arbeiten wollen, hätten Quellen, die so rein und reich sind, suchen sollen. Es erschien aber eine Zeit in der Welt, wo ein großer Haufe der Gelehrten gleichsam zur Ausrottung des guten Geschmacks sich mit einer wahrhaften Raserei empörete. Sie fanden in dem, was Natur heißt, nichts als kindische Einfalt, und man hielt sich verbunden, dieselbe witziger zu machen. Junge und Alte fingen an Devisen und Sinnbilder zu malen, nicht allein für Künstler, sondern auch für Weltweise und Gottesgelehrte; und es konnte kaum ferner ein Gruß ohne ein Emblema anzubringen, bestellet werden. Man suchte dergleichen lehrreicher zu machen durch eine Unterschrift desjenigen, was sie bedeuteten, und was sie nicht bedeuteten. Dieses sind die Schätze nach die man noch itzo gräbet. Nachdem nun einmal diese Gelehrsamkeit Mode worden war, so wurde an die Allegorie der Alten gar nicht mehr gedacht.

Das Bild der Freigebigkeit war bei den Alten eine weibliche Figur mit einem Horne des Überflusses in der einen Hand und in der andern die Tafel eines römischen Congiarii. Die römische Freigebigkeit schien vielleicht gar zu sparsam; man gab der selbstgemachten in jeder Hand ein Horn, und das eine umgekehrt, um auszustreuen. Auf den Kopf setzte man ihr einen Adler, der, ich weiß nicht was, hier bedeuten sollte. Andere maleten eine Figur mit einem Gefäße in jeder Hand.

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