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Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst

Johann Joachim Winckelmann: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst - Kapitel 10
Quellenangabe
typetractate
titleGedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst
authorJohann Joachim Winckelmann
year1969
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-008338-9
pages1-127
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1755
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Auf die Stratonike, als die Hauptperson fällt die größte Masse des Lichts, und sie ziehet den ersten Blick auf sich. Der Priester stehet im schwächern Lichte, er hebet sich aber durch die Aktion, die man ihm gegeben: er ist der Redner, und außer ihm regieret eine allgemeine Stille und Aufmerksamkeit. Der Prinz, welcher nach der Hauptfigur vornehmlich merkwürdig sein mußte, ist mehr beleuchtet; und da des Künstlers Verstand zum vornehmsten Teil seines Gruppo weislicher eine schöne Königin, als einen kranken Prinzen, der es vermöge der Natur der Sachen hätte sein sollen, wählete, so ist dieser dennoch dem Ausdruck nach, das Vorzüglichste im ganzen Gemälde. Die größten Geheimnisse der Kunst liegen in dessen Gesicht.

Quales nequeo monstrare et sentio tantum.
Juvenal Sat. VII.

Die Regungen der Seele, die miteinander zu streiten scheinen, fließen hier mit einer friedlichen Stille zusammen. Die Genesung meldet sich in dem siechen Gesichte, so wie die Ankündigung der ersten nahen Blicke der Morgenröte, die unter dem Schleier der Nacht selbst den Tag, und einen schönen Tag zu versprechen scheinet.

Der Verstand und der Geschmack des Künstlers breiten sich durch sein ganzes Werk aus bis auf die Vasen, die nach den besten Werken des Altertums in dieser Art, entworfen sind. Das Tischgestell vor dem Bette hat er, wie Homer, von Elfenbein gemacht.

Das Hinterwerk des Gemäldes stellet eine prächtige griechische Baukunst vor, deren Verzierungen auf die Handlung selbst zu deuten scheinen. Das Gebälke an einem Portal tragen Karyatiden, die einander umfassen, als Bilder einer zärtlichen Freundschaft zwischen Vater und Sohn, und zugleich einer ehelichen Verbindung.

Der Künstler zeigt sich bei aller Wahrheit seiner Geschichte, als einen Dichter, und er machte seine Nebenwerke allegorisch, um gewisse Umstände durch Sinnbilder zu malen. Die Sphinxe an dem Bette des Prinzen deuteten auf die Nachforschung des Arztes, und auf die besondere Entdeckung der Ursach von der Krankheit desselben.

Man hat mir erzählt, daß junge Künstler jenseits der Gebürge, die dieses Meisterstück gesehen, da ihnen der Arm des Prinzen, der etwa um eine Linie zu stark sein mag, ins Gesicht gefallen, vorbeigegangen, ohne nach den Vorwurf des Gemäldes selbst zu fragen. Wenn auch Minerva selbst gewissen Leuten, wie dem Diomedes, wollte den Nebel wegnehmen, so würden sie dennoch nicht erleuchtet werden.

– – Pauci dignoscere possunt
Vera bona atque illis multum diversa, remota
Erroris nebula.
Juvenal. Sat.

Ich habe eine lange Episode gemacht; ich finde es aber gleichwohl billig, ein Werk, welches unter die ersten in der Welt kann gesetzet werden, da es so wenig Kenner gefunden, bekannt zu machen. Ich komme wieder auf die Schrift selbst.

Ich weiß nicht, ob dasjenige, was in Raffaels Figuren der Begriff einer »edlen Einfalt und stillen Größe« in sich fassen soll, nicht viel allgemeiner durch die sogenannte »Natur in Ruhe« von zwei namhaften Skribenten bezeichnet worden. Es ist wahr, diese große Lehre gibt ein vorzügliches Kennzeichen der schönsten griechischen Werke; aber die Anwendung derselben bei jungen Zeichnern ohne Unterschied, würde vielleicht ebenso besorgliche Folgen haben, als die Lehre einer körnigten Kürze in der Schreibart bei jungen Leuten, welche sie verleiten würde, trocken, hart und unfreundlich zu schreiben. »Bei jungen Leuten«, sagt Cicero, »muß allezeit etwas Überflüssiges sein, wovon man etwas abzunehmen finde: denn dasjenige, was gar zu schnell zur Reife gelanget ist, kann nicht lange Saft behalten. Von Weinstöcken sind die gar zu jungen Schößlinge eher abgeschnitten, als neue Reben gezogen, wenn der Stamm nichts taugt«. Außerdem werden Figuren in einer ungerührten Stille von dem größten Teile der Menschen angesehen werden, so wie man eine Rede lesen würde, welche ehemals vor den Areopagiten gehalten worden, wo ein scharfes Gesetz dem Redner alle Erregung auch der menschlichsten und sanftesten Leidenschaften untersagte; und alle dergleichen Bilder werden Schildereien von jungen Spartanern vorzustellen scheinen, die ihre Hände unter ihren Mantel verstecken, in der größten Stille einhertreten, und ihr Augen nirgendwohin, sondern vor sich auf die Erde richten mußten.

Über die Allegorie in der Malerei bin ich mit dem Verfasser auch nicht völlig einerlei Meinung. Durch die Anwendung derselben in allen Vorstellungen, und an allen Orten würde in der Malerei ebendas geschehen, was der Meßkunst durch die Algebre widerfahren ist: der Zugang zur einen Kunst würde so schwer werden, als er zur andern geworden ist. Es kann nicht fehlen, die Allegorie würde endlich aus allen Gemälden Hieroglyphen machen.

Die Griechen selbst haben nicht allgemein, wie uns der Verfasser überreden will, ägyptisch gedacht. Der Plafond in dem Tempel der Juno zu Samos war nicht gelehrter gemalet, als die Farnesische Galerie. Es waren die Liebeshändel des Jupiters und der Juno; und in dem Fronten eines Tempels der Ceres zu Eleusis war nichts, als die bloße Vorstellung einer Gewohnheit bei dem Dienste dieser Göttin. Es waren zwei große Steine, die aufeinanderlagen, zwischen welchen die Priester alle Jahr eine schriftliche Anweisung über die jährlichen Opfer hervorsuchten; weil sie niemals ein Jahr wie das andere waren.

Was die Vorstellung desjenigen, was nicht sinnlich ist, betrifft, so hätte ich mehr Erklärung davon gewünscht; weil ich jemand sagen hören, es verhalte sich mit Abbildung solcher Dinge, wie mit dem mathematischen Punkte, der nur gedacht werden kann; und er stimmet demjenigen bei, der die Malerei auf Dinge, welche nur sichtbar sind, einzuschränken scheinet. Denn was die Hieroglyphen betrifft, fuhr er fort, durch welche die abgesondersten Ideen angedeutet werden: als die Jugend durch die Zahl sechszehn; die Unmöglichkeit durch zwei Füße auf dem Wasser; so müßte man dieselben größtenteils mehr vor Monogrammen, als vor Bilder halten. Eine solche Bildersprache würde Gelegenheit geben zu neuen Chimären, und würde schwerer, als die chinesische zu erlernen sein: die Gemälde aber würden den Gemälden dieser Nation nicht unähnlich werden.

Parrhasios, glaubt ebendieser Widersacher der Allegorien, habe alle Widersprüche, die er bei den Atheniensern bemerket, ohne Hülfe der Allegorie vorstellen können; und vielleicht hätte er es in mehr als einem Stücke ausgeführet. Wenn er es auf diese Art nimmt,

et sapit, et mecum facit, et Iove iudicat aequo.
Hor.

Das Todesurteil über die Befehlshaber der atheniensischen Flotte, nach ihrem Siege über die Lakedämonier, bei den arginusischen Inseln, gab dem Künstler ein sehr sinnliches und reiches Bild, die Athenienser gütig und zugleich grausam vorzustellen.

Der berühmte Theramenes, einer von den Befehlshabern, klagte seine Kollegen an, daß sie die Körper der in der Schlacht Gebliebenen nicht gesammlet, und ihnen die letzte Ehre erweisen lassen. Dieses war hinreichend, den größten Teil des Volks in Wut zu setzen wider die Sieger, von welchen nur sechs nach Athen zurückkamen; die übrigen waren dem Sturm ausgewichen. Theramenes hielt eine sehr rührende Rede, in welcher er öftere Pausen machte, um die Klagen derjenigen, die ihre Eltern oder Anverwandte verloren hatten, hören zu lassen. Er ließ zu gleicher Zeit einen Menschen auftreten, welcher vorgab, die letzten Worte der Ertrunkenen gehört zu haben, die um Rache geschrien wider ihre Befehlshaber. Sokrates der Weise, welcher damals ein Glied des Rats war, erklärte sich nebst etlichen andern wider die Anklage; aber vergebens: die tapferen Sieger wurden anstatt der Ehrenbezeugungen, die sie hoffen konnten, zum Tode verurteilet. Einer unter ihnen war der einzige Sohn des Perikles von der berühmten Aspasia.

Parrhasios, der diese Begebenheit erlebet hat, war um so viel geschickter, durch die wahren Charakter der hier handelnden Personen seinem Bilde ohne Allegorie eine Deutung zu geben, die weiter, als auf die bloße Vorstellung einer Geschichte ging; als welche noch itzo einem Künstler bequem genug sein könnte, ebenden Widerspruch in dem Charakter der Athenienser zu schildern.

Und endlich, meinet ebenderselbe, komme dasjenige, was man Künstlern, und sonderlich Malern in Absicht der Allegorie aufzubürden sucht, auf ebendie Forderung hinaus, die Columella an einen Landmann macht. Er sähe gern, daß er ein Weltweiser wäre, wie Demokritos, Pythagoras und Eudoxos gewesen.

Kann man hoffen mit den Allegorien in Verzierungen glücklicher zu sein, als mit denen in Gemälden? Mich deucht, der Verfasser würde mehr Schwierigkeit finden, seine vermeinte gelehrte Bilder hier anzubringen, als Vergil fand, die Namen eines Vibius Caudex, eines Tanaquil Lucumo, oder eines Decius Mus in heroische Verse zu setzen.

Man sollte vermuten, das Muschelwerk würde in Verzierungen der Baukunst und sonst angebracht, nunmehro mit allgemeinen Beifall angenommen zu sein scheinen können. Ist denn weniger Natur in der Zierde, die dasselbe geben soll, als in den korinthischen Kapitälern, wenn man auf den bekannten vorgegebenen Ursprung derselben siehet? Ein Korb, den man auf das Grab eines jungen Mädchens von Korinth mit einigen Spielsachen von ihr angefüllet, gesetzt, und mit einem breiten Ziegel bedeckt hatte, gab Gelegenheit zu der Form dieses Kapitals. Es wuchs unter demselben die Pflanze Akanthus hervor, die denselben bekleidete. Der Bildhauer Kallimachos fand an diesem bewachsenen Korbe so viel Artiges, daß er das erste Kapital zu einer korinthischen Säule nach diesem Modelle arbeitete.

Dieses Kapital ist also ein Korb mit Blättern, und er soll das ganze Gebälke auf einer Säule tragen. Vielleicht fand man es zu Perikles Zeiten noch nicht der Natur und Vernunft gemäß genug, da es einem berühmten Skribenten fremde scheinet, daß man anstatt der korinthischen Säulen, dem Tempel der Minerva zu Athen dorische gegeben hat. Mit der Zeit wurde diese scheinbare Ungereimtheit zur Natur, und man gewöhnete sich einen Korb, auf dem ein ganzes Gebäude ruhete, nicht mehr als anstößig anzusehen;

quodque fuit vitium, desinit esse mora.
Ovid. Art.

Unsere Künstler überschreiten ja keine in der Kunst vorgeschriebene Gesetze, wenn sie neue Zieraten, die allezeit willkürlich gewesen, erdenken: die Erfindung ist itzo mit keinen Strafgesetzen, wie bei den Ägyptern, beleget. Das Gewächs und die Form einer Muschel haben jederzeit etwas so Liebliches gehabt, daß Dichter und Künstler sogar ungewöhnlich große Muscheln erdacht, und dieselben der Göttin der Liebe zu einem Wagen zugegeben haben. Das Schild Ancile, welches bei den Römern ebendas, was in Troja das Palladium war, hatte Einschnitte in Form einer Muschel; und es sind sogar alte Lampen mit Muscheln gezieret.

Die so leicht und frei gelegten muschelförmigen Schilder scheinet die Natur selbst nach den wunderbaren Wendungen unendlich verschiedener Seeschnecken den Künstlern dargeboten zu haben.

Es ist meine Absicht im geringsten nicht, mich zu einen Sachwalter der ungeschickten Verzierer unserer Zeit aufzuwerfen: ich will nur diejenigen Gründe einer ganzen Zunft (die Künstler werden mir hier dieses Wort verzeihen) anführen, durch welche dieselbe die Gründlichkeit ihres Verfahrens darzutun gesucht haben; man wird hier Billigkeit genug finden.

Es wird erzählet, die Maler und Bildhauer in Paris hätten denenjenigen, welche Verzierungen arbeiten, den Namen der Künstler streitig machen wollen, weil weder der Verstand des Arbeiters noch des Liebhabers in ihren Werken eine Beschäftigung finde, indem sie nicht durch die Natur, sondern durch eine gezwungene Kunst erzeuget worden. Ihre Verteidigung soll folgende gewesen sein.

Wir folgen der Natur in unserer Arbeit, und unsere Verzierungen bilden sich, wie die Rinde eines Baums, aus verschiedenen willkürlichen Einschnitten in dieselbe. Die Rinde wächst in mancherlei Gestalten.

Alsdenn tritt die Kunst zur spielenden Natur, und verbessert und hilft derselben. Dieses ist der Weg, den wir in unsern Verzierungen nehmen und der Augenschein gibt, daß die mehresten derselben, auch in den Werken der Alten, von Bäumen, von Pflanzen, und deren Früchten und Blumen genommen worden.

Die erste und allgemeine Regel ist also hier die Mannigfaltigkeit, (wenn man der angeführten Verteidigung Recht will widerfahren lassen) und nach dieser würkt die Natur, wie es scheinet, ohne Beobachtung anderer Regeln. Diese Einsicht zeigte in den Verzierungen diejenige Art, welche die heutigen Künstler gewählet haben. Sie lerneten erkennen, daß in der Natur nichts dem andern gleich ist; sie gingen von der ängstlichen Zwillingsform ab, und überließen den Teilen ihrer Verzierungen, sich zusammenzufügen, so wie Epikurs Atomen getan. Eine Nation, die sich in neuern Zeiten von allem Zwange in der bürgerlichen Gesellschaft zuerst frei gemacht, wurde auch in der Freiheit in diesem Teile der Kunst unser Lehrer. Man gab dieser Art zu arbeiten die Benennung des Barockgeschmacks, vermutlich von einem Worte, welches gebraucht wird bei Perlen und Zähnen, die von ungleicher Größe sind.

Und endlich hat ja eine Muschel, glaube ich, eben ein so gutes Recht, ein Teil der Zieraten zu sein, als es ein Ochsen- oder Schafskopf hat. Es ist bekannt, daß die Alten dergleichen von der Haut entblößte Köpfe in die Friesen, sonderlich der dorischen Säulenordnung zwischen den Dreischlitzen, oder in die Metopen, gesetzt. Sie befinden sich sogar in einem korinthischen Fries eines alten Tempels der Vesta zu Tivoli: an Grabmälern: wie an einem Grabmale des Metellischen Geschlechts bei Rom, und einem Grabmale des Munatius Plancus bei Gaeta: an Vasen: wie an zwei derselben, unter den Königlichen Altertümern in Dresden. Einige neuere Baumeister, die diese Köpfe vielleicht als unanständig angesehen, haben an deren Stelle ihre dorischen Friesen teils mit Donnerkeilen, dergleichen Jupiter zu führen pfleget; wie Vignola: teils mit Rosen; wie Palladio und Scamozzi gezieret.

Wenn also Verzierungen eine Nachahmung des Spiels der Natur sind, wie aus Obigen folgen kann, so wird alle angebrachte Gelehrsamkeit der Allegorie dieselben nicht schöner machen, sondern vielmehr verderben. Man wird auch wahrhaftig nicht viel Exempel beibringen können, wo die Alten allegorisch gezieret haben.

Ich weiß zum Exempel nicht, was vor eine Schönheit, oder vor eine Bedeutung der berühmte Graveur Mentor in der Eidechse gesucht hat, die er auf einem Becher gegraben. Denn

– picti squalentia terga lacerti
Verg. Georg. IV. 13.

sind zwar das lieblichste Bild auf einem Blumenstücke einer Rachel Ruysch, nicht aber auf einem Trinkgeschirre. Was vor eine geheime Bedeutung haben Weinstöcke mit Vögeln, welche von den Trauben an denselben fressen, auf einem Aschentopfe? Vielleicht sind diese Bilder ebenso leer und willkürlich anzusehen, als es die in einem Mantel gewürkte Fabel vom Ganymedes ist, mit welchem Aeneas den Cloanthus, als einen Preis in den Wettspielen zu Schiffe, beschenkte.

Und was vor Widersprechendes haben endlich Trophäen auf ein fürstliches Jagdhaus? Glaubt der Verfasser, als ein eifriger Verfechter des griechischen Geschmacks, es erstrecke sich derselbe sogar bis auf die Nachahmung Königs Philippi, und der Makedonier überhaupt, von denen Pausanias meldet, daß sie sich selbst keine Trophäen errichtet haben? Eine Diana mit einigen Nymphen in ihrem Gefolge, nebst ihrem übrigen Jagdzeuge,

quales exercet Diana choros, quam mille secutae
Hinc atque hinc glomerantur Oreades – –
Verg.

schiene etwa dem Orte gemäßer zu sein. Die alten Römer hängeten ja außen an der Türe ihrer Häuser die Waffen überwundener Feinde auf, die der Käufer nicht herabnehmen durfte, um dem Eigentümer des Hauses eine immerwährende Erinnerung zur Tapferkeit zu geben. Hat man bei Trophäen vorzeiten diese Absicht gehabt, so glaube ich, können dieselbe nirgend zur Unzeit für große Herren angebracht werden.

Ich wünsche bald eine Antwort auf mein Schreiben zu sehen. Es kann Sie, mein Freund, nicht sehr befremden, daß es öffentlich erscheinet: in der Zunft der Schriftsteller ist man seit einiger Zeit mit Briefen verfahren, wie auf dem Theater, wo ein Liebhaber, der mit sich selbst spricht, zu gleicher Zeit das ganze Parterre als seine vertrautesten Freunde ansiehet. Man findet es aber im Gegenteil nicht weniger billig, Antworten

quos legeret tereretque viritim publicus usus
Hor.

anzunehmen,

– et hanc veniam petimusque damusque vicissim.
Hor.
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