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Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel. Erster Band

Eugen von Vaerst: Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel. Erster Band - Kapitel 12
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authorEugen von Vaerst
titleGastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel. Erster Band
publisherRogner & Bernhard
year1975
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Sprichwörtlich

Willst du lange leben und sein gesund,
So iß wie eine Katz und trink' wie ein Hund.

Altdeutsche Reime von Lessing

*

Glatt wie ein Aal.

*

Er hat in einen sauren Apfel beißen müssen.

*

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

*

Der Baum trägt sich selber keine Äpfel, d. h. wir werden nicht um unsertwillen geboren.

*

Der beste Apfel ist oft wurmstichig, d. h. es ist nicht allemal dem äußeren Ansehen zu trauen.

*

Ich werde ihm etwas braten.

*

Er riecht den Braten.

*

Er kann mehr wie Brot essen.

*

Liefe das Brot wie die Hasen laufen,
Es kostete viel Schweiß, es zu kaufen.

Goethe

 

Das sind mir allzu böse Bissen,
An denen die Gäste ersticken müssen.

Goethe

*

Die Söhne Babylons aßen Brot mit Butter – ist ein arabisches Sprichwort.

*

Seinem Leib ist das letzte Brot gebacken.

*

Long comme un jour sans pain.

*

Er läßt sich die Butter nicht vom Brote nehmen.

*

Promettre plus de beurre que de pain.

*

Er schmilzt wie Butter an der Sonne.

*

Daß Glück ihm günstig sei,
Was nutzt's dem Stoffel?
Regnet' es Brei,
Fehlt ihm der Löffel.

Goethe

*

Er geht wie die Katze um den heißen Brei.

*

Cela vient entre la poire et le fromage, d. i. zur rechten Zeit.

*

Ventre affamé n'a pas d'oreilles.

*

Einen aus Liebe auffressen.

*

Er hat ihm etwas eingebrockt.

*

Er hat sich die Nase begossen.

*

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.

*

Man muß essen und vergessen.

*

Un homme a brulé votre maison pour se faire cuire deux œufs.

*

Jedermann ein Ei, Schweppermann zwei.

*

Ich habe den Esel an die Krippe gebunden, warum fraß er nicht?

*

Mit Essig fängt man keine Fliegen.

*

Frische Fische, gute Fische.

*

Er ist ein ehrlicher Mann, er ißt keine Fische.

(Eine sprichwörtliche Redensart aus den Zeiten der Königin Elisabeth, in welchen die Katholiken für Feinde der Regierung gehalten wurden. Daher rühmt sich Kent im »König Lear« bei Shakespeare, keine Fische zu essen.)

*

Frisch, wie ein Fisch im Wasser.

*

Das sind faule Fische.

*

Im Trüben ist's gut fischen.

*

Er hat Fuchseier gegessen, wird in Westfalen von einem listigen Menschen gesagt.

*

Fett schwimmt oben.

*

Er schwimmt im Fett.

*

Er hat dem Fasse den Boden ausgeschlagen.

*

I would not give a fig for it – ich würde keine Feige (d. i. keinen Deut) dafür geben.

*

Einem die Feigen weisen, d. i. einem mit geballter Faust drohen; ein wahrscheinlich aus dem Italienischen: Far la fiche ad uno, entlehnter Ausdruck, der von der Ähnlichkeit der Faust mit der Frucht des Feigenbaumes hergenommen sein soll. Im mittleren Latein Ficus facere, wo es ein Verhöhnen durch Aufhebung des mittelsten Fingers bedeutet und als eine Injurie verboten wird.

*

Der Blinde schluckt manche Fliege mit hinunter.

*

Das ist eine von den großen Taten,
Sich in seinem eignen Fett zu braten.

Goethe

 

Gesotten oder gebraten!
Er ist ans Feuer geraten.

Goethe

 

Gebraten oder gesotten!
Ihr sollt nicht meiner spotten.
Was ihr auch heute getröstet,
Ihr seid doch morgen geröstet.

Goethe

*

Manger son blé en herbe – von einem Verschwender gesagt.

*

La farina del diavolo fa cattive pane.
Das Mehl des Teufels gibt schlechtes Brot – ein italienisches Sprichwort.

*

De gustibus non est disputandum.

*

Er hat ins Gras beißen müssen.

*

Seine Nase liegt jahraus, jahrein im Glase.

*

Hunger ist der beste Koch.

*

Wer trinkt ohne Durst
Und ißt ohne Hunger,
Der stirbt noch als Junger.

*

L'appetit vient en mangeant.

*

Eigner Herd ist Goldes wert.

*

Du grand volaille.
(Mit diesen Worten überlieferte mich ein französischer Postillon, der mich sehr gut gefahren hatte, und den ich deshalb sehr gut bezahlt, seinem nachfolgenden Kameraden.)

*

Wer sein Huhn allein ißt, muß sein Pferd allein satteln.

*

Wir haben noch ein Hühnchen miteinander zu pflücken.

*

Gib den Hunden, sagt Zoroaster, wenn du issest, damit sie dich in Ruhe lassen.

*

Der Hecht war, ist und bleibt blau; soviel als: vergebens wäscht man Mohren.

*

Das ist mir auch ein sauberer Hecht.

*

Make yourself all honey and the flies will devour you: mache dich ganz zu Honig, und die Fliegen werden dich essen.

*

As dead as a hering: so tot wie ein Hering – bei uns: mausetot.

*

Ich kann nicht Hafer essen – ein englisches Sprichwort, soviel als: ich bin kein Pferd.

*

Da liegt der Hase im Pfeffer.

*

Mit großen Herren ist nicht gut Kirschen essen.

*

Wie Kirschen und Beeren behagen,
Mußt du Kinder und Sperlinge fragen!

Goethe

*

Wundere dich nicht, wenn du in der Jugend alles genossen, im Alter nichts mehr zu haben.

*

Viele Köche verderben den Brei.

*

Man weiß nicht, wer Koch oder Kellner ist.

*

Ein guter Koch kostet seine Brühe, und: Gott gibt die Speise, sind zwei englische Sprichwörter; das letztere kommt vom Seedienst, weil die unbrauchbarsten Matrosen auf den Schiffen die Stelle der Köche versehen müssen.

*

Hast deine Kastanien zu lange gebraten,
Sie sind dir alle zu Kohlen geraten.

Goethe

*

Ich soll ihm die Kastanien aus dem Feuer holen.

*

Viele Köche versalzen den Brei,
Bewahr' uns Gott vor vielen Dienern;
Wir aber sind, gesteht es frei,
Ein Lazarett von Medizinern.

Goethe

*

Küche und Keller verträgt sich nicht, oder: Wo der Koch liegt, kann der Kellner nicht liegen. In Norddeutschland sagt man auch dafür: Wo der Bäcker liegt, kann der Brauer nicht liegen.

*

Gut gekaut
Ist halb verdaut.

*

Wer noch keinen Kibitz gegessen, weiß nicht, was Vogelwildbret ist. (Ein altes Sprichwort in Lothringen. Die Kibitze sind dort sehr häufig, und wie das Sprichwort beweist, sehr geschätzt; bei uns ißt man bloß die Eier derselben.)

*

Der Kessel sagt zum Topf: du Schwarzmaul.

*

Er weiß davon soviel wie die Krebse vom Monde – ein englisches Sprichwort.

*

Sero venientibus ossa. Der letzte bekommt die Knochen. Wir Deutschen drücken das noch derber aus: Den letzten beißen die Hunde.

*

Kalbfleisch, Halbfleisch. – Soviel als: Jugend hat keine Tugend.

*

Was wirft man der Kuh Muskatnüsse vor, sie nimmt auch mit Disteln vorlieb.

*

Wenn der Himmel einfällt, so sind alle Lerchen gefangen.

*

Alles, was rund ist, ist darum noch keine Nuß, und alles, was lang ist, noch keine Feige; alles, was rot ist, noch kein Fleisch, und nicht alle Eier sind frisch, sagen orientalische Sprichwörter.

*

Er hat einen guten Magen, wird von jemand gesagt, der sich ungestraft beleidigen läßt.

*

Er hat sein volles Maß.

*

Une bouchée du roi.

*

Er hat sich das Maul verbrannt.

*

Eine harte Nuß zum Knacken.

*

Dem Ochsen, der da drischet, sollst du nicht das Maul verbinden, sagt die Schrift.

*

Ich wünschte, er wäre, wo der Pfeffer wächst.

*

Pour poivrer la sauce.

*

Toujours perdrix.

*

Er ist vom Glücke berauscht.

*

Jemandem ein Rübchen schaben.

*

Alte Hennen geben fette Suppen.

*

Wer lange suppt, lebt lange.

*

Dem hab' ich die Suppe versalzen.

*

Wer sich die Suppe eingebrockt hat, mag sie auch ausessen.

*

Hofsuppen sind zwar süß zu lecken,
Aber gewürzt mit Angst und Schrecken –

so sagt die Landmaus zur Stadtmaus (Rollenhagens »Froschmäuseler«).

*

La soupe hâte les traîneurs.

*

Geduld überwindet Sauerkraut.

*

Du mußt dich niemals mit Schwur vermessen,
Von dieser Speise will ich nicht essen.

Goethe

*

Wer sich unter die Trebern mischt, den fressen die Schweine.

*

A la longue le meilleur lard rancit.

*

Ohne Salz und Schmalz.

*

Erst müssen wir einen Scheffel Salz miteinander gegessen haben.

*

Er muß auch zu allem seinen Senf geben.

*

La moutarde après le dîner.

*

Qui se fait brebis, loup le mange.

*

Wie der Topf, so der Kopf; soviel als: erbärmliches Essen bei beschränkten Leuten.

*

Er hat das Bad austrinken müssen.

*

Dicker Trank macht fette Schweine.

*

Der ist angesehen, wie die Sau im Judenhause.

*

Wer aber recht bequem ist und faul
Flög' dem eine gebratene Taube ins Maul,
Er würde höflich sich's verbitten,
Wär' sie nicht auch geschickt zerschnitten.

Goethe

*

Den ersten Tag verlebe lässig,
Den andern mäßig,
Den dritten toll und voll,
Den vierten tut Aderlaß wohl.

So lehrt ein altdeutsches Sprüchlein aus dem 14. Jahrhundert.

*

Freigebig ist der mit seinen Schritten,
Der kommt von der Katze Speck zu erbitten.

Goethe

*

Ein Sperling in der Hand ist besser als eine Taube auf dem Dache.

*

Bei Tische wird man nicht älter.

*

Er hat ihm was eingetränkt.

*

Er ist von Liebe trunken.

*

There is many a slip between the cup on the lip – es gibt noch so manches Entrinnen zwischen der Tasse und den Lippen.

*

On ne vit pas de qu'on mange, mais de ce qu'on digère.

*

Friß Vogel oder stirb.

*

Will Vogelfang dir nicht geraten,
So magst du deinen Schuhu braten.

Goethe

*

Weder Fisch noch Vogel.

*

Wurst wider Wurst.

*

Eine Wurst nach der Speckseite werfen.

*

Das wär' dir ein schönes Gartengelände,
So man den Weinstock mit Würsten bände.

Goethe

 

In des Weinstocks herrliche Gaben
Gießt ihr mir schlechtes Gewässer!
Ich soll immer unrecht haben
Und weiß es besser.

Goethe

*

Brätst du mir eine Wurst, lösch' ich dir den Durst.

Wie der Mann ist, so brät man ihm die Wurst.

*

Das Wasser läuft ihm davon im Munde zusammen.

*

Es reimt sich trefflich Wein und Schwein,
Und reimt sich köstlich Wurst und Durst.

Uhland

*

In vino veritas.

Le vin est tiré, il faut le boire.

Er hat ihm klaren Wein eingeschenkt.

Vinum acuit ingenium.

*

Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Lebelang.

Der Wein erfreut des Menschen Herz! so heißt schon bei dem weisen Salomo (Psalter 104, Vers 15).

*

Attendre que les cailles vous tombent tout rôties.

*

Variatio delectat.

*

Er frißt wie ein Wolf.

Will mich nicht länger bücken und schmiegen,
Denn wer sich grün macht, den fressen die Ziegen.

Goethe

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