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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 92
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Achtzehntes Kapitel

Wie Panurg beim Bruder Jahn von Klopffleisch Rat nimmt

Panurg war also von des Trippa Reden arg mißmutig geworden. Als sie nun den Flecken verlassen hatten, wandte er sich an den Bruder Jahn, kratzte sich dabei im linken Ohr und sprach mit meckernder Stimm zu ihm: »Komm, mach mir etwas Lustigs vor, mein Hosseloddel; der Geck hat mir mit seinem teuflischen Geträtsch den Kopf ganz durcheinander gebracht.

O Bruder Jahn, mein Freund! Vor dir hab' ich den größten Respekt; dich hab' ich mir zum besten Bissen aufgespart. Jetzt bitt' ich dich, gib mir deinen Rat: sprich, soll ich freien oder nicht?« – Bruder Jahn antwortete ihm munter und sprach: »Ei, frei in Teufels Namen, frei! Und das je eher, je lieber! Noch heut abend bestell dir meinethalben das Aufgebot, daß die Bettstell kracht. Potz Kuckuck, worauf willst warten? Weißt du auch, daß der Welt Ende nicht mehr weit ist? Wir sind ihm heut schon um zweieinhalb Meilen näher denn ehegestern. Der Antichrist ist schon geboren; man hat mir's gesagt. Zwar kratzt er erst seine Ammen und Kindermägd, er zeigt noch nicht die Reiche der Welt, denn er ist noch klein. Willst du denn am Jüngsten Tag mit vollen Eiern erfunden werden beim großen Gericht?« – »Du hast«, versetzte Panurg, »einen heitern und sehr hellen Kopf, mein Bruder Jahn, und redest, wie sich's gehört. Dies war auch der Grund, warum Leander, als er vormals über das Hellespontische Meer zu seiner Liebsten Hero schwamm, alle Meergötter bat:

Gebt ihr hinüberwärts mir Heil und Glück,
Ersauf' ich gern, kehr' ich zurück.

Er wollte nicht mit vollen Eiern sterben. Das will ich zum Gesetz machen: wann die Justiz hinfür bei mir in Salmigundien einen armen Sünder aufhängen will, soll man ihn ein paar Tag zuvor waldeselmäßig rammeln lassen, bis er in all seinen Samenbläslein auch nicht so viel mehr hat, daß man damit ein griechisch Ψ schreiben kann. Solch köstlich Ding darf nicht unnütz verlorengehn. Vielleicht stirbt er ohn Kummer, wenn er einen Menschen gezeugt hat und so einen Stellvertreter zurückläßt.«

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