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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 68
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Vierzehntes Kapitel

Wie des Pantagruels Gefährten Panurg, Karpalim, Eusthenes und Epistemon 660 Reitern sauber den Garaus machten

Während sie da nun an Land steigen wollten, sahen sie an 660 leichte Reiter auf schnellen Gäulen des Weges kommen, dem Hafen zu, um das Schiff in Augenschein zu nehmen, so eben angelandet war; sie rannten mit verhängten Zügeln daher, um es wenn möglich abzufangen. Jetzt sprach Pantagruel: »Kinder, geht ins Schiff, dort kommen welche von unsern Feinden; aber ich will sie euch erschlagen wie das Vieh, und wären ihrer zehnmal soviel; inzwischen geht und habet euere Kurzweil dran.« – Darauf antwortete ihm Panurg: »Herr, nicht doch! Es wär ja nicht recht, daß Ihr so tätet, sondern geht vielmehr Ihr und die andern ins Schiff; denn ganz allein will ich sie hie abfangen. Aber es gilt kein Zaudern. Eilet!« – »Wohlgesprochen!« riefen die andern. »Herr, entfernet Euch, wir wollen Panurg helfen, und Ihr sollt sehn, ob wir was können!« – Panurg nahm nun zwei große Schiffstaue, band sie an die Winde auf dem Deck und warf sie in einem großen Kreis aufs Land, das eine weiter, das andere weniger weit innerhalb des ersten, und sprach zum Epistemon: »Lauft aufs Schiff, und wenn ich Euch zuruf, so drehet die Winde auf dem Deck fleißig um, und immer die beiden Taue nach dem Schiff zu.« – Eusthenes und Karpalim aber befahl er: »Kinder, bleibt hier, haltet dem Feind gutwillig stand, gehorchet ihm und tut, als ob ihr euch ergäbet; aber hütet euch wohl, daß ihr nicht in den Ring der Taue hier kommt, sondern haltet euch immer draußen.« – Damit sprang er plötzlich auf das Schiff, nahm eine Last Stroh und eine Tonne Kanonenpulver, streute es in den Kreis der Taue und stellte sich mit einer Lunte dicht dabei. Wie nun die Reiter im vollen Schuß daherkamen, schrie Panurg: »Ihr Herrn! Wir ergeben uns euch zu Gnaden.« – So riefen auch seine beiden Gefährten und Epistemon vom Verdeck. Derweil machte sich Panurg davon, und als er sie nun alle mitten im Kreis der Taue und seine beiden Gesellen weit zur Seite sah, weil sie den Reitern Platz gemacht hatten, rief er plötzlich dem Epistemon zu: »Dreh! Dreh!« und Epistemon drehte die Winde um. Da verschlangen sich die beiden Taue um die Pferde und streckten sie unschwer samt den Reitern zu Boden. Als die dies sahen, zogen sie blank und wollten sie zerhauen. Aber Panurg warf das Feuer mitten unter den Haufen und äscherte sie mit Roß und Mann wie die verdammten Seelen ein; und nur einen nahmen sie gefangen, der sich heimlich davonmachen wollte.

Dieses Sieges freute Pantagruel sich königlich, lobte seine Gesellen wegen ihrer Geschicklichkeit und ließ sie fröhlich am Meeresstrand sich setzen und tapfer zechen, bis ihnen die Bäuche zur Erde hingen.

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