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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 41
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Achtunddreissigstes Kapitel

Wie der Mönch die Pilger einbrachte, und wie ihnen Grandgoschier gute Lehren gab

Nachdem dies Scharmützel beendigt war, zog Gargantua mit den Seinen, außer dem Mönch, nach Haus, und sie erschienen mit grauendem Tag vor Grandgoschier, der Gott für sie in seinem Bett um Heil und Sieg bat. Und als er sie alle frisch und gesund sah, umarmt' er sie herzlich und fragt' gleich, wie es um den Mönch stünd. Gargantua aber antwortete ihm, daß zweifelsohn die Feind den Mönch hätten. »So wird er ihnen«, sprach Grandgoschier, »keinen Segen bringen.« Wie auch wahr blieb, und ist daher noch das Sprichwort im Brauch: ›Einem den Mönch stecken.‹ – Alsobald befahl er, den Imbiß aufs best zu rüsten, damit sie sich erfrischen sollten. Und als alles nun bereit war, rief man den Gargantua; es tat ihm aber so leid, daß sich der Mönch nicht sehen ließ, daß er weder essen noch trinken mocht. Urplötzlich kommt der Mönch daher und ruft schon von der Hoftür: »Frischen Wein! ho, frischen Wein, Gymnast, mein Freund!« – Gymnastes lief hinaus und sah, daß es Bruder Jahn war, der fünf Pilger nebst Starenstören gefangen brachte. Gargantua ihm also flugs entgegen, sie empfingen ihn aufs freundlichste und führten ihn zum Grandgoschier, der ihn nach all seinen Fahrten frug. Der Mönch erzählet' ihm auch alles, wie er gefangen worden wär, wie er der Schützen sich entledigt, und das Gemetzel, so er am Heerweg verübt, auch wie er die Pilger ertappt und den Hauptmann Starenstör einbracht hätt'. Darauf huben sie all mitsammen fröhlich zu bankettieren an.

Während sie sich verlustierten, so trat der Mönch ganz keck zu den Pilgern herzu und frug sie: »Nu, woher des Landes, ihr armen Gäuch?« – »Von Sainct Genou«, antworteten sie. – »Und wie lebt«, sprach der Mönch, »Abt Tranchelion, der gute Zecher? Wie schmeckt's den Mönchen? Beim Kreuz Gottes, während ihr auf der Romfahrt wallet, kehren sie euch die Weiber herum.« – »Na, na«, sprach Renndichmüd, »für meiner hab ich kein Sorg nit, denn wer die am Tag sieht, wird sich den Hals nicht drum brechen, daß er bei Nächten zu ihr komm.« – »Da lauft ihr schief an«, sprach der Mönch, »und wenn sie so schwarz als Proserpina wär; bei Gott, sie kriegt doch ihr Stößchen, wo Mönch im Gau sind. Ein guter Tischler bohrt alle Bohlen. Ich will die Räud han, wo ihr nicht, wenn ihr heimkommt, eure Weiber gesegneten Leibes findet; denn wo ein Klosterturm auch nur den Schatten hinwirft, da verfängt's.«

»Nun so gehet dann«, sprach Grandgoschier, »ihr armen Leut, in des allmächtigen Gottes Namen, der euer steter Geleitsmann sei; und seid hinfort nicht so geschwind zu diesem faulen, unnützen Wandern. Stehet euerm Haushalt vor, ein jeder scharf das Seine, dazu er berufen ist, zieh seine Kinder und tu, wie ihn der liebe Apostel Sankt Paulus lehret.«

Darauf führte sie Gargantua in den Saal, mit Speis und Trank sie zu erquicken, ließ ihnen auch in ihre Taschen zu essen, und Wein in ihre Flaschen tun, und gab einem jeden ein Pferd zum Ausruhen auf der übrigen Reis, nebst etlichen Karolin zur Zehrung.

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