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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 200
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Siebenunddreissigstes Kapitel

Wie des guten Bacchus Sturm und Angriff auf die Indier geschildert war

Weiter war der Sturm und Angriff des guten Bacchus auf die Indier geschildert. Da sah ich den Hauptmann der Vorhut Silen dicke Tropfen schwitzen und seinen Esel scharf spornen. Der Esel riß gleichfalls das Maul furchtbar weit auf, schmiß, biß, scharmützelte mörderlich, als wenn er eine Horniß im After hätte.

Die Satyrn, Hauptleute, Obersten, Feldwebel, Korporäle, auf langen Hörnern zum Angriff blasend, sprangen mit Ziegensprüngen toll und wild im Kurz-, im Sturz-, im Furzgalopp, schäumend und bäumend durch das Heer und ermutigten die Ihrigen zu tapferm Streit. Evoë! schrie das ganze Bild. Den ersten Anlauf auf die Indier machten die Mänaden unter wildem Geschrei und gräßlichem Lärm ihrer Schilde und Pauken, daß rings der Himmel davon erdröhnte.

Hierauf kam das Heer der Indier, als hätten sie jetzt erst erfahren, wie ihr Land vom Bacchus gebrandschatzt werde; die Elefanten mit ihren Türmen an der Spitze, dabei unzähliges Kriegsvolk. Aber die ganze Schar war schon zerstreut, und wider sie und auf sie rannten und stürzten ihre Elefanten, scheu vor dem fürchterlichen Lärm und panischen Schrecken der Bacchanten, der sie der Sinne beraubte. Da hätt' ihr sollen den Silen erst seinen Esel bitterlich spornen und mit dem Stecken fechten sehn nach der alten Parade, und wie der Esel mit offnem Maul, als ob er yahnte, den Elefanten nachhopste und mit seinem martialischen Yahnen gleichsam zum Sturm und Angriff blies.

Da hättet ihr den Krummbein Pan um die Mänaden sollen springen und sie mit seiner Bauernflöte zu tapferm Streit ermuntern sehn; dahinter einen jungen Satyr siebzehn gefangene Könige führen; eine Bacchantin in ihren Schlangen zweiundvierzig Hauptleute schleifen; einen kleinen Faun zwölf von dem Feind erbeutete Fahnen tragen sehn; und Bacchus, den getreuen Mann, auf seinem Wagen immerzu getrost im Feld umherkutschieren, lachend, schäkernd, auf jedermanns Gesundheit trinkend. Schließlich waren der Triumph und das Siegesmahl des guten Bacchus abgebildet.

Sein Triumphatorwagen war mit Efeu ganz bedeckt.

Zu den Seiten des Wagens gingen die gefangenen Indierkönige an schwere güldene Ketten gebunden. Der ganze Zug schritt mit göttlichem Siegesgepräng von unaussprechlicher Wonne und Lust, unzählige Trophäen, Götterbilder und Beutestücke tragend, unter kleinen ländlichen Jubelliedern und schallenden Dithyramben einher.

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