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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 174
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Elftes Kapitel

Wie uns Krellhinz ein Rätsel aufgab

Wie wir nun saßen, schrie uns Krellhinz inmitten seiner Katzenbälger mit wilder, heiserer Stimm an: »Holla! hallo! her! gelt? gelt?Gelt, Anspielung auf Geld wie im Original or cà, der gewollte Gleichklang mit or, Gold. Merkt ihr was? Gelt? Holla! her! – (»Zu saufen, o zu saufen!« brummte Panurg in seinen Bart) –:

Sie war ganz jung und war ganz blond,
Als sie ohn' Vater und ohn' Schmerz
Ein Mohrenkind trug unterm Herz.
Doch hat der Sohn ihr's schlecht gelohnt,
In wilder Ungeduld durchnagt
Er viperngleich die Lende ihr
Und hat sich hoch ins Luftrevier
Und tief ins Erdental gewagt,
So daß der Weise staunend stand
Und hier den Menschengeist geahnt.

»He holla! her!« fuhr Krellhinz fort, »wirst du dies Rätsel gleich raten, gelt? uns, gelt? bald sagen, was dies ist?« – »So gelt mir Gott!« antwortete ich ihm, »wenn ich die Sphinx, so gelt mir Gott! bei mir im Haus hätt', so gelt mir Gott! wollt' ich dies Rätsel wohl raten, o so gelt mir Gott! allein ich denk nicht dran, und bin, so gelt mir Gott! unschuldig an dem Handel.« – »Gelt? Nun dann, beim Styx!« sprach Krellhinz, »weil du nicht reden willst, will ich dir, gelt? wohl zeigen, daß dir besser wär, gelt? in die Krallen Luzifers und aller Höllenteufel, gelt? als in unsre Klaun zu fallen. Gelt? Siehst du sie? Siehst du sie wohl? Gelt, Lotterbub? Berufst du, gelt? dich hier auf Unschuld, gelt? Als wenn die vor unsern Martern dich schützen könnt'? Gelt? und sind unsre Gesetz nicht gleich den Spinneweben, gelt? darin die kleinen dummen Schmetterlinge und Mücken, gelt? sich fangen, aber die groben bösen Hornissen, gelt? zerreißen sie und schlupfen durch? Gelt? Gelt? So suchen wir auch nicht die groben Diebe und Bluthunde, gelt? Die sind zu schwer verdaulich, gelt? und machen uns gar zuschanden, gelt? Euch zarten, unschuldigen Kindlein aber wird man die Unschuld hier schon, gelt? eintränken, gelt?«

Bruder Jahn, der jetzt der Glossen Krellhinzens müd war, sprach: »Hoho! Herr Mummelteufel, soll er etwa auf Sachen Red' stehn, von denen er nichts weiß? Läßt du dir nicht an der Wahrheit genügen?« – »Holla!« rief Krellhinz, »das wär, gelt? bei meinem Regiment das erstemal, gelt? daß mir einer hier ungefragt schwätzt'! gelt? Wer hat den Hundstagsnarr'n hier losgebunden? – (»Das lügst du frech«, sprach Bruder Jahn, verzog aber keine Lipp' dazu. –) Gelt? Wann die Reih zu reden, gelt? an dich kommen wird, sollst du Schelm brav schwitzen, gelt? – (»Erstunken!« sprach Bruder Jahn für sich. –) Meinst etwa, gelt? du seist bei euern müßigen Wahrheitsjägern und Büchsenmeistern? Wir hier han ganz andre Ding zu tun, gelt? gelt? Hie antwort man, gelt? Holla! gelt? und kategorisch, gelt? Auf das, was man auch nicht weiß, gelt? Bekennt, was man nie getan hat, gelt? Beschwört zu wissen, was man nie vernahm, gelt? Macht die Wütenden mutterzahm, gelt? Rupft die Gans und sie darf nicht schrein. Gelt?«

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