Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > François Rabelais >

Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 158
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
Schließen

Navigation:

Siebenundvierzigstes Kapitel

Wie an magern Speck-Festtagen die Bauchdiener ihrem Gott opfern

Dies Opfrerpack mit seinen unzähligen Opfern verdroß Pantagruel; er wäre davongelaufen, wenn ihn nicht Epistemon ersucht hätte, das End der Posse mit anzusehen. – »Und was«, frug er, »opfern wohl die Lümmels ihrem Bauchlauchtigen Gott an magern Speck-Festtagen?« – »Ich will's Euch sagen«, antwortete der Steuermann. »Zur Vorkost bringen sie ihm: Kaviar, Anschovis, Thunfisch, frische Butter, Erbsbrei, Spinat, weiße Vollheringe, Bückling, Sardellen.

Da muß er wohl trinken, sonst holt ihn der Teufel. Dafür wissen sie guten Rat; das geht nie aus. Dann bringen sie ihm Forellen, Barben, Rochen, Karpfen, Stör, Tinten-, Schwert-, Sägefisch, Makrelen, Brataustern, Kamm-Muscheln, Langusten.

Wenn er auf solches Futter nicht trinken würde, so stände ihm der Tod zwei Finger breit am Kragen. Es war aber auch bestens schon dafür gesorgt. Dann brachten sie ihm: gesalznen Stockfisch, Laberdan, Kabeljau, Eier, weich, gerührt, gedämpft, verloren, durch die Asche gezogen, durch den Ofen gejagt, zu deren leichterer Verdauung und Verarbeitung der Rebensaft von frischem floß. Zu guter Letzt noch opferten sie: Reis, Hirse, Grütze, Graupenschleim, Prünellen, Butterschnee, Mandelbutter, Rosinen, Datteln, Nüsse, Haselnüsse und Artischocken.

Dazwischen unablässige Durchschwemmung der Kehle.«

Glaubt nur, an ihnen lag es nicht, wenn dieser ihr Gott Gaster nicht mit Opfern würdiger, herrlicher und überschwenglicher bedacht wird als Bal, der Götze in Babylon unter dem König Belsazar.

Nichtsdestoweniger gestand Herr Gaster, daß er noch lang kein Gott war, sondern ein armes, elend erbärmliches Geschöpf. Und, wie Antigonus, der erste König dieses Namens, schickte auch Gaster die Mucker und Buckler zu seinem Nachtstuhl, daß sie da lugen, forschen, grübeln und spintisieren möchten, was für eine Art von Gottheit in seinem Scheißdreck war.

 << Kapitel 157  Kapitel 159 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.