Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > François Rabelais >

Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 140
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
Schließen

Navigation:

Neunundzwanzigstes Kapitel

Wie Bruder Jahn sich mit den Köchen gegen die Würste zum Krieg verband

Als Bruder Jahn die wütigen Würste so herzhaft anmarschieren sah, sprach er zu Pantagruel: »Das wird einen guten Krieg geben, ich spür's schon. O des stolzen Ruhms, o des unsterblichen Ehrennamens, den dieser Sieg uns einbringen wird! Ich wollt', Ihr säht diesem Treffen aus Euerm Schiff ruhig zu und ließet mich mit meinen Leuten die Sache ausmachen.« – »Was für Leute?« frug Pantagruel. – »Klosterwissenschaft!« antwortete Bruder Jahn; »warum ward Potiphar, der Oberküchenmeister des Pharao, derselbe, der den Joseph kaufte, dem der Joseph, wenn er nur gewollt hätte, die schönsten Hörner hätt' andrehn können, warum ward er wohl Oberfeldmarschall der ganzen ägyptischen Reiterei? Warum ward Nabusardan, König Nebukadnezars Küchenvogt, vor allen Generalen auserwählt, die Stadt Jerusalem zu belagern und zu zerstören?« – »Ich merk' schon«, sprach Pantagruel. – »Beim heiligen Leichnam«, rief Bruder Jahn, »ich wollt' wohl schwören: Weil sie zuvor recht viel Würst erlegt hatten und weil Leute, die man nicht höher einzuschätzen pflegt als Würste, von niemand besser bekämpft, gedämpft und kleingemetzelt werden als von Köchen, besser als durch alle Kriegsknecht, Söldner und Reisigen der ganzen Welt.«

»Ich merk', was Ihr meint«, sprach Pantagruel. »Weil wir mit Würsten uns zu schlagen haben, schließt Ihr, daß dies ein Küchenkrieg sei, und wollt Euch mit den Köchen verbinden. Tut, wie Ihr denkt. Ich werd' hier warten und der Kampagne Ende mit ansehn.«

Jetzt sprang Bruder Jahn spornstreichs in die Küchenzelte und sprach munter und liebreich zu den Köchen: »Kinder! Heut helf' ich euch allen zu Ruhm und Sieg, heut sollen Taten durch euch geschehn, wie unsre Zeit noch nicht erlebt hat. Potz Bauch auf Bauch! Sind tapfre Köche nicht mehr geachtet? Auf! Haut mir diese Hurenwürst in Stücke. Ich will euer Hauptmann sein. Getrunken, Freunde! Sassa, Courage!« – »Recht so! Herr Hauptmann!« riefen die Köche; »wir sind zu Euerm Dienst. Unter Euerm Kommando wolln wir leben und sterben.« – »Leben«, sprach Jahn, »genügt; nicht sterben; das ist Wurstsache. Wohlan, macht euch fertig, marsch! Nabusardan soll eure Losung sein.«

 << Kapitel 139  Kapitel 141 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.