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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 139
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Achtundzwanzigstes Kapitel

Wie wir Menschen die Menschen nicht verachten sollen

Jetzt lacht ihr wohl über mich, ihr Zecher, und glaubt nicht, was ich euch erzähle. Dagegen kann ich nichts machen. Glaubt es, wenn ihr wollt; wenn nicht, so geht hin und schaut selber zu. Doch weiß ich wohl, was ich gesehn hab': 's war auf dem Grimm-Eiland, ich sag's euch ja. Denkt an die Schlange, die Eva versucht hat, die war auch wurstähnlich; gleichwohl steht von ihr geschrieben, daß sie vor allen Tieren des Feldes schlau und verschmitzt gewesen sei. So auch die Würste! Noch heut wird auf mancher hohen Schule gelehrt, daß dieser Versucher die sogenannte Mannswurst gewesen sei, in die der liebe Meister Priapus vor Zeiten verwandelt worden sei.

Die heutzutag so kriegerischen und kühnen Schweizerdegen, wer weiß, ob sie vor Zeiten nicht Schwartenmägen gewesen sind? Ich schwör' keinen Eid drauf. Wenn solche Gründe eurer Gestrengen Zweifelmut noch nicht zerstreuen, so begebt euch stracks (nämlich nach geleerter Kanne) nach Lusignan, Partenay, Vovant, Mervant und Ponzauges in Poitou: da werdet ihr alte, glaubhafte Zeugen von echtem Schrot und Korn finden, die euch's beim Arm Sankt Rigomés zuschwören werden, daß Melusine, ihre Stifterin, einen Weiberleib bis an das Täschlein gehabt, und von da niederwärts eine Schlangenwurst gewesen sei, oder auch Wurstschlange. Dennoch führte sie einen stolzen stattlichen Schritt, den ihr auch die Bretanischen Tänzer in ihren Schnalzhopsern bis diesen Tag sehr wohl nachahmen. Also lasset nur euere schlechten Späße beiseit' und glaubt: es geht nix übers Evangelium.

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