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Gargantua und Pantagruel

François Rabelais: Gargantua und Pantagruel - Kapitel 132
Quellenangabe
typefiction
authorFrançois Rabelais
titleGargantua und Pantagruel
publisherWilhelm Goldmann Verlag
editorUlrich Rauscher
year1960
translatorGottlob Regis
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060905
projectid0bbb3292
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Einundzwanzigstes Kapitel

Wie Pantagruel nach dem Sturm an den Makräoneninseln landete

So landeten wir unverweilt im Hafen einer Insel, die man die Makräoneninsel hieß. Die guten Leute am Ort empfingen uns ehrenvoll. Ein ältlicher Makrobier (so hießen sie ihren obersten Schultheiß) wollt' den Pantagruel aufs Stadthaus führen, sich zu erquicken und auszuruhn und etwas Stärkung zu sich zu nehmen; aber er wollte nicht vom Molo weg, bis all seine Leut am Ufer wären. Nachdem er sie gemustert, hieß er einen jeden frische Kleider antun und alle Schiffsvorräte am Land ausladen, daß die ganze Mannschaft sich gütlich tun könne. Das geschah sofort, und Gott allein weiß, wie da getrunken und geschmaust wurde. Alles Volk vom Platz bracht' Zehrung in Menge herbei; noch mehr dagegen empfing es von den Pantagruelern, wennschon ihr Proviant etwas vom Sturm versehrt war. Zum Beschluß der Mahlzeit bat Pantagruel sie samt und sonders, mit allem Eifer auf Ausbesserung der lecken Schiffe bedacht zu sein; das taten sie auch gern und willig, und das Geschäft ward ihnen leicht, denn alle Leute der Insel waren Zimmerer und Handwerksleut.

Auf unser Bitten wies uns der alte Makrobier, was auf der Insel sehenswert und bedeutsam war, und führte uns im weiten, schattigen Wald zu manchen alten verfallenen Tempeln, Obelisken, Pyramiden, Denkmälern und antiken Gräbern. Währenddem sprach Panurg zum Bruder Jahn: »Hier ist das Eiland der Makräonen. Makräon heißt auf griechisch ein betagter Mann, der viele Jahre auf dem Buckel hat.« – »Und was soll ich mir daraus machen?« frug Bruder Jahn, »soll mich das grämen? Ich war mit keinem Fuß im Land, als man's so taufte.« – »Die Sach ist diese«, sprach Panurg, »ich glaub', die alten Kuppelmakrelen führen ihren Namen daher. Der alten Makrelen Sach ist das Kuppeln, der jungen das Wackeln. Also sollt' man schier daraus schließen, daß diese Insel das Prototyp und Mutterland der Makreleninsel zu Paris sei. Komm, laß uns Grundeln fischen gehn.«

Der alte Makrobier befrug Pantagruelen auf ionisch, wie und durch welche Künste und Mühen ihm heut, bei diesem schauderhaften Aufruhr der Luft, es geglückt war, in ihrem Hafen zu landen. Pantagruel antwortete ihm, daß der barmherzige Gott die Einfalt und lautern Herzen seiner Leute angesehen hätte, die nicht nach Vorteil noch Handelprofit gingen, weil nur ein Grund sie zur See trieb, nämlich: ihr brünstiges Verlangen, das Orakel der Göttin Bakbuk mit Augen zu sehen, einzuholen, kennenzulernen und zu besuchen und das Flaschenwort zu vernehmen über etliche Zweifel, die einer aus ihrer Gesellschaft erhoben hätte. Wär aber doch nicht ohn schwere Drangsal und augenscheinliche Gefahr des Schiffbruchs abgegangen. Zu gleicher Zeit frug er ihn, was ihm der Grund dieses grimmigen Wetters zu sein bedünke, und ob die See um dies Eiland her für gewöhnlich von Stürmen bedroht sei.

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