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Führer durch die moderne Literatur

Hanns Heinz Ewers: Führer durch die moderne Literatur - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorDr. Walter Bläsing
titleFührer durch die moderne Literatur
publisherGlobus Verlag
addressBerlin
yearo.J.
correctorhille@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
created20100716
modified20150527
projectidd0de1f8e
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Vorwort

Man stößt häufig selbst in gebildeteren Kreisen auf die Auffassung, daß wir in literarischer Beziehung in einer Periode des Verfalls leben. Demgegenüber kann man nicht scharf genug betonen, daß im allgemeinen die schriftstellerische Produktion der Gegenwart nicht nur nicht ein Verfall, sondern gerade umgekehrt eine Renaissance, eine Wiedergeburt, bedeutet. Jene Auffassung so mancher Laien beruht zum großen Teile darauf, daß er sich bei der enormen Überproduktion unserer Zeit auf literarischem Gebiete hilflos einer großen Masse von Werken gegenüber sieht, ohne die Muße oder die Kenntnisse zu haben, eine Auswahl treffen zu können. Verdanken doch die Bücher, die in ein breiteres Publikum einzudringen vermögen, dies in den meisten Fällen nicht ihrem Inhalte, mag derselbe nun gut oder schlecht sein, sondern lediglich der Geschicklichkeit ihres Verlegers. So kommt es, daß eine Menge wertvoller Werke völlig unbeachtet in den Buchläden vermodern, während umgekehrt recht minderwertige Erzeugnisse in vielen Tausenden von Exemplaren gelesen werden. Zwar existiert eine ganze Reihe von Literaturgeschichten, die bis in die allerneueste Zeit gehen, aber es sind das dickleibige Werke, die zwar populär-wissenschaftlich sein sollen, aber schon allein ihrer außerordentlich hohen Preise wegen für breitere Klassen nicht in Betracht kommen. Im Gegensatz dazu soll das vorliegende Buch ein Ratgeber und Führer durch die moderne Literatur sein. Es stellt sich zur Aufgabe, das wirklich Gute, das, was auch in eine weitere Zukunft wegen seines künstlerischen Charakters und interessanten Inhalts fortzudauern bestimmt ist, in prägnanter Kürze vorzuführen.

Jedermann vermag an der Hand dieses Führers sich leicht darüber zu orientieren, welches Buch und welcher Schriftsteller seinem persönlichen Geschmacke zusagt. Er braucht nicht mehr wie früher Dutzende von Büchern durchzulesen und unbefriedigt aus der Hand zu legen, um endlich, vielleicht durch einen Zufall, auf den seiner Eigenart zusagenden Schriftsteller zu stoßen. – Nachdem er die Einleitung unseres Führers gelesen hat, wird er mit Leichtigkeit sich zurechtfinden können und seine Wahl treffen, die ihn dann gewiß befriedigen wird. Soll auf diese Weise der vorliegende Ratgeber unserem vielbeschäftigten Geschlechte eine Zeitersparnis bedeuten, so soll er auf der anderen Seite auch kunsterzieherisch wirken. Denn es läßt sich nicht leugnen, daß der Geschmack eines großen Teiles des Publikums in der Tat durch schlechte Marktware irregeleitet ist. Aus diesem Grunde erwähnt dieser Führer absolut schlechte Bücher überhaupt nicht, selbst wenn sie in noch so hoher Auflage den Büchermarkt überschwemmten. – Die in diesem Buche erwähnten Schriftsteller sind in der Tat, wenn auch nicht alle erstklassig, so doch in ihrer Gesamtheit die geistige Elite der Kultur unserer Zeit in literarischer Beziehung.

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