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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 98
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Beichtlied.

Mag über uns dein Eifer flammen,
Weil wir vor dir nicht recht gethan,
Mag uns das eigne Herz verdammen,
Wir wagen's dennoch, dir zu nahn;
Wir treten vor dein Angesicht:
Verwirf, o Herr, verwirf uns nicht.

Du siehst, wie uns die Sünden brennen,
Wir wissen keinen andern Rath,
Als dir von Herzen zu bekennen
All' unsre Schmach und Missethat,
Und was vergessen unser Mund,
Das lies in unsrer Seelen Grund.

Wir können nicht vor dir bestehen,
Ach, geh' mit uns nicht ins Gericht!
Wir beugen unser Knie und flehen:
Verwirf uns nicht, verwirf uns nicht!
Nimm uns um Christi Willen an,
Der auch für uns genug gethan.

Wir zitterten vor deinem Throne
Und suchten bebend zu entfliehn,
Wenn du im eingebornen Sohne
Nicht den Versöhner uns verliehn,
Das Lamm, das sich in Tod und Grab
Für unsre Schuld und Sünde gab.

Herr, wolle länger nicht verhüllen
Dein Antlitz, hör' auf unser Schrein;
Um Christi, deines Sohnes, willen
Laß leuchten deiner Gnade Schein!
Es floß ja auch für uns zu gut
Vom Kreuz sein heilig Opferblut.

Vergib, vergib uns unsre Fehle,
Ob uns das eigne Herz verdammt,
Und gieß' in unsre bange Seele
Den Frieden, der vom Himmel stammt,
Und send' uns deinen heil'gen Geist,
Der uns der Sünde Macht entreißt.

*

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