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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 97
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Vater, wie du wohnst in mir.

Vater, wie du wohnst in mir,
Wohn' ich liebend in den Meinen,
Daß sie Alle, Eins in mir,
Sich in deiner Liebe einen;
Laß sie nicht verloren gehn,
Stärke sie zu Kampf und Streite,
Lehre sie mein Wort verstehn,
Daß vollkommen ihre Freude.

Ach, die Welt erkennt dich nicht,
Weiß nicht, daß du mich gesendet;
Aber sie erkennen dich,
Die sich von der Welt gewendet.
Der du liebend in mir wohnst,
Heil'ge sie in deiner Wahrheit,
Daß sie schaun dich, wo du thronst,
In des Lichtes ew'ger Klarheit.

Vater, lasse, wo ich bin,
Wohnen, die du mir gegeben,
Daß sie meine Herrlichkeit
Schaun und selig mit mir leben;
Denn sie glauben, daß von dir
Ich, dein Sohn, bin ausgegangen,
Daß sie von der Erde hier
Nur durch mich zu dir gelangen.

Ach, mein Herr, wie dank' ich dir
Für dein lieberfülltes Flehen,
Denn der Vater neigt sich dir,
Lasset, was du willst, geschehen;
Und von Leid dahingerafft,
Gibt dein Wort mir Trost in Fülle,
Macht mit seiner Gotteskraft
Mir die arme Seele stille.

Bei dir sind, die du mir nahmst,
Denn sie waren dein im Leben,
Und so sind sie nun mit dir
In des Vaters Hand gegeben.
Und auch ich, auch ich bin dein,
Will dir, Herr, in Treue dienen,
Und wo du bist, werd' ich sein
Eins in Gott mit dir und ihnen.

*

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