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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 90
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Also hat Gott die Welt geliebt.

Gott hat von seinem Gnadenthron
Nicht zum Gericht gesandt den Sohn,
Er gab ihn in die Welt hinein,
Damit wir sollen selig sein.

Wer an ihn glaubt, erleidet nicht
Des heil'gen Gottes Zorngericht;
Doch wer nicht glaubt an Gottes Sohn,
Ist durch das Wort gerichtet schon.

Und darin stehet das Gericht,
Daß zu uns kommen ist das Licht;
Doch wendet sich von ihm die Welt,
Weil es ihr böses Thun erhellt.

Es haßt des Lichtes heil'ge Glut
Wer Böses sinnt und Arges thut,
Und sucht der Strafe zu entfliehn,
Sein Werk dem Lichte zu entziehn.

Doch wer die Wahrheit liebt und ehrt,
Freut sich, daß ihm daß Licht beschert;
Er kommt heran und macht ihm Bahn,
Weil all sein Werk in Gott gethan.

Wir bitten, geh' vorüber nicht
An uns, du liebes Himmelslicht,
Wirf deinen gnadenvollen Schein
In unser dunkles Herz hinein.

Durchleucht' uns hell mit deinem Glanz
Und mach' uns dir zu eigen ganz,
Damit wir nicht verloren gehn
Und einst den Himmel offen sehn.

Denn nur von deinem Licht erfüllt,
Du, deines Vaters Ebenbild,
Sind wir den Kindern Gottes gleich
Und kommen in das Himmelreich.

*

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