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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 88
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Der Baum am Bache.

Wohl dem, der seinem Gott vertraut
Und fest auf Jesum Christum schaut
In Freud' und Drangsals Hitze,
Nicht wandelt in Gottloser Rath
Und nicht betritt der Sünder Pfad
Und flieht der Spötter Sitze.

Sein liebster Schatz, sein höchster Hort,
Ist Gottes Gnad' in Christi Wort,
Die kann ihm nichts entreißen;
Er redet von ihr Tag und Nacht
Und kann der Liebe Wundermacht
Doch nie genugsam preisen.

Er gleicht dem Baum am Bach gepflanzt,
Gewurzelt tief und wohl umschanzt,
Scheut er nicht Sturm und Wetter;
Er sproßt und blühet und gedeiht,
Trägt reiche Frucht zu seiner Zeit
Und ewig grüne Blätter.

Und wuchs empor sein letzter Zweig,
Heißt Gott den Baum in seinem Reich
Am Strom des Lebens stehen.
Doch Sünder ohne Buß' und Reu'
Wird Gottes Odem einst wie Spreu
Von ihrer Stätte wehen.

*

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