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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 86
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Dennoch nicht!

Ob all mein Glück zusammenbricht
Und dennoch nicht und dennoch nicht
Will ich vom Glauben lassen;
Auf Gottes Gnade will ich baun,
Auf meinen Herrn und Meister schaun
Und in Geduld mich fassen.

Gibt's wol auf Erden einen Schmerz,
Der nicht in meines Heilands Herz
Sich hätte Bahn gebrochen!
Arm und verfolgt, verkauft, verschmäht,
Ward er zuletzt, ans Kreuz erhöht,
Von Henkershand durchstochen.

Und Alles trug er ohne Schuld
Und Alles nur aus Lieb' und Huld,
Um aus der Sünde Ketten,
Aus Lug und Trug und Heuchelschein,
Aus ew'gem Tod und ew'ger Pein
Mich liebend zu erretten.

Er litt für mich und starb für mich,
Traf mich ein Schmerz, so traf er mich
Als Strafe meiner Sünde.
Es will durch Kreuz und Angst und Pein
Mit heil'ger Liebe nahe sein
Der Vater seinem Kinde.

Mein Gott, mein Gott, du liebst mich sehr,
Sonst hättest du mich nicht so schwer
In deine Zucht genommen;
Du hättest auf der Pilgerfahrt
Gewiß mir jedes Leid erspart,
Wär's nicht zu meinem Frommen.

O du, mein Heiland, Jesu Christ,
Der du mein Kreuzvorträger bist,
O reich' mir deine Hände!
Dir nach, dir nach geht meine Bahn,
Und höher, höher, himmelan,
Bis an mein selig Ende.

*

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