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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 81
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Gott mit uns.

Gott ist mit uns und unserm Werke,
Und unsre Leucht' ist sein Gebot;
Er ist uns Zuversicht und Stärke
Und hilft uns aus in aller Noth;
Er baut uns eine feste Burg,
Da dringt der böse Feind nicht durch.

Und ob die Welt auch unterginge
Und Flammen wogten hier und dort,
Ob Berg um Berg das Meer verschlinge,
Weil sie gewankt von ihrem Ort:
Fein lustig bleibt die Gottesstadt,
Darin Gott seine Wohnung hat.

Sie muß wol unverstöret bleiben,
Denn sie beschützt der Herr der Welt,
Und nichts kann uns aus ihr vertreiben,
Da uns der Arm des Höchsten hält;
Das Brünnlein rauscht, die Palme weht,
Wo unser Haus auf Felsen steht.

Kommt her und schaut des Herren Werke,
Wohl dem, der sich auf ihn verließ!
Den Krieg verwandelt seine Stärke
In Frieden, er zerschlägt den Spieß,
Zerbricht das Schwert und brennt zusammen
Die Wagenburg mit seinen Flammen.

Und seine heil'gen Augen brennen;
Es zagt der Feinde stolzer Sinn.
»Und wollt ihr jetzt noch nicht erkennen,
Daß ich der Herr der Herren bin?«
Und von den Lippen schwand der Spott
Und zitternd glauben sie an Gott.

Ach! wir auch waren einst verloren
Und wußten nichts von unserm Herrn;
Da hat uns Christus neu geboren,
Wir folgten ihm als unserm Stern
Und auf nahm uns die Gottesstadt,
Die Gott durch ihn gegründet hat.

*

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