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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 79
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Das himmlische Jerusalem.

Jerusalem, du heil'ge Stadt,
Hoch über Sternen aufgebaut,
Die Gott sich zubereitet hat
Als eine wohlgeschmückte Braut:
Nach dir steht mein Verlangen,
Das Herz ist mir entbrannt,
Möcht' hin zu dir gelangen,
Du Seelenheimatland!

O Stadt, in der der Liebe Thron
Auf diamantnen Pfeilern steht,
Wo mit dem Vater thront der Sohn
In heilig sel'ger Majestät:
Du stehst in hellem Prangen,
Bedarfst der Sonne nicht,
Denn dir ist aufgegangen
In Gott ein ew'ges Licht.

Ein Strom lebend'gen Wassers fließt
Durch deiner Straßen goldnen Raum,
Und an des Stromes Ufer sprießt
Das heil'ge Kreuz als Lebensbaum;
Es nahn im frohen Zuge
Die Völker, einzugehn,
Doch nur, die in dem Buche
Des Lamms geschrieben stehn.

Dir bringen Könige und Herrn
Demüthig ihre Kronen dar;
Es drängt zu dir von nah und fern
Sich der bekehrten Heiden Schar,
Von Himmelsglanz umflossen
Gehn die Erlösten ein,
Und was du hältst umschlossen,
Muß ewig selig sein.

Ja selig, selig jedes Herz,
Dem deine Thore offen sind!
Es flieht der Tod, es weicht der Schmerz
Und nur die Freudenthräne rinnt.
Gott zeigt sich ohne Wolke,
Verstummt sind Hohn und Spott,
Gott wohnt in seinem Volke,
Das Volk in seinem Gott.

*

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