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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 77
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Deine Liebe ist erkaltet.

Deine Liebe ist erkaltet,
Ohne daß du's selber weißt,
Hat das Herz dir umgestaltet
Ein dem meinen fremder Geist;
Heimlich hat er dich umsponnen,
Dir den klaren Sinn berückt,
Dich getränkt aus trübem Bronnen
Und mein Bild dir fern gerückt.

Ferne mir auf fremden Wegen
Zogst du fort auf dunkler Bahn,
Eiltest mir nicht mehr entgegen,
Wollt' ich liebend mich dir nahn;
Aber heimlich dir im Innern
Glüht ein heil'ger Funke noch,
Und mit schmerzlichem Erinnern
Denkst du an mein sanftes Joch.

Ach mühselig und beladen,
Schleichst du traurig durch die Welt
Doch ich habe deinen Pfaden,
Dir getreu, mich beigesellt,
Meiner Liebe Auge waltet
Ueber dir noch allerwärts,
Und mein Herz ist nicht erkaltet,
Denn es ist ein Heilandsherz.

O so komm! Gib Raum dem Sehnen,
Das in meinen Arm dich zieht;
Zeigen mir doch deine Thränen,
Daß der Funke wieder glüht.
Komm, ich kenne kein Verdammen,
Liebend will ich dich umfahn,
Und zu neuen, heil'gen Flammen
Schürt mein Geist den Funken an.

Herr, mein Herr, den ich verlassen,
Sohn aus meines Gottes Schoos,
Wer kann deine Gnade fassen?
Deine Gnad' ist grenzenlos!
O, so laß mich glühn und flammen,
Bis mein eitles Ich vergeht
Und mein Herz aus heil'gen Flammen
Treu in Liebe aufersteht.

*

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