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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 49
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Umsonst.

Aus Gnaden hast du mir gegeben,
O Herr, dein theuerwerthes Wort,
Das mir verklärt das arme Leben
Und mich beseligt fort und fort.

Es strömt mir ein lebend'ger Bronnen,
Der mir das Bild des Himmels zeigt;
Erquickung hab' ich stets gewonnen,
Wenn ich mich durstig ihm geneigt.

Und was du gnädig mir beschieden,
Ich theil' es aus mein höchstes Gut,
Und lab' die Durstigen und die Müden
Mit deines Wortes heil'ger Flut;

Und folg' auch denen, die mich hassen,
Mit meiner Gabe heimlich nach,
Ob keiner schmachtend und verlassen
Nach ihr in Wüsten fragen mag.

Und winkt er, steh' ich ihm nicht ferne
Und neig' mich still zu ihm herab
Und spend' ihm meine Labe gerne
Umsonst, wie deine Hand sie gab.

*

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