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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 42
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Trost.

Am Himmel wandern ewig klar die Sterne
Und strömen durch die Nacht ihr heitres Licht,
Und weinend seufz' ich auf nach jener Ferne;
Doch meine Klage trübt die Sterne nicht.

Und jubelnd kommt der holde Lenz gezogen,
Und schmückt die Erde mit dem Feierkleid,
Und wiegt sich lächelnd auf den Blumenwogen;
Was weiß der Lenz von meinem tiefen Leid?

Und lustige Gesellen ziehn vorüber,
Und durch die Lüfte tönet Sang und Klang;
Sie grüßen flüchtig wol nach mir herüber,
Doch keiner fragt: »Was seufzest du so bang?«

So stünd' ich einsam mitten in der Freude,
Wärst du nicht bei mir, ew'ger Gnadenhort,
Gingst du, mein Vater, mir nicht treu zur Seite
Und sprächest Trost mir zu mit deinem Wort.

*

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