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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 41
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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In Trübsal.

Gott, mein Gott, du bist die Liebe
Ruf' ich aus im tiefsten Schmerz;
Wenn der Glaube dir nicht bliebe,
Ach, was bliebe dir, mein Herz?

Reich war ich an Gottes Segen,
Seiner Gnadensonne Strahl
Weckte mir auf allen Wegen
Freudenblumen ohne Zahl.

Und des Herzens Wünsche schwiegen,
Und im frohen Jubelton
Ließ ich meine Lieder fliegen
Auf zu meines Gottes Thron.

Und es wogte durch die Seele
Mir ein Strom von Seligkeit,
Und ein Engel ohne Fehle
Gab mir liebend das Geleit.

Und mit jedem neuen Tage
Grüßte holder mich sein Blick,
Und mit jedem Herzensschlage
Mehrte sich mein Lebensglück.

Als am höchsten stieg die Wonne,
Ist das tiefste Leid erwacht,
Wie im Süden folgt der Sonne
Ohne Dämmrung tiefste Nacht.

Schwer hat mich die Hand getroffen,
Die verklärte mein Geschick,
Und im Schmerz erstarb mein Hoffen
Und dahin ist all mein Glück.

All mein Glück, doch nicht mein Frieden,
Einsam steh' ich und allein;
Doch ich weiß, was Gott beschieden,
Muß zu meinem Frommen sein.

*

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