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Fromme Lieder

Julius Sturm: Fromme Lieder - Kapitel 12
Quellenangabe
typepoem
authorJulius Sturm
titleFromme Lieder
publisherF. A. Brockhaus
printrunSechste Auflage
year1867
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150618
projectid7a04ff4d
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Wie sollt' ich dich nicht lieben.

Wie sollt' ich dich nicht lieben,
Mein Heiland Jesu Christ,
Der du, von Lieb' getrieben,
Für mich gestorben bist?

Du hast für mich vergossen
Dein Blut im Todesschmerz,
Davon ist mir geflossen
Ein Tropfen tief ins Herz.

Da ist ein schmerzlich Sehnen
In meiner Brust erwacht,
Es netzten heiße Thränen
Den Pfühl in banger Nacht.

Da zog mit tausend Armen
Die Liebe mich zu dir,
Du aber voll Erbarmen
Kamst schon entgegen mir.

Du sahst, wie im Gemüthe
Der Reue tiefster Schmerz
Mir heiß verzehrend glühte,
Und nahmst mich an dein Herz;

Und sahst mich an voll Gnaden
Mit himmlischer Geduld,
Da fühlt' ich mich entladen
Von aller meiner Schuld.

So hast du mich erkoren,
Dein Eigenthum zu sein,
Und neu aus Geist geboren
Bin ich auf ewig dein.

Gestillt ist nun mein Sehnen,
Treu folg' ich deiner Bahn,
Und aus dem Thal der Thränen
Führst du mich himmelan.

*

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