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Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru

Arthur Schurig: Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru - Kapitel 47
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleFrancisco Pizarro, der Eroberer von Peru
publisherCarl Reissner
year1922
firstpub1922
printrun1. - 3. Tausend
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20051219
projectid14b39939
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XLV

Gonzalo Pizarros großartiger Gedanke, ein einziges peruanisches Reich von Panamá und Nombre de Dios bis zum Arauca zu bilden und auszubauen, hat sich bis auf den heutigen Tag nicht erfüllt; aber Carbajals Traum, ein vom Mutterlande Kastilien unabhängiges neues Vaterland Perú zu gründen, hat sich vor nun hundert Jahren verwirklicht.

Das spanische Kolonialreich, geboren am 11. Oktober 1492, am Tage, da Christoph Kolumbus den Boden Amerikas betrat, umfaßte nach und nach die Antillen, Florida, Yukatan, Mexiko, Honduras, Panamá, Nikaragua, Guatemala, Venezuela, Kolombia, Perú, Chile usw. Seine höchste Macht erreichte es bereits um 1550. Der Aufstieg des britischen Imperiums warf dann die spanische Welt zu Boden. Auf Lepanto (1571) folgte allzurasch der Untergang der Armada (1588), und seit 1704 hockt der englische Geier auf dem Felsen von Gibraltar. Das Mißgeschick des Mutterlandes hemmte auch die Entwicklung des spanischen Amerikas.

Mit der Schlacht bei Ayacucho am 9. Dezember 1824 endete die spanische Herrschaft in Perú. Damals haßte man jeden nicht an der Cordillera geborenen Spanier. Allmählich aber ist auch hierin ein merkwürdiger Wandel eingetreten. Heute zählt man achtzehn freie spanisch-amerikanische Republiken, dazu zwei »Irredenti«. Der Gebietsgröße nach sind dies: Argentinien, Bolivien, Mexiko, Perú, Kolumbien, Venezuela, Chile, Äquatorien, Paraguay, Uruguay, Kuba, Nikaragua, Honduras, Guatemala, Panamá, Costa Rica, Dominikanien, San Salvador. Die Philippinen und Puerto Rico sind der Raubgier der Vereinigten Staaten zum Opfer gefallen. Jene achtzehn Staaten umfassen 13¾ Millionen Quadratkilometer Land mit 77¾ Millionen Menschen. Angesichts der üblen, mehr und mehr zu Tage tretenden Folgen des Pan-Amerikanismus, für den der geschäftstüchtige Yankee seit dreißig Jahren mit allen Mitteln Propaganda macht, hat sich neuerdings das spanische Blut in den geistigen Führern und langsam auch im Volke in Erinnerung gebracht. Dem angelsächsischen Amerika beginnt sich ein spanisches Amerika zielbewußt entgegenzustellen. Dieser hispano-amerikanischen Idee ist es zu danken, daß das weltverhaßte deutsche Volk sowohl an den Pyrenäen wie an der Cordillera echte Freunde hat. Und so mag dieses Buch, das die Eroberung von Perú von neuem erzählt, in den Hinweis ausklingen, daß Perú, das Vier-Sonnenland, auch noch heute ein wunderbar reiches und schönes Gebiet für Eroberer ist, nicht für solche, die mit Schwert und Hakenbüchse kommen, wohl aber für jeden, der gute deutsche Kultur und Kraft in sich mitbringt.

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