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Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru

Arthur Schurig: Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru - Kapitel 46
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleFrancisco Pizarro, der Eroberer von Peru
publisherCarl Reissner
year1922
firstpub1922
printrun1. - 3. Tausend
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20051219
projectid14b39939
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XLIV

Das Schicksal fügte es, daß die Hauptverräter an Gonzalo Pizarro ihn nicht lange überlebten. Cepeda entging zwar der Hinrichtung, weil Gasca erklärte, durch seinen Abfall habe er der guten Sache einen großen Dienst geleistet. Gleichwohl ward er nach Spanien gesandt, wo man einen Prozeß wegen Hochverrats wider ihn eröffnete. Er verteidigte sich mit viel Geschick, aber noch vor der Urteilsverkündigung starb er im Gefängnisse.

Diego Centeno überlebte das Jahr 1549 nicht; Hinojosa ward im Jahre darauf in La Plata ermordet; und Pedro de Valdivia, der berühmte Eroberer von Chili, fiel kurze Zeit später am Arauca.

Acosta und drei, vier andre Ritter, die sich nicht vor ihrem Führer ergeben hatten, wurden am selben Tage mit ihm hingerichtet. Am Morgen darauf brach Gasca sein Lager ab und marschierte auf Kuzko, wo er mit dem nämlichen Jubel empfangen ward wie vor kaum einem halben Jahre sein Gegner. Seine erste Handlung war, daß er eine Anzahl Ritter, die nach der Schlacht in der Stadt Zuflucht gesucht hatten und auf Begnadigung rechneten, festnehmen ließ und vor ein Kriegsgericht stellte. Ein Dutzend von ihnen ward hingerichtet oder auf die Galeere geschickt. Die Güter aller Bestraften verfielen der Krone und wurden später zu Dotationen verwendet. Besondre Milde und Gnade kann man Gasca nicht nachrühmen.

Ein schweres Stück Arbeit bereitete ihm die Entlohnung aller derer, die ihm bei der Niederwerfung der Empörer mehr oder minder Dienste geleistet hatten. Man erhob maßlose Forderungen. Drei Monate saß der gewissenhafte Gasca an der Bearbeitung der zahlreichen Vorschläge und Gesuche, aber trotz aller angestrebten Gerechtigkeit erzeugten seine Entscheidungen große Unzufriedenheit und starke Verstimmung. Bemerkenswert ist es, daß er Repartimientos in der Regel nur auf die Lebenszeit der Empfänger verlieh. 250 Repartimientos wurden vergeben; sie schwankten in ihrem Jahresertrag zwischen 100 und 3500 Pesos ensayados. (Ein solcher Peso galt gleich 1,20 Dukaten.) Die dadurch verteilten Jahresrenten betrugen insgesamt 130000 Pesos. Die Enttäuschung vor allem im Heere war so groß, daß die drohende Rebellion nur dadurch im Keime unterdrückt wurde, daß man den Rädelsführer an den Galgen hing.

Noch vor der Verkündigung der Dotationen (die Urkunde ist vom 17. August 1548) verließ Pedro de Gasca die Stadt Kuzko und zog sich nach Lima zurück. Seine weitere Tätigkeit als Statthalter galt friedlichen Bestrebungen. Sowie er der Überzeugung war, das Reich Perú sei zu Frieden und Ordnung gebracht, schiffte er sich im Januar 1550 mit dem königlichen Schatze ein und erreichte Sevilla ohne Zwischenfälle. Der Kaiser, der in Flandern weilte, entbot ihn sofort zu sich, zeichnete ihn huldvoll aus und ernannte ihn zum Bischof von Palencia. Dies blieb er bis 1561. Er starb, 71 Jahre alt, zu Valladolid und ruht daselbst in der Kirche der Santa Maria Magda- lena unter einem noch heute erhaltenen Grabmal.

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