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Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru

Arthur Schurig: Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru - Kapitel 28
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleFrancisco Pizarro, der Eroberer von Peru
publisherCarl Reissner
year1922
firstpub1922
printrun1. - 3. Tausend
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20051219
projectid14b39939
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XXVII

Die Belagerung von Lima ward bald wieder aufgegeben, weil sie aussichtslos war. Man kann eine Stadt am Meere ohne Flotte nicht aushungern. Obendrein begünstigte die weite Ebene die Reiterei. Kurzum, nach mehreren tüchtigen Schlappen zogen sich die Peruaner in die Sierra zurück.

Francisco Pizarro versuchte nun die Verbindung mit seinem Bruder Hernando herzustellen. Viermal im Laufe der Monate April bis Juli 1536 sandte er starke Abteilungen unter seinen besten Offizieren aus. Die Indianer ließen sie in das Bergland, um sie dann zu überfallen. Die ersten beiden Expeditionen kamen bis auf den letzten Mann um. Aber auch die späteren mußten unter großen Verlusten umkehren. Während des Aufstandes sind im Ganzen 700 Spanier umgekommen; allein bei den Versuchen, Kuzko zu entsetzen, 470 Mann.

Der Statthalter war ratlos. Er sandte eine Karavelle nach Truxillo mit der Aufforderung, diese Ansiedlung aufzugeben und mit aller Habe nach Lima zu kommen. In Truxillo faßte man die Lage nicht so ernst auf; wahrscheinlich hatte auch hier die Belagerung nicht lange gewährt. Man kam nicht. In Lima war man sogar der Meinung, es sei das Beste, mit Mann und Maus nach Panamá zurückzukehren; Perú sei doch unrettbar verloren. Angesichts dieser so wenig zuversichtlichen und mutigen Haltung seiner Kolonisten und Soldaten (die tüchtigsten Teile seines Heeres waren in Kuzko und bei Almagro) wandte er sich brieflich an die Statthalter von Panamá, Nikaragua, Guatemala und Mexiko und bat dringend um Beistand. Sein Schreiben an Pedro de Alvarado vom 29. Juli 1536 ist erhalten.

Im August änderte sich unverhoffter Weise die ganze Lage. König Manko brach die Blockade ab, entließ den größeren Teil seines Heeres in die Heimat und beschränkte sich darauf, mit etwa 6000 Mann Kerntruppen eine feste Stellung südöstlich Kuzko einzunehmen. Den Stützpunkt der Stellung bildete eines der Kastelle an der Heeresstraße Kuzko-Arequiha. Es lag auf der Hochebene; nach Kuzko zu war die Burg uneinnehmbar, während das Gelände im Rücken, nach dem Yukay-Tal zu, weniger steil war und allmählich abfiel. Von da beobachtete man durch Patrouillen und Streifkorps die Hauptstadt und die ändern drei Zugangsstraßen.

Die Ursache dieser Maßnahmen lag in den Verpflegungsverhältnissen des Heeres und des Landes. Ehedem hatte man in den Kornhäusern des Reiches stattliche Vorräte. Durch den Bruderkrieg und durch das maßlose Wüsten der Spanier waren die Lebensmittel, auch die Herden, knapp geworden. Die Bestellung der Felder war unumgänglich.

Die Spanier in Kuzko atmeten auf. Hernando Pizarro entschloß sich sofort zu einem Gewaltstreich. Es galt, den Inka zu überraschen und wieder gefangen zu nehmen. Mit einem Trupp von etwa 80 Reitern und 120 Schützen brach Hernando eines Morgens in aller Frühe auf und rückte auf großem Umwege vom Yukay her gegen die Burg. Beim Morgengrauen brach man aus einer Schlucht hervor.

Pizarros Erwartung, die Besatzung läge noch im tiefsten Schlafe, erfüllte sich nicht. Ein Hagel von Geschossen aller Art empfing die Spanier. An eine Erstürmung des Kastells war nicht mehr zu denken. Noch einmal im Laufe des Tages versuchte man es. Sodann trat man den Rückzug ins Tal an. Gonzalo Pizarro mit den Reitern deckte ihn gegen die heftigen Verfolger. Nicht ohne Verluste gewannen die Spanier das jenseitige Ufer des Flusses. Erst nach Anbruch der Nacht erreichten sie das Tor der Stadt Kuzko.

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