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Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru

Arthur Schurig: Francisco Pizarro, der Eroberer von Peru - Kapitel 23
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Schurig
titleFrancisco Pizarro, der Eroberer von Peru
publisherCarl Reissner
year1922
firstpub1922
printrun1. - 3. Tausend
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20051219
projectid14b39939
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XXII

Zu Beginn des Jahres 1534 inszenierte Pizarro die Krönung des Prinzen Manko zum Inka. Die Feier fand auf dem Großen Platze zu Kuzko statt, in Gegenwart des gesamten spanischen Heeres, vieler peruanischer Edelleute und Würdenträger, der aufgestellten Königsmumien und einer zahlreichen Volksmenge. Pater Valverde, jetzt Bischof von Kuzko (in der Folge bestätigt vom Papst Paul III.) las die Messe. Pizarro band dem Fürsten eigenhändig die rote Troddel an die Kopfbinde. Darauf leisteten die höchsten eingeborenen Beamten in der landesüblichen Form den Treueid. Dann las der kaiserliche Notar eine Urkunde vor, in der die Oberhoheit der spanischen Krone anerkannt ward. Unter dem flatternden Banner Kastiliens erfolgte die allgemeine Huldigung. Der junge Inka trank dem Statthalter mit einem goldnen Pokale zu. Pizarro umarmte den neuen Scheinkönig, und Trompetenrufe verkündeten den Schluß des Schauspiels. Am 24. März desselben Jahres veröffentlichte Pizarro, abermals mit feierlichem Gepränge, die neue Verfassung der Stadt Kuzko. Es wurden zwei Alkaden (Richter) und acht Regidores (Räte) ernannt; unter letzteren Juan und Gonzalo Pizarro, die jüngeren Brüder des Eroberers. Gleichzeitig erfolgte die Verteilung von Häusern und Ländereien an die Spanier, die sich zu Ansiedlern der Stadt erklärten. Es wird berichtet, seit diesem Tage habe sich Pizarro nicht mehr »Generalkapitän« wie bisher, sondern »Statthalter« titulieren lassen. Gegen Ende seines Lebens ward er wohl zumeist »Marques« angeredet.

Der neubackene Bischof machte sich alsbald an die Bekehrung der Indianer zum Christentum. Wo es ihm nicht durch Versprechungen und Konzessionen gelang, erreichte er es durch Gewalt. Auch richtete er Schulen für die Kinder der Eingeborenen ein, in denen natürlich der Religionsunterricht die Hauptrolle spielte. Es sei hier vorauserzählt, daß die Indianer ein paar Jahre später dem Dominikaner bei passender Gelegenheit wohlverdientermaßen den Garaus gemacht haben.

Folgerichtig begann Pizarro nunmehr die spanische Herrschaft auf die einzelnen Gaue des Reiches auszudehnen. Zu diesem Zwecke sandte er Expeditionen aus. Zunächst galt es, Kiskiz, den letzten peruanischen General, zu beseitigen. Den Auftrag erfüllte Almagro an der Spitze einer Reiterschar, der sich Inka Manko anschloß. Kiskiz fiel auf der Flucht nach einem ihm unglücklichen Gefechte von der Hand eines Indianers.

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