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Franciscéische Curiosa

Franz Gräffer: Franciscéische Curiosa - Kapitel 5
Quellenangabe
typetractate
booktitleFranciscéische Curiosa
authorFranz Gräffer
firstpub1849
year1849
publisherIgnaz Klang
addressWien
titleFranciscéische Curiosa
created20051112
sendergerd.bouillon
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Ursprung und Sachverhalt des Volksliedes: »Gott erhalte Franz den Kaiser!«

Es ist zwar allerdings bekannt und fest angenommen, daß der Text dieser weltberühmten (selbst über das God save the king gestellten) feyerlich gemütherhebenden Volkshymne den vaterländischen lyrischen Dichter Haschka zum Verfasser habe. Daß jedoch der Autor der musicalischen Composition unser großer unsterblicher Jos. Haydn sey, ist seit mehreren Jahren gewisser Maßen in Frage gestellt worden; man nannte nähmlich N. Zingarelli als den Urheber, nachdem, beyläufig bemerkt, dieses Lied von vielen berühmten Componisten Variationen erlebt hatte. Obwohl es nun jenem Zweifel durchaus an Haltbarkeit gebrach, so entschloß sich Herr Ant. Schmid (Custos der k. k. Hofbibliothek) ein Mann, der unter den wenigen wahrhaft gelehrten Kennern der musicalischen Literatur würdig prangt, gleichwohl, den Gegenstand einer genauern Prüfung zu unterwerfen; sowohl im Interesse der Kunst, als aus patriotischem Antriebe, unserm ruhmgekrönten Tonfürsten das Verdienst auch dieser Leistung für immer sicher zu stellen. Die Ergebnisse seiner Forschungen legte Herr Schmid zuerst in der Wiener allgemeinen Musikzeitung nieder; bald darauf aber nahm er dieselben wieder vor, vervollständigte und erweiterte sie, und trat 1847 in einer eigenen Schrift damit auf, welche den Titel hat: »Joseph Haydn und Niccolò Zingarelli. Beweisführung, daß Joseph Haydn der Tonsetzer des allgemein beliebten österreichischen Volks- und Festgesanges sey. Nebst acht andern ausländischen Volks- und Festgesängen mit neun Musikbeylagen.«Diese 8 Gesänge sind: Der Judas Maccabäus-Chor von Händel; der harmonische Grobschmied, von demselben; God save the king; Rule Britannia; Vive Henry quatre; Marlborough-Lied; das sicilianische Schiffergebeth und der russische Nationalgesang von Lvoff. – Das Buch ist auf das Eleganteste ausgestattet, ein Verlagsartikel des k. k. Hofbuchhändlers Herrn Peter Rohrmann, welcher seinen vorherrschenden edlen Sinn für vaterländische Stoffe auch hier würdig bethätigt hat.. – Durch dieses hochschätzbare Werk, welches sich den frühern gediegenen Arbeiten des Verfassers ebenbürtig anschließt, erhält man auch authentisch die interessante Kunde von der eigentlichen Veranlassung zur Entstehung der betreffenden Hymne, welche in der Biographie des Kaisers Franz ein so merkwürdiges Moment bildet. Nachfolgend werde nur ein Auszug jener verdienstvollen Arbeit Herrn Schmids gebothen.

»Hat denn aber der herrliche Vater Haydn wirklich die kräftige, feyerliche Hymne zu Ehren seines geliebten Kaisers erfunden, oder wird sie ihm nur zugeschrieben, wie einem Händel das »God save the king?«– Nennen nicht die Italiener als den Tonsetzer dieser köstlichen Melodie ihren Nicolò Zingarelli, und brachten sie nicht zur Bestätigung ihres Ausspruches Belege bey? – Sonderbar, daß es diesem Liede eben so leicht ergehen könnte, wie den meisten und berühmtesten Volksweisen, daß der Name seines Tonsetzers mit einem andern schon jetzt verwechselt wird! – Ein solches Verfahren ist uns aber nichts weniger als gleichgültig: denn zu sehr lieben wir das alte »suum cuique,« und insbesondere suchen wir unserem guten, echt deutschen Joseph Haydn zu bewahren, was er so recht eigentlich für sein deutsches Volk gesungen hat.«

So beginnt Carl Ferdinand BeckerSiehe die Leipziger allgem. musikal. Zeitung vom Jahre 1842 Nr. 24. seinen dreizehnten Wink für allerlei Leser.

Schon der Artikel »Zingarelli« in Dr. Gustav Schilling 's Universal-Lexicon der Tonkunst läßt es noch unentschieden, ob die Musik zu unserer Volkshymne von Joseph Haydn sey, oder nicht. Die darauf bezügliche Stelle lautet so:

»Die Italiener schreiben Zingarelli die österreichische Volkhymne: »Gott erhalte den Kaiser« zu, welche ihm Wiener Blätter jedoch streitig machen, und Haydn's Recht auf dieses Tonstück vertreten. Es entspann sich darüber eine weitläufige Polemik (?) zwischen dem Mailänder »Cosmorama teatrale« und der Wiener Zeitschrift »der Wanderer;« und jenes ließ einmal folgendes Titelblatt abdrucken: »Gott erhalte Franz den Kaiser! Dio salvi l'Imperatore Francesco! Inno patriotico degli Austriaci, trasportato in lingua italiana da Giuseppe de Carpani, nobile Milanese, P. A. e posto in Musica dal Sigr. Nicolò Zingarelli. A Vienna, presso Artaria e Comp.« – und bemerkte dazu: »Nach diesem authentischen Actenstücke, welches wir zu unserer Rechtfertigung in den Händen haben, fügen wir nur noch hinzu, daß diese Hymne für Sopran, Alt, Tenor und Baß mir Begleitung von zwey Flöten, zwey Violinen, zwey Hörnern, Viola und Baß componirt wurde.« – Gerber gibt das Jahr 1798 als das Jahr der Entstehung der Hymne an. – Das Mailänder Cosmorama hätte besser gethan, wenn es wenigstens die Melodie jener Composition nach ihrem Titelblatte hätte abdrucken lassen, um zu beweisen, daß die Melodie von Zingarelli auch dieselbe sey, welche der Österreicher als seine liebste Nationalmelodie singt.«

So weit das Schilling'sche Lexicon. Da es sich nun hier um den Beweis handelt, welche und wessen Singweise seit ihrem Entstehen in der gesammten österreichischen Monarchie noch bis auf den heutigen Tag abgesungen wurde; ferner wann und wie diese Weise entstanden sey; so erlauben wir uns den vorangeschickten Artikel durch folgende Bemerkungen und Angaben zu berichtigen, und dadurch unumstößlich zu beweisen, daß der allbekannte und allgemein beliebte österreichische Volks- und Festgesang im Jahre 1797 nur für unseren Haydn in deutscher Sprache gedichtet, und einem hohen Auftrage zufolge, auch nur von diesem zuerst in Musik gesetzt worden, und derselbe Gesang sey, welcher noch heut zu Tage im österreichischen Kaiserstaate gesungen wird.

Die in den Nummern 24 und 31 des Mailänder »Cosmorama teatrale« (einer Beilage zum »Cosmorama pittorico«) vom Jahre 1837, und in der Nummer 182 der Wiener Zeitschrift: »Der Wanderer« von demselben Jahre verhandelte Angelegenheit war nichts weniger als eine weitläufige Polemik. Der Hergang der Sache war so: Die Nummer 24 des italienischen Blattes lieferte nähmlich eine lebensbeschreibende Skizze des kurz vorher verstorbenen Tonsetzers Nicolò Zingarelli, und führte unter den Werken dieses Künstlers auch den Tonsatz des österreichischen Volkliedes auf. Die Nummer 128 des »Wanderers« gibt eine deutsche Übersetzung dieses Artikels mit der beigefügten Anmerkung, daß das »Cosmorama« im Puncte des österreichischen Volksliedes im Irrthume sey. Darauf schrieb nun das italienische Blatt in der Nummer 33 eine kurze Entgegnung, in welcher der bereits oben angeführte vollständige Titel der Zingarelli'schen Composition, als vermeintlich authentischer Beweis, geliefert wurde.

Somit war die Sache abgethan; denn es hatte sich, nach geschehener Einsicht eines Abdruckes des bei Artaria und Comp. erschienenen Werkes hinlänglich herausgestellt, daß Zingarelli das österreichische Nationallied ebenfalls, jedoch nicht vor Haydn, und auch nicht im hohen Auftrage, sondern entweder aus eigenem Antriebe, oder um den Bitten einiger Landsleute zu genügen, bloß auf die von G. Carpani verfertigte italienische Übersetzung in Musik gesetzt hatte, und daß diese Musik eine von der Haydn'schen in Werth und Wesen himmelweit verschiedene sey. Artaria hatte ja schon ein Jahr früher die wahre und eigentliche, von Joseph Haydn auf hohen Befehl gesetzte Weise veröffentlicht.

Um aber diese Angaben gänzlich außer allen Zweifel zu setzen, theilen wir, nebst der lieblichen Haydn'schen Weise, auch die Zingarelli'sche, welche das »Cosmorama« seinem Aufsatze beizudrucken vergaß, an diesem Orte unter der Nummer I. c. unserer Musikbeylagen mit, und man wird schon beim ersten Blicke sich gestehen müssen, daß Zingarelli's Tonsatz eben nicht zu jenen Lorbeerblättern gehöre, aus welchen der Kranz seines Ruhmes geflochten wurde, da der Tonsetzer in derselben nicht nur den Sinn der Dichtung, sondern auch den Volkston gänzlich verfehlt hat.

Was aber die Veranlassung des herrlichen Haydn'schen Liedes betrifft, so können wir folgende glaubwürdige Umstände, welche mehrere der vorzüglichsten, in Wien theils schon verstorbenen, theils noch lebenden, jener Zeit gedenkenden Tonsetzer uns angedeutet haben, unsern Lesern vorführen.

Der Freiherr van Swieten nahm dieserwegen mit Sr. Excellenz dem damaligen k. k. niederösterr. Regierungspräsidenten, Herrn Franz Grafen von Saurau, dem hohen Gründer des erwähnten Aufgebothes, schleunige Rücksprache; und so trat denn ein Gesang ins Leben, welcher sowohl, als Haydn's größere Kunstschöpfungen, sich die Krone der Unsterblichkeit erworben hat.

Tatsächlich ist es, daß dieser hochsinnige Herr Graf den günstigen Zeitpunct zur Einführung eines Volksgesanges benützte, und so den schönen Gedanken in das Leben rief, welcher noch lange nach uns Kenner und Laien des In- und Auslandes entzücken wird.

Er ertheilte sogleich dem Dichter Lorenz Leopold Haschka den Auftrag, die Dichtung zu entwerfen, und ersuchte dann unsern Haydn, dieselbe in Musik zu setzeLorenz Leopold Haschka, geb. zu Wien den 1. Sept. 1749, starb daselbst am 3. August 1827, als, in den Ruhestand versetzter Professor der Aesthetik an der Theresianischen Ritter-Akademie, und als Custos der k. k. Universitäts-Bibliothek. In dem Göttinger Musen-Almanache der Jahre 1784 bis 1788 finden sich viele seiner Gedichte vor..

Im Jänner des Jahres 1797 war die Doppelaufgabe gelöst, und das erste öffentliche Absingen des Liedes für das Geburtsfest des Monarchen angeordnet.

Am 28. Jänner erhielt die Wort- und Tondichtung von des Herrn Grafen von Saurau eigener Hand das Imprimatur, und Haydn mußte sie so schnell wie möglich dem Drucke übergeben, damit noch vor dem Herannahen des allerhöchsten Geburtsfestes eine hinlängliche Anzahl von Abdrücken in alle Provinzen des Reiches versendet werden konnte.

Die ganze Angelegenheit wurde indeß so geheim gehalten, daß der Kaiser davon nicht das Mindeste erfuhr, und im Schauspielhause mit dem Gesange auf das Angenehmste überrascht wurde.

Haydn empfing für seine Bemühung nicht nur ein ansehnliches Geschenk, sondern auch das Bildniß des Kaisers zur Belohnung, wofür er in folgenden einfachen Zeilen dem Herrn Grafen von Saurau seinen Dank abstattete.

»Excellenz!

Eine solche Überraschung und so viele Gnade, besonders über das Bild meines guten Monarchen, habe ich in Betracht meines kleinen Talents noch nie erlebt. Ich danke Euer Excellenz vom Herzen, und bin erbietig, in allen Fällen Euer Excellenz zu dienen.

Bis 11 Uhr werde ich den Abdruck überbringen.

Euer Excellenz
unterhänigster gehorsamster Diener.
Joseph Haydn m. p.

Nebst dem obigen Zeitungsartikel und dem so eben angeführten eigenhändigen Schreiben des Tonsetzers bewahrt die k. k. Hofbibliothek in Wien durch die Munificenz Sr. Excellenz des jetzigen k. k. Oberstkämmerers, Herrn Moritz Grafen von Dietrichstein, dieses erhabenen Kenners und Beförderers alles Guten und Schönen, noch folgende Hauptbeweise für Haydn's Urheberschaft des österreichischen Volksliedes, und zwar sämmtlich in des Tonsetzers eigener Handschrift, als:

1) den ersten, nur an zwey Stellen von Nr. I. b. der Beylagen abweichenden Entwurf der Singweise. Auf einer der untersten Zeilen findet man jedoch die Verbesserung des Mittelsatzes flüchtig angedeutet. Der Musik sind alle vier Textstrophen unterlegt.

2) Dasselbe Volkslied für Gesang mit Clavierbegleitung und unterlegter erster Strophe.

3) Dasselbe, in reinerer Abschrift, mit dem bereits erwähnten, auf der Kehrseite befindlichen, vom Herrn Grafen von Saurau unterfertigten Imprimatur vom 28. Jänner 1797. Auf diesem Blatte ist Haydn's Nahme der Musik unterschrieben.

4) Dasselbe Lied, für das ganze Orchester in Partitur gesetzt, ebenfalls mit der Jahreszahl 1797 und des Tonsetzers Nahmen versehen; und

5) die vier bekannten, wunderherrlichen, für das Streichquartett gesetzten Veränderungen über dieses Volkslied, ebenfalls in Partitur.

Noch darf als Hauptbeweis für die Autorschaft des Haydn'schen Gesanges dasjenige nicht vergessen werden, was Iffland in seinem Theater-Almanache sorgfältig aufbewahrt, und Hr. Becker in seinen Aufsatz aufgenommen hat. Dieser berühmte Mime besuchte nähmlich, in Begleitung des Theaterdirectors Schmid, am 7. Sept. 1808 den, vom Alter schwer niedergebeugten Tonsetzer; und ausführlich gibt Iffland in dem genannten Almanache, Seite 181–207, eine Beschreibung dieses glücklichen Zusammenseyns.

Als Iffland und Schmid endlich Miene machten, den Besuch zu enden, rief Haydn: »Ich sollte Ihnen doch etwas vorspielen! Wollen Sie etwas von mir hören?« – War es zwar der lebhafteste Wunsch der Besuchenden, so wagten sie ihn doch nicht auszusprechen. Haydn sah sich nach dem Instrumente um, stand auf, und reichte dem Bedienten den Arm. »Ich kann freylich wenig mehr. Sie sollen eine Composition hören, die ich gesetzt habe, als eben die französische Armee auf Wien vordrang. Das Lied heißt: »Gott erhalte Franz den Kaiser!« Er spielte hierauf die Melodie ganz durch, und zwar mit unerklärbarem Ausdruck und inniger Haltung. Nach Endigung des Liedes blieb er noch einige Augenblicke vor dem Instrumente, legte beide Hände darauf, und sagte mit dem Tone eines ehrwürdigen Patriarchen: »Ich spiele dieses Lied an jedem Morgen, und oft habe ich Trost und Erhebung daraus genommen in den Tagen der Unruhe. – Ich kann auch nicht anders, ich muß es alle Tage einmahl spielen. – Mir ist herzlich wohl, wenn ich es spiele, und noch eine Weile nachher.« – Und dieses Lied, was dem großen Meister höher stand, als alle seine Werke (schließt Hr. Becker seinen kleinen, teilnehmenden Aufsatz), sollte nicht von ihm sein! – Er, der Gedankenreiche, sollte fremdes Gut sein Eigenthum nennen? –

Joseph Haydn bleibt daher für immer der Schöpfer des unsterblichen Liedes, das wir kennen, und ihm danke es nicht allein Österreich, sondern ganz Deutschland. Es ist ein eigentlicher, wahrhafter National- und Volksgesang, wie wir keinen zweyten unser Eigenthum nennen.« –

Der erste Wiener-Druck der Haydn'schen Melodie besteht aus zwey Blättern in kleinem Querqart. Auf der Titelseite liest man oben: »Gott erhalte den Kaiser!« Gegen die Mitte links; »Verfasset |von| Lorenz Leopold Haschka.« Rechts: »In Musik gesetzt |von| Joseph Haydn.« Unten in der Mitte: »Zum ersten Mahle |abgesungen| den 12. Februar 1797.«

Die k. k. Hofbibliothek besitzt den ursprünglichen Entwurf des Haydn'schen Nationalliedes, sammt allen andern angeführten Autographen, wie schon erwähnt wurde, durch die Großmuth Sr. Excellenz des hochgesinnten und allverehrten Herrn Moritz Grafen von Dietrichstein, ihres frühern Präfecten und nunmehrigen k. k. Oberstkämmerers, welcher dieselben von dem hohen Veranlasser des Volksliedes selbst empfangen hat, bereits seit achtzehn Jahren, und weiß dieselben eben so lang' als heilige Denkmähler des erhabenen Spenders, und als einen Ehrfurcht gebietenden und historisch-merkwürdigen Nachlaß des großen Tonsetzers hoch zu schätzen und frommen Sinnes zu bewahren.

Haschka's Text ist dieser:

Gott erhalte Franz den Kaiser,
Unsern guten Kaiser Franz,
Hoch als Herrscher, hoch als Weiser,
Steht er in des Ruhmes Glanz;
Liebe windet Lorbeerreiser
Ihm zum ewig grünen Kranz.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
Unsern guten Kaiser Franz!

Über blühende Gefilde
Reicht sein Scepter weit und breit;
Säulen seines Throns sind Milde,
Biedersinn und Redlichkeit,
Und von seinem Wappenschilde
Strahlet die Gerechtigkeit.
Gott erhalte unsern Kaiser,
Unsern guten Kaiser Franz!

Sich mit Tugenden zu schmücken,
Achtet er der Sorgen werth,
Nicht um Völker zu erdrücken
Flammt in seiner Hand das Schwert:
Sie zu segnen, zu beglücken,
Ist der Preis, den er begehrt,
Gott erhalte unsern Kaiser,
Unsern guten Kaiser Franz!

Er zerbrach der Knechtschaft Bande,
Hob zur Freiheit uns empor!
Früh' erleb' er deutscher Lande,
Deutscher Völker höchsten Flor,
Und vernehme noch am Rande
Später Gruft der Enkel Chor:
Gott erhalte Franz den Kaiser,
Unsern guten Kaiser Franz!

Das Lied des Freyherrn v. Zedlitz lautet:

»Segen Östreichs hohem Sohne,
Unserm Kaiser Ferdinand!
Gott von Deinem Wolkenthrone
Blick' erhörend auf dies Land!
Laß Ihn, auf des Lebens Höhen
Hingestellt von Deiner Hand,
Glücklich und beglückend stehen,
Schütze unsern Ferdinand!

Alle Deine Gaben spende
Gnädig Ihm und Seinem Haus';
Alle deine Engel sende,
Herr, auf Seinen Wegen aus!
Gib, daß Recht und Licht und Wahrheit,
Wie sie Ihm im Herzen glühen,
Lang' in reiner, ew'ger Klarheit
Noch zu unserm Heile blüh'n!

Palmen laß Sein Haupt umkränzen,
Scheuche Krieg und Zwietracht fort;
Laß' Ihn hoch und herrlich glänzen,
Als des Friedens Schirm und Hort!
Laß' Ihn, wenn Gewitter grauen,
Wie ein Sternbild hingestellt,
Tröstend Licht hernieder thauen,
In die sturmbewegte Welt!

Holde Ruh' und Eintracht walte,
Wo er sanft das Scepter schwingt;
Seines Volkes Liebe halte
Freudig Seinen Thron umringt;
Unaufhörlich festgeschlungen
Bleibe ewig dieses Band!
Rufet »Heil« mit tausend Zungen,
»Heil dem milden Ferdinand!«

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