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Franciscéische Curiosa

Franz Gräffer: Franciscéische Curiosa - Kapitel 13
Quellenangabe
typetractate
booktitleFranciscéische Curiosa
authorFranz Gräffer
firstpub1849
year1849
publisherIgnaz Klang
addressWien
titleFranciscéische Curiosa
created20051112
sendergerd.bouillon
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Ein Tyroler-Brief an Kaiser Franz

von Joseph Ig. Straub.

An seine Majestät den Kaiser Franz den 2t und höchst geliebte Landes Vater Von Tyrol.

An 12 April haben die treuen Tyroler, Bauern und Gemeinden früh um 6 Uhr hier in Hall die K. Bayerischen Truppen angegriffen wovon nur 600 waren. die Gemeinde Bauer hat durch den Anführer Romedi Haußnurg, der auch ein treuer Tyroler ist den Angrif gemacht, und mit Hülfe aller treuer Tyroler glücklich für Seine Majestät und für armes ausgebeutteltes elendes Vaterland den glücklichen Sieg errungen.

Am 13t april Kamen von Brixen abermahl una 3000 theils Bayerische theil französische Truppen in Willnau an selbe wollten Gewalt brauchen, aber Gott der allmächtige, und die liebe Muter Gottes hat alle treuen Tyroler unterstüzt, und wir haben die Feinde entwaffnet, ordentlich mit allen Kriegs Reglement an den treuen Österreichß Vorpostencomendant transportirt, mit göttlichen Danck sind am 14t april um 1 Uhr Nachmitag der KK Obristlieutenant von Taxis mit una 700Man in Inspruck eingerückt und nun hoffen wir, daß wir armen ausgebeuttelten Tyroler, von den Französischen und Bayerischen Anfällen befreyet sein dürften. Kleine versprengte Korps, könten wir schon noch zu sehen bekommen, aber Sie sollen nur komen, die Gotteslästerer Kayserschümpfer, Kirchenräüber, Beutelschneider, und Bauernschinder wir wollen Sie schon begrüssen, fangen, und an S- Maj Vorpostencomendanten liefern.

In Nahmen aller treuer Tyroler bitte ich S- Mäj Kniefällig unterthänigst, unterstützen S- Maj uns arme GebürgsBewohnerTyrols, und wir opfern für S- Mäj unsern lieben Kaiser Franz den rechtmäßigen und zweiten, Leib und Leben.

Die Vertheidigungs Anstallten, in unsern Land, hatte noch keiner erfunden, ich werde aber, wen es S- Mäj allergnädigst zu erlauben geruhen, höchst an dieselben fleißig, und getreu sorgen und bewircken, wen S- Mäj einen Tyroler Wihrt glauben beyzumessen geruhen allergnadigst belieben.

Wen Tyrol nach meinen comando eingerichtet werden dürfte, so mag Bonuparte mit seiner rauhen Rräuberbanda schon komen, dort will ich ihm seine Siege schon auf seinen falschen Buckel Klopfen lassen.

Ganz Tyrol danckt Gott, und der Mutter Gottes, und allen Waffenbrüdern, daß wir den glücklichen Sieg errungen, und wieder Gott sey tausendmahl danck gesagt, unter S. Mäj allergnädigste Regierung gekomen sind, lassen S. Maj uns arme Tyroler weiter leben, und wir wollen die Franzosen schon bekomen wen einige so frech sein sollen, noch einmahl einzurücken, aber ich glaube Sie lassen sichs vergehen, und hoffe Sie werden mit der grossen Armee, des grossen Helden Erzherzogs Karl genug nach Hauße zu lauffen haben.

Fortunatus Seitz, Joseph Seitz, und Joseph Baumgartner diese drey waren meine getreuen ordonanz comandanten und mein getreuester war mein adjudant Johann Jemer, welcher S- Maj selbsten diesen Brief zu überreichen, das große Glück hat. Ich empfehle mich mit allerunterthänigster, und Vollckomster Schätzung, unter den edlen Schutz S- Majestät

Hall am 15t april 809

treuer Tyroler Joseph Ignatz
Straub Winckelwihrt zur Krone
K. K. Scharfschützen Hauptman und
Landsturmcomendant der Stadt Hall

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