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Fragmente, Entwürfe und Miszellaneen

Georg Christoph Lichtenberg: Fragmente, Entwürfe und Miszellaneen - Kapitel 13
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typemisc
authorGeorg Christoph Lichtenberg
booktitleSchriften und Briefe ? Dritter Band
titleFragmente, Entwürfe und Miszellaneen
publisherZweitausendeins
editorWolfgang Promics
isbnISBN 3-86150-042-6
correctorjohannschneller
senderwww.gaga.net
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Zum Parakletor

1. Der Fliegenwedel oder Vorrede des Herausgebers

Bücher ohne Vorrede in die Welt zu schicken, oder laufen zu lassen ist, wie mein Herr mit Recht dafür hält, ein höchst unerlaubtes und grausames Verfahren der Schriftsteller gegen ihrer Hände Arbeit. Denn ist es nicht grausam etwas, das gewissermaßen die Natur den Büchern nicht bloß zur Zierde, sondern auch zum Mücken wehren beigelegt hat, grade herunterzuschneiden, und sie hernach so stumpf in die Messe und unter die Mücken hineinzujagen? Mit Vergnügen unterziehe ich mich daher der angenehmen Pflicht die Er mir auferlegt hat nachstehendes Werkgen mit einem so nötigen Meubel auszusteuern. Der aufmerksamste Leser so gut als leichtfertigste Durchblätterer, er komme um zu stechen oder nicht, werden alles unschuldig finden, im Büchelchen nichts von einer Klaue und hier nichts von einer Klappe.

Der Beifall den sein Timorus erhalten, hat ihn aufgemuntert seine Kräfte an einem stärkern Feind zu versuchen, er hat es mit Glück gegen hundert Lästerzungen eines müßigen Bürger-Clubs gewagt und nun wagt er es gegen die höhnenden, rastlosen, übermütigen Tausende eines Publikums, das sich vorgenommen zu haben scheint uns für alle unser verlornes Öl, Talg und Mühe am Ende um das bißgen Brod und Unsterblichkeit zu bringen, die uns sein Beifall oder nur seine Gnügsamkeit so leicht verschaffen könnte. Es sind Männer unter uns, deren warme lebendige Köpfe jetzo nicht geachtet werden, und ich will den meinigen setzen, hätten sie in Rom oder Griechenland gelebt, wir beteten jetzt ihre marmornen an, und mancher dankte hinter 50 Talern dem Cavaceppi noch oben drein wenn er ihm die Nase eines Mannes wiederherstellt, den er jetzt so fühllos daran herumführt, als wäre es eine Cavaceppische. Wo sind die Denkmäler, die man unsern Schriftstellern von Marmor – O du Barmherzigkeit! Marmor. Wir müssen die Handküssen die uns in Jungfernwachs bossiert oder in papier maché klemmt, wozu sie noch gar vielleicht unser bestes Opus einstampft, und setzt man uns ja ein Denkmal, so ist ein Grabstein gemeiniglich so niedrig, daß jeder Fleischer-Hund sich wenn er will eine Hand hoch höher machen kann. Aber Gellert hat ja eines in Leipzig und Münchhausen eines in Göttingen? Das wissen wir, ich kann nicht sagen, ob sie von Marmor oder wie hoch sie sind, aber das sind Sachen, eine mächtige Freigebigkeit in der Tat, Münchhausen und Gellerten Denkmäler aufzurichten. Das kommt alle 500 Jahre einmal, also bis Zeit und Barbarei mit dem Ein- und wieder Ausschaufeln dieser beiden fertig sind, grade etwa acht, damit können wir uns bei der Nachwelt groß machen, die Unkosten ließen sich mit Papierschnitzeln bestreiten, besser wir lassen es ganz und sagen, wir hätten ein Abscheu vor dem Bilderdienst gehabt.

Allein ich bin unvermerkt von der Sache abgekommen. Ich wollte eigentlich den Leser bitten, doch ja auf unser Wort zu glauben, daß wir es gut meinen, wer wird gleich so sauer sehen, wenn hier und da von einer Pille das Gold abgegangen ist, das ist nicht zu vermeiden, und wer das leugnet muß nie Pillen verguldet haben. Es hat daher meinen guten Herrn nicht wenig geschmerzt einen sonst rechtlichen Mann ich meine Meister Asmus in Wandsbek von seinem Timorus sagen zu hören, er sei voller Sarkasmen und Laune und an manchen Orten nicht besser als ein Pasquill.

Erstlich was die Sarkasmen betrifft, so leugnet er gar nicht daß er den Schlag nach der Größe des Vergehens das er bestrafen und der Dicke des Fells das er treffen wollte verstärkt, aber daß es allemal mit einer lindernden Miene geschehen, wird Asmus nicht leugnen können, und er hat nie mit seiner Rechten eine Wunde geschlagen, für die er nicht allemal in der Linken das Pflaster bereit hielt. Was Laune oder der Humour der Engländer eigentlich wolle, hat er ehmals zu wissen geglaubt, seitdem er aber einige sehr subtile Erklärungen dieses Worts gelesen, so hat er dieses Wort aufgegeben und will nicht entscheiden, wer am meisten Recht hat, Schiebeler der es durch Laune oder Wichmann der es durch Feuchtigkeit übersetzt. Er will indessen nicht leugnen daß Laune in seiner Schrift sei, da es diesem Wort gegangen zu sein scheint, wie mehrern und unter andern dem Wort Butterbrod, denn unter diesem Titul kann man einem in Nieder-Deutschland des Abends vorsetzen was man will, Kaltes oder Warmes, nur kein Butterbrod.

Was Asmus sonst gegen den Timorus sagt, sind nicht die besten Folgerungen aus einer falschen Voraussetzung, er nimmt nämlich an daß Timorus durchaus ironice abgefaßt wäre. Dagegen kann ich unmöglich etwas sagen, denn wer einmal die Worte eines Mannes für ironisch nimmt, der begreift die größte Versicherung, daß es nicht sei, schon mit darunter, und da tut man am besten, um den Ankläger, den man nicht überführen kann, wenigstens stutzig zu machen, daß man es eingesteht.

Ehe ich schließe, so kann ich nicht umhin noch dem treuherzigen Ungenannten den verbindlichsten Dank abzustatten, der den Timorus in der Frankfurter gelehrten Zeitung mit einigen Fäden des huldreichsten Geifers beschlabbert und sein frommes Pfui über ihn ausgespuckt hat. Du wirst aber verzeihen, ehrliche Seele, daß es jetzt wenigstens nicht mit den Lobes-Erhebungen geschieht, die du verdienst. Es ist minder Mangel an Würdigkeit von deiner und Fähigkeit an meiner Seite, als Mangel an Zeit. Empfange daher, statt alles Danks, das Urteil das ein Mann von weit größerm Verdienst als das meinige von dir gefällt hat, ein Mann der selbst an der Zeitung schreibt an welcher du skribbelst, und der sich über deine Anzeige so ausgedruckt hat

Der Rezensent der Bekehrung durch Mettwürste pp.

Mit diesem wichtigen Zeugnis für deine Verdienste, von der Unparteilichkeit selbst gesiegelt, ziehe du nunmehro die Straße des Friedens hinab, armer Teufel, und sei versichert, wo du dieses vorzeigst, da wird die gewissenhafte Kritik ihr Hohl-Glas und die mutwillige Satyre ihre Peitsche weglegen. Lebe wohl, und du lieber Leser bleibe uns gewogen.

2. [ Vorrede]

Ich halte dafür, daß, wer sein Buch ohne Vorrede in die Welt schickt, allemal eine schwere Verantwortung auf sich ladet und ein grausames, ja recht steinernes Herz verrät. Denn wenn auch gleich nicht alle unsre Bücher Werke unsres Kopfes sind, sollen wir sie deswegen verstümmeln? Die Hände sind ja so gut Glieder unsres edeln Leibes als der Kopf. Und kann das arme Buch etwas dazu, wenn es unrechtmäßigerweise mit den ersteren erzeugt worden? Wenn es einmal mit den Händen in die Welt gesetzt ist, wer gibt uns denn das Recht, ihm in dem elenden Zustand, in welchen es durch unsre unerlaubte Schreiblust gekommen, auch noch das bißchen Vorrede wegzuschneiden, das ihm längst geadelter Gebrauch nicht allein zur Zierde, sondern auch zum Mückenwehren beigelegt hat? Was? Wenn ihr ihm etwas nehmen wollt, so nehmt ihm die Dedikation. Ohne Bettelbrief findet sich allenfalls wohl noch ein armes Bastardbüchelchen durch die Welt, allein ohne etwas Putz bei soviel Gecken und ohne Fliegenwedel bei soviel Geschmeiß sicherlich in Ewigkeit nicht.

3. Vorrede

Der ungemeine Beifall, den mein Timorus, zumal draußen in Deutsch-Böotien, erhalten, und der Dienst, den ich dadurch ein paar verfolgten Christen geleistet habe, hat mich erweckt, das mir verliehene Talent ferner nicht zu vergraben, sondern es zum Trost und Unterstützung notleidender Personen anzuwenden. In dem nachstehenden Werkchen, das ich der Trostes-Milch wegen, worin das ganze gleichsam zu schwimmen scheint, Parakletor genannt habe, habe ich mich eines Volkes angenommen, das, seitdem Rom jenes Jerusalem des guten Geschmackes zerstört, nun durch die Welt zerstreut ohne Herrn herumwandelt, zwar immer beschäftigt seinen Nächsten zu ergötzen, allein von seinem Nächsten geneckt, ausgelacht und angespien, allzu lange auf einen Tröster gehofft hat, der ihm – ja ich darf es sagen – der ihm jetzt in diesem Buch erscheint. Was ich für ein Volk meine fragst du, lieber Leser? Die Juden meine ich nicht, also wen kann ich anders meinen als die Schriftsteller? Ihre Leiden darf ich hier nicht erzählen, die Gassenjungen wissen es bereits, daß Deutschland die Hölle der Schriftsteller ist. Die Jugend über Heften zugebracht, das männliche Alter verspottet auf einer Dachstube, und dann endlich die Zeit der Verwesung gelb und unter einem Grabstein, den die Fleischerhunde nicht ohne Satyre ansehen können.

Allein dieses ist bei weitem nicht alles was du in dem Büchelchen finden wirst. Ich habe überall Gedanken-Körner ausgestreut, die wenn sie auf einen guten Boden fallen zu Dissertationes aufkeimen und Systemata tragen können. Ich habe meine an einigen kleinen Höfen von Deutschland erworbene Einsichten in die Staatswirtschaft und selbst einige Arcana überall zu Tage gelegt, und meine Bemerkungen über das Postwesen in Deutschland sind neu und treffend, haben würklich schon den Beifall einiger Freunde erhalten. Ja ich scheue mich nicht zu sagen, daß man eine ganze Theorie der schönen Künste für das laufende Jahr 1776, wie auch astronomische Betrachtungen finden wird, die vermutlich Aufsehen machen werden.

Über meinen Stil werden sich wenige zu beklagen haben, ich schreibe einfältig von einfältigen Dingen, aber wo ich schwülstige Gegenstände vor mir habe, da kann ich auch ausgerechnete und potentatische Wörter des Genies gebrauchen und meine eigentliche Sonntagsprose kann ich nie ohne Wonnegefühl und bebende Lippen lesen. Was den Ausdruck überhaupt anbetrifft, so ist er durchaus pur und gut deutsch und ich habe nie die güldne Regel jenes großen Römers aus den Augen gelassen: Vermeide ein insolentes und inaudites Wort, wie eine Skopul.

4. Unmaßgeblicher Vorschlag, wie dem immer mehr einreißenden guten Geschmack in Deutschland mit Nachdruck zu steuern sei von Conrad Photorin

Nichts unter der Sonne ist neu – Ja selbst diese Bemerkung ist schon über ein paar tausend Jahr alt. Am allerwenigsten gebe ich meinen Vorschlag dafür aus. Es mögte Leute geben, die von der Schädlichkeit des guten Geschmacks noch nicht überzeugt sind, denn heutzutage ist fast nichts so giftig was nicht einige Leute für heilsam, nichts so bitter was nicht eine Zunge für süß und kein Satz so sperrigt, ungereimt, holpericht, hart und unverdaulich, der nicht hier oder dort irgend einem Manne wie Butter hinunterginge – Nun kommen Beweise von der Schädlichkeit von Philosophie und Geschmack. Hier können bittere Wahrheiten gesagt werden, ob es überhaupt süße Wahrheiten gebe? Alsdann kommen die Mittel darwider. Hier kenne ich kein sichereres in der Natur, keines das kräftiger würkt und wodurch man seinen Endzweck sicherer erreicht als das güldne Läppische. Kann man einer Nation hierzu Lust machen, so muß der gute Geschmack endlich fort und wenn er zehen Köpfe hätte. Nun wird erstlich das Läppische in Abstracto betrachtet, dann auf mehrere Sachen angewandt. Poesie hauptsächlich, Historie, Mathematik, empirische Geometrie, Philosophie hauptsächlich, unsere Romane, deutsche Charaktere, Journale, das Viel-Lesen ohne zu verdauen, Regeln, schöne Künste, Malerei, Kupferstiche pp. alles so wie es jetzt ist.

Wie groß ist es nicht durch Dinge glänzen zu wollen zu denen man von Natur nicht aufgelegt ist. Wer rechnet einem Mädchen seine schöne Farbe für ein Verdienst an?

Wir sollen deutsche Charaktere liefern. Wem sagt ihr das? den Schriftstellern? Ja geht hin und sagt es den Leuten, die die Kinder zeugen.

Herrschender Gedanke. Es steht dem Menschen eben so wenig zu Gesicht sich wie [ein] Engel als wie ein Affe zu stellen, daß wir uns des erstern nicht so sehr schämen als des letzteren, das ist der verzwickte Adel der uns im Kopf steckt.

Ich setze meinen Kopf gegen eine Warze, der gute Geschmack muß fort.

Der Inhalt der Vorrede

Eine Entschuldigung solcher Schriften, und eine Verteidigung des Witzes, worin z.E. Kästner und Heyne mit eignen aber starken Zügen gelobt werden, und den ernsthaften Verächtern solcher Kleinigkeiten so begegnet wird, daß sie sich schämen ihre Meinungen ferner zu sagen.

Kommt mit mir, Freunde, die ihr noch wahre Weisheit kennt, in deren Geist nach vollendetem Streit der Gedanken-Elemente Licht und Philosophie, eine Welt empor gestiegen ist, folgt mir, verlaßt diese Stadt, wo die Vernunft ganz frei oder doch an einer langen Kette herum geht, wo man mehr denkt als schreibt.

Kommt mit mir, verlaßt dieses unrettbare Volk. Freunde der wahren Weisheit, verlaßt das Land in welchem dürres Räsonnement, der zaudernde Zweifel, hypochondrische Gewissenhaftigkeit, die Schatten der abgeschiedenen Weisheit uns überall erschrecken, wo vom Buchstabier-Stall des Dorfs bis zum Hör- und Plauder-Saal der Akademie

Einige boshafte Mäuler haben gesagt, ich wollte mit meiner Verteidigung dem seligen Gesner dem ich gar nicht gleichkäme nachahmen, und sie meinen damit seine Abhandlung de antiqua asinorum honestate. pp. (Comment: Gott: T. II. p. 32.)

Motto vor die Verteidigung. Τερπουσιν λιπαραι Φοβον ονοσφαγιαιKallimachus. Delectant pinguia Phoebum asinicidia.

Was vorzüglich bei dem Vorschlag anzubringen ist

Vor allen Dingen eine Feder die gut schreibt.

Einige der gesammelten Kernwörter.

Der point d'honneur bei den Mannspersonen.

Das Land, wo man den Shakespeare eher nennen lernt als den Pontius Pilatus, England nämlich.

Kunkels Geschichte wo möglich, wenigstens einiges davon.

Es gibt 100 Witzige gegen einen der Verstand hat pp.

vielleicht das Hob-Rad und Hemm- und Stütz-Rad. Jocoser: p. 131.

Die Rede des Sprützenmeisters eben daselbst.

Von dem Nutzen der Regeln könnte die aus einer Feuer-Ordnung ibid. p. 122 dienen.

ibid. p. 119 Hätte die Natur pp.

Da gut schreiben so schwer und schlecht schreiben so leicht ist.

So vortrefflich sich die gesunde Vernunft überall anstellt, so links und ungebärdig stellt sich hingegen die ungesunde.

Ein Cicisbeo der Justiz der ihr zuweilen aufwartete ehe sie die Binde noch angelegt hatte ibid. p. 90.

Das Saugen der Bären aus der Tatze auf das Bücher schreiben.

Mathematische Methode ist die Methode der Natur auf Mathematik angewendet. Kein Mensch sagt die Maurer beim Turmbau zu Babel hätten zum Exempel nach der Ordnung der Pandekten gearbeitet.

Etwas von der Geschichte der Barbarei.

Das moralische Universale steckt so gut in unsern täglichen Pfennigs-Begebenheiten als in dem Leben [des] Nadir Schah.

Wenn er seine Schnupftabaks-Dose nicht vergessen hat.

Ich billige Liscows Vorschlag gar nicht wenn er rät, man soll die Vernunft an allen Vieren kneblen, das geht nicht.

Die Instruktion des Kunkel für seinen Sohn p. 79.

Die Nonsense Verses auf den englischen Schulen.

Der verheiratete 4füßige Mensch.

Eine kakochymische Miene.

Predigt über Silberschlags Worte, p. 63.

In dem: und er nahm eine Prise so gut als in dem Qu'il mourut oder Soyons amis, Cinna.

Ich halte die Schlangen-Linie zum Muster für ein Buch weit dienlich[er] als den Zirkel.

vielleicht was S. 56, 57 steht.

von der weitspürigten Philosophie.

Der Stolz guckt zum Loch A heraus.

Das ist so gewiß als (a-x) (a x) = a 2 – x 2.

Manche ziehen die Linie aus, wo eine punktierte hinlänglich gewesen wäre.

Aus dem Êåñáò Áìáëèåéáò können viele Dinge genützt werden, und in den kleinen Zettuln.

Alexandriner müssen eingemischt werden.

Ich wünschte mir nicht einmal daß ich so unumschränkt in Deutschland herrschen könnte als auf meinem Schreibtisch, ich würde nur Dintenfässer umstoßen.

Empedokles, Doktor Faust und Roger Baco sind ihrer Geschicklichkeit wegen für Hexenmeister gehalten worden.

von den Drüsen eines Fressers p. 26.

Man soll deutsche Charaktere liefern, wir sind bald Engländer bald Franzosen: wir haben keinen allgemeinen Fluch und keinen allgemeinen Galgen.

Die Schriftsteller sollen deutsche Charaktere [liefern], sagt erst den Leuten die Kinder zeugen und erziehen daß sie uns welche liefern.

Anfang von Kapiteln anführen, wie bulla Unigenitus.

vom Nutzen eines unsymmetrischen Körpers p. 22.

Der Stil spielt ins Lohensteinische. (Damals hätte man ihm gleich den Gnadenstoß geben sollen)

Die Betrachtung p. 14.

Der Pöbel ruiniert sich durch das Fleisch, dem wider den Geist, und der Gelehrte pp.

Das ist ein rechtes Jammer-Buch für den guten Mann gewesen.

von Muttermälern am Verstand. Wir raten diese Stelle allen Schwangern zu überschlagen. (Doctor Hill's remedy.)

Simpel schreiben. Simplizität. Spann ich zu stark – – laß ich nach –

vom Geschmack in Kupferstichen.

Eine Historie wo die Schlachten, der Damen wegen, ausgelassen sind.

Cartouche der Große
Wie manchen Tag hab ich, wie manche schöne Stunden
Erfindungen geweiht und habe nichts erfunden.
Eine Art von Kavalier-Perspektiv.
Als wenn man etwas mit der Linken tue.

Wenn einem der Verstand stille steht, steht deswegen die Feder auch still?»

Um schlecht zu schreiben, sagt das lose aber gewaschene Maul Liscow, darf ein Gelehrter nur grad den Kopf zwischen die Beine nehmen und sich seiner eignen Schwere überlassen.

Seine gelehrte Notdurft auf Papier verrichten.

Wenn die Leute nicht mehr in die Kirche wollen, so [muß] man ihnen den Klingelbeutel in die Häuser bringen.

Er las viel gute Bücher, aber er behielt nur dasjenige daraus [...] Es schleicht sich eine Tugend nach der andern weg.

Wir lachen über die Eteosticha und Chronosticha, über die geschnittenen Taxusbäume aber was sind die Personen anders?

Mehr Worte als Begriffe bekommen.

5. Briefe von Mägden über Literatur

Erster Brief

Des Klasers Dorte hat mich gesagt, daß Sie sie auch halten wollte, die gelehrte Zeitung, und da schicke ich ihr ein Blatt, sie darf sich nicht eckeln lassen, es ist ein Ölflecken, der mich unten dran gekommen, aber man kanns doch noch lesen. Absonderlich aber wird sie der Brihf vom Schulmeister in Wehnde gefallen, teils weil mich der Plan hinten am Ende wohlgefällt, sondern hauptsächlich weil der Wilhelm auch Per Scepter nicht gut ist. Es ist auch wahr, unsre Litteratur sieht doch auch nun recht melancolisch aus und Wilhelm hat sich eine in Brihfen verschrieben von Berlin. Das wird sie all auch lernen, wenn sie des Abends in unsre theutsche Gesellschaft, aber es sind auch Mädchen drin, hineinkommen wird. Poch sie nur an der Speißkammer, oder ruf sie zum Goßstein herein, so will ich ihr aufmachen. Er will den Abend zum erstenmal den Klopstockischen Othen mitbringen, und uns daraus vorachiren. Gestern lasen wir in Vatter Mekum Lustigen Leuten; aber dann kann ich ihr versichern, daß mir der hohe Geschmack und der tiefe Geschwulst weit mehr besser gefällt, denn ich habe neulich in einer erhabenen trockenen Filosophie gelesen, daß es 001 witsige giebt um einen der tiefen Schwulst besitzt. Wie ich denn zeitlebens bin

Eure
besonders hochgeehrteste
Dienerin

Die Grethel tut auch, als wenn sie Litteratur hätte, aber die roten Doffeln, die sie auf dem Wall anhatte, sind ein Bresent, ich weiß es wohl, ich wollte so was nicht haben.

Zweiter Brief

Unsre Leßgesellschaft ist nun zum Ausbruch gekommen, und soll ich sie dieses Buch zustellen, und sie soll es dem Wilhelm geben oder des Bernhards Lui auf den Posten bringen, er schildert heute unter dem Stockhausfenster um 01 bis 21. Es wird ihr gewiß gefallen, aber es ist viel Hoheit darin von den Ursprung und von den Sprachen. Der Audor soll von einem Mann, der mit in die Socinität in Berlin gehört, ein Stück Geld wie der Vollmond groß bekommen haben. Das wäre was vor uns, du liebste Zeit, aber das Buch ist doch auch gut. Mir hat die Fabel von dem Schaf recht kritisch geschienen, und der ganze Plan ist ideenhaftig. Seh sie einmal das Babier am Einband an, es hat leibhaftig die Kulehr von dem Leibchen, das mir die lahme Rickel gemacht hat. Die Mamsell will mir auch noch zur Jacke geben. Das Zeichen ist ein Schnippelchen von unsrer Mamsell ihren Brautschuhen. Das war ihr heut wieder einmal ein Specktagel am Fleisch.

Ich habe nun noch eine Theolochie für das Jahr 1773 und eine Theorie, die aber nicht mehr zu gebrauchen, denn sie ist vom vorigen Jahr, und Wilhelm hat mir die deutsche Pisselle Dorleang gebracht, das ist affrehs, ich habe es aber auch doppelt und doppelt verschlossen, ich möchte das nicht agiren, in Barihs sollen sie es oft spielen.

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