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Fragmente 1875-1879, Band 2

Friedrich Wilhelm Nietzsche: Fragmente 1875-1879, Band 2 - Kapitel 3
Quellenangabe
titleFragmente 1875-1879, Band 2
senderjuergen@redestb.es
typefragment
created19990615
authorFriedrich Wilhelm Nietzsche
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[Bis Anfang März 1875]

[Dokument: Heft]

Notizen zu "WIR PHILOLOGEN"

2 [1]

Die Muschel ist inwendig krumm, aussen rauh; wenn sie beim Blasen brummt, dann erst bekommt man die rechte Achtung vor ihr. (ind. Sprüche ed. Böthlingk. I 335.)

Ein häßlich anzusehendes Blasinstrument: es muß erst geblasen werden.

2 [2]

Themata.

Theorie des Lächerlichen. Mit Sammlungen.

Theorie des Schauerlichen. Mit Sammlungen.

Beschreibung meiner musikalischen Erfahrungen in Betreff Wagner's.

Die Frage in der Musik.

Es soll ein grosses Buch für die täglichen Einfälle und Erfahrungen, Pläne usw. angelegt werden: wo auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse kurz eingetragen werden. Alle litterarischen Pläne bei Seite zu stellen. Mihiscribere.

2 [3]

Wir Philologen.

Ungefährer Plan.

1. Genesis des jetzigen Philologen.

2. Der jetzige Philologe und die Griechen.

3 . Wirkungen auf Nichtphilologen.

4. Andeutungen über die Griechen.

5. Die zukünftige Erziehung des Philologen.

6. Griechen und Römer – und Christenthum. Wolf's Loslösung.

Besser:

a. Die Bevorzugung der Griechen.

b. Genesis der jetzigen Philologen.

c. Ihre Wirkung auf Nichtphilologen.

d. Ihre Stellung zu den wirklichen Griechen.

e. Zukünftiges.

2 [4]

Vielleicht gegen die Feinde des Alterthums mit Cicero in Pison. c. 30 „Quid tè, asine, litteras doceam? Non opus est verbis, sed fustibus."

2 [5]

Es bleibt ein grosser Zweifel übrig, ob man aus den Sprachen auf Nationalität und auf Verwandtschaft mit anderen Nationen schliessen kann; eine siegreiche Sprache ist nichts als ein häufiges (nicht einmal regelmässiges) Zeichen einer gelungenen Überwältigung. Wo hätte es je autochthone Völker gegeben! Es ist ein ganz unklarer Begriff, von Griechen zu reden, die noch nicht in Griechenland lebten. Das Eigenthümliche-Griechische ist viel weniger das Resultat der Anlage als der adaptirten Institutionen und auch mit der angenommenen Sprache.

2 [6]

Ich will für meine Schüler kurze Katechismen machen, z.B. – über Schreiben und Lesen.

– über griechische Litteratur.

– Haupteigenschaften der Griechen. Griechen und Römer. Was man von den Griechen lernen kann.

2 [7]

a. Bevorzugung des Alterthums, ihre Gründe und deren Widerlegung.

b. Bisherige Genesis der Philologen, auch ihre Praxis.

2 [8]

Klinger sagt "die Kultur ist eine Frucht freierer furchtloserer Gefühle'".

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