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Flugzeuggedanken

Joachim Ringelnatz: Flugzeuggedanken - Kapitel 101
Quellenangabe
typepoem
booktitleFlugzeuggedanken
authorJoachim Ringelnatz
firstpub1929
year1929
publisherErnst Rowohlt Verlag
addressBerlin
titleFlugzeuggedanken
created20050217
sendergerd.bouillon
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Joachim Ringelnatz

Nach der Trennung. Lichterfelde

            War so oft schon dieses Scheiden.
»Lebewohl!« (Auf nur vier Wochen)
Schon gemeinsam schwer gesprochen, –
Schwerer jedem dann von beiden.

Jedes lächelte und lachte
Über das, was Üblich sprach.
Jedes wußte das und dachte
Hinterher ganz anders, lange nach.

Dies Berlin ist grausig tief und flach
Und so breit. Es gibt dafür kein Dach.
Schaurig schon, daß Menschen dort verschwinden.
Aber stelle arme Fraun dir vor, die dort
Schamvoll irrend einen öffentlichen Abort
Suchen und nicht finden.

Lichterfelde. Blieb mein D-Zug stehn.
Und ich sah im Schnellzug vis-à-vis
Ein so blasses schönes Eisenbahnergesicht,
Wie ich fremdfern nie
Ein Gesicht so innig hab gesehn.

Du, du meine Frau, wirst mich verstehn.

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