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Flucht aus Buddhas Gesetz

Ravi Ravendro: Flucht aus Buddhas Gesetz - Kapitel 43
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typefiction
authorRavi Ravendro
titleFlucht aus Buddhas Gesetz
publisherWegweiser-Verlag G.m.b.H. Berlin
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41

Nie hatte Warwick Warbury es für möglich gehalten, daß er mitten im Frieden in einen Luftkampf verwickelt werden könnte, und doch ereignete sich jetzt das Unmögliche!

»Staffel von fünf Maschinen im Südosten«, meldete Evelyn. »In großer Entfernung.«

Sie hatten Raheng längst passiert, und in der Ferne kam der Salvenfluß in Sicht.

Amarin hatte die Worte verstanden und legte ängstlich die Hand auf Warwicks Schulter, als ob sie bei ihm Schutz suchen wollte.

»In fünf bis sechs Minuten sind wir in Sicherheit«, tröstete Evelyn.

Warwick beobachtete den Höhenmesser – zweitausendfünfhundert ...

Plötzlich fiel die Maschine durch – ein empfindlicher Höhenverlust. Der »Meteor« war von einer abwärtsgerichteten Luftströmung gepackt worden. Warwick riß den Knüppel zurück, und nach kurzer Zeit hatte er wieder die alte Höhe erreicht.

»Sie haben stark aufgeholt«, sagte Evelyn.

Warwick sah sich schnell um. Die Verfolger waren in bedrohlicher Nähe. Natürlich waren es Marineflugzeuge, er erkannte den Typ genau. Wie konnten die Siamesen nur so leichtsinnig sein? Wenn eine der Maschinen auf festem Land niedergehen mußte, war sie unweigerlich verloren. Kein anderer als Prinz Surja konnte das gewagt haben.

»Sie rufen uns an«, sagte Evelyn schnell, die die kleine Radiostation bediente. »Soll ich antworten?«

»Nein«, entgegnete Warwick bestimmt.

»Befehl zum Landen – sie drohen zu feuern!«

»Nicht antworten!«

»Sie schießen schon!«

Warwick wandte sich um. Deutlich sah er die Leuchtgarbe, aber die Schüsse lagen viel zu tief. Welcher blutige Anfänger mochte drüben das Maschinengewehr bedienen?

»Gott sei Dank, wir sind über dem Salvenfluß«, sagte er und atmete auf.

Amarin schluchzte leise.

»Sie setzen den Angriff trotzdem fort«, rief Evelyn empört.

Warwick bemerkte, daß leuchtende Phosphorgeschosse an der Kabine vorüberflogen.

»Die Hunde schießen mit Leuchtmunition«, stieß er zwischen den Zähnen hervor. Eine Verwundung mit einem solchen Geschoß bedeutete sicheren Tod. Die Schüsse schlugen in die linke Tragdecke ein.

Warwick überlegte blitzschnell. Er mußte vor allem aus der Feuergarbe herauskommen.

Rücksichtslos drückte er den Knüppel nach vorn, und sofort reagierte die Maschine.

Wie im Felde! dachte Warwick. Zuerst halbe Schleife, dann zweimal Rolle nach rechts, Kehre nach rechts – jetzt wieder Looping!

»Sie machen auch ein Looping«, rief er. »Nun, wir wollen ihnen das Zielen schon verleiden!«

Im Zickzackkurs suchte er den feindlichen Geschossen auszuweichen. Jetzt schien der Gegner das Feuer eingestellt zu haben. Warwick sah keine Rauchfäden mehr in der Luft.

Ein Blick nach unten zeigte ihm, daß er schon weit auf birmanischem Gebiet war.

»Das feindliche Flugzeug kommt näher!« rief Evelyn.

Warwick erkannte den Wimpel. Drüben war Surja – an Bord seines Flugzeugs »Ramesuen«!

Klatschend durchschlugen Geschosse die Kabinenfenster.

Amarin schrie auf und faßte an ihren rechten Arm, wo sie getroffen worden war.

Das durfte nicht weitergehen!

»Abspringen!« rief Warwick.

Er hoffte, daß die Fallschirme in der Nähe des Flusses auf den Kronen der Baume landen würden.

Evelyn legte ihm schnell die Hand auf die Schulter. Die beiden tauschten noch einen Blick, dann handelte sie.

Amarin war zurückgesunken und schien ohnmächtig zu sein. Evelyn öffnete die hintere Tür, schob Amarin an den Rand und gab ihr einen leichten Stoß, so daß sie mit dem Fallschirm hinausfiel.

Gleichzeitig schwang sie sich selbst über Bord und sprang ab.

In wenigen Sekunden hatte sich alles abgespielt.

Warwick warf einen Blick nach hinten – die beiden Sitze waren leer!

Wieder schlugen die Kugeln in die Kabine.

Es schoß ihm der Gedanke durch den Kopf, die feindliche Maschine zu rammen. Aber sofort kam er wieder zur Vernunft und drückte den Steuerknüppel hart nach vorn. Mit donnernden Motoren ging der »Meteor« im Sturzflug in die Tiefe, vorbei an einem Fallschirm.

Unten kam die Erde mit unheimlicher Geschwindigkeit auf ihn zu. Welch ein Glück! Warwick sah eine breite Wasserfläche unter sich – er war über einem großen Nebenfluß des Salvenstroms.

Kunstgerecht fing er die Maschine im letzten Augenblick und ging in kurzem Gleitflug auf dem Wasser nieder.

Sofort öffnete er das Rolldach der Kajüte und hielt Umschau, aber er konnte nur einen Fallschirm in der Luft entdecken, der noch ziemlich hoch war und mitten auf der Wasserfläche herunterkommen mußte, wenn er nicht dicht über der Erde vom Bodenwind stark seitlich abgetrieben wurde.

Er stellte den einen Motor wieder an und steuerte auf die Stelle zu, wo der Fallschirm landen mußte. Der Feldstecher lag auf dem Boden der Kabine. Warwick hob ihn eilig auf und sah zum Fallschirm hinauf.

Deutlich erkannte er Evelyn, die ihm zuwinkte. Er änderte vorsichtig seinen Standort. Die starke Strömung trug ihn flußab, aber schließlich landete der Fallschirm wenige Meter neben dem »Meteor«.

Evelyn tauchte unter, und der Schirm wölbte sich wie ein großer Pilz über der Wasserfläche.

Warwick wollte in den Fluß springen, um ihr zu helfen, aber im selben Augenblick kam sie neben dem Fallschirm wieder nach oben, und mit wenigen kräftigen Stößen erreichte sie das linke Gleitboot.

Einen Augenblick hielt sie sich fest und ruhte sich aus, dann zog sie sich in die Höhe und kletterte an dem Gestänge nach oben.

Warwick half ihr in die Kabine und umarmte sie.

»Wo ist Amarin?« fragte sie sofort. »Wir müssen uns um sie kümmern. Sie hat sich mit der Auslaufleine verfangen. Ich sah sie außen unter der Kabine hängen.«

Er erschrak heftig, als er Amarin entdeckte, die bis zur Brust im Wasser hing und bewußtlos war.

Schnell zog er sie nach oben in die enge Kabine, während Evelyn die Auslaufleine des Fallschirms frei machte.

Warwick richtete sich auf.

»Wir sind auf birmanischem Gebiet, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß wir noch einmal von den siamesischen Flugzeugen angegriffen werden, wenn sie uns von oben entdecken.«

»Nein, das glaube ich nicht. Nur die eine Maschine, die den anderen vorausflog, hat uns angegriffen und auf uns geschossen. Die vier anderen haben drüben gekreuzt und untätig zugesehen.«

»Das war Surjas Maschine ›Ramesuen‹. Der Prinz war selbst an Bord und leitete den Angriff.«

Evelyn sah ihn entsetzt an.

»Ich hätte nicht gedacht, daß er so gemein und niederträchtig handeln könnte. Als du im Sturzflug niedergingst, stieß er auf meinen Fallschirm zu und schoß mit dem Maschinengewehr nach mir, aber dann kehrte der ›Ramesuen‹ plötzlich schnell zu den vier anderen siamesischen Flugzeugen zurück, die sich ihm anschlossen. In Formation steuerten sie dann nach Südwesten. Das war das letzte, was ich von ihnen sehen konnte.«

Evelyn hatte inzwischen Amarin den Fallschirm abgeschnallt und untersuchte nun die Wunde am rechten Unterarm. Glücklicherweise war es ein glatter Schuß, die Kugel hatte den Arm durchschlagen.

Warwick brachte vorsichtshalber den »Meteor« ans Ufer, wo er unter einem riesigen Bambusgebüsch gegen Sicht von oben gedeckt war.

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