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Flucht aus Buddhas Gesetz

Ravi Ravendro: Flucht aus Buddhas Gesetz - Kapitel 29
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typefiction
authorRavi Ravendro
titleFlucht aus Buddhas Gesetz
publisherWegweiser-Verlag G.m.b.H. Berlin
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27

Ich werde ein großartiges, erschütterndes Drama über dich schreiben, Evelyn!« erklärte Ronnie begeistert. »Große Taten der Geschichte haben Dichtern und Schriftstellern schon immer Anregung zu künstlerischem Gestalten gegeben.«

Er saß mit ihr im Park des United Club auf einer einsamen Steinbank, die durch eine Kulisse von dichten japanischen Nelkensträuchern gegen Sicht geschützt war.

Schon am vergangenen Tag hatte er versucht sich ihr zu nähern, ihr seine Huldigung darzubringen und alles zu sagen, was sein Herz bewegte. Nun pries er den glücklichen Zufall, daß Warwick sich verspätet hatte und noch nicht auf dem Ball erschienen war.

Gleich nach dem ersten Walzer hatte er Evelyn zu einem Spaziergang aufgefordert und nach diesem Platz entführt, obwohl viele Herren auf einen Tanz mit ihr hofften.

Ohne Warwick fühlte sie sich auf dem Fest etwas verlassen, und sie nahm deshalb Ronnies Einladung gern an, besonders da man von hier aus unauffällig die Auffahrt übersehen und Warwicks Ankunft beobachten konnte.

»Ich würde es aber lieber mit der großen Lobrede, die du eben auf mich gehalten hast, genug sein lassen«, erwiderte sie lächelnd. »Du siehst, ich bin noch so hingerissen, daß ich kaum ein Wort des Dankes finde.«

Auch Evelyn und Ronnie waren miteinander aufgewachsen und kannten sich seit Jahren so gut, daß nicht einmal die Ablehnung seines Antrags ihr kameradschaftliches Verhältnis hatte stören können. Sie hatte ihn gern und lenkte ihn wie eine kluge Schwester ihren jüngeren Bruder, obgleich er einige Jahre älter war als sie.

»Der Titel, das Wichtigste für das jüngste Kind meiner Muse, ist schon gefunden. Du wirst Staunen: ›Die Amazone der Lüfte‹.«

»Wie verläuft denn die Handlung des Dramas, wenn ich mich danach erkundigen darf?« fragte sie neckisch. »Ich bin wirklich gespannt.«

»Das möchte ich ja gerade mit dir besprechen. Es fehlt mir an Konfliktstoff. Die handelnden Personen stehen mir klar vor Augen, aber von der Handlung selbst weiß ich noch nicht viel.«

»Dann soll ich wohl das Drama schreiben?«

»Ich glaube, das ist nicht möglich. Frauen können zwar den Stoff zu Dramen liefern, aber sie können sie nicht schreiben. Sappho war auch nur eine lyrische Dichterin. Zum Dramenschreiben hatten die Griechen ihren alten Herrn Sophokles.«

»Du möchtest wohl, daß ich mich dir zuliebe in tragische Abenteuer stürzen und deiner lahmen Phantasie aufhelfen soll? Du willst dir dadurch wohl einen Lorbeerkranz als Dichter erringen?«

»Aber Evelyn, wie kannst du mich so verhöhnen und verspotten! Ist es denn nicht genug, daß du meine große, unglückliche Liebe bist?«

»Ach, darüber haben wir uns doch schon lange ausgesprochen, lieber Ronnie.« Evelyn versuchte, ihn auf ein neues Thema zu bringen. »Ist dir nicht inzwischen auf deinen weiten Wanderungen und Reisen eine andere Frau begegnet, die vor deinen Augen Gnade gefunden hat?«

»Da du die Frau bist, die ich so grenzenlos verehre, wird auch dein Name immer genannt werden, wenn man meine Dramen aufführt«, fuhr er schwermütig fort, ohne sich um ihre Frage zu kümmern.

»Es ist wirklich rührend, daß du mir zu unsterblichem Ruhme verhelfen willst. Von dieser Seite aus hatte ich die Sache noch nicht betrachtet.«

Ronnie sah sie zweifelnd an, denn er wußte nicht, ob sie ihn zum besten hielt oder es ernst meinte.

Sie begegnete seinem Blick jedoch mit ernster Miene.

»Wie bist du eigentlich dazu gekommen, unter die Dichter und Schriftsteller zu gehen?« fragte Sie schnell, um ihn abzulenken.

»Das Erlebnis verschmähter, unerfüllter Liebe hat die schlummernden Fähigkeiten in mir geweckt. Du weißt doch, ›in des Dichters Seele wird das Leid zum Lied‹. Mein Leben floß so heiter und glücklich dahin wie segelnde Wolken, bis mich das Geschick mit rauher Hand packte und in die Heimatlosigkeit trieb.

Ich habe viel über die Tragik des Schicksals im allgemeinen nachgedacht. Tragisch ist eine Situation immer dann, wenn entweder eine Frau zwischen zwei Männern steht, oder wenn ein Mann zwischen zwei Frauen wählen muß. Diese tragische Situation ist auch in unserem Falle vorhanden – die Heldin wird vom Schicksal gezwungen, zwischen einem Dichter und einem Kaufmann zu entscheiden!«

»Und sie hat sich entschieden – damit findet das Drama zwar einen zeitigen, aber immerhin befriedigenden Abschluß.«

»Als ich dich hier in deiner Jugendschönheit, umflossen vom Glorienschein des Ruhms, wiedersah, brach die alte Wunde auf und blutete von neuem. Ich bin von England in die fernsten Länder der Erde geeilt, weil ich vergessen und aus deiner Nähe fliehen wollte – und nun fügt es das grausame, unbarmherzige Schicksal, daß ich dich hier wiederfinden muß!«

»Nur gut, daß ich Medizin studiert habe. Die Wunde wollen wir schon heilen«, entgegnete sie mit dem schelmischen Lächeln, das oft um ihre Lippen Spielte.

Ein Zusammensein mit Ronnie machte ihr immer großes Vergnügen. Sie hatte viel Freude an seiner frischen, natürlichen Art, und mit seinem Taktgefühl verstand Sie es, ihn unvermerkt zu beeinflussen und zu lenken. Trotz der oft unberechenbaren Seitensprünge seiner Gedanken hatte er einen guten Charakter und war ein Freund, auf dessen Hilfe man immer rechnen konnte.

»Evelyn, du verkennst die Größe meines Schmerzes. Als ich hörte, daß ich dich hier wiedersehen sollte, faßte ich sofort den Entschluß, in ein buddhistisches Kloster zu gehen. Ich habe mich auch gemeldet, aber man hat mich nicht aufgenommen. Ist das nicht tragisch?«

»Ich glaube, das ist eine Tragikomödie. Sage mir einmal offen, lieber Ronnie, wieviel unglückliche Lieben haben denn bisher schon das erhabene Gleichgewicht deiner blaßblauen Seele erschüttert?«

»Ich bin ein Gentleman«, erwiderte er entrüstet. »Darüber kann ich nicht sprechen.« Aber plötzlich leuchteten seine Augen auf, denn er dachte an Amarin. »Wenn ich es mir recht überlege, gibt eigentlich meine Persönlichkeit auch einen irrsinnig interessanten Stoff zu dramatischer Behandlung. Wie du zwischen zwei Männern, so stehe ich zwischen zwei Frauen, nämlich zwischen dir und einer Prinzessin!«

In überschwenglichen Worten erzählte er nun von seinen Begegnungen mit Amarin in den Tempeln, und im Zusammenhang damit schilderte er auch noch einmal eingehend Warwicks Autounfall, der ihn mit der Prinzessin zusammengeführt hatte.

»Ich habe sie auch fotografiert, ohne daß sie es gemerkt hat. Ich kann dir ihr Bild zeigen, ich habe es bei mir.«

Er nahm seine Brieftasche heraus, suchte darin, und nach einer Weile zog er triumphierend ein Foto heraus, das er entzückt betrachtete.

»Hier habe ich es. Auf jeden Fall siehst du darauf wenigstens ihre blendendschöne Gestalt. Ihre Bewegungen sind wie himmlische Musik. Leider stand sie, als ich sie aufnahm, so ungünstig, daß gerade ein großer Drachenkopf aus Bronze ihr reizendes Gesicht verdeckte.«

»Die Ärmste wird aber sicher wenig begeistert sein, wenn sie entdeckt, daß du sie auf der Platte in einen Drachen verwandelt hast!«

Evelyn lachte herzlich.

Während sie noch auf das Bild schaute, ertönte das tiefe Signal einer Autohupe. Schnell beugte sie sich vor, warf einen Blick zum Hauptportal und sah, daß Warwicks Wagen vor der Auffahrt hielt.

Evelyn erhob sich rasch und ging zum Klubgebäude. Ronnie folgte etwas langsamer, holte sie aber auf der breiten Terrasse ein, die vor dem Festsaal lag. Sie trug ein Seidenkleid von schillerndem Schmetterlingsblau, das im Glanz der elektrischen Lampen aufleuchtete und wundervoll zu ihrem reichen blonden Haar stand.

Ihr Onkel kam ihr atemlos entgegen.

»Wo steckst du denn, Evelyn?« sagte er, als er sie erreichte. »Du darfst doch nicht in den Park gehen! Deinetwegen wird dieses große Fest gefeiert, und du bist einfach nicht aufzufinden!«

Aufgeregt nahm er ihren Arm und führte sie in den Saal zurück, wo die Kapelle plötzlich abbrach und einen Tusch für sie spielte.

Breyford verkehrte häufig im Klub und war dort sehr geachtet. Sein heiteres Temperament gewann ihm überall Freunde, und er stand mit allen gut. Das Festprogramm hatte er sorgfältig mit dem Vorstand vorbereitet, und nun war durch Evelyns lange Abwesenheit der Verlauf gestört worden.

Ronnie eilte seinem Freund entgegen und begrüßte ihn herzlich.

»Ist dir etwas zugestoßen?« fragte er besorgt, als er den merkwürdigen Ausdruck in den Zügen seines Freundes sah.

Warwick schüttelte den Kopf.

»Du machst ja ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter! Das kann ich nicht verstehen, alter Seeräuber«, sagte Ronnie etwas unsicher. »Bedenke doch, Gott Hymen bereitet schon die Fackeln vor, die er zu deiner Hockzeit entzünden will.«

»Sei bitte ruhig! Du fällst mir heute abend mit deinem Geschwätz wirklich auf die Nerven.«

Ronnie erschrak und sah ihn entsetzt an. In so schlechter Laune hatte er Warwick noch nie gesehen. Was mochte nur geschehen sein?

Betroffen folgte er ihm in den Saal, in dem feierliche Stille herrschte.

Der Vorsitzende hielt gerade eine lange Rede auf Evelyn, wobei er ihr ein goldenes Rauchservice und das Ehrenmitgliedsdiplom überreichte.

Während der Ansprache drehte sie sich unwillkürlich um, und als sie Warwick bemerkte und er sie von weitem durch eine leichte Verbeugung begrüßte, leuchteten ihre Augen glücklich auf.

Ihre Aufmerksamkeit war jetzt geteilt, und als die Rede schließlich zu Ende war, erwiderte sie nur kurz mit einigen verbindlichen Sätzen.

Während sie sprach, sah sie mehrmals zu Warwick hinüber. War nur die eigentümlich helle Beleuchtung daran schuld, oder sah er wirklich so bleich aus? Am liebsten wäre sie gleich zu ihm geeilt.

Breyford glaubte, sie wäre durch die vielen Ehrungen zu gerührt, um sprechen zu können. Er bemühte sich, ihr zu Hilfe zu kommen, denn er fühlte sich verpflichtet, mit schwungvollen Worten für Sie zu danken. Er war ein beliebter Redner, und auf dem Podium wirkte seine stattliche Erscheinung immer gut.

Die Kapelle spielte dann einen Walzer, und der erste Vorsitzende forderte Evelyn zu einer Ehrenrunde auf. Nachher standen ihr noch manche Pflichttänze bevor. Alle drängten sich um sie, jeder wollte sie sprechen, jeder wollte ihr Komplimente machen.

Endlich war Warwick an ihrer Seite. Er begrüßte sie freundlich und zuvorkommend wie immer, aber sie sah ihm sofort an, daß er ein ungewöhnliches Erlebnis gehabt haben mußte. Er tanzte mit ihr und führte sie dann auf die große Terrasse hinaus.

Sie traten an das Geländer und sahen auf den Park hinaus.

»Warwick, was ist geschehen? Was hast du?« fragte sie ihn bestürzt.

»Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen, aber ich glaube, es ist besser, wenn ich dir alles sage«, entgegnete er nach einem kurzen Schweigen.

Seine Stimme klang müde und traurig.

»Vor etwa zwei Monaten lernte ich bei dem Autounfall eine junge Siamesin der besten Gesellschaft kennen. Ich schrieb dir ja wohl darüber.«

Ein sonderbar unsicheres Gefühl beschlich Evelyn. Sollte sie Warwick verlieren?

»Ich kann mir selbst kaum erklären, wie es kam, aber wir liebten einander auf den ersten Blick«, fuhr er leise fort. »Daß ich mit dir verlobt bin, und daß sich meine Beziehungen zu ihr lösen mußten, sobald ich dich heiraten würde, wußte sie von Anfang an. Heute abend habe ich mich für immer von ihr getrennt. Deine Ankunft kam so überraschend, daß ich die Angelegenheit nicht vorher zum Abschluß bringen konnte.«

Schweigend hatte Evelyn zugehört. Sie gab Sich keinen romantischen Illusionen hin, denn ihr Vater hatte sie schon als Kind rücksichtslos der rauhen Wirklichkeit gegenübergestellt, allerdings nicht ohne die nötige Vorbereitung. Sie hatte gelernt, sich mit der Welt auseinanderzusetzen und vor allem Eifersucht als einen Irrtum zu erkennen.

Aber trotz aller klaren Einsicht schmerzte sie sein Geständnis tief. Es war ihr, als ob die strahlende Glückswelt um sie her zusammenzubrechen drohte, und bittere Gedanken stiegen in ihr auf. Aber tapfer überwand sie die Stimmung, als sie sah, wie schwer Warwick mit sich kämpfte.

Es kamen Leute vorbei, die sie verständnisinnig anlächelten. Evelyn wollte nicht auf der Terrasse bleiben, wo sie allen Blicken preisgegeben waren. Leicht schob sie ihren Arm in den seinen und zog ihn hinaus in den Park.

»Du kannst mir alles anvertrauen«, sagte sie ermutigend. »Sprich dich ruhig aus.«

Er hatte sich vorgestellt, daß er nach der schweren Trennung von Amarin ruhiger zu Evelyn zurückkehren könnte. Aber nun schien es ihm, als ob das Leben plötzlich alle Freude und Farbe für ihn verloren hätte, und er fühlte sich schuldbewußt und niedergedrückt.

Sie ahnte, wie sehr er unter diesem Zwiespalt litt, und empfand großes Mitleid mit ihm, als sie seine schmerzlich resignierten Züge sah. Verständnisvoll und zartfühlend sprach sie auf ihn ein, und allmählich löste sich der Bann von ihm.

Er erzählte ihr von seinem Erlebnis mit Amarin, nur verschwieg er, daß Sie eine Prinzessin war. Er konnte nicht ahnen, daß Ronnie ihm zuvorgekommen war und schon einen großen Teil der Geschichte berichtet hatte.

»Ich glaubte, daß ich mit dem Abschied von ihr alles überwunden hätte, aber jetzt fühle ich, daß ich sie viel tiefer geliebt habe, als ich jemals dachte. Um darüber hinwegzukommen, brauche ich Zeit.« Er machte eine kleine Pause. »Wir wollen bald heiraten und dann auf Reisen gehen, Evelyn – für viele Monate – weit fort.«

»Aber glaubst du denn, daß du mit mir glücklich werden kannst – daß wir beide glücklich werden können, wenn du dich nach einer anderen Frau sehnst^«

Eine plötzliche Angst überkam ihn, daß Evelyn sich von ihm abwenden, daß er sie verlieren könnte.

»Zweifle doch nicht«, bat er. »Wenn du mir vertraust, wenn du mir hilfst, wird alles gut werden.«

Ohne es zu merken, hatten sie sich wieder der Terrasse genähert, und als sie in den Lichtschein traten, kam ihnen Sir John Brakenhurst entgegen.

»Ausgezeichnet, daß ich Sie treffe –«

Er sah auf den ersten Blick, daß die beiden eine ernste Aussprache gehabt haben mußten, und er hielt es für gut, sie jetzt zu trennen.

»Ich wollte Sie um den nächsten Tanz bitten«, wandte er sich an Evelyn.

Ihre lange Abwesenheit war dem Gesandten aufgefallen, und er war besonders unangenehm davon berührt, da er Sie noch verschiedenen hervorragenden Persönlichkeiten vorstellen wollte.

Geschickt führte er Evelyn auf diese Weile wieder in die Festräume zurück. Im Gespräch erkundigte er sich wie nebenbei nach Warwick bei ihr, konnte aber nichts aus ihr herausbringen.

*

Kurz vor eins verließ der englische Gesandte das Fest.

Er trat an die Rampe und gab dem indischen Torhüter mit dem weißen Turban ein Zeichen, daß er das Auto vorfahren lassen solle.

Als er sich umsah, bemerkte er Breyford, Evelyn und Warwick, die eben in ihrem offenen Wagen Platz genommen hatten. In fröhlicher Stimmung winkte er ihnen zu, als sie abfuhren.

Während der indische Pförtner den Wagen von Sir John Brakenhurst herbeirief, bemerkte dieser, daß ein siamesischer Polizeiwachtmeister durch das äußere Portal in den Park trat und sich dem Eingang des Klubgebäudes näherte, der neben der Terrasse lag.

Der Beamte schaute sich um, und da im Augenblick sonst niemand zugegen war, den er fragen konnte, wandte er Sich höflich an den englischen Gesandten, der inzwischen die Stufen von der Terrasse hinuntergestiegen war.

»Ist Mr. Warbury vielleicht noch im Klub^«

»Er ist eben fortgegangen«, erwiderte Sir John. »Wollten Sie ihn sprechen^«

Er hatte eine böse Ahnung und suchte natürlich zu erfahren, um was es sich handelte.

»Es ist möglich, daß ich Ihnen Auskunft geben kann«, fügte er schnell hinzu.

Der Mann gab zuerst keine weitere Erklärung, aber der Gesandte wußte das dienstliche Gewissen des Beamten durch einen verschwiegenen Händedruck zu beschwichtigen.

»Ich Sollte nur feststellen, ob Mr. Warbury heute abend jemand seinen Wagen geliehen hat, oder ob ihm sein Auto am Ende gar gestohlen wurde.«

»Wieso denn?«

»Es ist heute abend kurz nach neun unter verdächtigen Umständen in der Sapatumstraße von einem Polizisten gesehen worden. Als dieser das Haltesignal gab, stoppte der Wagen nicht ...«

»Was für verdächtige Umstände waren denn das?« erkundigte Sich Sir John interessiert.

Der Beamte zögerte einen Augenblick.

»Das Auto fuhr mit abgeblendeten Lichtern aus dem Tor einer Villa heraus, die nicht bewohnt ist. Das ist doch sehr merkwürdig.«

»Zufällig hat Mr. Warbury mit mir über die Sache gesprochen. Als er seinen Wagen in einer Nebenstraße der New Road parkte, hat ihn jemand zu einer Schwarzfahrt benützt. Später stand das Auto verlassen vor dem Oriental-Hotel. Das wurde Mr. Warbury telefonisch hierher mitgeteilt, und er ließ es von dort abholen.«

Der Wachtmeister salutierte und ging fort.

Sir John stieg noch nicht in seinen Wagen, sondern ging in die Vorhalle und trat dort in eine Telefonzelle. Er mußte jetzt schnell handeln.

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