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Flucht aus Buddhas Gesetz

Ravi Ravendro: Flucht aus Buddhas Gesetz - Kapitel 24
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typefiction
authorRavi Ravendro
titleFlucht aus Buddhas Gesetz
publisherWegweiser-Verlag G.m.b.H. Berlin
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22

Am Mittwochmorgen herrichte glänzendes Flugwetter. Nur der Monsunwind wehte wie immer gleichmäßig von Süden her. Schwere Gewitterstürme brauchte man zu Beginn der Regenzeit am Tage nicht zu befürchten: sie tobten sich regelmäßig während der Nachtstunden aus und konnten nur vor Sonnenaufgang gefährlich werden.

Ein strahlend blauer Himmel wölbte sich über Südsiam und der Menamebene, und nur fern im Südwesten türmten sich weiße Wolkenberge.

Warwick steuerte eine der neuesten Maschinen, einen Doppeldecker, den ihm Pra Vanit zu diesem Zweck besonders zur Verfügung gestellt hatte. Er flog Evelyn nach der birmanischen Grenze entgegen.

Hinter ihm saß Ronnie, der von Zeit zu Zeit mit einem Feldstecher den westlichen Horizont nach dem »Meteor« absuchte. Bei dem starken Propellergeräusch war nicht an eine Unterhaltung zu denken, so daß er die Gedanken seines Freundes nicht stören konnte.

Warwick durchpulste das Hochgefühl, das ihn stets überkam, wenn er mit dem Steuerknüppel in der Hand ein Flugzeug lenkte.

Die Sicht war an diesem Tage ungewöhnlich klar, und die drei Maschinen, die zu Evelyns Einholung aufgestiegen waren, hatten sich auf eine Höhe von zweitausend Meter geschraubt, um einen möglichst weiten Fernblick zu haben.

Warwick hatte den Kopfhörer angelegt. Obwohl die Anweisungen von dem Führerflugzeug auf siamesisch gegeben wurden, verstand er alles und manövrierte in genauer Übereinstimmung mit den Kommandos.

Die unerwartete Ankunft Evelyns verschärfte den Konflikt, und er hätte sich mehr Zeit gewünscht, um vorher zu einer Lösung zu kommen. Die Stunden von Montag abend bis zu diesem Morgen waren mit Vorbereitungen für ihren Empfang nur zu schnell vergangen.

Es war selbstverständlich, daß der Aero-Klub in Bangkok der kühnen Fliegerin einige Flugzeuge entgegenschicken mußte, um sie einzuholen. Aber zwei Flugzeuge des Klubs waren in Reparatur, und die anderen Maschinen waren nicht Schnell genug. Schließlich hatte Pra Vanit Warwick mit der Führung eines der drei Militärflugzeuge betraut, die Evelyn in geschlossener Formation einholen sollten.

Noch vor dem Aufstieg meldete der Flugplatz in Rangun durch Funkspruch den Start des »Meteor« nach Bangkok um sieben Uhr dreißig. Die Nachricht wurde später durch eine zweite Meldung ergänzt, daß Evelyn um sieben Uhr vierzig aufgestiegen wäre und südlichen Kurs genommen hätte.

Der »Meteor« war eine moderne, starke Maschine. Bei einer mittleren Geschwindigkeit von zweihundertvierzig Stundenkilometer konnte Evelyn, selbst wenn sie wegen der hohen Grenzgebirge einige Umwege machte, ihren Flug in etwa drei Stunden durchführen, während ein Dampfer von Rangun nach Bangkok mehr als acht Tage Reisezeit brauchte.

Warwicks Gedanken waren bei Evelyn. Sie war doch eine mutige Fliegerin und eine tapfere Frau. Auch als Sportsmann war er von ihr begeistert. Ihre Energie und ihre unbezähmbare Abenteuerlust äußerten sich nicht in vielen Worten, sondern in Taten.

Ihr Vater war Arzt und hatte sie gesund und natürlich und fast wie einen Sohn erzogen, nachdem er ihre Charakterveranlagung erkannt hatte. Er ließ sie Medizin studieren: nach Vollendung des Studiums und nach Ablegung der Abschlußprüfung übte sie jedoch den Ärzteberuf nicht aus, obwohl sie vom Vater die Freude daran geerbt hatte. Sie widmete sich vollständig dem Sport, dem ihre ganze Liebe gehörte.

Während seines letzten Urlaubs vor einem Jahr hatte Warwich die ersten Probeflüge auf dem »Meteor« mit ihr gemacht und die großen Fortschritte der modernen Technik auf diesem Gebiet bewundert. Wie bequem und sicher flog man in der geschlossenen, dreisitzigen Autokabine des neuen, prachtvollen Flugzeugs! Es reagierte auf den kleinsten Ausschlag des Seiten- und Höhensteuers, besaß eine früher nie geahnte Stabilität und Sicherheit und gehörte zu den modernen Amphibienkonstruktionen. Sowohl zu Wasser wie zu Lande konnte es aufsteigen und niedergehen. Trotzdem waren die Abmessungen nicht zu groß, so daß die Maschine über die nötige Wendigkeit verfügte.

In der vergangenen Nacht hatte Warwick wenig Ruhe gefunden. Er wollte die Schwierigkeiten, in die er geraten war, auf irgendeine Weise lösen, aber trotz des vielen Grübelns kam er zu keiner Entscheidung. Im sonnigen Morgen jedoch, auf dem Führersitz des Flugzeugs, fühlte er sich wie verwandelt. Zweifel und Sorgen fielen von ihm ab, Hoffnung und Zuversicht erfüllten ihn wieder, und Evelyns Einfluß wurde stärker und stärker. Der Flug in den Lüften, ihr entgegen, gewann für ihn eine symbolische Bedeutung.

Die Kette der drei Maschinen war nun schon über eine halbe Stunde unterwegs. Der Meklongfluß kam mit seinen vielen Biegungen bis zur Mündung in Sicht. Unten breiteten sich die grünen Reisfelder aus, die von Erdwällen umgeben waren. Von oben hatte man den Eindruck, die ganze Landschaft sei aus einzelnen rechteckigen Stücken zusammengesetzt. Am jenseitigen Ufer konnten die Flieger deutlich die Stadt Ratburi erkennen.

Vom Führer der Kette kam Befehl, nicht weiterzufliegen, sondern am Meklongfluß nach Norden abzubiegen und über dem Fluß zu kreuzen. Es hatte keinen Zweck, Evelyn noch näher entgegenzufliegen, da man nicht genau wußte, welchen Weg sie gewählt hatte.

Warwick nahm an, daß sie die gewöhnliche Route einschlagen würde: von Rangun in südlicher Richtung die Küste entlang bis Tavoy, von dort aus mit einer scharfen Biegung nach Osten zur Menamebene. Die holländischen Flugzeuge hatten aber in letzter Zeit den Weg abgekürzt und flogen trotz der schwierigen Luftströmungen über den Grenzgebirgen in fast gerader Linie von Rangun zur siamesischen Hauptstadt, was natürlich einen Gewinn an Zeit und Betriebsstoff bedeutete.

Es war nun drei Viertel zehn, und nach Warwicks Berechnung mußte Evelyns silberfarbenes Flugzeug jeden Augenblick in Sicht kommen.

Ronnie hielt verzweifelt mit seinem Glas Ausschau, ohne etwas zu sehen. Aber plötzlich bemerkte Warwick, daß der Führer der Kette mit den Tragflächen wackelte. Das bedeutete, daß der Mann ein Flugzeug gesichtet hatte. Die Siamesen hatten doch unerhört scharfe Augen!

Warwick sah, daß der Führer mit dem Arm nach Süden zeigte, und suchte eine Sekunde, bis er etwas entdeckte.

Ja, dort bewegte sich ein kleiner, schwach leuchtender Punkt. Warwick nahm Ronnie das Glas mit der Rechten aus der Hand und hielt das Steuer mit der Linken – er hatte sich nicht getäuscht! Es war ein Flugzeug – es mußte der »Meteor« sein!

Warwick wurde ungeduldig. Am liebsten wäre er aus der Formation ausgebrochen und allein dem »Meteor« entgegengeflogen.

»Kurs nach Süden zum Meer«, kam endlich der Befehl des Führers. »Richtung das fremde Flugzeug!«

Der »Meteor« hatte Sendegerät an Bord, und Warwick versuchte ihn anzurufen. Dauernd funkte er den ganzen Namen.

»Achtung, Meteor... Achtung, Meteor...«

Aber er bekam keine Antwort.

Sollte es doch eine andere Maschine sein? Aber wer konnte sich denn sonst um diese Zeit hier in der Luft herumtreiben?

Die Entfernung wurde dauernd geringer, und endlich kam das Verstandenzeichen von drüben.

Evelyn! Evelyn...

*

»Miß Evelyn Breyford hat den Flug London-Bangkok in fünf Tagen und drei Stunden zurückgelegt und damit alle bisherigen Rekorde für diese Strecke gebrochen. Ihr ›Meteor‹ ist ein Wunder moderner Technik. Aber mochten seine Motoren auch noch so viele PS entwickeln, eine stärkere Kraft war die Sehnsucht nach ihrem Verlobten.«

Bei den letzten Worten wandte sich Sir John Brakenhurst lächelnd und mit einer leichten Verneigung an Warwick, der ihm gegenübersaß.

Laute, freudige Hochrufe beschlossen die große Rede des englischen Gesandten, und helle Begeisterung herrschte beim Klingen der Gläser. Durch ihre großartige Sportleistung hatte Evelyn die Herzen der Europäer wie der Siamesen im Sturm für Sich gewonnen.

Hell und heiter saß sie an der Festtafel zwischen dem britischen Gesandten und dem Prinzen Surja, dem Vorsitzenden des Aero-Klubs. Am Morgen war sie noch in Rangun gewesen, später um elf Uhr in Bangkok gelandet, und noch am Abend ihres Ankunftstages gab man ihr zu Ehren in den taghell erleuchteten, herrlich geschmückten Repräsentationsräumen der englischen Gesandtschaft ein Festessen.

Mehrere Prinzen des Königlichen Hauses, das gesamte Diplomatische Korps, Vertreter der Regierung und des Kriegsministeriums, vor allem der Abteilung für Flugwesen, und alles, was Namen und Bedeutung in der Hauptstadt hatte, war erschienen. Brillanten und Ordenssterne blitzten, und schöne Frauen suchten einander durch die Eleganz und Kostbarkeit ihrer Abendkleider zu überbieten.

Überall herrschte frohe Stimmung, und helles Frauenlachen mischte sich in die lebhafte Unterhaltung.

Im Gegensatz zu den Damen der Gesellschaft trug Evelyn zu ihrem schlichten Kleid aus dunkelrotem Seidensamt, das die herben Linien ihres Schlanken Körpers leise nachzeichnete, keinen Schmuck. Ihre ungewöhnlich lichtblonden Locken betonten ihr nordisches Aussehen und wirkten um so auffallender, als Wind und Sonne ihr Gesicht und ihre Haut so dunkel gefärbt hatten, daß sie nicht viel heller war als die meisten der zum Fest erschienenen Siamesen.

Prinz Surja, der sich selbst noch aktiv als Pilot betätigte und sich große Verdienste um die Entwicklung des Flugwesens in Siam erworben hatte, war in glänzender Laune und machte Evelyn ein Kompliment nach dem anderen. Sie hatte ihm nach der Landung auf dem Flugfeld den »Meteor« kurz erklärt, und er unterhielt sich jetzt mit ihr noch über technische Einzelheiten und die Vorzüge neuer Konstruktionen.

Von den Fenstern des Festsaales sah man hinaus in den Park, der in einem Meer von Lichtern erstrahlte. An den hohen, starken Stämmen der prächtigen alten Bäume war das Monogramm Evelyns angebracht, flankiert von englischen und siamesischen Fähnchen. Feurige Girlanden von bunten elektrischen Lampen zogen sich zu beiden Seiten des Weges hin, und Linien kleiner Flämmchen zeichneten ein großes Flugzeug an den Nachthimmel.

Die Regie Breyfords und der englischen Gesandtschaft hatte vorzüglich geklappt. Schon am Montagabend brachten die Zeitungen die Nachricht von Evelyns Ankunft in großer Aufmachung, und am Dienstagmorgen erschienen überschwengliche Artikel. Aber nicht nur in der englischen »Bangkok Times«, die in der Regel alles in den Himmel hob, was mit dem britischen Weltreich zu tun hatte. Auch die Siamesische Regierungspresse, ja selbst die sonst so eifersüchtigen Franzosen huldigten Evelyn rückhaltlos.

Ihr Name war in aller Mund, und in jedem Siamesenhaus der großen Stadt wurde von ihr gesprochen.

Schon vor ihrer Ankunft hatte sich eine ungeheure Menschenmenge auf dem Flugplatz angesammelt. Das Leben und Treiben auf dem Flugfeld erinnerte an die Feststimmung eines nationalen Feiertags. Jeder Bewohner Bangkoks, der Auto, Motorrad oder Wagen besaß, war zu dem weit entfernt liegenden Flughafen hinausgefahren, und Tausende und aber Tausende wanderten zu Fuß dorthin. Alle wollten die tapfere junge Mem Farang sehen, die Mr. Warwick Warbury, ihren Verlobten, so sehr liebte, daß sie die Gefahren eines so gewaltigen Fluges auf sich nahm, um schneller zu ihm zu kommen.

Den Zuschauern bot sich ein prachtvoller Anblick, als die vier Flugzeuge in Sicht kamen und sich mit großer Geschwindigkeit dem Landungsplatz näherten.

Der »Meteor« flog in der Mitte, und seine silberhelle Farbe hob sich leuchtend von dem bescheidenen Grau der anderen Maschinen ab.

Zum größten Erstaunen der wartenden Menge flogen die vier Flugzeuge aber über den Flugplatz hinweg auf den königlichen Palast zu, den sie dreimal rechts umkreisten. Erst nach diesen Ehrenrunden hielten sie in gerader Richtung auf den Flughafen zu und landeten glatt.

Das in voller Formation und in kurzer Zeit glänzend durchgeführte Manöver fand volle Anerkennung und Bewunderung. Den Siamesen schmeichelte diese Huldigung.

Warwick hatte es viel Mühe gekostet, Evelyn durch Radio von diesem Plan zu verständigen, aber trotzdem war es vorzüglich gelungen.

Die Ordnungspolizei konnte die begeistert vorstürmenden Menschen kaum zurückhalten, als sich Evelyn gewandt aus der Kabine Schwang.

Das den Tropen angepaßte, leichte Sportkostüm kleidete ihre fast männliche Erscheinung ausgezeichnet, und jede Bewegung ihrer biegsamen, schlanken Gestalt verriet einen durchtrainierten Körper. Ihre blitzenden, dunkelblauen Augen sprühten von Lebenskraft und Energie.

Bisher hatte sie ihren Flug durchgeführt, ohne großes Aufsehen zu erregen, aber am Ziel ihrer Reise geriet sie nun doch noch, ohne es zu wissen und zu wollen, in einen Strudel von Verpflichtungen und festlichen Veranstaltungen, denen sie sich nicht entziehen durfte.

Bei der Landung: Blumenspenden, offizieller Empfang durch den englischen Gesandten, Regierung, Aero-Klub und Begrüßungskomitee der englischen Kolonie. Brausende Huirufe der Siamesen, Hochrufe der Europäer. Militärmusik, Schnellfeuer der Kodaks und Kreuzverhör der Presseleute. Nachher Empfang in den Räumen des Aero-Klubs mit einer Rede des Prinzen Surja.

Filmleute kurbelten die Landungsszene, Sender verbreiteten die einzelnen Begrüßungsreden, und gewandte Ansager schilderten den Festtrubel.

Kaum konnte sie sich vor den begeisterten Autogrammsammlern und den Zeitungsreportern retten, um nach dem anstrengenden Flug einige Stunden auszuruhen. Um fünf Uhr mußte sie schon wieder zu dem großen Empfang und der Gartenpartie erscheinen, die ihr zu Ehren auf der englischen Gesandtschaft gegeben wurde und an die sich am Abend das Festessen anschloß.

Ihr eigentliches Reiseziel war, ein unverhofft schnelles Wiedersehen mit Warwick zu feiern, aber sie hatte kaum ein paar Worte mit ihm wechseln können, und auch das nur in Gegenwart vieler anderer Menschen.

Trotz dieser Enttäuschung nahm sie alle Huldigungen gelassen und mit einer natürlichen Sicherheit hin. Sie wollte den Leuten die Festfreude nicht verderben und ließ sich deshalb ruhig feiern.

Sir John Brakenhurst teilte ihr mit, daß die Königin sie am nächsten Tag zum Tee erwarte, und daß der König ihr in persönlicher Audienz die große goldene Fliegermedaille überreichen wolle. Auch von vielen anderen Seiten erhielt Sie Auszeichnungen und Einladungen.

Im Mittelpunkt des Festes standen Warwick und Evelyn. Alle wollten ihnen Glück wünschen, und sie wurden so stark umlagert, daß sie keine Zeit zu persönlicher Unterhaltung fanden. Um sie einmal einige Minuten für sich allein zu haben, führte er sie zum Tanzsaal.

Ihre aufrechte Haltung, ihr sicherer Gang und ihre große, königliche Erscheinung zogen alle Blicke auf sich, als sie an seiner Seite ging.

Beim Walzer umschloß sie sein Arm, und er spürte wieder die federnde Elastizität und die wache, lebendige Kraft ihres Körpers. Es überkam ihn das sichere Gefühl, daß sie zu ihm gehöre. Die Ereignisse überstürzten sich derartig, daß ihm im Strudel des Geschehens keine Zeit blieb an Amarin zu denken. Und jetzt führte Evelyns sieghafte Gegenwart die von ihm ersehnte Entscheidung herbei. Von ihr wollte, durfte und konnte er sich nicht trennen.

*

Der englische Gesandte sah befriedigt auf das gelungene Fest. Als praktischer Diplomat, der sich nicht von Theorien leiten ließ, sondern schlagfertig stets aus der gegebenen Situation heraus handelte, verstand er es, den Erfolg Evelyns für das politische Prestige seines Landes in jeder Weise auszuwerten. Besonders wichtig war ihm die Tatsache, daß dieses Fest wenige Tage vor dem japanischen Nationalfeiertag stattfand und er dadurch den Konkurrenten den Wind aus den Segeln nahm.

Für Warwick, den er als einen Mann von untadeligem Charakter kannte, hatte er sehr viel übrig, und Evelyn schätzte er als eine starke Persönlichkeit, die hier sicher ein Mittelpunkt der englischen Gesellschaft werden würde.

Aus mehr als einem Grunde freute er sich über ihren kühnen Flug. Durch den vorzüglichen Geheimdienst der Gesandtschaft hatte er verschiedenes über Warwick und Prinzessin Amarin gehört, und da diese Sache leicht unangenehme politische Folgen haben konnte, ließ er genauer nachforschen und erfuhr auf diese Weise alle Tatsachen.

Wäre nicht diese günstige Wendung eingetreten und Evelyn selbst in Bangkok erschienen, so hätte er Warwick Vorhaltungen machen müssen. Aber diese Lösung war ja bei weitem die beste und enthob ihn dieser unangenehmen Pflicht.

Mit seinem alten Freund Breyford hatte er an diesem Tage eine längere, vertrauliche Unterredung gehabt, und beide hatten beschlossen, daß die Hochzeit möglichst beschleunigt werden sollte. Das Fest konnte ja ebenfalls in Bangkok gefeiert werden, und der Gesandte wollte schon dafür sorgen, daß es in jeder Hinsicht ein großer Erfolg werden würde.

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