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Florian Geyer

Gerhart Hauptmann: Florian Geyer - Kapitel 5
Quellenangabe
typedrama
authorGerhart Hauptmann
titleFlorian Geyer
publisherPropyläen Verlag
editorHans-Egon Haß
year1965
firstpub1896
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Zweiter Akt

In der Trinkstube von Kratzers Gasthaus am Markte zu Rothenburg. Rechts Tür nach dem Flur, in der Hinterwand Fenster, die geöffnet den Blick auf den Markt und das Rathaus gewähren. Rechts vorn kleine Tür in ein Nebenstübchen. Wandbank und viele dichtbesetzte Tische. Ein Dudelsackpfeifer steht am Türpfosten. Alle Anwesenden, auch Kratzer, der Wirt, und die Kellnerin, blicken aufmerksam auf Besenmeyer, der um die schwarze Marei beschäftigt ist.

Rektor Besenmeyer. Setze dich, Kind! So! Den Kopf an den Ofen. So! Und hie ... hie halte dich fest. Sust wahrlich fällt sie mir von der Bank gleich einer hölzernen Mutter Gottes.

Kratzer. Wo habt Ihr die Dirne aufgespürt, Bruder Rektor?

Erster Bürger, Tisch 1. Der Bruder Rektor ist allweg mit Spielleuten und armen Vaganten behenkt. Hat eine zu weiche Gemütsart.

Zweiter Bürger, Tisch 1. Sie ist von den Tattern oder von den Behaimen.

Dritter Bürger, Tisch 1. Wie ist sie hereingekommen?

Rektor Besenmeyer. Hat sich, weiß Gott wie, in die Stadt geschleift. Mutter Maria! ein arm Ding. Wunde Füße und wunde Hände.

Kratzer. Was hat sie ins Tüchelchen eingebunden? Das Tüchelchen entfällt ihr. – Krebse!

Rektor Besenmeyer. Divinavi! Wahrhaftig. Pruriunt mihi dentes, mir wässert der Mund. Red, Dirne! red! Allen Menschen geziemt es, mit allem Fleiß zu streben, daß sie ihr Leben nicht lautlos wie das Vieh hinbringen, sagt Sallust. Sie schieret sich nichts um Sallust. Scheret euch auch nichts um sie, lasset sie schlafen! –

Großer allgemeiner Lärm setzt ein, die Aufmerksamkeit wendet sich von Marei ab, die schlafend auf der Ofenbank liegenbleibt. Der Dudelsackpfeifer spielt eine Weise, die Kellnerin läuft mit Weinkannen, ebenso der Wirt. Es wird eifrig gezecht und disputiert.

Erster Bürger, Tisch 1. Gehet heim, gehet heim! Wir han ein Reichskammergericht. Er schlägt eine Karte auf den Tisch.

Zweiter Bürger, Tisch 1. Wir han eine Münzordnung. Tut wie der erste.

Schäferhans tritt an Tisch 1. Um was geht's?

Dritter Bürger, Tisch 1. Um ein'n Ablaßzettel, Bruder Veit.

Erster Bürger, Tisch 1. Schüttel deinen Ärmel, Schäferhans.

Schäferhans. Alles durch den Kragen geloffen, kein arm Hellerlein am Sold erspart.

Zweiter Bürger, Tisch 1. Wem hast gedient zuletzt?

Schäferhans. Bin kaiserlich gewest, hab unter dem Georgen Frundsberg den Franzosen helfen schmieren, unten im Welschland, zu Pavia. Darnach wollt mich der Schwäbische Bund in Wartgeld nehmen. Das mocht ich nit, wollt mich nit brauchen lassen wider meine bäurischen Brüder.

Zweiter Bürger, Tisch 1. Ich kotz in den Schwäbischen Bund und auf den Georgen Truchseß dazu!

Schäferhans. Bundschuh!! Bundschuh!!

Erster Bürger, Tisch 2, schreit. Evangelium, Evangelium!

Ein Trunkener heult.

O Karle, Kaiser lobesam,
greif du die Sach zum ersten an,
Gott wird's mit dir ohn Zweifel han.

Erster Bürger, Tisch 2. Evangelium, Evangelium!

Zweiter Bürger, Tisch 2. Itzt nimmt es ein End mit der Pfafferei und der Möncherei.

Kratzer, an Tisch 2 tretend. Der Teufel machet' den ersten Mönch, der Dorfochs hat ihn getauft.

Dritter Bürger, Tisch 2. Ihr werdet Pfaffen und Klöster doch nit abtun! Man vertilget das Unkraut auch nit.

Kratzer. Die Klöster sind leer itzunder wie die Schafställ im Sommer.

Entlaufener Mönch. Wo aber Mönche oder Nonnen nit gutwillig heraus wollten laufen, denen muß man Hände und Füße binden und sie als die Hunde hinaustragen. Sie sitzen dem Teufel im Rachen.

Kratzer, des Mönchs Scheitel befühlend. Dir ist die Glatze auch noch nit vor gar lang zuwachsen.

Entlaufener Mönch. Vermaledeiet sei der Tag, an welchem die Kutt und alle beschorne Heiligkeit erdacht ist worden! Ich hab sie abworfen wie des Teufels Livrei. Ich will arbeiten und dem Bauern sein Essen abverdienen.

Kratzer, zu Schäferhans. Gehst du mit dem Geschütz, Schäferhans?

Schäferhans. Der ist des Teufels, Meister, der nit mit dem Geschütz geht! Gib mir einen gefünkelten Joham.

Zweiter Bürger, Tisch 2. Der Doktor Luther hat den Teufel gesehen als eine Sau. Ich meine, er hat zu tief in die Kanne geschaut.

Hausierer, ausrufend durch die Flurtür. Kauft, kauft Reformation Kaiser Sigmunds, genannt die Trompete des Bauernkriegs: Gehorsamkeit ist Tod, Gerechtigkeit leidet Not.

Schäferhans. Friß, Flechtenmacher, scheiß, Siedeschneider! Trinkt Branntwein.

Hausierer. Willst mir leicht das Maul stopfen, als der Luther dem Karlstatt oder dem Münzer, dem Propheten Gottes? Weiter ausrufend. Kauft, lest des großen Propheten Münzers Verteidigungsschrift wider den wütigen Stier zu Wittenberg, Martinum Lutherum: »Du hast die Christenheit verwirrt und kannst sie, da Not hergehet, nicht berichten. Darum heuchelst du den Fürsten, darum wird dir's gehen wie einem gefangenen Fuchs. Das Volk ist frei worden, und Gott allein will Herr darüber sein.« Weitergehend und rufend. Judas in Rom, Simon in Rom, Sodom in Rom! Zu Tisch 2. Stecket die Bibel weg, Brüder, der Stadtschreiber gehet vorbei; die Ehrbarkeit hie zu Rothenburg will es nit dulden, daß man in der Trinkstuben über der Geschrift disputiere.

Zweiter Bürger, Tisch 2. Was die Herrlein von der Ehrbarkeit hie zu Rothenburg gebieten oder verbieten, das acht ich so fast, als ob mich eine Gans anblies!

Hausierer, intim zu Tisch 2. Habt ihr gehört? Der Jakob Schmidt in Kitzingen hat die heilige Hedalogis aus dem Grab genommen, eine Jungfrau aus Engelland, und Kegel geschoben mit ihrem Kopf.

Der blinde Mönch Hans Schmidt wird von einem kleinen Mädchen herbeigeführt. Bona dies!

Kratzer. Deo gratias!

Verschiedene Stimmen. Der blinde Mönch.

Der blinde Mönch, sich zur Demut verstellend. Panem propter deum. Gelächter der Anwesenden.

Schäferhans. Bundschuh! Bundschuh!

Kratzer, auf den Scherz eingehend. Ein Wolf ein Pfaff, ein Mönch ein Schell. Jagt ihn hinaus! Werft ihm einen vierpfündigen Stein nach!

Ein Höriger. Man soll sich von keiner Kutten nichts Gutes versehen.

Erster Bürger, Tisch 1. Red, Käsemönch, sag uns ein Predigtmärlein. Hast leicht dem Teufel einen Backenzahn ausgebrochen oder ihn gesehen als einen brennenden Strohwisch.

Ein Höriger. Für welches schwitzende oder blutende Kreuz bettelst du?

Der blinde Mönch, mit Verstellung seufzend. Sind böse Läuft, fast schlimm böse Läuft. Bete zum heiligen Christoph, daß er euch trage mit seinen Schultern durch die greuliche Sintfluß dieser Zeit. Und ihr dort, esset geweihtes Salz und besprenget euch sechsmal des Tags mit geweihtem Wasser, auf daß euch der höllische Geist nit anstoße.

Erster Bürger, Tisch 2. Ei, lieber Rotfuchs, wer soll uns das Salz und das Wasser weihen? Ist kein Pfaff meh zu Rothenburg, der es tut.

Der blinde Mönch, mit erlogener Entrüstung. Das machet der Karlstatt, der Ketzer und Böswicht. Den jaget davon!

Kratzer. Ei, Fuchs, gib mir Bescheid: ist es Sach, was die Pfaffen sagen: der Heilige Vater ist über den Engeln im Himmel und dem Teufel in der Höllen und hat ihnen zu gebieten?

Der blinde Mönch. Ei du nichtsnutziger, ketzerischer Bub und Böswicht! Was gilt's, du bist ein Prager Student und hast mit dem Luther und Karlstatt dieselbe hussitische Pestilenzsuppen gelöffelt. Er faßt Kratzer an. Er starret von wiclefitischem Gift, er strotzet von hussitischem Aussatz, wütet itzt schlimmer als der englische Schweiß, machet die Leute schier rasend und wütig: kaufen keinen Ablaß und wollen keine Meß hören. Lachen. Lachet nit, hütet euch vor Todsünd! Hütet euch vor den höllischen, abgründischen, teuflischen, verzweifelten Rottengeistern, die itzund umgehen und die Menschen verderben. Machen ein Geschrei unter den Leuten: das Jubeljahr stund vor der Tür. Treiben es in die Herzen, als sollte der Barbarossa wiederkommen, als sollt gar der Heiland wiederkommen auf die Welt und tausend Jahr eitel Fried und Freude anrichten. – Gott helf euch, ihr arme, verblendete Widerchristen! Wo das beschehe, was sollte wohl dann der Töpfer zu Rom mit seinen Götzen anfangen? Wer wird dann noch Götzenfleisch essen? Zur Messe gehen? Den Kirchenstock füllen? Die Pönen bezahlen? Die Päpst, Kardinäl, Bischöf, Meßpfaffen, Mönch, Kobold, Kielkröpf mästen? Wer wird Münster und Dome bauen, wann man Gott in keinem Tempel meh anbeten wird, sondern allein im Geist und in der Wahrheit? Wer wird noch des Fürsten und Herren Geleit brauchen und bezahlen auf der Landstraßen, so man überall sicher ist gleich wie in Abrahams Schoß? Was wird aus den Heckenschindern und Stegreifrittern werden, wo ihre Klepper nit meh sollen armen Kaufleuten und Bauern die Beutel abbeißen? Wann sie nit meh sollen Anschlag machen, reißen, rauben, ropfen, schätzen und stehlen? Nein und mitnichten, liebe Brüder! Euer Fürnehmen ist wider Christum, als der Luder schreibet: dann, wer da wider die Gottlosen schreiet, ist wider Christum. Der barmherzige Samariter – ist wider Christum. Wer dem armen Lazarus die Schwäre wäscht – ist wider Christum. Wisset ihr nit, was im Evangelium stehet: bekrieget euch! mordet euch! sitzet einer über den andern zu Gericht! Bestehlet und belüget euch! Wenn einer zehn Röcke hat, so reiße er dem den elften vom Leibe, der nur einen hat. So verstehet der Papst, so verstehen die Pfaffen das Evangelium. Aber Gott sprach: es werde Licht! und so ward es Licht; und so licht ist es worden, daß ich es scheinen sehe, Gott sei mein Zeuge! durch meine blinden Augen. Er setzt sich überwältigt.

Stimmen. Vivat die deutsche evangelische Freiheit! Vivat der blinde Mönch! – Bundschuh, Bundschuh!!

Der blinde Mönch, zu Kratzer. Wisset Ihr schon? Der Bruder Andreas zieht gen Würzburg mit dem Geschütz.

Kratzer. Es ging die Flugred, aber ich mocht's nit glauben. Ist es gewiß?

Der blinde Mönch. Ja, Bruder. Wir haben heut vor Tag zum letzten Male miteinander Gott Lob und Dank gesagt, drunten im Tal, in der Kapelle zu Kobolzell.

Schäferhans, mit ingrimmiger Gebärde. Sollen wir mit dem Böswicht, dem Karlstatt, ins bäurische Läger reiten? Das tue der Teufel!

Der blinde Mönch. Was hast du wider den Karlstatt, Bruder?

Schäferhans. Auf Kavaliersparole, ich will dem verdammten Ketzer und Schänder Mariens mit der Misericorde den Kopf voneinander spellen, eh daß ich zulaß und erduld, daß er ein Cavall besteigt!

Kratzer, zu anderen behext. Muskaten in Warmbier sind gut vor die Mutterkrankheit. Dafür, daß das nit beschehe, hat der Florian Geyer Galgen ufrichten lassen.

Erster Bürger, Tisch 1. Gestern, kaum daß sie den Galgen hatten fertiggemacht, ist der Klaus Yckelshaimer von Gailzhofen daruf gestiegen und hätt geschrien: er wollt sein'n Junker Kunz Ofner daran henken.

Hausierer, ausrufend. Kauft, kauft! Frischen Ablaß von Rom, Dispensationen warm vom Heiligen Vater! Wer am Fasttage Milch und Butter essen will, zahlt zwei Gulden rheinisch. Beiläufig. Der Kardinal Cajetan absolvieret sich selbst, ißt Fleisch in den Fasten, so viel er mag; die deutschen Fisch verderben ihm den Magen. Geld, Geld für die Peterskirche! Ein Heiliger muß seliggesprochen, die Türken immer bekriegt werden. Das Pallium des Erzbischofs von Mainz kostet zwanzigtausend Gulden, ist aber noch nit bezahlt. Hier kann man Christum kaufen für zwei Weißpfennig. Kauft, kauft! Gebt Prager Groschen oder Regensburger Pfennige, deutsche Goldgulden oder italienische Florene! – Lorenz Valla: die angebliche Schenkung Konstantins, woraus sich der Papst die weltliche Herrschaft erlogen! Das große Gotteswunder zu Bern! Die Verbrennung des Johann Hus zu Konstanz seines Glaubens willen! Savonarola, gefoltert, gehenkt und verbrannt seines Glaubens willen! Johannes Hilten, verschmachtet im Kerker zu Eisenach seines Glaubens willen!

Kilian, der Harnischweber, ist gekommen und spricht Kratzer an. Ich soll dem Florian Geyer den Harnisch flicken?

Kratzer. So geh ins Zeughaus, Bruder! wo die zwo neuen Büchsen stehn, die sie ins Würzburger Läger wollen führen. Hänsle Boßle Keßler, der Büchsenmeister, hätt den Geyer heut morgen in der Kühle dahin abgeholet.

Kilian nimmt Platz.

Menzingen, ohne Harnisch, sehr geschäftig, tritt ein. Zu Kratzer. Ist der Florian Geyer schon aufs Zeughaus gangen?

Kratzer. Vor lang, Bruder! – Wie sieht's auf der Gassen aus?

Menzingen. Anders, dann es ausgesehen hat, bevorab der Geyer und die bäurischen Hauptleut einzogen. Just als lebten wir mitten im Gottesfrieden. Da es still geworden ist und viele auf ihn achten und horchen, wendet er sich an die Gesamtheit. Ich wünsch euch viel seliger Zeit, liebe Brüder!

Viele Stimmen. Gute Zeit, Bruder Menzingen! Gott dank dir, Bruder!

Menzingen. Wie ist euch zu Sinn, in eurer neuen, bäurischen Haut?

Erster Bürger, Tisch 2. Seit Rothenburg schwarz ist worden und zu den Bauern gefallen, ist mir zu Sinn, Bruder, als wann ich von den Franzosen genesen war.

Zweiter Bürger, Tisch 2. Bruder, wir haben gewett, ich und der Engelhart Goppolt: als der Florian Geyer vor zween Tagen draußen vor dem Rathaus uf den Schrannen stund – hat er da nit gered't und geschrien: uf hundert und ein Jahr sollt sich die Stadt der Bruderschaft zugeloben?

Menzingen. Hast recht gehört, Bruder!

Zweiter Bürger, Tisch 2. Und mittlerzeit, bevor nit die große, allgemeine Reformation ufgericht ist worden durch hochgelahrte, christliche Männer und Kundige der Geschrift, sind wir nit gehalten, Zins zu zahlen, Zehnt zu geben, noch auch weder Gült, Handlohn, Hauptrecht. Brauchen nit steuern, dienen, fronen, sundern sind frei aller ungerechten Bürd und Beschwerd.

Menzingen. Hast recht gehört, Bruder!

Dritter Bürger, Tisch 2. Vivat die deutsche evangelische Freiheit!

Vierter Bürger, Tisch 2. Alles muß gar gemein sein. Gleiche Bürden bricht niemand den Rücken.

Dritter Bürger, Tisch 2. Wir wollen frei sein als die Schweizer und in der Religion mitreden als die Hussiten.

Zweiter Bürger, Tisch 1. Reitet Ihr auch mit dem Geschütz?

Menzingen. Nein, Bruder. Ich will eine Gemeine hie zu Rothenburg mitnichten verlassen, ich will bei euch sterben und genesen.

Dritter Bürger, Tisch 1. Vivat Junker von Menzingen!

Hausierer, ausrufend. Concilium, Concilium! Zu Menzingen. Luget, Bruder! Verstopfen sich die Ohren wie der Papst zu Rom, wollen nichts hören davon. – Der neue Karsthans, von dem edlen Ritter Ulrich von Hutten, so jetzund, von den Pfaffen verfolgt, auf einer Insel im See bei Zürich sein teures Leben geendet hat. Junker Helfreich, Reiter Heinz und Karsthans haben ein schön Gespräch miteinander, sehr unterhaltlich und lehrreich zu lesen.

Kilian, an Tisch 2 tretend. Ich soll dem Florian Geyer den Harnisch flicken.

Jörg Kumpf ruft durchs Fenster. Gott grüß dich, Bruder Menzingen!

Menzingen. Gott dank dir, Jörg! Tritt herein, nimm einen Frühtrunk.

Jörg Kumpf. Muß aufs Zeughaus, Bruder, hab Eile! ... helfen, unser Geschütz gen Würzburg führen.

Menzingen. Brav, Jörg, keiner darf sich sparen und dahinten bleiben, wann das Evangelium ein'n Beistand verlangt.

Kratzer. Potz Bauch, Jörg! Du rasselst ja wie ein Harnischreiter.

Jörg Kumpf. Ich hab ein'n Harnisch an.

Menzingen. Tu dich herein, Jörg, laß dich anschauen. Jörg verschwindet vom Fenster.

Hausierer. Judas in Rom! Simon in Rom! Zur Kellnerin. Herzu, Gret Müllerin, geh mir um den Bart, sollst eine fette Pfründe haben. Kannst nit lesen, kannst kein Latein, so laß deinen Bettschatz die Pfarre versehn.

Jörg tritt ein, verweilt aufgehalten an der Tür.

Entlaufener Mönch. Ein grader Bursch!

Erster Bürger, Tisch 1. Gelt wohl! Ist der junge Jörg Kumpf, Bürgermeister Kumpfens Bruder!

Entlaufener Mönch. Bürgermeister Kumpfens, der in der Pfarrkirchen dem Priester unterm Tagamt das Meßbuch herabgeworfen und die Schüler aus dem Chore verjagt hätt?

Erster Bürger, Tisch 1. Just der, Bruder.

Jörg Kumpf, forsch vortretend.

Menzingen. Wahrlich, meiner Seel, Bruder! Du bist für den Harnisch geboren.

Kratzer. Ein fast guter Küriß, Nürnberger Gemächte. Kilian. Schütt dich der Ritt! Nit Nürnberger Gemachte, sundern ich hab es gemachet, und hie zu Rothenburg; mit meiner Hand hab ich das Harnasch gemacht.

Kratzer. Da nimm! Ein Trunk Weins ist gut für den Weg. Uf daß Ihr mögt brav anpochen uf Unsrer Frauen Berg.

Jörg Kumpf. Das wollen wir wohl tun! Singt.

Die Singerin singt den Tenor schon,
die Nacht'gall den Alt in gleichem Ton;
scharf Metz bassiert mit Schalle;
die Schlange den Diskant warf darein;
sie achten nit, wem es g'falle.
Sie sungen, daß die Mauern klubend
und Bett und Polster zum Dach ausstubend.

Alle singen begeistert.

Sie sungen, daß die Mauern klubend
und Bett und Polster zum Dach ausstubend.

Der blinde Mönch. Gott segne und behüte dich auf deiner wehrlichen Maienfahrt!

Der Schultheiß tritt ein. Gutes Jahr, liebe Brüder! Das Geschütz rückt fort, zwölf Gäule vor jedem Stück! Sind in ganzer deutscher Nation so fast prächtige Büchsen nit meh zu finden, als eure sind.

Stimmen. Vivat Rothenburg!

Alles bricht auf, Hals über Kopf; es wird eilig bezahlt, und das Zimmer leert sich vorn vollkommen. Nur Kratzer, Menzingen, der Schultheiß und der blinde Mönch bleiben, dann die Kellnerin, welche die Tische abräumt.

Kratzer, einem Bauern den Kugelhut reichend. Da ist dein Kugel, vergiß sie nit.

Menzingen, der Papiere mit sich hat, versucht ein wenig zerstreut eine Truhe zu öffnen, die irgendwo unauffällig im Zimmer steht.

Kratzer, eine Kanne mit Wein füllend, bemerkt Menzingen. Der Schlüssel ist hie.

Menzingen, den Schlüssel abnehmend, die Papiere weisend. Ist wieder ein ganz Bibelbuch vollgered't worden im Ausschuß.

Der blinde Mönch. Haben sich wieder weidlich gerissen um die Narrenkappe.

Feistle tritt ein.

Kratzer. Mit ins bäurische Läger zu reiten, hätt sich aber keiner gerissen. Ist jeglicher nur bedacht gewest, den Kopf aus der Schlinge zu nehmen – was willst du, Feistle?

Feistle. Steht einer vorm Rödertor, Bruder! Begehrt Einlaß!

Menzingen. Ist er markgräfisch?

Feistle. Soviel ich hab sehn gekonnt, hätt er das bäurische Kreuz uf'm Arm.

Kratzer. Ist es ein reitender Bote, Feistle?

Feistle. Ich wollte mein Lebtag nit besser beritten sein, Brüder. Ich hab kein so schönes Pferd nit gesehen, seit Kindesbeinen.

Menzingen. Leicht, daß es der Wilhelm von Grumbach ist. Reitet ein schön milchweiß arabisch Tier.

Kratzer. Heiß ihn absteigen und zu Fuß hiehergehen, Feistle! Sust schlagen sie aber Lärmen und rennen zu Haufen.

Feistle ab.

Der Schultheiß, zu Kratzer. Bruder! Füll mir den Krug mit Tauberwein.

Kratzer. Wollt Ihr den austrinken, Bruder?

Der Schultheiß. Bis zur Nagelprob; heißet mich einen Pfaffenknecht, wenn ich so viel darin laß, davon eine Laus mag trunken werden. –

Menzingen. Wo habt Ihr den Wilhelm von Grumbach zum letzten Male gesehen, Bruder Bezold?

Der Schultheiß. In Würzburg im bäurischen Kriegsrat. Ist mit Botschaft an den Markgrafen Kasimir abgefertigt. Hat überdas dem Florian Geyer zugesagt, gute Reiterfähnlein in Wartgeld zu bringen, auch ein stark Fähnlein Hakenschützen wider den Bund zu werben.

Menzingen. Bruder! Ich bin glaublich bericht, der Markgraf stehet in starker Rüstung, ist mit einem großen Zeug aus Onolzbach ins Feld, meh dann sechshundert reisige Gaul, ob zweentausend Fußknecht, vierzehn großer Stück.

Der Schultheiß. Jetz nu wir Rothenburg haben eingenommen, ist dem Markgrafen der Spieß an Bauch gesetzt. Er muß Vertrag suchen, es sei ihm lieb oder leid. Es tut auch nit not, daß, wie ihr es wollt haben, der Geyer noch gen Ansbach hinüber verreite.

Menzingen. Achtet des Markgrafen nit zu lützel. Wo ihr nit dazu tuet, kann es geschehen, daß ihr die zween Rothenburger Schlänglein nu und nimmer ins Würzburger Läger bringet.

Der Schultheiß. Der Markgraf ist ein Fuchs. Er müßte zum grauen Esel sein worden, wo er ihm unterstund, die zwo Stück anzutasten. Sollt er uns die abstricken, das wäre die bloße Hand ins Feuer geschlagen.

Menzingen, geärgert. Mag sein, Bruder! Aber bedenket doch ja, was ein Bundesgenosse der Markgraf ist. Schwöret er in die Bruderschaft, so mögt ihr des Georgen Truchseß und des Schwäbischen Bundes getrost gewarten und brauchet nit weiter Sorge zu tragen.

Der Schultheiß lacht auf. Kennt Ihr das Märlein, Ritter, wo die Schafe wider den Wolf einen Wolf gewonnen zum Bundesgenossen? Darnach würgeten zween Wölfe in ihren Reihen. Mitnichten, Bruder, befrage den Geyer darum; wir lassen es uns nit um deswillen so blutsauer werden.

Menzingen. So wollt ich, ich lag im tiefsten Turm, oder ich hätt Euch Rothenburg nit eingeben.

Der Schultheiß. Habt Ihr es uns eingeben? Ei, potz Haut!

Menzingen. Ich hab mich in keinem Weg gesparet und auf der faulen Haut gelegen, sundern Leib, Gut und Ehre daran gesetzet, bis ich die Bürgerschaft dahin bracht, daß ihr habt können einreiten und euch ins gemachte Bett legen. Dawider ist das der Dank gemeiner bäurischer Bruderschaft. – Ich bin dem Markgrafen Kasimir mit Diensten verpflicht't, und wenn man sich unterstehet, unbrüderlich gen Seiner Liebden fürzunehmen ...

Der Schultheiß. Bruder Menzingen, Ihr gefallt mir nit.

Menzingen. Ihr auch nit, Bruder!

Der Schultheiß. Ihr spart Euch nit und schaffet tüchtig. Ob aber der evangelischen Freiheit zulieb oder zuleid, weiß keiner zu sagen.

Menzingen. Ich bin dem Evangelium und gemeiner evangelischen Freiheit so fast ergeben als irgendeiner in deutscher Nation, und wer das widerficht, dem will ich mit der Wehre zu Willen sein und ihn treffen, um welcher Stunde es ihm beliebt.

Der Schultheiß. Bruder! Mein Herz ist fröhlich, und ich will den Handel gern mit der Kanne ausfechten, sofern Ihr Belieben tragt. Zu meh hab ich nicht Zeit. Was geht's mich an, was Ihr tut! Machet es mit Gott aus und mit Eurem Gewissen. Er tut einen kolossalen Trunk. Das habe ich allen guten evangelischen Brüdern zugebracht, und wer ein so gut bäurisch Herze hat als ich, der tu mir Bescheid. Ich muß ins Zeughaus. Lebet wohl miteinander. Ab.

Eine Stimme schreit außen. Schlagt tot! Schlagt tot!

Menzingen. Ist ein höllisch weitläufiger Handel, Bruder Rektor!

Rektor Besenmeyer, der an einem Tisch in Mareis Nähe still gesessen. Meid das Feuer, so meidst den Rauch. Willst du das Maul krümmen und sauer sehen, wo der großmächtige göttliche Läuterbrand ein klein Räuchlein machet?!

Menzingen. Weiß keiner, wohin es noch mag geraten. Haß, Händel, Gezänk, Unfried überall.

Rektor Besenmeyer. Wohin es noch mag geraten; Bruder? Ist alles viel baß, dann es vorher gewest. Sollen wir itzt nit ein wenig granten, gumpen, blitzen und ungeschickt sein? Sind sie doch kaum aus dem Block entrunnen. Konnte schier niemand einen Bissen essen, einen Tropfen trinken, es war ein Gesetz darüber gemacht. Man müsse sich aber kleiden und scheren, so und nit so gebärden, diese Speise nit essen, jenen Trunk nit trinken und was der Dinge meh ...

Volksgemurmel und Lärm kommt näher. Karlstatt, todblaß, flüchtet herein; ihm folgt in rasender Wut Schäferhans, Jörg Kumpf, der ihn festhalten will, hinter sich herziehend.

Karlstatt. Helft, helft! liebe Brüder!

Schäferhans. Der Teufel soll dir helfen, der dein Meister ist. Hast du nit die gebenedeite Jungfrau Marie ein Grasmaidlein geheißen? Ihre Bild zerstört, die Köpf absägen lassen, Sakramentshäuslein umwerfen, den zarten Fronleichnam aus dem Käpslein nehmen und unehrlich ausschütten lassen? Potz Zinkes! wer den Ächter und Teufelskirchner durch den Kopf haut, der braucht keinen Ablaß nit meh sein Leben lang kaufen.

Jörg Kumpf tritt zwischen Karlstatt und Schäferhans. Friede! Steck die Wehr ein, Schäferhans!

Schäferhans. Büblein! Du tritt beiseit, in drei Teufels Namen, oder ich will dir den Hundshaber dermaßen ausdreschen – Er will wieder auf Karlstatt los.

Jörg Kumpf. Kotz Bauch! meinst, daß ich nit fluchen kann so fast wie ein Landsknecht? Gib Friede! Steck deine Wehr ein! oder –

Schäferhans, gehindert, momentan ruhig. Brüderlein! tritt aus dem Weg, suster, wenn ich dir dein Treff geb, so schläfst du ein, und wenn ich dich schlafen leg, so hab ich das Dutzend voll.

Karlstatt. Was hab ich dir Böses getan, lieber Bruder? Womit hab ich mich versündigt an dir, daß du mir nach dem Leben trachtest?

Schäferhans. Du mußt bluten, so wahr ich ein ehrlicher Landsknecht bin.

Karlstatt, mit ausgebreiteten Armen vor ihn hintretend. Wohlan! hau zu! und verzeihe dir's Gott!

Ein Bauer, leise zu Schäferhans. Tu's nit, Schäferhans! Dem Karlstatt kann keine Wehre nichts anhaben.

Karlstatt. Hau zu, lieber Bruder, und Gott vergeb dir's!

Schäferhans, wie von einer geheimnisvollen Kraft gelähmt, das Schwert kurz in die Scheide stoßend. Ich fürcht mich vor keiner schwarzen Kunst. Ich bin auch fest, so gut wie ein anderer, aber nit durch den Teufel, sondern durch Gott und weil ich St. Johannis Evangelium allweg uf dem Busen trag – kotz! vexierest du mich?

Kratzer. Was gehst du mich an?

Schäferhans. Ob du mich scheel angesehen, frag ich dich!

Kratzer. Daß dich potz der und jener uf ein Haufen schänd! Willst du itzt gar mit mir Händel suchen?

Stimmen. Je, ruft doch den Florian Geyer herbei!

Schäferhans. Oha! risch! immer herfür mit dem nassen Vogel, und rufet noch zehn andre bäurische Hauptgecken und lausige Schmalzbettler dazu. Mit einem Packscheit wollt ich mir ihrer zwölf Dutzend vom Leibe halten.

Geyer und Wilhelm von Grumbach treten ein.

Geyer. Was geht hie vor?

Schäferhans. Ich bin ein ehrlicher deutscher Knecht, hab Kaiserlicher Majestät allweg treu und redlich gedient; niemalen keinen Profossen unter der Hand gewest; hat auch niemalen kein Malefizgericht über mich gesessen. Bin auch kein Ächter nit. Hab auch niemalen den Franzosen gedient wider Kaiserliche Majestät und deutsche Nation.

Geyer. Kennest du mich?

Schäferhans. Ob ich Euch kenn, Junker? Ich kenn Euch wohl, Junker. Von Pavia kenne ich Euch. Von daher kennt Ihr mich auch wohl, und wenn Ihr's begehrt, so will ich Euch hie ein Lied singen im Pavier Ton. Kennet Ihr den Pavier Ton, Junker? Starret Ihr mich an, Junker? Ich sterb nit davon. Er wendet Geyer den Rücken und tritt frech an den Schenktisch. Ich sterb überhaupt nit, dann ich hab's vom Tod schriftlich: er läßt mich leben, bis ich ein Paternoster gebet't. Da kann er lang warten. Er lacht betrunken, und sein Lachen geht in unreinem, trotzig-hämischem Halbsingen unter.

Wir sind vom Ritterorden,
doch itzund arm geworden;
noch wollen wir empor.
Wir wollen zu Kind und Wiben,
von den man uns vertrieben,
und Schloß han wie zuvor.
Uns soll der Pövel helfen,
dann falln wir gleich den Wölfen
in geistlich Hürden ein,
all Pfaffen zu verjagen,
sie all zu Tod zu schlagen,
zu trinken ihren Wein.
Das göttlich Wort sagt eben:
Wir müssen christlich leben
und alle Brüder sein.

Geyer. Landsknecht.

Schäferhans. Ei!

Geyer. Steck die Wehr ein.

Schäferhans. Blau!

Geyer. Wo bist du hie?

Schäferhans. Kotz! zu Rothenburg.

Geyer. So sollst du das Stadtrecht wissen und halten. Er schlägt ihm mit der Faust mitten ins Gesicht, so daß er lautlos zusammenbricht. Karlstatt und andere bemühen sich um Schäferhans.

Geyer, ganz ruhig zu Karlstatt. Seid Ihr noch immer willens, Bruder Andreas, mit dem Geschütz zu reiten?

Karlstatt. Ja, Bruder Geyer, so Gott mir helfe.

Menzingen. Hie habet Ihr erst einen Vorschmack bekommen. Es sind viel ungeschickte, tolle und wilde Leut in den Lägern.

Karlstatt. Bewahre uns Gott vor Menschenfurcht. Es ist nit gar lange her, da waren mein Schwager zu Frankfurt und ich die einigen zween evangelischen Brüder im Reich. Itzt, wo Gott die Saat, von uns gesäet, hat lassen aufgehen, itzt sollt ich kleinmütig sein, die Birn in der Kachel umreiben? Mitnichten, ihr Brüder!

Wilhelm von Grumbach. Ich komme von Würzburg und kann Euch auf meine Ehre versichern: Ihr laufet Gefahr Leibes und Lebens allda.

Karlstatt. Gotteslohn, lieber Warner, aber ich besorg nit, daß meine Brüder zu Würzburg mir indert was sollten zuleide tun. Der arme verblendete Schäferhans hat bis diesen Tag nur allein Fürsten und Herren gedient. Die aber haben mich allweg gejagt, verfolgt, mir nach dem Leben getracht und mich ihren Dienern aufgered't als einen schwarzen, höllischen Böswicht. Dawider das arme Volk, das in Lehmhütten hauset, auf Stroh schläft und Hungerbrot zehret, das kennet den Bruder Andreas wohl.

Wilhelm von Grumbach. Das wäre wohl recht und in keim Weg etwas dawider zu sagen, wo nit der Luther wider Euch sich hätte mit Schriften gewandt.

Karlstatt, fanatisch. Der Luther ist dem Teufel auf den Schwanz gebunden. Vor kaum zween Wochen hat er's in Druck lassen ausgehen und wider Fürsten und Herren gewütet: erschlagen euch die Bauern nit, so müssen's andre tun. Heut speiet er Mord und Brand wider die Bäurischen aus: man soll in sie stechen, schlagen, würgen. Man soll die Büchsen lassen in sie sausen.

Menzingen. Der Luther gilt dannoch fast viel bei den Leuten.

Karlstatt. So hat sie der Satan mit Blindheit geschlagen, wenn sie einem Manne traun, der heute süß red't und morgen sauer. Der Luther verstehet die Läufte nit. Schwarmgeister nennet er uns; böse, teuflische Rottengeister nennet er uns. Das macht: es ist ihm bequem und genehm, das Evangelium auf der Zunge zu haben, zu lehren, darüber zu disputieren, aber ihm zu geleben ist ihm nit bequem. Und doch ist all Reden, Plärren und Wortemachen eitel Dunst. Die marderne Schauben abwerfen, allem Hochmut, Pracht und Reichtum entsagen, einen groben Zwillich anziehen und den, wo es not tut, dem Nächsten fröhlich dahingehen: das hab ich getan, ist aber des Luthers Sache nit. Ich kenne den Luther wohl. Ich hab ihn zum Doktor promovieret. Er hat mich seinen verehrten Lehrer genennet und Freund geheißen. Itzt ist er mein grimmer Feind; aber ich achte seiner Schmachbüchlein also wenig, als hätt ich auf einen Würfel getreten. Lebet wohl, liebe Brüder! Mir wird geschehen nach Gottes Willen. Karlstatt hat vielen die Hand gegeben und entfernt sich jetzt, begleitet vom blinden Mönch und anderen.

Geyer. Der Luther hat ein Weib genommen. Darum kann er nit kommen. Es kommt einem hart an, wider den Luther das Maul auf zutun. Wir bedürfen seiner so fast und sehr. Wehe, daß er zum Judas worden! Christlich frei und leibeigen will er das Volk. – Ich kann itzt nit zum Markgrafen verreiten, Stephan!

Menzingen. Hast du von toten Fischen geträumt, oder ist dir ein Hase über den Weg gelaufen?

Geyer. Es leid't mich nit meh, ich möchte drei Klepper totreiten und je eher je lieber wieder in Würzburg sein. Gereuet mich fast, daß ich bin fortgangen. Er trinkt. Ein guter Trunk, Bruder.

Kratzer. Glaub's schon! Fritz Teuber, der Ratsknecht, hat ihn gebracht, vier Kannen voll, zu einer Verehrung für Euch vom hohen Rat.

Geyer, lachend. Daß dich die Drüs! Die Ehrbarkeit schenket mir alten Wein. Gott geb's, daß ihr der neue, den ich hereingebracht hab, also wohl eingehe als mir der alte.

Menzingen, aus einem Schrank des Wirtes ein Meßgewand und Kruzifix vorziehend. Zween feiner, kunstreicher Stück.

Geyer, lachend. Habt ihr Sackmann darüber gemacht?

Menzingen. Gerettet haben wir sie vor dem Karlstatt und seinem blinden Wüten. Er meinet, sollt kein Maler eine Tafel mehr malen, auch kein Bild mehr schnitzen, alles in dem Herzen gemalet sein.

Geyer, das Kruzifix betrachtend. Gott grüß die Kunst!

Kratzer. Vom Veit Stoß geschnitzelt, den sie zu Nürnberg durch beede Backen gebrennet.

Geyer. Was soll's damit?

Menzingen. Du sollst uns zu Rothenburg mitnichten für Filze halten.

Geyer. Gottes Dank, Stephan! Hebet mir's auf, Bruder Kratzer. Ich will es von Euch fordern, wann wir den Hasen miteinander speisen, der jetzt noch im Holze sitzt.

Wilhelm von Grumbach, Geyern zutrinkend. Ich bring dir's zu, Schwager!

Rektor Besenmeyer. Habt Ihr Kundschaft, Bruder, aus den Lägern vor Würzburg?

Geyer. Hab kein groß Ergötzen daran gefaßt. Sie wachsen aneinander im Kriegsrat über ein zerbrochen Glas. Keiner weiß, wer regiert. Schlagen einander blutige Köpfe. Was sie mir zugesagt, halten sie nit. Nehmen keine Reiter an. Haben die Landsknechte lassen davonziehen, die in den Lägern waren, und zum Gegenteil übergehen. Jedoch noch bin ich guten Muts und fürcht mich nit. Die Schwarzen sind meine Ringmauer.

Wilhelm von Grumbach. Vor dreien Tagen ritt ich in Würzburg ein, vor zween wieder heraus. Konnte wohl merken, daß der Geyer nit in den Lägern was. Alles toll und voll gesoffen. Hab müssen absitzen, den Gaul durch die Gassen am Zügel führen, daß er nit einem trunknen Manne, Weib oder jungen Kind ins offne Maul trat.

Menzingen. Gute Botschaft vom Markgrafen?

Wilhelm von Grumbach. Er will zween Räte ins bäurische Läger senden.

Geyer, mit Entschluß. Wohlan. –

Menzingen. Haben sie angefangen mit Schießen?

Wilhelm von Grumbach. So fast sie mögen von der Schutt und aus dem Schlosse herunter. Schon grausam viel Schaden getan in der Stadt und vielen Bäurischen das Leben gekost't.

Geyer. Gen Würzburg! – Gen Würzburg! – Geschrei auf der Gasse: »Vivat Florian Geyer!« Was bedeutet dies?

Kratzer. Wollen Euch sehen, bevor Ihr abreitet.

Rektor Besenmeyer. Wenn's Euch beliebt, Bruder Geyer, redet ein gutes Wörtlein, zum Abschied, ein kräftig Wörtlein, so wie Ihr's im Busen habt, trotz allen Oratores und Predigtmachern.

Geyer, durch das Fenster hinausredend. Ich dank euch, liebe bäurische Brüder! Lebet wohl, liebe evangelische Brüder. Ich gehe von euch, damit das Gottestreiben dieser Zeit zu einem seligen Ende geführt werde. Im Kyffhäuser ist es lebendig worden. Der heimliche Kaiser hat sich geregt und gereckt. Der Barbarossa ist auferstanden und wird herfürtreten mit ganzer Macht. Die Tochter des reichen Mannes wird er dem armen geben. Pfaffen und Mönche wird er abtun. Das unrechte Recht wird er verdrucken und das rechte Recht ufrichten.

Das Reich muß reorganisieret werden. Von Franken aus muß es geschehen. Fränkisch ist die alte Reichsverfassung. Fränkisch wird die neue sein. Wir haben zu wählen, die Stämme, und nicht die Fürsten. Was ist uns der spanische Karl? Ein Fremdling, der unsere Not nit versteht. Wir wollen ein deutsch evangelisch Oberhaupt: einen Volkskaiser, keinen Pfaffenkaiser. Er soll den Krönungseid schwören, aber von seinen sechs Fragen sollen nicht bloß zwei sich auf das Volk und vier auf das Papsttum beziehen. Und wie der neugewählte König hat Antwort zu geben: »Ich will«, so sag ich auch: Ich will, ich will, ich will ... Dem Barbarossa will ich den Weg bereiten.

Enthusiastischer Tumult auf der Gasse. Vivat Florian Geyer! Alle im Zimmer Anwesenden Stimmen mit ein. Sie drängen sich, Geyern die Hand zu geben, der sie allen schüttelt. Lachen, Rühren und Hoffnungsfröhlichkeit. Rufe. Bundschuh!

Geyer nimmt aus dem Tuche mit Krebsen, das er gewahrt, übermütig einen heraus und setzt ihn auf den Tisch, dabei rufend. Der alte Krebs lehrt sin Kind den Strich, daß sie noch heut gehn hinter sich.

Rektor Besenmeyer. Mutter Maria! Bald hätt ich's vergessen, Bruder: hie ist eine Dirne, mit Posten für dich.

Geyer und Rektor Besenmeyer begeben sich zu Marei und versuchen sie aufzuwecken.

Wilhelm von Grumbach, roh und brutal überm Tisch erzählend. Jüngst hab ich einem das Krebsen versalzen, einem, so bei dem weiland Pfaffen zu Würzburg Diener was. Fischete und krebsete in meinen Weihern und Wässerlein, als ob sie bischöflich wären. Hab ich ihn lassen fahen durch meine Knechte, ihn über dem Bächlein ufhenken, das ihm so wohl behagt, an einer Weiden; ein weit weiß Gewand ihm anlegen lassen, und das mit Krebsen und Fischen bemalet. Sind die Raben nach ihm geflogen, drei und meh Wochen. Hat kein Krebslein nit meh gegriffen. Bin vor ihm sicher gewest, kotz Schweiß!

Kratzer. Es geht das Gerücht, der Truchseß von Waldburg hab eine Schlacht gewonnen wider die Bäurischen, nit fern von Böblingen.

Menzingen. Eine Flugred eine Lugred, von Herren erdacht und Pfaffenknechten, einen Schrecken und Abfall unterm Volk zu machen.

Jörg Kumpf tritt ein, stattlich und stramm. Ich tu Euch kund, Bruder Geyer, das Geschütz rückt fort. –

Menzingen. Was macht Ihr Euch doch mit der Dirne zu schaffen!

Geyer, Marei gewaltsam emporreißend. He! uf! – steh uf!

Rektor Besenmeyer. Hie ist ein Brief.

Geyer, erbricht ihn. Vom Bruder Löffelholz, meim Feldschreiber, in Latein verfaßt, des ich nit mächtig bin. Gibt den Brief an Rektor Besenmeyer, der sich damit entfernt. He, wachst du itzt auf? Was hast du für Mundbotschaft?

Menzingen. Kennst du die Dirne?

Geyer. Sollt ich sie wohl nit kennen? Zwo Jahr und darüber hab ich sie bei mir im Zelt; mit aller Marter hab ich sie müssen einem böhmischen Reiter abhandeln.

Wilhelm von Grumbach. Fünfzig Goldgülden für die Dirne! Bist du's zufrieden, Schwager?

Menzingen. Soll sie dir leicht in der Badstuben Handreichung tun?

Geyer. Spare dein Gold, Schwager. Sie ist zu nichts nütz, dann daß sie ein wenig die Laute schlägt.

Wilhelm von Grumbach. Hundert Goldgülden, Schwager!

Geyer. Nit um tausend, nit um zehntausend. Und nähmst du sie flugs heut, ist sie schon morgen wieder in meinem Zelt. – Was macht der Tellermann?

Marei. Den Tellermann haben sie in die Eisen gelegt.

Geyer. – Was macht der Tellermann, Dirne? Hör, was man fragt!

Marei, trotzig. Ich hab's gehört.

Geyer. Trink Wein und stärke dich. – Bist lange in der Irre gelaufen?

Marei. Nein, Kapitän.

Geyer. Wann bist du von Würzburg fort?

Marei. Gestern nach dem Ausschlagen.

Geyer. Wer hat dich abgefertigt? –

Marei. Der Bruder Löffelholz.

Geyer. Wie geht's dem Bruder Löffelholz?

Marei. Liegt im Zelt und ist krank, Kapitän.

Geyer. Gott geb ihm Genesung! – Was macht der Tellermann?

Marei. Den Tellermann haben sie in die Eisen gelegt.

Menzingen. Sie redet irre, sie ist nit bei Sinnen.

Marei. Ich bin bei Sinnen und red nit irre.

Geyer schreit sie an. Wen haben sie in die Eisen gelegt?

Marei. Den Tellermann.

Geyer. Den Tellermann? – Meinen Leutinger?

Marei. Ja, Kapitän.

Geyer. Wer – hat den Tellermann in die Eisen gelegt?

Besenmeyer kommt wieder.

Menzingen. Was hat der Rektor?

Kratzer. Was habt Ihr für Kundschaft?

Rektor Besenmeyer, bleich, höchst aufgeregt. Gute Kundschaft. Nichts, liebe Brüder.

Wilhelm von Grumbach. Ich fürchte, der Teufel steckt in dem Brief.

Der Schultheiß tritt ein, hoch, frisch und fröhlich. Herzu, Kapitän, und vorwärts in Gottes Namen mit dem Geschütz! Die Stadtpfeifer geben uns das Geleit.

Geyer. Kotz Leichnam! – Verschließ die Tür. – Redet, Bruder, was steht in dem Brief?

Rektor Besenmeyer. Es sind ihrer zween Briefe, davon ich den ersten zur Hälfte gelesen. Stammt von Wendel Hipplern aus Heilbronn und ist vom Bruder Löffelholz beigeschlossen.

Kratzer. Was macht doch der Wendel Hippler in Heilbronn, Brüder?

Menzingen. Ei! – Hab ich's dir nit gesagt, daß er und andere bäurische Räte miteinander die große Reichsreformation beraten?

Wilhelm von Grumbach. Alle guten Köpfe haben die Bäurischen von Würzburg verschickt. Die strohernen haben sie bei ihnen behalten.

Der Schultheiß. Was geht hie vor, was habt ihr für Zeitung?

Geyer. Macht's flugs, Bruder Rektor! Was schreibt der Hippler?

Rektor Besenmeyer. Der Truchseß von Waldburg hat eine Schlacht gewonnen.

Wilhelm von Grumbach. Hat das Gerücht doch nit gelogen?

Geyer. Wo?

Rektor Besenmeyer. Bei Böblingen. Zwanzigtausend bäurische Brüder erschlagen.

Geyer. Zwanzigtau– – Den Klepper heraus! Gen Würzburg, gen Würzburg!

Menzingen. Zwanzigtausend Bauern erschlagen? –

Rektor Besenmeyer. Und einen haben sie aufgegriffen: den Nonnenmacher, der zu Weinsberg dem Dittrich von Helfenstein hat aufgespielt, bei seinem Todesgang.

Der Schultheiß. Ist er gerichtet, so hol ihn der Teufel!

Rektor Besenmeyer. Er ist gerichtet. Mit Gunst zu melden: doch als ein Böswicht von Teufeln gerichtet. Der Truchseß hat ihn öffentlich vor allem Volk an einen Baum lassen binden mit einer eisernen Ketten, ein Feuer in ziemlicher Weiten um ihn gemacht und also den Menschen langsam lassen verschwitzen und verbraten. Da ist er herumgelaufen als ein Hund, hat gelacht, geschrien, geflucht, gebrüllt, indes Herr Jörg Truchseß und andere Grafen und Herren vom Adel immer meh Holz haben herzugetragen, selbst, eigenhändig, bis er jämmerlich, kläglich verzuckt und verreckt ist. –

Geyer. So will ich deiner gewarten und deiner feilen bündischen Ströter, Hundsfötter und Straßenfeger, und bei Gottes Licht! mit was Maß du missest, soll dir wieder gemessen werden. Gen Würzburg! – Gen Würzburg!

Rektor Besenmeyer. Wollt Ihr nit anhören, was der Löffelholz schreibt?

Der Schultheiß. Was schreibt der Löffelholz?

Geyer, zu Marei, sich plötzlich erinnernd. Was hast du vom Tellermann gefaselt, wer hätte den wohl in die Eisen gelegt? –

Rektor Besenmeyer, schnell. Es ist ein Sturmangriff beschehen wider das Würzburger Schloß.

Der Schultheiß. Kotz hunderttausend höllische Teufel, was soll das itzt heißen!

Geyer – – – – schreit. Das ist nit wahr!

Rektor Besenmeyer. Mere, wahrhaftig, hie steht es geschrieben.

Der Schultheiß. Sie haben gestürmt –?

Rektor Besenmeyer. Erstlich sind sie die Schutt angelaufen ...

Der Schultheiß. Verrat! – Büberei! –

Geyer. Büberei! – Verfluchter Verrat!

Der Schultheiß. Hättest du mir gefolgt, Bruder Geyer! Hättest du eh lassen den Kohl und den Wertheim, den Götz und den Henneberger turnen und pflöcken, eh daß du dich hättest lassen hieher verschicken.

Geyer. Haben sie mir's nit auf Ehr und Gewissen gelobt, sollt keiner eine Tartsche ergreifen noch eine Sturmleiter anlegen, bevor nit Bresche gemacht wär worden? Haben sie nit teure Eide geschworen, daß sie nit wollten von Stürmen sprechen, bevorab ich das Rothenburger Geschütz zu ihnen ins Läger geführt?

Der Schultheiß. Verrat! – Büberei! –

Rektor Besenmeyer. Die Haufen der Bauern haben den Sturm erzwungen.

Der Schultheiß. Bruder! – Was hab ich gesagt? – Was haben wir dir gesagt damalen im Neumünster in der Kapitelstuben? – Mach dich zum Herrn über sie, bringe sie unter dich, regniere sie mit eisernen Ruten, zu ihrem Heil, zu unser aller Heil.

Geyer, zu Marei. Sind unsere Schwarzen dabeigewest?

Marei. Ja, Kapitän. Als sie die Hörner blusen: »welche fechten wollten, kämen recht«, haben die Unsern das Wilde-Manns-Fähnlein ufgericht; der mehre Teil der Unsern hätt sich darum geschart, und ist kein Haltens gewest. Ist der Tellermann unter sie treten und gesprochen: er hätt dir's mit handgebenden Treuen zugelobt, daß kein Sturm sollte beschehen, bevor du wiederum im Lager seist. Hat sich darob ein Gebrüll und Getobe erhebt: sie wollten auch bei dem Tanz sein. Viele haben geschrien, du seist des Franzosen heimlicher Diener, und viel ungeschickter und hämischer Wort dazu. – Hat der Tellermann sie Rebellen genennet, pflicht- und eidbrüchig, Meuterer, ehrlose Knecht ...

Geyer. Und da haben sie ihn in die Eisen gelegt. – Noch eins, Bruder Rektor: übel gerannt und übel gefallen, schlecht gewagt, den Sturm verloren?

Rektor Besenmeyer. Ja, Bruder Geyer!

Geyer. Freilich wohl. Er fängt an, Harnischstücke abzulegen.

Der Schultheiß. Bluts Willen! es ist hohe Zeit, daß wir arbeiten.

Geyer. Zu spät. – Wieviel sind tot blieben von meinen Schwarzen?

Rektor Besenmeyer. Über der halb Teil.

Geyer. – Kerls, in Mannheit auserlesen – hilf mir, Marei.

Der Schultheiß. Kotz Donner, Bruder – was hast du vor?

Geyer. Ich will in die Bruderschaft vom gemeinsamen Leben treten, Bücher abschreiben und deutsche Bibeln herumtragen.

Der Schultheiß. Bruder, du hanselierest.

Geyer, sein Schwert ablegend. Soll ich nit hanselieren, wo alle Welt hanselieret?

Der Schultheiß. Bruder – bist du von Sinnen kommen?

Geyer. Gefehlt! Zur Besinnung bin ich kommen.

Rektor Besenmeyer. Wollt Ihr nicht mit gen Würzburg reiten?

Geyer. Nach Würzburg? Nein! Gott weiß es, nein!

Der Schultheiß. Daß dich potz Marter schänd! Bist du abtrünnig? Willst du nit mit uns ins Läger reiten?

Geyer. So wie ich bin?

Der Schultheiß. Ei! – leg dich an.

Geyer. Und wenn ich mir flugs zwei Schwerter umhenke und drei Kürisse anleg, so hab ich nit meh Macht itzunder in diesem Spiel und bin ebensowenig nütz als ein jung dreijährig Knäblein.

Rektor Besenmeyer. Florian Geyer, Held von Weinsberg!

Geyer. – – – In Gottes Namen, laßt mich mit Frieden. Schnell ab.

Der Schultheiß. Bei St. Georg, der Geyer muß mit uns.

Feistle tritt auf, stößt mit dem Schultheiß zusammen, meldet. Reitende Boten vom Markgrafen Kasimir.

Menzingen, zu Grumbach, der sich erhebt. Wo willst du hin?

Wilhelm von Grumbach. Mit dem Boten gen Ansbach zu Markgrave Kasimir.

Menzingen. Gott geb's, daß der Geyer dich hinbegleitet. Itzt ist kein Heil, denn allein bei dem Markgrafen.

Der Schultheiß. Der Geyer muß mit uns. – Er muß – muß – mit uns.

Menzingen. Versuch's, Bruder Schultheiß.

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