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Faust - der Tragödie dritter Teil

Friedrich Theodor Vischer: Faust - der Tragödie dritter Teil - Kapitel 13
Quellenangabe
typetragedy
booktitleFaust ? der Tragödie dritter Teil
authorFriedrich Theodor Vischer
year1978
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-006208-X
titleFaust ? der Tragödie dritter Teil
pages3
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1862
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Achter Auftritt

Während Dr. Marianus spricht, öffnet sich die Vorderseite des Podiums, man hört dumpfes Geräusch, jener hält inne, in der Öffnung erscheinen Mephistopheles und Seismos.

Mephistopheles.
Dies Fuchsentaufefest
Ist noch zu kleinlich,
    Zuck,
    Ruck,
    Druck!

Seismos.
Mit gedranger Kraft geschoben,
Mit den Schultern brav gehoben,
So gelangen wir nach oben,
Wo uns alles weichen muß!

Dr. Marianus (während unter ihm der Boden sich hebt, der Humpen ihm entfällt).
Weh! welch plötzlich Hindernuß!
Fort, der Boden wird zur Schlucht!
Fort in allgemeiner Flucht!

(Alles flieht, nur Faust fällt hinab, der ganze Boden verschwindet unter Krachen, die Szene ist jetzt eine große Höhle, worin man verborgenes Gewässer rieseln hört. Faust liegt zuerst betäubt, erhebt sich langsam.)

Faust.
Geht es von der Taufe
Gar noch in die Traufe?

Mephistopheles (zu Seismos).
Hast brav geschafft,
Titanenkraft!
Bist mit Lob entlassen,
Schaff in andern Gassen!
(Seismos verschwindet.)
Aus der Tiefe kommt das Feuer,
Aus der Tiefe kommt die Quelle;
Mein Geschmack am Abenteuer
Scherzt auch gerne mit der Welle,
Spritzet Islands Wasserspeier
Aus des Schlundes Felsenschwelle,
Schüttelt Meere bis zum Grunde,
Daß sie bellen wie grimme Hunde,
Schleudert Ströme hoch von oben
In den Abgrund, daß sie toben,
Am Gestein empor sich bäumen,
Daß sie wütend im Zerschäumen
Wimmern, ächzen, schreien, brüllen,
Bebend Herz mit Schauer füllen.
Diesmal aber läßt der Meister,
Fausti Waschung zu erzielen,
Seine kühlen Wassergeister
In gemeßner Ordnung spielen.

(Er besteigt eine erhöhte Stelle an der Rückwand der Höhle.)

Faust.
Hu! Wie mich schon zum voraus friert:
Mir schwant, was kommt, wo dieser dirigiert.

Mephistopheles.
Lüftezug am hohlen Ort,
Nimm ihm erst die Kleider fort.

(Eine Art Wirbelwind weht Faust die Kleider vom Leibe. An den Wänden öffnen sich Nischen mit hervorragenden teils dünneren, teils stärkeren Röhren, an denen sich Handgriffe befinden. In der ersten Nische erscheint:)

Thales (am Griffe drückend).
Grundstoff sämtlicher Dinge,
Urelement, o Wasser,
Kräftig begießend springe,
Mächtiger Allumfasser!

Faust (stark begossen).
Ich spür's am massigen Gefäll,
Du doktrinärer Altgesell,
Die Philosophen sind prinzipiell!
Prrr!

(In der zweiten Nische erscheint eine:)

Nereide (am Griff drückend).
Milder, freundlicher begegne,
Perlend tröpfle, riesle, regne,
Grüße kühlend, schmeichelnd segne
Des geprüften Mannes Bahn,
Welle aus dem Ozean!

Faust.
Ah, ah! So laß ich mir's gefallen!
Dies feine Stäuben, milde Wallen,
Wie tut es wohl dem schwer geschlagnen Leib!
O Güte, Lindigkeit, dein Nam ist Weib!

(In der dritten Nische erscheinen:)

Zwei Tritonen (am Griff drückend).
Müßt ihn nicht schonen!
Wir, die Tritonen,
Wissen es besser,
Welche Gewässer
Fegen und bohnen!
Wild überstürze dich,
Wachsender Wellenkamm!
Peitsche gewaltiglich,
Rollenden Schaumes Schwamm!
Werde der See vertraut
Trockene Lederhaut
Älteres Herrn!
Salziges Seebad,
Wenn es auch weh tat,
Preiset man gern.

Faust (taumelt).
Der Teufel auch, so speit doch nicht so wild!
Man meint ja fast, man sei im Seebad Sylt,
Wo der geborstnen Welle Schaum und Blase
Noch anrollt mit so stürmischer Emphase,
Daß sie den Bader schleudert auf die Nase!

Pindaros (am Griff drückend).
Ob es von innen, ob von außen näßte,
Gesteh, das Wasser ist das Allerbeste!

Faust.
Ach, wieviel sanfter, reiner, lichter
Wirkt dieser Strahl, man spürt daran den Dichter!

Werner (am Griff drückend, stärkerer Ausguß).
Wasserkräfte! spricht der Werner,
Wirket stark und gründlich ferner!
Wasser schuf Granitbergs Hörner.
Wirket mächtiger und tiefer!
Wasser schuf selbst Glimmerschiefer.
Wirkt mit uriger Gewalt!
Wasser schuf selbst den Basalt.

Faust.
Wie? Was? Von unten auch Beschwerden?
Soll ich denn gar ein Berg noch werden?
Es drängt so sonderbar nach oben,
Fließt ab das Wasser oder werde ich gehoben?

Lyell (am Griff drückend, worauf breite, langsame, stetige Begießung folgt).
Fahrt doch nicht so gewaltsam zu!
Komm, armer Kerl, ich geb dir etwas Ruh;
Ich liebe nicht, was wütet und was speit,
Das wahre Agens ist die lange Zeit.

Faust.
Schon gut, das ließe sich ertragen,
Doch wird mir bang vor ungezählten Tagen;
Währt's denn wie bei der vielgestalten Erde
In Ewigkeit, bis ich formieret werde?

Priesnitz (mit mehreren Gnomen in blauen Schürzen erscheint von der Seite und schiebt eine große Kufe herein).
Zu künstlich, zu gelehrt wird diese Kur,
Die einzig wahre Losung ist Natur!
Durch überliefert altehrwürdige Kunde
Kommt Offenbarung aus des Volkes Munde.
Badknechte her und packet diesen Mann
Und zeigt an ihm, was die Naturkunst kann!
Geschwitzt hat er genug seit Jahren,
Den Wickel können wir ersparen,
Werft ihn von dieser Stufe
Zuvörderst in die Kufe!
(Es geschieht unter Wehrufen Fausts.)
Dann stellt ihn ohne Aufenthalt
Unter die Dusche aus unsrem Wald;
Der Bach ist schon hiehergeführt,
Er springt, wenn ihr die Kordel rührt.
(Zu Faust.)
Glaub mir, die Dusche von Gräfenberg,
Sie stählt zum Riesen einen Zwerg.

(Die Gnomen ziehen, nachdem sie Faust aus der Kufe gehoben und aufgestellt haben, an einer herabhängenden Schnur, ein mächtiger Wasserstrom fällt von oben auf ihn.)

Faust.
O weh! o weh! Was wollt ihr noch versuchen!
Das schlägt mich ja zusammen fast zum Kuchen
Wie Buschs gewalzte Knaben von Korinth!
Verfahre doch nicht gar so wild und blind!
Du machst mich ja nur schwächer noch,
Du Bauernkerl, so unterscheide doch!

Priesnitz.
Starke, Schwache, Kleine, Große!
Wir fragen den Teufel nach Diagnose!

Mephistopheles.
Jetzt häufet alle euren Wasserschuß
Zu einem einzigen ungeheuren Guß!

(Es geschieht. Faust wird durch die von allen Seiten auf ihn eindringenden Wassergüsse in unbeschreiblicher Weise umbergewirbelt und stöhnt.)

O fürchterliche Wasserbrunst!

Mephistopheles (berührt die Felswand hinter ihm, sie öffnet sich, und eine Tonne mit einem Hahn schiebt sich hervor).
Magst's wohl so nennen,
Das Wort wird wahr durch meine Kunst,
Wirst's gleich erkennen!
Denn jetzt zum faden, nassen Element
Füg ich noch eins, das tüchtig beißt und brennt;
Man merkt's wohl nicht im obern Reich,
Der Schnapsstrahl sieht den andern gleich.
(Am Hahn drehend.)
        Spritze,
        Blitze,
        Bring Höllenhitze,
        Speie, sprühe,
        Haut verbrühe,
        Hirn verglühe,
        Mache Grusel,
        Schaffe Dusel,
        Magischer Fusel
Aus heizender Wurzel, aus pfeffrigem Kraut,
Aus der Galle bissiger Dächse,
Aus geringelter Schlangen Flechse
In rauchiger Küche gebrannt, gebraut
Von der runzlichen Vettel, der Hexe!

(Ein voller Strahl heller Flüssigkeit spritzt aus dem Hahn und trifft Faust.)

Faust (stöhnend).
Das ist des bösen Feinds Geschoß!

Mephistopheles.
Du kennst den Schützen, suche keinen andern!
Leicht spürt man aus dem wässerigen Troß
Den Geist heraus, den schärferen, gebranntern!


Neunter Auftritt

Homunculus, leuchtendes Menschlein in einer Flasche, kommt herbeigeschwebt.

Homunculus.
Daß ich Neuigkeiten nasche,
Komm ich her in meiner Flasche,
Nach pharsalischen Beschwerden
Möcht ich endlich werden, werden,
Schwebe, forsche nach der Spur
Geistdurchdrungener Natur.
Höre gießen,
Rauschend fließen,
Höre zischen,
Schäumen, gischen,
Wasserstoff aus Urnen, Bütten
Hör ich sprühen, spritzen, schütten,
Wittre, rieche doch zumal
An dem nachdrucksvollern Strahl
Schärfres Etwas; ist es Geist,
Bin ich nicht umsonst gereist,
Denn ich seh die Prozedur,
Die zur innigen Mixtur
Einet die Natur
Mit der Geistkultur.
Wunderbar! kein Name nennt's!
Auf! Jetzt reicht's zur Existenz!

(Er schwebt unvorsichtig näher, die Flasche zerbricht am Gestein, die Flüssigkeit, die Mephistopheles ausgießt, entzündet sich, Faust, von einem Feuerstrom getroffen, schreit verzweifelt auf, es folgt ein starker Knall, der Inhalt der Tonne hat sich entzündet. Alle andern sind verschwunden. Stille. Mephistopheles und Faust liegen am Boden.)

Mephistopheles (mit schwacher Stimme an sich herumtastend).
Verflucht! bin doch die Flamme sonst gewohnt,
Wie kommt's, daß sie mich diesmal nicht geschont?
Feuerfester Sohn der Hölle,
Und verbrüht am ganzen Felle!

Gesang unsichtbarer guter Geister.

Handeltest wie im Taps,
Gabst dir durch Hexenschnaps
Selber den Strafeklaps!
Böses ist Feuerbrand
Im Lebenswohlverband;
Selbstverräterisch,
Selbsttötungstäterisch,
Selberverbräterisch
Muß es sich richten,
Auf Raub verzichten,
Muß sich vernichten!

Mephistopheles (langsam aufstehend).
Verbrannt ist Steiß und Angesicht,
Doch umzubringen bin ich nicht.
Jetzt geh ich fort zu edlen Männern,
Zu junkerlichen Fuselbrennern,
Und fördre mir zum Rachefest
Als ihr Genoß die Branntweinpest;
Die Steuer darf man nicht erhöhn,
Der Reingewinn ist gar zu schön. –
Dann auf gedankenschnellem Renner
Jag ich nach Süden übern Brenner
Zu andern Brennern: jenen, die den Urdampf
Anschüren zum gesegneten Kulturkampf.
(Hinkt ab. Es riecht häßlich.)


Zehnter Auftritt

Der Raum verwandelt sich wieder in Valentins Wirtsstube. Es erscheinen Dr. Marianus, die drei Patres, die Frauen und Valentin, die letzteren anfangs im Hintergrund. Faust erhebt sich langsam vom Boden, während ihm ein Kostüm anwächst: weißer Frack, weiße Weste und Beinkleider; an den Schultern werden durch die geöffneten Nähte Rudimente von Flügeln sichtbar.

Dr. Marianus (zu Faust).
Flutenumflossener,
Wasserbeschossener,
Wirksam Begossener,
Nun Desinfekterer,
Sauber Geleckterer,
Sichtlich Perfekterer,
Mutig erhebe dich,
Irdischer Streberich,
Bald wirst du Schweberich!

Faust.
Wo bin ich? Seid Ihr's? Ist es wahr?

Dr. Marianus.
Du bist bei der getreuen Schar.

Faust.
Wo war ich denn? Mir deucht, ich war im Nassen;
Wo wart ihr? warum habt ihr mich verlassen?

Dr. Marianus.
Vernimm, o Faust: mir und den Patribus
War kundgetan, was noch geschehen muß,
Und weil wir selber schon geläutert sind,
Verließen wir das gröbre Erdenkind,
Als durch des Seismos unterird'schen Druck
Der Boden einfiel mit gewalt'gem Ruck,
Als du hinabsankst in die Quellgelasse
Der Wassergeister, in das äußerst Nasse,
Auf daß durch ihres Gusses volle Spende
Der Fuchsentaufe Wirkung sich vollende.
Noch nicht genügend war die trockne Knetung,
Das Wasser auch verlangte noch Vertretung;
Kleinlich mechanisch war die erste Kur,
War noch nicht makrokosmischer Natur,
Der Mikrokosmus Mensch muß dem Planeten gleichen.
Durchwalkt vom Wasser erst Gestalt erreichen,
Daß er dereinst in ew'gen Schwunges Wonne,
In majestät'scher Weise
Mit Brudersphären um die Geistersonne
Beseligt kreise.
Komm, radikal Gewaschner und Gewischter,
Umarme mich, du wunderbar Erfrischter,
Komm an mein Herz, Gesundeter,
Planetenhaft Gerundeter!
Komm an mein Herz, Granit,
Sprenklicher Syenit,
Küsse den Gottesschalk,
Muschel- und Jurakalk!
Eozän, miozän, pliozän!
Alles hast du gesehn,
Alles ist dir geschehn!
Komm, kiesliche Molasse,
Komm, daß ich dich umfasse!
Sprenge mit Hitzgewalt,
Porphyr, Trachyt, Basalt,
Schichte, die alt und kalt!
Komm, o Diluvium,
Komm, o Alluvium,
Tränenimpluvium
Netze den humus,
Fratres nunc sumus!

(Gerührte Umarmung.)

Dr. Marianus.
Tritt vor, Lisette, wieder ihm vereint,
Du hast genug gelitten und geweint.

Faust.
Ah, bist du da! Willkommen, o willkommen!

Lieschen.
Geborgen waren wir bei diesen Frommen,
Doch peinvoll ahnend, was dir widerfahre,
Durchlitt ich Tage, Wochen, Monde, Jahre!

Faust.
Sag, heil'ger Mann, was wird es nun mit diesen?

Dr. Marianus.
Besondre Gnade dürfen sie genießen:
Man wird sie, um die Treue zu belohnen,
Mit einem Läuterungsprozeß verschonen;
Der Himmel auch ist nicht so sehr Pedant,
Ist gegen Damen, wo er kann, galant.
Umarmet euch, beglücktes Paar,
Bald wird euch Höchstes offenbar!

Lieschen.
Laß dich umarmen nah dem Himmelsglanz,
Gebildet sind wir gegenseitig ganz!

Faust.
Eleusische Mysterien
Schaun wir in ew'gen Ferien!

Dr. Marianus (die Umarmung betrachtend).
O schöne Gruppe, fast wie im Theater!

Valentin (der inzwischen vorgetreten).
Doch jetzo laß mich wissen, frommer Vater,
Was soll nach den Gefährden und Beschwerden
Denn nun aus mir und meiner Bärbel werden?

(Währenddessen haben sich P. Seraphicus, Ecstaticus und Profundus Bärbelchen genähert.)

Pater Seraphicus (zu dieser).
Habt Ihr's gehört? Der Himmel ist galant,
Der Pater auch darf nicht zurückebleiben,
Erlaubt mir, laßt von der geweihten Hand
Euch zärtlich in die volle Wange kneipen!

Bärbelchen.
O gengen's, Sie sein halt immer
Ein Schlimmer!
(Stößt ihn weg.)

Pater Ecstaticus (im Auf- und Abschweben einen Kuß raubend).
Wie kußlich immer noch der Mund!

Bärbelchen (abwischend, mit der Faust drohend).
Wart, kriegst eins auf die Glatz,
Du dürrer, alter Spatz!

Pater Profundus (legt ihr den Arm um die Hüfte).
Die Hüfte, wie so voll und rund!

Bärbelchen (gibt ihm eine Ohrfeige).
Wär' ich in meinen späten Tagen
So dumm, Scherwenzlern nachzufragen,
Auf solche Schwarten
Würd' ich nicht warten!
Ratsch!
Patsch!

Valentin (der aufmerksam geworden).
Was für Geklatsch?

Bärbelchen.
Kann man noch einem Menschen trauen?
Die drei Herrn Patres sind an mich gegangen.

Valentin.
Halt mir sie fest, sie tüchtig herzuhauen!
Die Heuchler! Welches freche Unterfangen!

Bärbelchen.
Ist schon besorgt, sind abgeblitzt,
Mach keinen Lärm, die Watschel sitzt.

Dr. Marianus.
Nun, nun, auch dem geschornen Haupt
Ist doch ein kleiner Spaß erlaubt;
Sei nur zufrieden, breiter Erdensohn:
Für deine Knetmanipulation
Wird dir ein kaum verdienter Lohn,
Denn ungefegt kommst du davon.

Valentin.
»Kommst du davon«: wohin, wohin soll's gehn?

Dr. Marianus.
Nun, wohin anders als zu Himmelshöhn?

Valentin (für sich).
Verzeih mir's Gott, ich freu mich kaum hinein;
Zu dünne, fürcht ich, wird die Luft dort sein.
(Laut.)
Nur eines, heil'ger Doktor, möcht ich wissen:
Gibt's etwan ob der Erde Kümmernissen,
Auf der Verklärung überird'schen Hügeln
Mitunter doch noch jemand abzuprügeln?

Dr. Marianus.
Das minder,
Du sprichst wie Kinder!
In jenen Räumen, stoff- und schattenfrei,
Gibt's keine Zwietracht, keine Keilerei.
Dort ist kein Wirtshaus, wo man rauft und ringt,
Dort sind nur Tempel, wo man singt und singt.
Auf Erden wohl, damit das sieche, stumpfe
Geschlecht der Menschen träge nicht versumpfen
Gibt's Holzereien, große Prügeltrachten,
Gibt's wilden Aufruhr, blut'ge Schlachten;
Würgengel schweben nieder ins Getümmel,
Die Sel'gen schauen ruhig zu vom Himmel.
Kann sein vielleicht, durch kräftige Verwendung
Bewirk ich solchenfalls dir eine Sendung.

Valentin.
Vielleicht nur? Hm!

Dr. Marianus.         Still, stille, jetzt geht's an,
Die Wände schwinden, schweige, was profan!
Als frommer Gruß von Doktor und von Pater
Sei jetzo stimmenkräftig intoniert
Die Andachtstrophe aus dem Landesvater,
Für diesen Zweck ein wenig regiert

Patres und Dr. Marianus.

Alles schweige,
Jeder neige
Geisterchören nur sein Ohr!
Jeder schaue
In das Blaue
Absolute nur empor!
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