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Nikolaus Lenau: Faust - Kapitel 16
Quellenangabe
typepoem
booktitleFaust
authorNikolaus Lenau
year1989
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-001524-3
titleFaust
pages1
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1836
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Die Warnung

Herzog Hubert reitet durch einen Wald zur Villa

Mephistopheles (ihm entgegenreitend)
Ihr reitet recht behaglich sacht;
Nichts kann befeuern Euren Trott,
Nicht Hahnreischaft, nicht Wetternacht,
Nicht nasse Haut und Bubenspott!

Herzog
Wer bist du, frecher, grauser Wicht,
Mit diesem Teufelsangesicht?

Mephistopheles
Ich bin was meine Miene spricht.
Nur recht mir ins Gesicht geschaut,
Wenn auch dem Herrn ein wenig graut,
Ihr seht so feinen Kopf nicht mehr.
Betrachtet diese Stirnenfalte,
Da diese finstre, tiefe, kalte,
Von einem Aug' zum andern quer.
Einst kam ein Mathematikus,
Ein scharfer Ritter Minusplus,
Der schlaue Bursch fixierte mich
Und nannte diesen Faltenstrich
Das Minuszeichen alles Guten,
Vom Kreuze Plus das Gegenteil,
Wobei er dacht' ans Christenheil.
Doch, edler Herr, Ihr müßt Euch sputen;
Derweil Ihr mein Gesicht studiert,
Studiert ein andrer ganz vertraut
Die Züge Eurer schönen Braut.
Macht fort, eh' sie den Kranz verliert!

(Er sprengt davon)

Der Herzog
Du lügst, du lügst, es kann nicht sein!
Maria ist getreu und rein.
Doch sterben soll auf frischer Tat,
Wer meiner Braut sich frech genaht!

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