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Fabian und Sebastian

Wilhelm Raabe: Fabian und Sebastian - Kapitel 17
Quellenangabe
typenarrative
authorRaabe
titleFabian und Sebastian
senderanitagerber@gmx.de
created20050430
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Siebzehntes Kapitel

Wir brauchen es wohl nicht zu sagen, daß es doch ein Glück für Knövenagel war, daß der Attrappenonkel den konfusen Kerl nicht dabei attrappierte, wie er seiner unschuldigen Nichte im Tone eines verunglückten getreuen Eckarts der Firma Pelzmann und Kompanie über die trivial-frivole Nichtsnutzigkeit des Daseins doch nur neue Rätsel aufgab. Ihm das Handwerk gänzlich zu legen, war, wie wir beide, den Herrn wie den Diener, jetzt allmählich kennengelernt haben, freilich eine Unmöglichkeit.

Zitternd, mit auf den Knien gefalteten Händen saß Konstanze da, während draußen der europäische Herbstregen unaufhörlich niederrieselte, aus den Fabrikräumen und Sälen das Arbeitsgeräusch des großen Geschäftes von neuem klang und die schwere Luft den schwarzen Braunkohlenqualm der beiden Schornsteine auf die Dächer und die Höfe niederdrückte. Vergeblich versuchte sie, es sich klarzumachen, wieviel von der dunkeln Schuld, die über ihrem Namen und dem Hause ihrer Angehörigen liegen mußte, auf ihr Teil und unwissend Haupt und Gewissen fallen mußte. Selbst wie die anderen gesündigt hatten, war ihr trotz Knövenagel lange nicht so klar, wie ein Untersuchungsrichter in ihm gegebenen Falle wohl hätte wünschen mögen. Was aber ihren armen seligen Papa und den Onkel Fabian anbetrifft, so hat sie es heute noch nicht recht heraus, was deren liebe Häupter unter das Verhängnis ihrer Familie, Marianne Erdener genannt, so tief wie den Kopf des guten Onkels Sebastian und des armen Baas Thomas von der Schielauer Schaftrift niederbeugte.

Was ging es aber eigentlich auch sie an, auf wie feine und bürgerlich unangreifbare Weise der arme Onkel Sebastian es angefangen hatte, den Ruin des leichtsinnigen Reiterleutnants Lorenz Pelzmann zu vollenden, um sich das Feld rein zu machen? Was konnte sie davon wissen, wieviel seines Privatvermögens der Onkel Fabian hergegeben und eingebüßt hatte, um den jüngsten Sohn der Firma mit möglichst intakter bürgerlicher Ehre aus dem Lande zu schaffen und in die königlich niederländischen Kriegsdienste zu bringen? Sie hatte kaum ihre holländisch-indische Mutter gekannt, so bald war dieselbe nach ihrer Geburt gestorben; ihr Leben in der tropischen Wildnis war mit der Ehrensalve, die über dem Grabe des Vaters abgefeuert worden war, verklungen wie ein Traum. Sie war aus der Fremde in eine fremde Welt hineingekommen, und ihre erste wirkliche Heimat hatte sie unter den Glocken von Sankt Michel in des Attrappenonkels Traumhaushalt gefunden. Wir können nur, wie wir angefangen haben, von ihren Angehörigen und ihr weitererzählen; es läuft doch wie ein feiner, lichter, silberglänzender Faden durch all das trübe vergangene und gegenwärtige Wirrsal, und wir tasten uns weiter an ihm wie das Kind.

Ein Phantasma hielt der kranke Mann im Vorderhause fest durch Tag und Nacht. Was für andere Trugbilder und Bilder des Wirklichen sich durch seine Seele drängen mochten, dieses stieg immer von neuem wieder empor auf die Oberfläche und ließ sich nur auf kürzeste Momente hinunterdrücken. Fest, dann als ein grauenhaftes Schrecknis und dann wieder als einen süßen Trost, hielt er es in seinem fiebernden Gedächtnis, daß neulich ein Kind, ein schönes junges Mädchen aus weiter Ferne her ins kinderlose Haus gekommen sei; und eine seltsame, höchst tragische Verwechslung und Verschiebung fand dabei in seiner niedergeworfenen Seele statt. Es kam nicht immer ganz deutlich für die an seinem Bette Wachenden und Horchenden zum Vorschein, aber das Faktum war doch da, daß er die Tochter seines auf Sumatra gestorbenen Bruders Lorenz mit einem Kinde verwechselte, das wohl einige Jahre älter als Konstanze Pelzmann gewesen wäre, wenn es noch gelebt hätte.

Das war der große Schrecken dieses Sterbebettes: Marianne Erdener hatte dieses gestorbene Kind auf dem Arm getragen! Es hatte schon aufrecht auf ihrem Arm gesessen und sein Köpfchen an ihre Schulter gelegt gehabt – in der Sommermondscheinnacht, in welcher sie mit ihm aus der Stadt nach Schielau durch den Wald, die schlafenden Dörfer, die Wiesen und das hohe Korn gegangen war. Am Schielauer Bach, mit den Händen im Schoße, allein sitzend, war sie dann am Morgen bei Sonnenaufgang, mit den Lerchen über ihr, von ihrem Vater gefunden worden, und bei den nachfolgenden Gerichtsverhandlungen hatte Herr Sebastian in seiner Seele zugegen sein müssen vom Anfang bis zum Ende! Ein Name war jenem kleinen, im Schlafe gestorbenen Mädchen noch nicht gegeben worden; aber in seinen Phantasien rief es jetzt der Kranke und nannte es bald angstvoll, bald schmeichelnd, bald wie zornig und bald in scheuer, furchtsamer Zärtlichkeit mit einem Namen, dessen Widerhall in der Nacht von den düstern Wänden des Krankenzimmers dem Attrappenonkel das Blut erstarren machte und die Haare zu Berge trieb.

»Konstanze!«

»Beruhige dich, lieber Bruder«, stammelte Herr Fabian, wie um sich selber sprechen zu hören. »Wir sind alle da, und auch das Geschäft geht ungestört« –

»Alle! – Wer ist da? – Keinen will ich sehen als das Kind! – Alle lügen sie, alle, nach ihrer Art! Ich auch! aber nicht so dumm wie die andern alle! – Nicht wahr, es war doch eine dumme, infame Lüge? Wie hätte das Wiesenrinnsal so hoch über solch ein groß erwachsen Mädchen hingehen können? – Lächerlich! zum Verrücktwerden lächerlich! – Konstanze, Konstanze? Welch einen Namen du da mitgebracht hast! Meine Mutter hieß doch Johanne. Nicht wahr, Fabian, nicht wahr, Lorenz, unsere Mutter hieß doch Johanne? – Eine Lüge war es; – das Wasser war es nicht, das dich versteckte. Komm her, fürchte dich nicht, Hübsche, Kleine, wo haben sie dich versteckt, um mich in das Geschwätz der Leute zu bringen?! – Ich lasse dich nicht los – zwanzig Jahre Zuchthaus! – Ich will es wissen, wo du so lange dich versteckt hast, bis keiner dich mehr suchte. Es ist so viel Wasser in der Welt – weite Meere – bergetiefe See – über das Meer bist du gekommen, sagen sie; aber du weißt es, was dran ist, – du weißt es, daß du viel weiter her zurückkommst in die Welt, und willst mich nur wieder necken, wenn du dich wieder versteckst beim – Bruder Fabian – Pelzmann und Kompanie, – im Hinterhause. Haha, der arme Kerl, der arme Narr! Senior der Firma? Der Unmündige?! – Komm, wir wollen gut von ihm reden – er soll ja auch seinen Willen haben – sein Spielwerk; aber er soll dich nicht länger verstecken. Zwanzig Jahre! Gehörst du nicht mir, arme kleine Konstanze? Auch er lügt, wenn er dir sagt, daß du vor zwanzig Jahren gestorben seist. Lache ihn aus – gehe nicht wieder hinein in die Nacht; ich gebe dir alles, was ich habe, wenn du lebendig lachen willst, Kind, Kind, mein Kind!«

Nun wäre es wohl nicht mit rechten Dingen zugegangen und vor allem hätten kein Weib und kein Knövenagel hülfreiche Hand an diesem bedauernswerten Krankenbette leihen müssen, wenn nichts von diesen wirren, wunderlichen Worten in das Hinterhaus und das hübsche Nestchen, das der Attrappenonkel seinem Kinde darin zurecht gemacht hatte, hätte hinüber dringen sollen.

»Oh, laßt mich doch zu ihm, wenn er jetzt meinen Namen ruft!« bat Konstanze flehentlich. »Ich habe mich ja so lange danach gesehnt, daß auch er mich zu sich rufe und mich zu sich nehme, wie du, lieber, lieber Onkel Fabian, es getan hast. Ach, was seht ihr mich so an und schüttelt den Kopf? – Zu jung sei ich für solch ein schlimmes, böses Krankenbett? Ach, nein, nein, auch mein Papa war ja ebenso krank, und so viele von unsern armen Soldaten, und ich bin meiner Pflegemutter oft zu ihnen nachgegangen. O bitte, da er mich ruft, so nimm mich mit hinüber zu ihm, lieber Onkel Fabian!«

Wir wissen es, wie schwer es dem Attrappenonkel wurde, irgendeinem Menschen irgendeine Bitte abzuschlagen; aber hier waren die Verhinderungsgründe doch stärker als sein Herz, und es hätte des peremtorischen Vetos des zu seiner Hülfe herbeikommenden Hofmedikus Baumsteiger nicht einmal bedurft.

Herr Sebastian schrie doch zu seltsame Dinge in seinem Fieber und verwechselte zu sonderbar für eines Kindes Verständnis das Lebende mit dem Toten. Es sollte kein Schrei, kein lauter Ruf, nicht einmal ein kaum von den Wächtern vernommener Seufzer sein, was endlich doch die Tochter der Firma Pelzmann und Kompanie zu dem wirklichen Chef der letztern führte, ohne daß sie den Onkel Fabian und den Hofmedikus Baumsteiger um die Erlaubnis fragte.

Sie saß aufrecht in ihrem Bette in der nordischen Herbstnacht und hörte wieder dem Regen zu, dem Regen und dem Winde in der Nacht. Es war wohl noch eine Reihe heller, sonniger Tage gekommen, und man hatte um sie her von einem »recht schönen Oktober« lobend gesprochen; aber nun näherte der Monat sich seinem Ende, und es war »eine häßliche Witterung im bitteren Ernste« geworden, und zu einem bittern Ernst ward dem Tropenkinde allgemach mehr und mehr das Frieren in der Fremde und die Erinnerung an die heißen Tage und schwülen Nächte ihrer Heimatinsel.

Sie saß aufrecht und hatte die weichen, warmen Kissen und Decken so dicht als möglich um sich her zusammengehäuft und -gezogen; aber sie fror doch, und ein Angstgefühl sondergleichen war in ihr. Trotz des Onkel Fabians väterlicher Liebe kam sie sich in dieser Nacht wie allein in der Welt vor – in der sichern, alten, guten Fadengasse verlassener als auf dem menschenvollen, fremden, gewaltigen, grimmigen, keuchenden, schnaubenden Meeresschiff, auf dem sie nächtlicherweile in ihrer Koje, auch so horchend und ihr Herz in unbestimmtem Bangen zusammendrückend, gelegen hatte.

Horch! Da war es wieder!

Was? Ach, wenn sie das hätte sagen können!

Es war die Stimme ihres Vaters, wie er wirr in seiner Todeskrankheit von seinem Vaterhause in der Hochstraße redete und nach diesem Hause heim verlangte.

Es war aber auch wie des Onkel Fabians Stimme, wenn er sie mit ihrem Namen rief; und es war beides nicht. Wir haben es gesagt, daß in dieser Nacht kein lauter Ruf nach dem letzten Kinde der Firma Pelzmann und Kompanie von den heißen, zersprungenen Lippen des Kranken im Vorderhause drang.

Also war es nur eine Täuschung dieser schlaflosen Stunden, ein Trug, mit welchem die verständige, vernünftige Überlegung so vergeblich kämpfte wie die kleine Lampe in ihrer Alabasterglocke mit der rauschenden, gurgelnden, stöhnenden, seufzenden Finsternis umher?!

Eine Täuschung und doch eine Wirklichkeit, eine Wahrheit!

Es ist die Gewalt gewesen, mit der wir Menschen auf dieser Erde nur mit übers Kreuz gefesselten Händen willenlos folgend oder – durch ein dummes Lachen und Achselzucken fertig werden. Das Fräulein hat es selbst nicht gewußt, wie es geschah, daß sie plötzlich mit nackten Füßen in der kalten deutschen Herbstnacht vor ihrem Bette stand. Sie hat ihrerseits mehrmals den Namen des Attrappenonkels wie sich zur Hülfe gerufen, bis die »vernünftige Überlegung« wieder so weit reichte, daß sie sich zuflüsterte: »Der wird ja auch bei dem kranken Onkel Sebastian drüben sein. Knövenagel sagte es ja, als er mir gute Nacht wünschte und so mürrisch meinte, daß die Nacht wohl nicht gut werden würde.«

Wie sich das alles ohne Zutat des eigenen Willens machte für das Kind aus dem Sonnenlande! – mitten in der dunkeln, fremden, kalten Nacht voll unbekannten winterlichen Geräusches! Der Frost schüttelte sie, während sie sich hastig beim Zucken der Nachtlampe ankleidete, aber sie fühlte ihn nicht mehr.

Wie eine Nachtwandlerin tat sie alles. So zündete sie eine Wachskerze an, und so schlich sie zu der Tür und horchte. So trat sie hinaus in den dunkeln Gang und fuhr nur in einem kurzen Erschrecken vor ihrem Schatten an der Wand zusammen und bog sich seitwärts. Dann aber zitterte der Leuchter in ihrer Hand nicht mehr, und sie schlüpfte gegen die Tür, welche des Attrappenonkels Reich gegen die Galerie schloß, die aus dem Hinterhause um die eine Seite des Gebäudevierecks, die Speicher entlang, zu dem Vorderhause führte. Seit Wochen war diese Tür nicht mehr wie sonst verschlossen und verriegelt und sperrte nicht mehr das Dasein der Fadengasse von dem der Hochstraße ab.

Es war ein rosenfarbenes Kerzchen in einer zierlichen silbernen Blume, welches dem gerufenen Kinde der Firma Pelzmann und Kompanie auf seinem Wege leuchtete. Unhörbar glitt die weiße kleine Gestalt die schwarzen Wände entlang. Ein Fabrikwächter, der ihr so begegnet wäre, hätte sich wohl scheu weggedrückt: »Gelobt sei Jesus Christus! Alle guten Geister!« – aber gefürchtet hätte er sich wohl nicht vor diesem guten Geiste des Hauses –

»Sie hätte sich den Tod bei der Geschichte holen können!« rief später der Attrappenonkel mit feuchten Augen; doch der Hofmedikus brummte nur sein ewiges:

»Nicht tot zu kriegen!«,

fügte freilich ziemlich verdrießlich hinzu:

»Daß unsereiner trotz alledem dem Tod im einzelnen kein Bein stellen kann und dem Gerippe den Nackenwirbel brechen, ist bekannt, seit der Asklepiaden Tagen die unversieglichste Quelle schlechtester Witze und keiner weiteren Erörterung bedürftig. Nun, im ganzen, lieber Alter, konnte doch die Sache nicht behaglicher und beruhigender für alle Parteien zum Abschluß kommen.«

Dies war nachher; wir aber atmen noch immer schwer in jener regen- und windvollen Nacht, in der Doktor Baumsteiger wie gewöhnlich wohl das Ganze vor dem Verderben gesichert wußte, aber den einzelnen Patienten hinzugeben hatte, wie er ihm aus der Praxis herausgenommen wurde. Wir haben davon zu erzählen, so gut wir es vermögen, das heißt so einfach als möglich.

»Das Kind!« rief Sebastian Pelzmann, sich aufrichtend auf seinem Bett, und empor fuhr auch der Onkel Fabian aus dem Lehnstuhl, in welchem er neben dem kranken Bruder gewacht hatte, das heißt aus tiefstem Schlummer, aus der Bewältigung durch höchste Anspannung und Ermattung. Wahrhaftig, es war das Kind, das neue Leben, welches den alten Stämmen wiedergekommen war, doch jedem der beiden Brüder auf eine andere Weise!

Da stand Konstanze Pelzmann in ihrem weißen Nachtkleide, zitternd mit dem zitternden Lämpchen in der Hand, doch gerufen von dem Onkel Sebastian in seiner letzten Lebensangst und Not.

Der Attrappenonkel streckte beide Hände aus – noch im Schrecken abwehrend und zurückwinkend; aber beide Hände streckte auch Herr Sebastian aus:

»Mein Kind! mein Kind! Laß mein Kind zu mir, Bruder! Oh, seht ihr, es war nur eine schlechte Lüge und liegt nur als eine schlechte, grausame Lüge bei den Akten, daß es umgebracht wurde! – Oh, nun endlich! gib mir die Hand – deine Hand, laß mich deinen Atem fühlen, mein Kind, mein großes, schönes, lebendiges Kind!«

Willenlos, mechanisch nahm Herr Fabian den silbernen Blumenleuchter aus der Hand seiner Nichte. Schon war sie neben dem Bette des Kranken, schon beugte sie sich über denselben – sie sahen einander in die Augen, und dann sagte der Onkel Sebastian:

»Es ist zu viel Lüge in der Welt. Ich habe zwanzig Jahre falsch gerechnet! – Mein Kind, zwanzig Jahre durch habe ich mir selber vorgelogen und mir selber geglaubt, daß du gestorben seist. Nur dein Onkel Fabian hat es gewußt, wie falsch ich unsere Bücher führte. Sieh, Bruder Fabian, sieh, das Kind lebt!« –

Herr Sebastian Pelzmann starb in dieser Nacht, aber er hatte keinen schlimmen Tod. Die Illusion hielt vor bis zum Ende, und er hatte seine Freude an seiner Tochter und sprach viel von dem, was er für sie tun wollte. Wagen und Pferde wollte er für sie halten, und so sprach er ihr noch von mancherlei andern Sachen, zum Beispiel von ihrer Mutter, und da tat es gar nichts, daß seine Stimme allmählich wieder immer unverständlicher wurde und somit auch seine Nichte in der Täuschung blieb, er rede wirklich von ihrer armen auf Sumatra begrabenen Mutter.

Herr Fabian Pelzmann mischte sich nicht darein. Er war über alles weg: über die Furch vor möglicher Ansteckung des Kindes durch die tückische Krankheit wie über die Sorge, daß hier etwas gesagt werden könne, für welches das Kind zu jung sei. Auch Hofmedikus Baumsteiger, den Knövenagel gegen ein Uhr morgens noch einmal holte, sprach nicht drein. Er gab nur fünf Minuten nach zwei Uhr das letzte Wort ab:

»Nicht tot zu kriegen! – Morgen früh werde ich jedenfalls nach der Kleinen sehen, Fabian. Weine nicht, mein Mädchen, bist mein gutes Kind und hast deine Sache brav gemacht! – Wir wären wirklich ohne sie nicht so glatt über den Fall weggekommen, und nun bitte ich auch dich, lieber Alter, dich nicht mehr, als unbedingt nötig ist, aufzuregen. Übrigens – quelle attrape! Du selbst hättest dies nicht besser machen können als unser Herrgott!«

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