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Europäisches Sklavenleben. Erster Band

Friedrich Wilhelm Hackländer: Europäisches Sklavenleben. Erster Band - Kapitel 23
Quellenangabe
typefiction
authorFriedrich Wilhelm Hackländer
titleEuropäisches Sklavenleben. Erster Band
publisherVerlag von Carl Krabbe
year1885
firstpub1854
illustratorArthur Langhammer
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131110
projectid3c7e02da
wgs9110
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22. Auf der Polizeidirektion

Der Baron hatte sich eine seltsame Tournure angewöhnt; er ging nämlich, wenn er allein über die Straßen schritt, scheinbar in Gedanken vertieft, den Kopf etwas vornübergebeugt, die Augen vor sich auf die Fußspitzen geheftet. Wir sagen, er sah nur scheinbar so achtungslos aus, denn in Wirklichkeit bemerkte er Alles, was ihm begegnete, und wenn er hie und da sein Auge leicht aufschlug und um sich schaute, so faßte er in einer Sekunde die Häuser der beiden Seiten auf und wußte ganz genau, ob Jemand im zweiten, dritten oder vierten Stock am Fenster gewesen.

Seine Freunde spotteten darüber und sagten ihm lachend, er kokettire mit seinem tiefen Nachdenken, mit seinem gänzlichen Unbeachtetlassen der ganzen übrigen Welt, – wenn aber an einer Straßenecke, sei es auch auf tausend Schritte Entfernung, der lumpigste Junge seine Mütze schwenke, so sehe er das augenblicklich, halte es für eine Begrüßung und lüpfe respektvollst den Hut.

Daß der Baron gerne grüßte, das leugnete er selbst nicht. – – »Was wollt ihr!« sagte er, »ich bin einmal ein Mensch, der, das weiß ich ganz genau, keine glänzenden Eigenschaften, keine überraschenden Talente entwickeln kann; um aber nun Etwas zu haben, das mich vielleicht vor vielen andern Menschen auszeichnet, so befleißige ich mich einer musterhaften Höflichkeit und besitze eine außerordentliche Artigkeit.« – »Und ein eigens für Sie erfundenes Parfum,« hatten die Freunde lachend hinzugesetzt. – Worauf der Baron sehr wichtig erwiderte: »Das ist wahr – coeur de rose

So ging er denn auch am heutigen Tage sinnend dahin, ließ den Kastellplatz hinter sich, sah fast immer auf den Boden und warf nur hie und da einen Blick auf die Vorübergehenden und auf die Häuser zu beiden Seiten. Er durchschritt mehrere Straßen, wandte sich rechts, dann links und kam an einen andern Platz der Residenz, wo nämlich die eleganten und reichen Stadtviertel anfingen, deren zwei Hauptstraßen hier zu beiden Seiten in eines der größten Kaffeehäuser mündeten. Diesem Café gegenüber lag ein stattliches Gebäude – die Polizeidirektion.

Mit einem einzigen Blick überschaute der Baron den ziemlich großen Platz, als er in der Nähe des Café's wie immer scheinbar gedankenlos schlendernd, aus einer der Seitenstraßen heraustrat. Ihm gegenüber mußte aber plötzlich Etwas erscheinen, was seine ganze Aufmerksamkeit fesselte, denn er blieb mit einem Male stehen, und wandte sich, um den ihm Begegnenden nicht aufzufallen, nach einem Bilderladen, wo er angelegentlichst ein paar Kupferstiche zu betrachten schien, in der That aber seine Augen fest auf die andere Seite des Platzes gerichtet hielt.

Dort befand sich ebenfalls ein eleganter Laden, und ein Strom von Menschen trieb bei ihm vorbei; es war das eine ziemlich wirre Masse von Fußgängern aller Art: Herren in Paletots, Damen in Mänteln, viele Regenschirme und viele Equipagen, die ab und zu fuhren und bald vor diesem, bald vor jenem Gewölbe hielten. Während der Baron dastand und schaute, änderten sich seine Gesichtszüge in der gleichen Art wie vorhin im Salon des Grafen Fohrbach, nur mit dem Unterschiede, daß jetzt Entschlossenheit weniger vortrat, dagegen eine gespannte Aufmerksamkeit alle Muskeln seines Gesichtes zusammenzog.

Ohne unsere Hilfe wird der geneigte Leser unmöglich errathen, was der Baron so aufmerksam betrachtete, weßhalb wir es für unsere Schuldigkeit halten, diesen Gegenstand näher zu bezeichnen.

Zwischen dem Gewühl der Wagen und Fußgänger bemerken wir einen Bedienten in anständiger Livrée, ohne Regenschirm, den himmlischen Wassern trotzend, der anscheinend vollkommen sorglos und durchaus nicht eilig an den Häusern vorbeischleicht. Jetzt hatte er beide Hände in die Hosentaschen gesteckt, im nächsten Momente zog er sie hervor und legte sie auf dem Rücken zusammen. Dabei blieb er zuweilen einen Augenblick stehen, schaute an den Himmel hinauf und schien Etwas in Ueberlegung zu ziehen, worauf ihn das Resultat dieses Nachdenkens vorwärts trieb, denn er machte ein paar schnelle Schritte, um gleich darauf wieder nachdenkend stehen zu bleiben; endlich pflanzte er sich vor einem der Gewölbe auf, beschaute aber nicht die ausgelegten Waaren, sondern blinzelte nach der Polizeidirektion, die nur noch wenige Schritte vor ihm lag.

Das Alles bemerkte der Baron vor dem Bilderladen und sprach leise zu sich selber: »Wenn der Kerl da einen Auftrag hätte, so würde er sich bei dem scheußlichen Wetter wahrscheinlich beeilen, da er aber auf Etwas zu spekuliren scheint und auf alle Fälle über Etwas nachdenkt, so will mir sein Herumschlendern dort bei dem verdächtigen Gebäude durchaus nicht gefallen. – Passen wir auf.«

Jetzt hatte der Lakai wieder einige Schritte gethan und befand sich an dem großen Eingang der Polizeidirektion. Er blieb hier abermals stehen, betrachtete das Haus von oben bis unten, blickte verstohlen in das Vestibul, las hierauf eifrig die an der Mauer aufgeklebten Anzeigen, dann setzte er einen Fuß auf die unterste Treppenstufe, zog ihn aber wieder zurück und schlich an dem Hause vorüber.

Der Baron athmete tief auf. – Jetzt aber ballte er krampfhaft die rechte Hand, streckte sich hoch empor und sein Auge blitzte; drüben war der Bediente wieder umgekehrt und nach abermaligem Zaudern nun in der Thüre des Polizeidirektions-Gebäudes verschwunden.

Einen Augenblick verharrte der Baron in der eben beschriebenen Stellung, dann biß er die Zähne übereinander, nickte mit dem Kopfe und murmelte: »Das war ein glücklicher Zufall!« worauf er in das Kaffeehaus trat, eine Cigarre verlangte, eine Zeitung nahm und sich an die Thüre stellte; anscheinend in das Journal vertieft, blickte er fast jede Sekunde auf den Platz hinaus.

Er mußte nun eine gute halbe Stunde warten, bis der Lakai drüben wieder aus dem Gebäude heraustrat. – »Ich will nun sehen, wie er davongeht,« dachte der Baron, »schleicht er unentschlossen zurück, wie er gekommen, so ist vielleicht Nichts verloren; – wenn nicht – – ah! der Hallunke!« – Dieser Ausruf entfuhr ihm etwas lauter, als er es gerade gewollt, da er bemerkte, wie der Bediente drüben förmlich die Treppe hinabstürzte und als werde er gejagt über die Straße dahinflog.

Ein paar harmlose Zeitungsleser in dem Kaffeehause, die das laute Wort des Barons vernommen, blickten erstaunt in die Höhe, schrieben es aber wohl einem Artikel zu, den der Baron in seinem Journal gelesen, denn dieser bezwang sich augenblicklich und schaute so harmlos in die Spalten, als interessire ihn sonst Nichts auf der ganzen weiten Welt; auch blieb er noch eine gute Viertelstunde an der Thüre stehen, worauf er ruhig von dannen ging und ebenso über den Platz schritt bis zum nächsten Fiakerstand. Dort setzte er sich in einen Wagen, gab dem Kutscher eine Adresse, forderte ihn auf, schnell zu fahren und befand sich kurze Zeit darauf an der Thüre seiner Wohnung.

Da wir später und zu gelegenerer Zeit dem Baron einen Besuch zu machen gedenken, so wollen wir uns jetzt nicht mit einer Beschreibung dieser Wohnung aufhalten, um so weniger, da der Herr des Hauses selbst außerordentlich eilig zu haben scheint. Schon auf der Treppe pfiff er auf eine eigentümliche Art, worauf ein Bedienter herbeisprang und die Glasthüre aufriß, die in den ersten Stock führte. »Sogleich meinen Wagen!« befahl der Baron, indem er vorüberschritt und sich in sein Ankleidezimmer begab, wo ihn der Kammerdiener erwartete. Kurze Zeit nachher hörte man einen Wagen vorfahren, und als der Bediente die Meldung davon brachte, hatte sich der Baron bereits umgekleidet. Er trug einen eleganten einfachen Morgenanzug, ließ von dem Kammerdiener ein rothes Band in das Knopfloch befestigen, zog einen leichten Paletot an, und eilte ebenso geschwind die Treppen hinab, wie er hinaufgestiegen war.

»Nach der Polizeidirektion!« rief er dem Kutscher zu; das leichte Coupé flog davon und hielt kurze Zeit darauf vor dem uns bekannten Gebäude.

Von dem Gesicht des Barons war unterdessen jede Wolke verschwunden und ein heiterer Sonnenschein lächelte aus allen seinen Zügen. Er schritt leicht und gewandt die breite Treppe hinauf, die sich oben theilte und links zu den Kanzleien, rechts zu der Wohnung des Präsidenten führte. Die letztere Richtung nahm der Baron, und bei der großen Glasthüre angekommen, zog er ziemlich stark an der Klingel. Ein Bedienter, welcher öffnete, machte eine tiefe Verbeugung und führte ihn in einen eleganten Salon, wo er ihn mit den Worten allein ließ, er werde der gnädigen Frau augenblicklich den Besuch des Herrn Baron melden, und er zweifle auch nicht, daß die gnädige Frau sichtbar sei.

Das war denn auch der Fall; der Baron brauchte nur kurze Zeit zu warten, die er dazu anwandte, sich vor das Bild einer ziemlich hübschen und sehr wohlbeleibten Frau zu stellen und dort wie in Entzücken versunken stehen zu bleiben. Endlich hörte er eine Thüre öffnen und fuhr mit einem halberschreckten: »Ah!« herum, als er das Original dieses Bildes erblickte, welches sanft lächelte, da es seine Verwirrung bemerkte.

Dieses Original, die Gemahlin des Polizei-Präsidenten, war nicht mehr ganz so hübsch wie das Portrait, wohl aber noch um Einiges beleibter. Sie verwandelte ihr sanftes Lächeln in ein freundliches, als ihr der Baron, den Hut in beiden Händen haltend, verbindlichst näher trat und mit Beziehung auf das Gemälde, bei dessen Anschauung man ihn ertappt hatte, ausrief: »Ah! gnädigste Frau, so oft ich eben das Bild betrachte, hasse ich unsern Künstler immer mehr; – was hätte er daraus machen können! – Ein so lohnendes Werk! – Doch schweigen wir von der Kopie, da ich so glücklich bin, dem schönen Original die Hand küssen zu dürfen.« Darauf führte er die dicken Finger der Präsidentin an seinen zierlich zusammengezogenen Mund und ließ sich auf einen Fauteuil nieder, wohin ihm die gnädige Frau dankbarlichst winkte.

»Sie werden gewiß erstaunt sein, daß ich Ihnen schon wieder lästig falle,« sagte der Baron, nachdem er sich auf's Zierlichste gesetzt, mit einem süßen Lächeln; »aber es müssen schon vier Wochen sein, daß Sie die Gnade hatten, mich letztmals zu empfangen.«

»Ei, Baron,« entgegnete lächelnd die Präsidentin, »es sind noch nicht acht Tage.«

»Unmöglich!« entgegnete er erstaunt. »Ich versichere Sie: volle vier Wochen.«

»Es war vergangenen Donnerstag,« beharrte sie freundlich lächelnd, »und heute haben wir Mittwoch. Da Sie meinen Worten nicht zu glauben scheinen, bester Baron, so will ich Auguste rufen lassen, die Ihnen gewiß genau sagen wird, wann Sie da waren.«

Der Baron verstand die zarte Anspielung der Mutter, doch schien ihm offenbar dieses Glück zu groß. Er athmete tief auf, schlug die Augen nieder und betrachtete angelegentlich seine lederfarbenen Handschuhe.

Die Präsidentin klingelte, und da ihre Tochter Auguste ganz zufälligerweise selbst kam, um sich nach ihren Befehlen zu erkundigen, so konnte sie gleich da bleiben, was sie denn auch nicht ohne einige sehr gut an den Tag gelegte Verwirrung that.

Auguste war ein hübsches blondes Mädchen von einigen zwanzig Jahren. – Als Mama ihre Entscheidung über den streitigen Fall von vorhin verlangte, schlug sie sanft die Augen nieder und sagte erröthend: »Sie waren in der That am vergangenen Donnerstag hier, Herr Baron.«

»Und ich dachte, es seien volle vier Wochen,« entgegnete er. – »Wie ist mir die Zeit so lange geworden!« setzte er leiser hinzu, indem er der Mutter eine Sekunde in die Augen sah und alsdann einen verheerenden Streifblick auf die Tochter warf.

Letztere antwortete mit einer vollen Lage aus ihren hübschen blauen Augen und wandte sich darauf scheinbar in Verlegenheit ab, doch manövrirte sie wie ein gut geführtes Kriegsschiff und lud nach dieser Bewegung ihre Geschütze zu einem neuen Angriff.

»So muß ich also doppelt um Verzeihung bitten,« sagte eifrig der Baron, »daß ich Sie heute schon wieder belästige.«

»Ihre Besuche sind uns jeder Zeit angenehm,« versetzte die Mutter.

»Ah!« seufzte der Baron, indem er die Augen öffnete und schloß wie ein vollkommener Geck, »das ist in Ihrem Munde nur ein freundliches Kompliment; aber ich zähle Stunden und Tage, bis mir wieder das Glück zu Theil werden darf, mich nach Ihrer kostbaren Gesundheit erkundigen zu dürfen.«

»Und verzählen sich?« sprach lächelnd Auguste.

»Doch ohne meine Schuld,« antwortete der Baron und machte eine Bewegung, als wolle er die rechte Hand zierlich auf sein Herz legen und mit einem Blick, der deutlich sagte: Kann ich dafür, daß entfernt von Ihnen mir Tage zu Wochen werden? –

Es entstand hier eine kleine liebliche Pause. Der Baron schien in tiefes Nachdenken versunken, aus dem er jetzt aber emporfuhr und hastig sagte: »Aber mein jetziger Besuch, gnädige Frau, ist nicht ganz ohne Grund. Denken Sie sich, wir waren gestern Abend beim Grafen Fohrbach und es kam die Rede auf Ihre letzte Soirée. Natürlicherweise sprachen wir über elegante Toiletten, und darauf behauptete ich, Sie, gnädigste Frau, seien damals in einer veilchenblauen Atlasrobe mit weißen Camelien im Haar erschienen; Graf Fohrbach stritt für eine von Rosafarbe, und ich muß gestehen,« setzte er fast beschämt hinzu, »daß wir darüber eine kleine Wette eingingen. – Nun war ich vorhin drüben in dem Kaffeehause –«

»Gegenüber unserem Hause?« fragte Auguste lächelnd, und wir glauben, daß sie ein wenig erröthete.

»Ja, mein Fräulein,« erwiderte der Baron, indem er abermals die Augen niederschlug, »Ihren – Fenstern gegenüber.«

Worauf ihn wiederholt eine volle Lage ihrer Blicke traf.

Nachdem sich der Baron einigermaßen erholt, nahm er seine Rede wieder auf und lispelte: »Ich war also in dem Kaffeehause. – Ich bin oft dort. – Heute aber erwartete ich mit Ungeduld die schickliche Stunde, um Ihnen meine Aufwartung machen zu können und Ihr Urtheil, unsere Wette betreffend, zu vernehmen. Da sah ich denn, daß mir Graf Fohrbach leider schon zuvorgekommen.«

»Graf Fohrbach?« fragte verwundert die Präsidentin. »Ich weiß Nichts von ihm; du auch wohl nicht, Auguste?« wandte sie sich an ihre Tochter.

»Er war nicht hier,« versicherte diese bestimmt.

»Nicht in Person,« sagte der Baron, setzte aber mit einem fast schmerzlichen Lächeln hinzu: »doch ich bin vielleicht indiskret. – Nein, nein, ich kann mich nicht irren, ich erkannte deutlich die Livrée des Grafen, der wahrscheinlich schriftlich um Ihre Entscheidung bat.«

»Theuerster Baron, da haben Sie falsch gesehen,« lachte die Präsidentin. »Wir Beide wissen von keinem Schreiben des Grafen Fohrbach,« setzte sie hinzu, nachdem sie ihre Tochter mit einem Blicke befragt.

»Es gibt allerdings Momente, wo man trüber als gewöhnlich sieht, zum Beispiel, wenn man zu lange in ein helles Licht geschaut,« versetzte der Baron mit Beziehung und in einem schwärmerischen Tone, »aber diesmal irre ich mich nicht: es war einer der Leute des Grafen, der ungefähr vor einer halben Stunde in Ihr Haus trat. Oh! ich habe die Thüre genau beobachtet.«

»Vielleicht hat der Graf an Papa geschrieben,« meinte Auguste mit einem kalten Blick auf das Nebenzimmer.

»Ich glaube nicht,« sagte die Präsidentin; »und wenn auch, doch gewiß nicht in Ihrer Angelegenheit.«

»Es wäre mir aber sehr interessant,« erwiderte der Baron, »das genau zu erfahren. Sie wissen, gnädigste Frau, wenn man einmal eine Wette eingegangen hat, so überwacht man gern alle Schritte seines Gegners, selbst die unschuldigsten.«

»Leichtsinnige junge Leute!« rief die Präsidentin, indem sie schalkhaft mit dem Finger drohte. – »Wetten da auf die Camelien, die ich im Haar trage,« setzte sie sehr geschmeichelt hinzu.

»Wenn Sie wünschen, will ich Papa fragen,« sagte Auguste.

»Ja, ja,« meinte auch die Präsidentin, »das kann ja gleich geschehen. Laß dem Präsidenten sagen, der Herr Baron von Brand sei da; er wird sich gewiß ein großes Vergnügen daraus machen, auf einen Augenblick herüber zu kommen.«

»Aber wir stören ihn in seinen wichtigsten Amtsgeschäften,« sprach der Baron.

Worauf die Präsidentin sich verbeugend erwiderte: »Für einen Freund des Hauses hat mein Mann immer eine Viertelstunde übrig.«

Auguste ging hinaus, um den Papa zu benachrichtigen, und der Polizei-Präsident machte dem Worte seiner Gemahlin alle Ehre, denn er erschien fast augenblicklich, rieb sich vergnügt die Hände, und freute sich auf's Außerordentlichste, den angenehmen Besuch begrüßen zu dürfen.

 

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