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Europäische Minen und Gegenminen

Oskar Meding: Europäische Minen und Gegenminen - Kapitel 26
Quellenangabe
typefiction
authorOskar Meding
titleEuropäische Minen und Gegenminen
publisherGlobus Verlag G. m. b. H.
seriesUm Zepter und Kronen
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Sechsundzwanzigstes Kapitel.

Später als sonst erwachte am nächsten Sonntags morgen das Leben in dem Viertel der Rue Mouffetard – diese ganze arbeitende Bevölkerung freute sich des Tages der Ruhe, viele in träger Faulheit freilich nur dem passiven Genuß indolenter Untätigkeit sich hingebend – viele aber auch Seele und Körper erfrischend in dem Gefühl, einen Tag für sich zu haben zu freier Regung und Bewegung, losgelöst vom Zwange der Arbeitsnotwendigkeit.

Es war acht Uhr. George Lefranc stand in seinem Zimmer völlig angekleidet – frisch und strahlend trotz der leichten Erschöpfung, welche eine in unruhiger Aufregung verbrachte Nacht auf seinen Zügen zurückgelassen hatte. Der junge Mann war mit einer fast eleganten Sauberkeit in ein einfaches Kostüm von grauem Sommerstoff gekleidet, sein volles Haar war sorgfältig geordnet, seine arbeitskräftigen und braunen, aber schön geformten Hände mit sichtbarer Mühe gepflegt, und wenn man dazu das glückliche Lächeln nahm, welches seinen früher so fest und finster verschlossenen Mund umspielte, so mußte man gestehen, daß wohl jede pariser Arbeiterin mit Stolz am Arme dieses jungen Mannes hinausgegangen wäre, um ihren arbeitsfreien Sonntag in der schönen, sonnenhellen Natur dem fröhlichen Lebensgenuß zu widmen.

George ging unruhig in seinem Zimmer auf und ab, oft an der Tür stehenbleibend und auf jedes Geräusch im Hause lauschend, dann wieder zum Fenster hinaus mit glücklichem Ausdruck dem hellen, reinen Sonnenschein zulächelnd und mit besorgtem Blick umherspähend, ob irgendeine Wolke heraufstiege, welche dem so günstig beginnenden Tage Gefahr bringen konnte.

Endlich hörte er auf dem Flur das Geräusch eines geöffneten Türschlosses – schnell trat er hinaus und vor ihm stand in reizend einfachem Morgenanzug, das weiße Häubchen auf dem glänzenden Haar, den Wasserkrug in der Hand, seine schöne Nachbarin, Madame Bernard.

»Ich muß mich vor Ihnen schämen, mein lieber Nachbar,« sagte sie mit freundlichem Lächeln zu dem jungen Manne, der wie geblendet von dieser duftig frischen Schönheit vor ihr stand, »ich habe meine Frühmesse verschlafen – glauben Sie nicht,« fügte sie hinzu, »daß ich Ihrer Ansicht über die Priester und die Tempel recht gebe, aber heute glaube ich es einmal versuchen zu können, mit Ihnen in der freien Natur meine Morgenandacht zu halten.«

»Ich hatte Sie bitten wollen,« sagte der junge Mann mit innigem Ton, »meine Begleitung zur Messe annehmen zu wollen.«

Sie senkte wie in unwillkürlicher Verlegenheit den Blick zu Boden und sah einen Augenblick schweigend vor sich nieder.

»Sie wollen also noch mit mir hinaus?« fragte er, »das Wetter ist herrlich!« und der Blick, mit welchem er sie ansah, glänzte fast so hell wie der Sonnenschein draußen.

»Wenn Sie unsere Verabredung nicht gereut,« sagte sie lächelnd, »so bitte ich nur um eine halbe Stunde Zeit, um meine Toilette zu machen – ist das zu viel?« fragte sie ein wenig schalkhaft.

Sein Blick antwortete, daß er am liebsten mit ihr in dem kleinen Morgenhäubchen fortgegangen wäre, »ich bin bereit,« sagte er, »und warte auf Ihren Befehl.« Sie füllte ihren Wasserkrug in der Küche und eilte in ihr Zimmer zurück, während er in dem seinigen sie erwartete.

Die halbe Stunde war noch nicht vergangen, als die junge Frau wieder heraustrat; sie trug ein leichtes, dunkles Wollenkleid mit einer roten Schleife, ein kleiner, runder Hut mit einem einfachen Bande von derselben Farbe bedeckte das schlicht gescheitelte und geflochtene Haar – sie hielt einen kleinen Sonnenschirm in der Hand und hatte einen Schal über den Arm gehängt. Ihr Gesicht war durch einen dunkelblauen, dichten, kurzen Schleier, der vom Rande ihres Hutes herabging, fast vollständig verhüllt.

Mit leichtem, elastischem Schritt näherte sie sich der Türe ihres Nachbars – doch bevor ihre ausgestreckte Hand noch geklopft hatte, öffnete sich die Tür schnell und George trat heraus.

»Sie sind pünktlich!« sagte er.

»Ich bin die Pünktlichkeit gewohnt,« erwiderte sie, »um die Arbeit zu beginnen, sollte ich meiner Gewohnheit untreu werden, wo es gilt, dem Vergnügen entgegen zu eilen, einem Vergnügen, das mir so lange nicht zuteil wurde?« sagte sie mit leisem Seufzer.

Madame Raimond trat aus ihrem Zimmer. »Schon reisefertig?« rief sie, »das ist gut, der Tag der Freiheit geht schnell vorüber, man muß ihn ausnutzen wie den Tag der Arbeit, aber warum,« fragte sie, »verhüllen Sie Ihr Gesicht mit dem dichten Schleier? – Sie haben das nicht nötig – gönnen Sie doch dem armen George den Stolz, mit seiner schönen Nachbarin durch die Straßen zu gehen!«

»Ich trage diesen Schleier immer,« sagte die junge Frau, »wenn ich ausgehe, um mich gegen den Staub und den blendenden Widerschein des Trottoirs und der Häuser zu schützen, meine Augen sind ein wenig angegriffen, und Sie wissen ja, die Augen sind für eine Stickerin, was die Arme für einen Arbeiter sind, würde ihre Kraft nachlassen, so würde die Quelle meines Erwerbes versiegen.«

»Doch nun fort,« rief die gutmütige, alte Frau, »auf Wiedersehen – und viel Vergnügen da draußen!«

Und eilig schob sie die jungen Leute der Ausgangstür zu.

Stumm schritten sie eine Weile nebeneinander her.

»Darf ich Ihnen meinen Arm anbieten?« fragte er mit schüchternem Ton, als sie in die belebteren Stadtteile kamen.

Mit einer natürlichen, ungezwungenen Bewegung legte sie ihren Arm auf den seinigen, stolz und glückselig schritt er weiter, die Welt schien ihm zu eng für den Jubel seines Herzens.

Sie bestiegen den Zug auf dem Bahnhof der Rue Saint Lazare und bald führte sie die pfeifende Lokomotive hinaus aus dem Häusermeer der großen Weltstadt.

Als sie auf dem kleinen Bahnhof von Ville d'Avray ankamen, fragte der junge Mann: »Wollen wir frühstücken?«

»Wir haben dazu noch Zeit,« erwiderte Madame Bernard – »und,« fügte sie lächelnd hinzu, »wir wollen als ökonomische Leute die Kosten unseres Ausfluges nicht unnütz verdoppeln. Lassen Sie uns unser Frühstück bestellen und zuvor einen Spaziergang in den Wald von Saint Cloud machen – um den Morgen ganz in der Natur zu genießen.«

Sie bestellten ein einfaches Dejeuner für die Mittagsstunde in dem reizenden Restaurant mit den in die Baumzweige gefügten Balkons und eilten dann hinaus in die duftige Waldeinsamkeit des im Frühlingsgrün schimmernden Parks von Saint Cloud.

Als sie in die grünen Schatten eintraten, hob die junge Frau ihren Schleier empor und befestigte ihn am Rande ihres Hutes. »Hier habe ich ihn nicht nötig,« sagte sie lächelnd, »der Hauch der Natur kann meine Äugen nur kräftigen.«

Dann sprang sie leicht und anmutig bald hier, bald da an den Rand des Weges, um eine der vielen Frühlingsblumen zu pflücken, welche ihre kleinen, zarten und duftenden Häupter aus dem Rasen emporhoben, frisch erblüht im glänzenden Licht der Morgensonne.

George folgte mit entzücktem Auge und überströmendem Herzen ihren reizenden Bewegungen, welche die schmiegsame Eleganz ihrer Gestalt hervortreten ließen, nur mit einzelnen Worten, oft nur mit einem Lächeln antwortete er auf die Bemerkungen, die sie in fortwährendem, lebhaftem Geplauder voll kindlicher Naivität an ihn richtete. Oft, wenn sie ihn ansah, senkte sein Blick sich mit tiefem Feuer in den ihrigen, ein ernsteres, innigeres Wort schien auf seinen Lippen zu schweben, aber schnell sprang sie wieder davon, eine neue Blume zu pflücken oder ihm in heiterer Fröhlichkeit einen auf den Zweigen sich schaukelnden Vogel zu zeigen.

Schon trug sie einen großen Strauß von Blumen und grünen Ranken in ihrer Hand und immer tiefer drangen sie in die stille Einsamkeit des Waldes vor, welche zu dieser Stunde noch wenig durch Spaziergänger belebt war. Das Blumensuchen der jungen Frau hatte sie immer weiter von dem großen Wege abgeführt – sie befanden sich in der Mitte des Waldes unter einer Gruppe hoher, uralter Baume, die auf einer leicht ansteigenden, mit grünem Moose bewachsenen Erhöhung standen.

Madame Bernard hatte eben mit einer scherzenden Bemerkung ihren Begleiter gebeten, einen Teil der von ihr gepflückten Blumen zu tragen, sie trat zu ihm heran und reichte ihm dieselben hin, da begegnete ihr Blick seinem so ausdrucksvoll, so fragend, so sehnsüchtig auf sie gerichteten Auge, und eine leichte Röte flog über ihr Gesicht.

Sie warf einen Blick umher. Dichtes Grün umgab sie von allen Seiten, kein Ton jenes vielstimmigen Geräusches der Welt drang in diese tiefe Waldesstille, man hörte nur das leise Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Windes in den hohen, vom durchschimmernden Sonnenlicht vergoldeten Baumwipfeln.

»Wir haben uns weit vom Weg entfernt,« sagte sie leise.

»Sind wir hierher gekommen, um Menschen zu suchen?« fragte er, »der Tempel der Natur ist am schönsten, wo er am wenigsten vom Treiben der Welt berührt wird!«

»Sie haben Recht – mein Freund,« sagte sie sanft, »der Platz ist herrlich – und da wir nun hier sind, so wollen wir die stille Einsamkeit benutzen, um diese Blüten, die wir dem Walde geraubt, zu einem Kranze zusammenzufügen, der uns eine Erinnerung sein soll an den frohen Genuß des heutigen schönen Tages.«

»Setzen Sie sich hier neben mich,« fuhr sie fort, indem sie sich zu den Füßen eines hohen mit Efeu umrankten Baumstammes niederließ und die Blumen auf ihren Schoß legte, »und reichen Sie mir die einzelnen Blüten und die kleinen, grünen Zweige, o es soll ein schöner Kranz werden, freilich wird er welken, aber die immergrüne Erinnerung wird aus seinen vertrockneten Blättern sprechen! – Ach warum müssen so schöne Stunden so schnell vorüberfliehen!«

George setzte sich auf das Moos zu ihren Füßen und reichte ihr langsam eine Blume nach der andern, sein Auge ruhte wie träumerisch auf ihren schlanken Händen, welche mit zierlicher Geschicklichkeit das Geflecht des Kranzes in einander fügten, seine Hand zitterte.

»Meine Freundin Louise,« sagte er nach längerem Schweigen, während dessen sie zuweilen in raschem Ausblick wie forschend zu seinem leicht gesenkten Haupte herabgesehen hatte, »Sie wollen diesen schönen, stillen Platz zu einem Tempel der Erinnerung weihen – sollte er nicht für mich zu einem Heiligtum der Hoffnung werden dürfen?«

Sie ließ die Hände in den Schoß sinken, ein leiser, tiefer Atemzug zitterte durch ihre schlanke Gestalt.

»Louise,« sagte er, »wir kennen uns noch nicht lange, und doch dünkt es mich, als wäre mein ganzes Leben, bevor Sie in den Kreis desselben eintraten, nichts als eine leere, kalte Einöde gewesen – und wenn ich daran denke, daß je wieder eine Zeit kommen könnte, in der ich Sie nicht mehr sehe, Ihre Stimme nicht mehr hören sollte, so überläuft es mich kalt wie die Schauer des Todes.«

»Und warum sollte eine solche Zeit kommen?« fragte sie leise, den Kopf tief auf die Brust herabsenkend.

»Warum sie kommen sollte,« rief er, »o mein Gott, weil das Leben ja alles wieder von einander reiht, was es zusammengeführt hat, wenn man sich nicht,« fügte er leiser und zögernd hinzu, »wenn man sich nicht zu festem Bunde für das Leben verbindet. – O Louise,« fugte er dann mit tiefer, inniger Stimme, indem er mit fast scheuer Zartheit ihre auf den Blumen ruhende Hand ergriff, »es ist unmöglich, daß Sie nicht sehen, nicht fühlen sollten, wie alle Fasern meines Herzens sich an Ihr Wesen gerankt haben. – Ich war so einsam,« fuhr er mit tief eindringendem Ton fort, »mein Leben war dunkel und kalt, voll Entbehrung, eine Entbehrung, welche ich tief und schmerzlich fühlte, mein Herz war erfüllt von Zorn und Erbitterung – voll Haß und Zorn gegen jene Reichen und Glücklichen, denen die Welt mit vollen Händen alles gibt, was mir versagt war und was ich doch so heiß ersehnte, ich hatte keine Heimat auf dieser so großen, so schönen und reichen Erde, öde Nacht war um mich her. Da traten Sie in meinen Lebenskreis ein,« er richtete seinen Blick voll und strahlend auf ihr noch immer gesenktes Haupt, »und lichter und lichter wurde es um mich her, wärmer und wärmer wurde es in meinem Heizen. Sie, Louise, haben mich gelehrt, daß auch in der Welt der Arbeit und Entbehrung Glück, o wie reiches Glück – erblühen kann, daß auch der Arme eine Heimat finden kann in dieser Welt, Sie haben mir den Glauben an eine liebevolle Führung der Menschenschicksale gegeben! – Louise, wollen Sie Ihr Werk wieder zerfallen lassen in Schutt und Trümmer – oder wollen Sie es vollenden zu dauerndem, unzerstörbarem, heiligem Glück? – Wollen Sie Ihr Leben an das meinige knüpfen, so daß der Sturm der Zeit uns nicht wieder trennen kann? – Sie wissen, was ich Ihnen bieten kann, es ist die Arbeit eines kräftigen Arms – und die tiefe, unauslöschliche Liebe eines treuen Herzens, ein treueres finden Sie nicht, Louise, soll ich mit der Erinnerung an diesen stillen, seligen Morgen auch die Hoffnung auf das Glück meines künftigen Lebens von hier mitnehmen?«

Er hielt ihre Hand fest in der seinigen und beugte sich herab, um aus ihren gesenkten Augen die Antwort auf seine Frage zu lesen.

Sie erhob langsam den Kopf und sah ihn liebevoll, aber traurig an.

»Mein lieber Freund,« sagte sie nach einigen Augenblicken tief aufatmend, »Ihr Vertrauen, in welchem Sie das Glück Ihres Lebens in meine Hand legen wollen, macht mich glücklich, trotz unserer kurzen Bekanntschaft kenne ich Ihr edles und treues Herz, auch darf ich es Ihnen wohl gestehen,« fuhr sie mit einem sanften Lächeln fort, »ich ahnte und erwartete fast ähnliche Worte, wie Sie sie eben zu mir gesprochen, das Auge einer Frau liest in einem Heizen, das sich ihr zuneigt – um so klarer, wenn dies Herz so wahr, so gut ist, wie das Ihrige.« –

Hohe Freude glänzte in seinem Blick.

»Sie ahnten, was in mir vorging,« rief er, »und Sie sind hierher gekommen?« –

»Ich bin gekommen,« erwiderte sie, »weil ich wünschte, daß es klar, ganz klar zwischen uns werde.«

»Also,« fragte er mit bebender Stimme, »Sie wollen –«

»Ich will mich Ihres Vertrauens und Ihrer Neigung würdig zeigen,« sagte sie – »ich will tun, was ich nach Ihren Worten tun muß, ich will Ihnen die Geschichte meines Lebens erzählen; wenn Sie dieselbe kennen, so werden Sie urteilen, ob Ihre Gefühle, Ihre Wünsche dieselben bleiben, Sie werden mir raten, mir beistehen – um zu tun, was ich für meine Pflicht halte.«

Erschrocken blickte er zu ihr hinauf. »Die Geschichte Ihres Lebens?« fragte er, »Sie erzählten –«

»Ich habe Ihnen nicht die Wahrheit gesagt,« sprach sie ernst, »ich hatte dazu Fremden gegenüber keine Verpflichtung – jetzt bin ich Ihnen die Wahrheit schuldig. Hören Sie.«

Er ließ den Kopf sinken und stieß einen tiefen Seufzer aus, der fast wie ein Klageton klang.

»Ich bin nicht Witwe,« sprach die junge Frau, »wie ich Ihnen und Madame Raimond gesagt habe.«

Der ganze Körper des in sich zusammengesunkenen Arbeiters zitterte.

»Ich lebte in einer kleinen Stadt des Elsaß,« fuhr sie fort, »nahe an bei deutschen Grenze, allein mit einem harten und strengen Oheim, einem Beamten der Gemeindeverwaltung. Ich hatte eine Freundin in einem benachbarten deutschen Grenzorte besucht, dort machte ich oft auch allein Spaziergänge in der Umgegend, ich begegnete einem jungen Mann, schön und elegant, wir sprachen uns öfter – und –«

Georg bedeckte sein Gesicht mit den Händen.

Sie legte ihre Hand sanft auf seine Schulter.

»Ich will kurz sein,« sagte sie. – »Ich war jung – in Einsamkeit aufgewachsen, er sprach zu mir in den glühenden Worten heißer Liebe, er war nach seiner Angabe ein Ingenieur, als Feldmesser in der Gegend tätig, mein Herz neigte sich zu ihm, er warb um meine Hand. Doch sagte er mir, Familienverhältnisse ständen uns entgegen, seine Eltern haßten Frankreich und die Franzosen, er bat und drang in mich, mich heimlich mit ihm trauen zu lassen, dann würde er mich später unerkannt in das Haus seiner Eltern führen und deren Vorurteile besiegen. – Es war eine wunderbare Geschichte,« fuhr sie seufzend fort, »heute würde ich sie vielleicht nicht glauben – ich würde prüfen, aber was glaubt man nicht, wenn man liebt? – wie will ein befangenes Herz im ersten Aufwallen seiner Gefühle prüfen, was der Mann sagt, der für uns das Ideal der Schönheit und Wahrheit ist? – Wir fuhren.« sprach sie weiter, »in einem verschlossenen Wagen an einen Ort, wo eine Ziviltrauungszeremonie vorgenommen wurde, deren Gebräuche mir im fremden Lande unbekannt waren, auch erhielt ich ein Dokument in deutscher Sprache – die kirchliche Trauung sollte vorgenommen werden, wenn wir mit seinen Eltern uns verständigt hätten. Mein Herz war voll Glauben, voll Liebe, voll Glück!«

George hielt immer schweigend sein Gesicht mit den Händen bedeckt.

»Ich sagte,« fuhr sie fort, »meiner Freundin, daß ich nach Hause zurückkehrte, mein Oheim glaubte mich noch bei ihr und kümmerte sich auch wenig darum, ob ich früher oder später wiederkam, hatte er doch eine Last weniger im Hause, und dann zogen wir in ein kleines Haus, einsam am Rande des Waldes in der Nähe eines Dorfes gelegen.«

George seufzte tief auf.

»Einige Wochen vergingen – wie sie im Rausch einer ersten Liebe vergehen. Wohl wurden die Abwesenheiten des Mannes, dem ich in so blindem, rücksichtslosem Vertrauen gefolgt war, länger und länger, aber sein Geschäft führte ihn ja weit umher – ich war immer glücklich und hoffnungsvoll, mit sehnsuchtsvoller Hoffnung sah ich der Beendigung seiner Tätigkeit entgegen – damit ich den Versuch machen könnte, seine, Eltern zu gewinnen und unseren Bund laut vor der Welt zu bekennen. Da plötzlich – entsetzliche Erinnerung an bange Tage und Nächte – kam er nicht wieder. Lange konnte ich es nicht fassen – von ihm betrogen – verraten zu sein! – Endlich zog ich Erkundigungen ein und erfuhr das Schreckliche. Er war kein Geometer – er hatte unter falschem Namen, unter erlogenen Angaben sich mir genähert – er war preußischer Offizier – in eine nahe gelegene kleine Garnison kommandiert – und trug einen der vornehmsten Namen Deutschlands!«

»Schändlicher Verrat!« rief George mit gepreßter Stimme, indem er die Hände fest gegen seine Stirn drückte.

»Ich will Ihnen, mein lieber Freund,« fuhr die junge Frau mit sanfter Stimme fort, »keine Schilderung meines Zustandes machen. Meine Lage war furchtbar, auch äußerlich – ich war ohne Mittel. Wohl hätte ich können zu meinem Oheim zurückkehren, aber,« rief sie laut, »dagegen sträubte sich mein Stolz, mein empörtes Gefühl, ich wollte, ich mußte den Elenden finden, ihn zwingen, sein Unrecht, soweit das möglich war, gutzumachen, mir seinen Namen zu geben, um mich dann für ewig von ihm zu trennen!«

George erhob den Kopf. Er war bleich wie der Tod; mit einem Blick voll Schmerz und Liebe sah er in das schöne Gesicht der jungen Frau, in welchem Stolz und Zorn flammten.

»Aber die Trauung?« fragte er tonlos, »das Dokument?«

»Alles war, wie ich glaube, ein unwürdiger Betrug, oder wenigstens war die Sache unter falschem Namen geschehen. Dennoch bildete dies Dokument und die Briefe, die er mir während seiner verschiedenen Abwesenheiten geschrieben, meine mächtigste Waffe gegen den Schändlichen, denn meine Aussagen ohne Beweise konnte er ableugnen. – Ich erfuhr, daß er Urlaub genommen und nach Paris gegangen war. Das gab mir Hoffnung, dort konnte ich ihn erreichen, in seiner Heimat war er für mich, die mittellose Fremde ohne Schutz und Stütze, fast unnahbar. – Mit den Mitteln, welche mir der Verkauf meiner wenigen Schmucksachen verschaffte, machte ich mich auf und kam hierher.«

»Tapferes Herz!« sagte George, indem sein Blick zum erstenmal seit ihrer Erzählung sich wieder mit freudigerem Schimmer belebte.

»Ich suchte ihn auf – er war leicht zu finden, da ich seinen wahren Namen kannte,« fuhr sie fort, »er stand vor mir im Bewußtsein seiner Schlechtigkeit, er bat, er flehte, ihn nicht zu kompromittieren, er suchte alles mit seiner heißen Liebe zu mir zu entschuldigen, er bot mir große Summen, wenn ich ihn nicht kompromittieren wollte – wenn ich unsere heimliche Verbindung fortsetzen wollte.«

»Elender!« rief George.

»Voll Verachtung wies ich ihn zurück, ich verlangte nichts als seinen Namen – und dann ewige Trennung. Er sprach von seiner Familie, von der Unmöglichkeit nach deutschem Recht, mir seinen Namen zu geben, ich verließ ihn mit noch tieferem Abscheu, als früher meine Liebe für ihn heiß und rein gewesen. Nach dem Rat eines Advokaten, den ich befragte, und der mir sagte, daß vor französischen Tribunalen rechtlich wenig für mich zu erreichen wäre, daß die Hauptwaffe für mich die Drohung mit einem großen, öffentlichen Eklat wäre, daß ich aber diese Waffe bis zur äußersten letzten Notwendigkeit aufsparen möge, nach diesem Rat begab ich mich zu dem preußischen Gesandten, dem Grafen Goltz. – Ich trug ihm meine Sache vor, er hörte mich aufmerksam an und versprach mir seinen Schutz und seine Intervention, als ich ihm aber den Namen des Schändlichen nannte, da erschrak er, ich hätte deshalb vorsichtig sein sollen, er verlangte meine Beweise zu sehen, ich gab ihm mein Dokument und meine Briefe, – o hätte ich es nicht getan! – Er bat mich, wiederzukommen, er wolle alle Schritte zur freundlichen Ausgleichung der Sache tun. Ich kam wieder, er vertröstete mich, es gingen Wochen, Monate hin, ich forderte meine Beweispapiere zurück, um andere Schritte zu tun, er gab ausweichende Antworten, zögerte mehr und mehr, kurz – ich bin jetzt ohne die einzige Waffe gegen den elenden Verführer, denn,« sagte sie seufzend, »ich werde meine Papiere nicht wiedererhalten.«

»O diese Aristokraten!« rief George mit grimmigem Tone, »sie halten stets zusammen, wenn es gilt, die Rechte der Armen mit Füßen zu treten! – Aber man muß Schritte tun, ihn zur Herausgabe der Papiere zwingen!«

»Diese Schritte würden vergeblich sein, seine Stellung deckt den Gesandten gegen jeden Angriff.«

»Schändlich! Nichtswürdig!« rief er.

»Sie begreifen nun,« sagte sie mit weichem Ton, »warum ich auf Ihre treuen, guten Worte nicht antworten kann, wie ich es möchte,« flüsterte sie, die Augen niederschlagend mit tiefem Erröten, »denn mein so schwer betrogenes Herz ist darum nicht gestorben, es fühlt noch und sehnt sich nach Anlehnung an einen edlen und treuen Freund.«

»Ich danke Ihnen,« rief er tief aufatmend und drückte rasch einen langen Kuß auf ihre Hand. –

»Doch,« fuhr sie fort, »kann ich diese Hand einem braven, edlen Mann reichen, bevor sie gereinigt ist von dem Flecken, den niedriger, feiger Verrat darauf geheftet hat? – Bevor nicht vor der Welt jenes Unrecht gesühnt – oder doch klar dargetan ist, daß ich einem schmählichen Mißbrauch meines Vertrauens und meiner Unerfahrenheit zum schuldlosen Opfer gefallen bin, werde ich niemals meine Zerbrochene und befleckte Existenz mit derjenigen eines Mannes verbinden, dessen höchstes Gut die reine Ehre seines Namens ist.«

»Aber niemand weiß –« sagte er leise.

»Ich weiß es – und Sie wissen es,« rief sie stolz den Kopf erhebend, »und das ist genug, diese Sache, wenn sie unaufgeklärt, ungesühnt zwischen uns stehen bleibt, wird der Schatten sein, der wachsend und immer wachsend sich über unser Glück legen würde, mein eigenes Bewußtsein gilt mir so viel als die Meinung einer Welt, und wenn ich eine arme und unbekannte Frau bin, so gilt mir die reine Klarheit meiner Vergangenheit so viel, mehr vielleicht, als der vornehmsten Dame auf den höchsten Höhen der Gesellschaft! Niemals – niemals, so lange ich nicht mein Recht erreicht habe, so lange ich nicht wenigstens im Besitze der Beweise meiner Unschuld und des an mir verübten Betruges bin, werde ich Ihnen diese Hand reichen! – Ich werde leiden, einsam leiden,« sagte sie leise und schmerzlich, »aber ich werde wenigstens das stolze Bewußtsein haben, mein Unglück allein zu tragen!«

In tiefem, finsterem Brüten saß George eine Zeitlang still da, während ihr Blick funkelnd und scharf mit forschendem, erwartungsvollem Ausdruck auf seinem gesenkten Haupte ruhte.

»Aber wo sind diese Dokumente?« fragte er dann, »sind sie vernichtet?«

»Das glaube ich nicht,« erwiderte sie, »das wird der Gesandte nicht wagen, da es doch, im äußersten Fall bedenklich sein könnte, ich habe sie noch bei meinem letzten Besuche in seinem Hotel gesehen, er nahm sie mit mir durch, um mir zu zeigen, daß sie nicht vollständig beweiskräftig seien, gab sie mir aber nicht wieder, wie er sagte, in der guten Absicht, mich nicht in die Hände von Advokaten fallen zu lassen, die den Skandal ausbeuten würden, ohne mir zu nützen, er versprach wiederholt, meine Sache zu Ende zu führen.«

»Zu einem Ende im Sinne dieser großen Herren,« rief George, die Zähne auf die Lippen beißend.

»Dann,« fuhr sie fort, »legte er sie in eine kleine Kassette, welche auf dem Schreibtisch seines Kabinetts stand, eine kleine, einfache Kassette mit Metallreifen, elegant gearbeitet. – Oh,« rief sie, »ich sehe sie vor mir, diese Kassette Tag und Nacht, diesen kleinen Behälter, welcher meine Ehre und meinen guten Namen enthält, es ist mir fast zur fixen Idee geworden, meine Hand auszustrecken nach dieser Kassette, in welche eine versteckte Begünstigung vornehmer Schlechtigkeit die einzigen Waffen verschlossen hat, durch welche ich mir mein Recht und meine Ehre wiedererkämpfen könnte – und damit mein Glück,« rief sie in rascher Aufwallung.

George fuhr bei dem letzten Ausruf schnell in die Höhe und drückte wieder seine Lippen auf ihre Hand. Dann versank er von neuem in finsteres Brüten.

»Als ich vor dem Gesandten stand,« fuhr die junge Frau leise – wie zu sich selber sprechend – fort, »als er mit freundlich ruhigem Lächeln die mir so wichtigen Papiere verschloß, da glaubte ich einen höhnischen Zug auf seinem Gesicht zu sehen, es schwindelte mir, fast war ich entschlossen, mich auf diese Kassette zu stürzen und sie wie die Löwin ihren Raub fortzutragen, durch die Zimmer des Hotels durchzudringen bis auf die Straße und das Volk zu meinem Beistande anzurufen, aber es wäre Wahnsinn gewesen,« fuhr sie fort, »man hätte mich einfach des Diebstahls angeklagt. Wäre es aber Diebstahl gewesen?« rief sie, »wenn ich mein heiligstes Eigentum, die Beweismittel meiner Ehre, genommen hätte? Ist es nicht ein schlimmerer, ein strafwürdigerer Diebstahl, mir mein Eigentum vorzuenthalten, als es zurückzunehmen? Ha,« rief sie laut, wie in Ekstase, »wenn ich die Kraft hätte, wenn ich die Mittel wüßte – ich würde mit Gewalt oder List in dieses unantastbare Gesandtschaftshotel einbrechen, um mein Eigentum daraus zu holen, und vor dem Richterstuhl meines Gewissens würde dieser Einbruch eine Tat des Heldenmuts, des gerechten Kampfes sein! – Aber ich bin ein schwaches Weib, ich bin hilflos und mein Geist verwirrt sich in diesem Chaos von Schlechtigkeit!«

Sie brach in ein leises, krampfhaftes Schluchzen aus.

»Luise,« sagte der junge Mann, ernst ihre Hand drückend, »wollen Sie mir eine Frage wahr und aufrichtig beantworten?«

»Ich habe vor einem Freunde wie Sie nichts zu verbergen,« erwiderte sie.

»Die erste Neigung Ihres Herzens,« fuhr er fort, »hat einem Mann gehört aus jener vornehmen reichen Welt des Genusses, sein Herz war schlecht und verderbt, wie das meist der Fall ist in jenen Regionen, aber sein Geist war gewiß ausgestattet mit allen Reizen seiner Bildung und Erziehung, würden Sie jenen Traum, aus dem Sie so traurig erwacht sind, vergessen können, an der Seite eines einfachen, armen Arbeiters wie ich, der Ihnen nichts bieten kann als sein treues Herz und einen Geist, der in mühsamem Ringen sich zum Licht empor arbeitet?«

»Vergessen?« fragte sie, den weichen Blick in sein Auge tauchend, »vergessen? – Erinnere ich mich denn nicht jenes Traumes nur noch mit Abscheu und Schauder? – was ist ein in tausend Facetten geschliffenes Glas im Vergleich zu dem wahren Edelstein? Oh, daß ich sogleich ein Herz gefunden hätte, wie das Ihrige! – jetzt – was habe ich Ihnen noch zu bieten? Wenn ich jene Beweise nicht wiedererlange, nicht einmal einen reinen Namen! Oh, wenn ich nur wenigstens vor Ihnen mein Recht nachweisen könnte! Doch so –«

»Luise,« rief er mit warmem und fast wieder ganz heiterem Blick, »wenn also die Waffen zur Erkämpfung Ihres Rechts in Ihren Händen sind, wenn das um Sie gesponnene Gewebe der Bosheit zerrissen wird, dann – dann darf ich hoffen?«

»Dann, mein Freund,« sagte sie mit niedergeschlagenen Augen und einem reizenden Lächeln, »dann darf ich glücklich sein – und versuchen, glücklich zu machen! Aber ach –«

»Wollen Sie mir nun erlauben, für Sie zu handeln?« fragte er, »lassen Sie mich nachdenken, wie man am besten Ihre Sache führt, ich bin ein Mann, ich habe Entschluß und Willen wie Sie, aber vielleicht mehr Lebenserfahrung und gewiß mehr Kraft! In einigen Tagen werde ich Ihnen sagen, was ich zu tun gedenke.«

»In wessen Hände könnte ich mein Recht und meine Ehre besser und sicherer niederlegen als in die Ihrigen?« fragte sie.

»Nun aber heute nichts mehr davon!« rief er heiter, »ich wollte die Hoffnung von hier mitnehmen, und Sie haben sie mir gegeben, anders zwar, als ich gedacht, aber vielleicht reicher und schöner, gilt es doch, für mein Glück zu ringen – und der Schwäche und Unschuld gegen Hinterlist und Verrat beizustehen!«

»Edler Freund!« rief sie, seine Hand ergreifend und an ihre Brust drückend. Er folgte dieser Bewegung – leise senkte sie ihr Haupt ihm entgegen, und ihre Lippen begegneten sich in einem langen Kusse.

»Jetzt,« rief er, als sie sich in reizvoller Verwirrung wieder aufrichtete, »lassen Sie uns den Kranz vollenden, er soll für mein ganzes Leben ein heiliges Symbol der Erinnerung bleiben.«

Und er reichte ihr Blüte um Blüte, Reis um Reis, unter leisem süßen Geplauder wurde der Kranz vollendet, dann gingen sie zurück zu ihrem einfachen Frühstück, und als sie endlich am Abend nach diesem Festtage in der schönen, freien Natur in ihre enge Wohnung in der Rue Mouffetard zurückkehrten, da konnte die gute Madame Raimond sich nicht genug freuen über die glückliche, zufriedene Miene der ihr so lieb gewordenen Hausgenossen.

Beide aber sprachen wenig, sie waren so müde von ihrem Spaziergange, wie sie sagten, und bald zogen sie sich in ihre Zimmer zurück.

Lächelnd sah ihnen die alte Frau nach.

»Ich glaube, sie haben sich verständigt,« flüsterte sie, »nun, Gott gebe seinen Segen dazu, sie werden ein braves, fleißiges Paar sein, da müssen sie ja glücklich werden.«

George ging noch lange sinnend und oft in abgebrochenen Worten mit sich selbst sprechend auf und nieder. Endlich schienen seine Gedanken eine feste Form angenommen zu haben.

»Ich werde zeigen,« sprach er, »daß auch ein armer, niedriger Arbeiter das Opfer des Verrats der Vornehmen und Mächtigen schützen kann.«

Er legte sich nieder, und leise hauchte er: »Gute Nacht, Luise!«

Die junge Frau hatte sich rasch entkleidet. Ihre kleine Lampe stand neben ihrem Bett, und sinnend lag sie da, den schönen Kopf in das einfache, weiße Kissen gedrückt.

Triumphierende Freude leuchtete aus ihren dunklen, dämonisch glänzenden Augen.

»Das Schwerste ist getan,« sagte sie mit zufriedenem Lächeln, »wenn er reüssiert, so bin ich hoffentlich bald aus diesem traurigen Leben erlöst, ich werde meine erste Aufgabe erfüllen, dieser stolze Graf wird sehen, daß meine Kraft wohl ein Bündnis wert ist, warten wir die Zeit ab, vielleicht wird er einst noch sich beugen, bitten müssen um meine Hilfe.«

Sie löschte ihre Lampe aus, und die Bilder ihrer Phantasie vermischten sich mit den Träumen ihres Schlummers – Träumen von Licht, Glanz und stolzer Herrschaft.

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