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Eugen Stillfried - Erster Band

Friedrich Wilhelm Hackländer: Eugen Stillfried - Erster Band - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
authorFriedrich Wilhelm Hackländer
titleEugen Stillfried - Erster Band
publisherVerlag von Adolph Krabbe
seriesF. W. Hackländer's Werke - Erste Gesammt-Ausgabe
volumeZehnter Band
year1855
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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Zehntes Kapitel.

In welchem der geneigte Leser dem heiteren Zwiegespräch der Diener verschiedener Häuser, sowie einem Rapporte beiwohnt, aus dem er den Charakter des früher erwähnten getreuen Dieners noch genauer kennen lernt.

Der getreue Pierrot hatte an jenem Morgen nach dem Kaffee-Frühstück einige Ausgänge zu besorgen und verließ die Wohnung seines Herrn und die Alleestraße mit einem behaglichen Gefühl. Zum ersten Male schien es ihm gelungen, in einer delikaten Angelegenheit zwischen den lustigen Rath und seinen Herrn getreten zu sein, und sich das Vertrauen des Letzteren in einem höheren Grade als sonst erworben zu haben. Die schöne Katharina saß also doch in dem Herzen Eugen's fest, das glaubte der getreue Diener mit vollem Recht annehmen zu können. Von dieser Angelegenheit wollte der lustige Rath nichts wissen, das hatte Pierrot gestern Abend trotz seines tiefen Schlafes und heftigen Schnarchens sehr wohl vernommen. Ja – in dem Spiel wollte er keine Karte anrühren. – »Außerordentlich schön!« sagte Joseph zu sich selber; »allein kann mein Herr darin nichts thun, ich habe mich ihm als sehr kundig in diesen Wegen gezeigt – er hat mich angehört, er hat mir sogar, und mit eigenen Worten, gesagt: laß den Schulmeister nichts davon wissen. – Schön! wir wollen unser Möglichstes thun!«

Während dieses heiteren Selbstgespräches schritt der treue Diener mit lustiger Miene dahin, den Hut keck aufs rechte Ohr gesetzt, beide Hände in den Hosentaschen, und im Maule eine von seines Herrn besten Cigarren. Er hielt bei seinen Ausgängen stets die Mitte der Straße und schlenderte mit ausgesuchter Faulheit dahin. Die gute Seele that dies, um ihre Kollegen zu ärgern, die im Eifer des Geschäfts durch die Straßen hin und her rannten, im Schweiße ihres Angesichts ihr Brod verdienen mußten und sich nicht wenig über den dummen und faulen Kollegen ereiferten. Vor allen Läden blieb dieser stehen, schaute nach den ausgestellten Waaren und nach den Dienstmädchen in der ganzen Stadt, und obgleich Pierrot, wie schon bekannt, außerordentlich häßlich war, so sprachen doch die hübschesten Mädchen mit ihm: erstens weil er immer die Taschen voll Geld und gestohlenem Zuckerwerk hatte, zweitens und hauptsächlich aber darum, weil er die häßlichen Kolleginnen nie auch nur eines Blickes würdigte. Er führte diese Taktik so pünktlich und meisterhaft durch auf der Straße, auf Promenaden, auf Bällen, indem er nur mit den Schönsten des schönen Geschlechtes sprach und tanzte, daß er immer gesucht war und sich jede, die mit ihm gesehen wurde, einbildete, nicht zu den Häßlichen zu gehören. – Die Züge seines Gesichts, die zu Hause in der Wohnung seines Herrn eine unendliche Schlaffheit und Dummheit aussprachen, veränderten sich auf eine merkwürdige Art, wenn er so allein auf der Straße dahin schritt. Da zog er sein breites Maul spitzig, wie das eines Karpfen, zusammen, seine Augenbrauen senkten sich herab aus ihrer lächerlichen Höhe und beschatteten, wie bei anderen Menschen auch, seine nun freundlichen, ja schelmischen Blicke.

Der treue Joseph pflegte auf seinen langen und häufigen Spaziergängen stets das Angenehme mit dem Nützlichen zu Vereinigen.

Das Angenehme bestand in diesem Herumlungern an sich, das Nützliche dagegen zog er ans allen möglichen Spionagen, aus kleinen Einkäufen, die er auf Rechnung seines Herrn, aber für sich selbst besorgte, namentlich aus Abzügen an Rechnungen, die er bei den Kaufleuten aus reiner Vergeßlichkeit machte.

Heute Morgen aber hatte er seinen Rapport beim Justizrath. Da die bestimmte Stunde hiezu noch nicht gekommen war, so schlenderte er zu seinem eigenen Nutzen und Frommen in den Straßen umher. Bei dem alten Stillfried'schen Hause pflegte er häufig vorüber zu gehen. Er betrachtete dieses große, stattliche Gebäude gern und lange, er kam sich selbst als der Erbe desselben vor, war aber noch nicht mit sich ins Reine darüber gekommen, ob es nützlicher sei, das Haus dereinst zu verkaufen oder selbst zu beziehen. Er neigte sich aber sehr zur letzteren Ansicht hin. Er, im jetzigen Augenblicke der einzige Bediente seines Herrn, mußte nothwendiger Weise zum ersten Kammerdiener vorrücken. Zu diesem Geschäfte gehörte eine anständige Wohnung, und einige Zimmer droben im zweiten Stock waren gar nicht zu verachten; das Haus hatte überdies so kühle, angenehme Räume und einen außerordentlich großen und wohlangefüllen Weinkeller. Bis dahin wäre der lustige Rath ebenfalls beseitigt, und Joseph, der treue Joseph, hatte alsdann alle Macht in der ganzen Wirthschaft.

Das waren seine angenehmsten und liebsten Träume und sie drängten sich seinem Geiste beständig auf, sowie er sich dem alten Stillfried'schen Hause näherte. Die bejahrten, gebrechlichen Leute, die man jetzt dort noch duldete, würden später schleunigst entfernt. Pierrot aber hatte sich fest entschlossen, ihnen keine Pension auszahlen zu lassen. Er haßte sie gründlich, wie er überhaupt alle ehrlichen Leute haßte. »Du lieber Gott« – konnte er zu sich selbst sagen – »wie lange Jahre haben die Leute dort in ihrem Fett gesessen! Was für Kapitalien müssen sie zusammen gehäuft und auf die Seite gebracht haben! Es ist in der That unverantwortlich; denn, wenn ich das Ding im rechten Licht ansehe, so bestehlen sie eigentlich nicht meinen Herrn, sondern mich, diese Gauner! mich um mein Bischen sauer erworbenes Brod – pfui Teufel!« Damit spuckte Joseph heftig auf die Seite und nahm sich vor, dieses Mal bei dem alten Stillfried'schen Hause vorüber zu gehen, ohne dem alten Jakob und Martin, dem Kutscher, die am Thore standen, einen Blick, geschweige denn ein Wort zu gönnen.

Doch sein gutes Herz siegte, wie so oft in diesem Leben, und er konnte sich nicht enthalten, seine Schritte, die einen großen Bogen um das Haus herum beschreiben wollten, gerade auf dasselbe und die beiden alten Diener hinzulenken. Er nahm dabei eine so feierliche Miene, wie nur immer möglich, an, und hielt den Kopf sehr steif und stark nach der rechten Seite hin, wodurch ihm beinahe der Hut heruntergefallen wäre. Hierdurch aber erhob sich seine Nase außerordentlich hoch, das Maul mit der Cigarre ebenfalls, und er war auf diese Art im Stande, majestätisch auf seine beiden Kollegen herab zu blicken.

Die beiden alten Leute, die ihn so mit steifen Knieen und weiten Schritten plötzlich auf das Haus lossteuern sahen, konnten sich eines Lächelns nicht erwehren, als Joseph nun zu ihnen trat und sich in sehr herablassendem Tone nach ihrem Befinden erkundigte. Hiebei stellte er sein rechtes Bein auf die oberste Stufe der Steintreppe vor dem Hause, zog ein gelbseidenes Sacktuch (seines Herrn) aus der Tasche und fächelte den Staub von seinen Schuhen und Gamaschen.

»Ich hatte mir nicht eingebildet,« sagte der alte Kammerdiener Jakob mit einem ruhigen Lächeln, »daß der Herr Joseph es noch der Mühe werth gefunden hätte, uns einen guten Morgen zu wünschen.«

»O,« fügte Martin bei, »es ist sehr schön, wenn man nicht stolz ist.«

Pierrot that ein paar große Züge aus seiner Cigarre und sagte, an ihm habe es noch nie gelegen, daß die Dienerschaft beider Häuser, die doch eigentlich zusammen gehörten, oftmals in Unfrieden gelebt.

»Die Dienerschaft beider Häuser?« fragte der Kammerdiener; »und wer ist denn eigentlich die Dienerschaft des eurigen? Habt ihr euch vermehrt, oder behilft sich der Herr Eugen immer noch so mit Euch, Monsieur Joseph?«

»Von »Behelfen« kann gar keine Rede sein.« versetzte stolz der Diener des jüngeren Hauses; »glauben Sie mir, Herr Kammerdiener, wir thun unsere Pflicht aufs Genaueste, und dieser Kopf und diese beiden Hände thun gerade so viel allein, als in gewissen anderen Häusern geschieht, wo es Kammerdiener, Kutscher, Haushälterinnen, Köchinnen für eine einzige alte Dame gibt.«

»Das muß schon wahr sein,« sagte Martin, der Kutscher, lachend; »es nimmt mich eigentlich auch Wunder, wie er mit den beiden Händen und einem solchen Kopfe das ganze Geschäft allein betreibt, wenn man obendrein bedenkt, daß es keine Stunde des Tages gibt, wo man nicht eure ganze Dienerschaft im Bierhause oder auf der Straße findet.«

»Ich will Ihnen etwas sagen, Monsieur Joseph,« meinte der Kammerdiener; »unser Haus ist hier ein Haus, ein respektables Haus, wie sichs gehört, respektabel von oben bis unten, bis zu der Dienerschaft und das eurige ...«

»Nun, was ist das unsrige?« fragte der getreue Pierrot.

»Nun, das eurige – Gott sei es geklagt! – ist ebenfalls ein Haus und ebenfalls ...«

»Was ebenfalls?«

»Respektabel, gerade so, wie seine Dienerschaft,«

»Ich glaube,« sagte Joseph einiger Maßen gereizt, »das soll eine verdeckte Grobheit sein!«

»Sehr verdeckt ist sie gerade nicht!« lachte Martin, der Kutscher, »aber man kann Euch nicht anders begegnen; ich weiß wahrhaftig nicht, lieber Freund Joseph, Euer Gesicht hat etwas so außerordentlich Herausforderndes, es ist, was man so auf Deutsch ein Ohrfeigengesicht nennt. Nichts für ungut, lieber Joseph, Ihr wißt Ihr habt so selbst gesagt, ich sei ein barscher, grober Kerl, und das ist bei Gott wahr; ich kann es mir nun einmal nicht abgewöhnen.«

Die Dienerschaft des jüngeren Hauses sah nach dieser allerdings keineswegs sehr schmeichelhaften Aeußerung bald den Einen, bald den Andern fragend an. Eine Grobheit wollte er gerade nicht erwidern – er hielt es unter seiner Würde – und etwas Beißendes, Pikantes, Niederschmetterndes, das er ihnen gern gesagt hätte, siel ihm unglücklicher Weise nicht ein. Er dachte aber dafür: lacht nur, ihr alten Gauner, es wird doch einstens die Zeit kommen, wo ich in dieses Haus und zwischen euch hineinfahren werde wie ein böses Wetter, und da soll alsdann keine Schonung gelten.

Sichtlich beruhigt und innerlich erfreut durch diese kollegialischen Gedanken, setzte Joseph gleichmüthig scheinend, den linken Fuß auf die Treppe und stäubte auch dessen Schuh und Gamasche mit dem gelbseidenen Sacktuche ab.

»Er schüttelt an unserer Pforte den Staub von seinen Füßen,« sagte der alte Kammerdiener, »und man kann es ihm eigentlich nicht übel nehmen, daß er uns verwünscht und verflucht. Wir führen ein so ruhiges, behagliches Leben; unser Dienst ist unter uns viele vertheilt, und dann tragen wir nur Wasser auf einer Schulter; wir brauchen – Gott sei Dank! – nicht zweien Herren zu dienen.«

Pierrot zuckte mit den Augen, sein Herz wurde zornig und bestürzt und in Folge dessen sein Maul so breit, daß die Cigarre fast herausgefallen wäre. Doch bezwang er sich in so weit, daß er dem Kammerdiener nur einen Blick der tiefsten Verachtung zuschleuderte und sich dann achselzuckend zu Martin wandte, als wollte er sagen: »der alte Mann wird kindisch und boshaft, lassen wir ihm diese Grille!«

Martin aber lachte dem Pierrot ob dieser Pantomime laut ins Gesicht und sagte dann zu Jakob, dem Kammerdiener: »Es mag nun sein, wie es will, und man soll unserem Freunde Joseph alles Schlechte nachsagen: »Eins aber ist und bleibt wahr, er hat' ein gutes und vortreffliches Gemüth.«

»Ja wohl,« antwortete der Kammerdiener, indem er ruhig und bedächtig eine Priese nahm, »er kann nicht hassen.« »Wie jene Frau!« fuhr der Kutscher ungemein lustig fort; »Jakob, Ihr solltet unserem Freunde diese Geschichte erzählen.«

»Warum nicht?« entgegnete dieser und schob seine Dose in die Tasche, »wenn er es wünscht.«

Pierrot hatte zu allen möglichen guten Eigenschaften auch die minder vorzügliche, daß er sehr mißtrauisch und neugierig war. Diese beiden Fehler ergänzten sich und gingen Hand in Hand. Aus dem Mißtrauen entsprang die Neugierde und oft aus der befriedigten Neugierde das größte Mißtrauen. Da er aber im gegenwärtigen Augenblicke nicht thun wollte, als sei ihm an jener Geschichte besonders gelegen, so wandte er den Kopf ab und schaute angelegentlich die Straße hinunter. Dabei strengte er aber seine Ohren aufs äußerste an.

»Die Geschichte war so,« erzählte der Kammerdiener: »Eine Frau, welche man wegen Diebstahls und Spionage – auch wegen Spionage – kurz, wegen fortgesetzten schlechten Lebenswandels aufgegriffen, wurde durch die Straßen der Stadt und zum Thore hinaus gepeitscht. – Was that diese Frau nun, nachdem sie draußen auf dem freien Felde gewartet, bis es wieder dunkel geworden? Sie kam zu einem anderen Thore wieder herein, indem sie bei sich selbst sagte: Ich kann nun einmal nicht hassen!«

»So ergehts auch unserem Freunde Joseph,« sagte unbändig lachend der Kutscher: »wenn wir ihn auch mit unseren Worten rechts die Straße hinabpeitschen und denken, er sieht unser Haus nicht mehr an, so kommt er nach ein paar Tagen links wieder herauf; er kann ebenfalls nicht hassen!«

Pierrot war auf diese Erzählung und diese Worte hin einen Augenblick unschlüssig, wie er sich zu benehmen habe. Er ballte schon seine Fäuste zusammen, um dem Kutscher durch einen kräftigen Stoß auf den Magen zu antworten. Doch besann er sich eines Besseren. Er dachte an das große, einsame Haus, vor welchem er stand, und meinte, es wäre möglich, daß jenseits des harmlosen Thores desselben ein Hinterhalt laure, der ihn dort hineinziehe und grausam behandle und vielleicht – diesen Kerlen war Alles zuzutrauen – seinem kostbaren Leben ein schleuniges Ende zu bereiten gedachte.

Deßhalb begnügte er sich damit, seinen Hut so schief auf den Kopf zu drücken, daß er fast sein ganzes rechtes Ohr bedeckte. Dann spie er vor den Beiden verächtlich auf den Boden, steckte seine Hände stolz in die Hosentaschen und ging mit dem Ausdrucke der souverainsten Verachtung von dannen. Doch wollen wir sein zartes Gefühl nicht so weit verdächtigen, indem wir sagen, diese auffallende Scene habe den getreuen Joseph nicht bis ins Innerste seiner Seele verletzt. Er ballte seine Hände krampfhaft in den Taschen und that einen feierlichen Schwur, er wolle sich für die Behandlung, welche ihm die beiden alten Esel angethan, aufs Entsetzlichste rächen.

Im Grunde aber hatten die Beiden nicht so Unrecht gehabt, wenn sie seinen Charakter mit dem jener hinausgepeitschten Frau verglichen. Es war in der That der Wahrheit gemäß: Joseph konnte nicht hassen, und wie er so die Straße hinabstieg, Sonnenschein rings umher, wie ihm so viele fröhliche Gesichter begegneten, so mancher Kamerad, der ihn mit pfiffig zugekniffenem Auge grüßte, so viele hübsche Dienstmädchen, die ihm aufs Freundlichste guten Tag sagten, da öffnete er langsam sein finster verschlossenes Herz wieder und ließ durch seine Brust bessere und sanftere Gefühle ziehen. Sein Gesicht glättete sich ebenfalls und nahm einen gleichmüthigen, heiteren Charakter an, so ungefähr wie Pierrot auf dem Theater, wenn er jetzt endlich erfahren hat, wo sich die Schüssel mit geschmelzten Maccaroni befindet.

So gelangte er vor das Haus des Justizrathes Doktor Werner. Ehe er in die Hausthüre trat, warf er einen Blick auf die benachbarte Kirchthurmuhr. Richtig! es war genau um die eilfte Stunde, die Zeit seiner gewöhnlichen Audienz. Joseph nahm schon unten im Hausgange seinen Hut herunter – wir hatten beinahe zu sagen vergessen, daß er schon hundert Schritte vor dem Hause selbst seine Cigarre weggeworfen und sich den Mund mit dem gelbseidenen Sacktuche aufs Sauberste abgewischt – der getreue Pierrot also nahm seinen Hut in die rechte Hand und stieg die Treppen hinauf in den ersten Stock, öffnete geräuschlos eine Glasthür, die nur angelehnt schien, schaute ringsum, als in diesem Augenblicke aus einer Thüre neben der Treppe ein alter Bedienter heraustrat mit dem mürrischsten Gesichte von der Welt.

Dieser Bediente hatte ganz das Aussehen eines bösartigen Hundes, dem es das größte Vergnügen macht, einem fremden Ankömmlinge in die Waden zu beißen, und der selbst den Wohlbekannten knurrend und zähnefletschend umschleicht, als sei er eben im Begriff, alle besseren Gefühle zu verläugnen und selbst über die eigene Freundschaft herzufallen. Die Frage, die der Bediente jetzt that: »So, seid Ihr's, Joseph?« erklang wie die Stimme des Oger, der zuerst die armen unschuldigen Kinder zu sich herein lockt, um sie alsdann aufzufressen. Darauf wischte er sich mit seiner großen Hand das Maul und sagte: »Spaziert nur herein, Ihr müßt einen Augenblick warten, der Herr Justizrath sind soeben beschäftigt.«

Joseph that, wie ihm geheißen, und trat in das Stübchen neben der Thüre. Er stellte sich bescheiden neben den Ofen, hielt seinen Hut in beiden Händen und schaute den anderen Bedienten mit dem dümmsten Gesichtsausdruck an, dessen er fähig war. Dieser schlich brummend im Zimmer auf und ab; bald warf er hier einen Pack Akten vom Tisch herunter, bald hob er dort ein anderes Bündel auf und legte es auf den Stuhl. Joseph schaute seinen Bewegungen aufmerksam zu, und als der mürrische Bediente ihn einen Augenblick ansah, erlaubte er sich die Frage, wie sich der Herr Kollege wohl eigentlich befinde.

Der also Angeredete blieb mit einem Male plötzlich still stehen, hielt wie erstaunt ein schweres Aktenbündel, das er eben auf den Boden werfen wollte, in der Hand und antwortete: »Es wird wohl Niemanden in der Welt viel bekümmern, wie ich mich befinde!«

Joseph zuckte mit den Achseln und schaute anscheinend ganz gleichgültig zum Fenster hinaus, doch behielt er dabei immer den herumschleichenden Alten im Auge; denn er hatte die schreckliche Idee, daß das beständige mürrische, bösartige Wesen desselben von einem tiefgewurzelten Gemüthsübel herrühren müsse, von einem versteckten und auf einmal wiederkehrenden Wahnsinn zum Beispiel. Auch erschien es ihm gar nicht unmöglich, daß der Alte früher einmal von einem tollen Hunde gebissen worden sei, welch' schreckliche Krankheit nun in jedem Augenblicke ausbrechen könne. So viel war richtig: der alte Mann hatte eine merkwürdige Angewohnheit, welche darin bestand, jeden Augenblick den Mund ohne alle weitere Ursache zu öffnen und dann wieder zuzuklappen, so daß die Zähne mit Geräusch aufeinander fielen; er schien mit Einem Wort nach etwas Unsichtbarem zu schnappen. Und dies besonders erregte dem getreuen Pierrot einen wahren Abscheu und, wenn er längere Zeit, namentlich des Abends, auf den Justizrath warten mußte, oftmals eine unaussprechliche Angst.

Heute wurde er indessen bald erlöst. Im Nebenzimmer wurde die Klingel gezogen, der alte mürrische Bediente ging hinaus, nicht ohne vorher wenige Zoll vor der Nase Joseph's seine Zähne heftig zusammen zu klappen. Und als er wieder zurückkam, öffnete er blos die Thüre und sagte: »Er soll hinein kommen!«

Joseph schlüpfte behende über den Corridor und hielt dabei seinen Hut auf den Rücken, um sich auf solche Art vor einem hinterlistigen Angriff oder Biß zu schützen. Er hörte deutlich, wie der Alte drüben, ehe er seine Thüre zuschloß, noch ein paar Mal heftig die Zähne zusammen schlug, als lechze er nach seinem entschwundenen Bissen.

Der Justizrath saß in seinem Zimmer an einem Schreibtische, der mit Akten und Büchern bedeckt war. Auf dem Boden lagen Zeitungen, beschriebene Papiere und Fascikel aller Art. Der Justizrath hatte die Gewohnheit, ein gelesenes Blatt, eine fertige Arbeit auf den Boden zu werfen, wo es die Schreiber nachher zusammen suchten und zur Ausarbeitung mit in ihre Zimmer nahmen.

Joseph blieb an der Thüre stehen – sein Gesicht hatte den gewöhnlichen dummen Ausdruck angenommen, doch beschattete eine gewisse Schwermuth seine breiten Züge.

Der Justizrath schaute einen Augenblick in die Höhe, dann schrieb er wieder eifrig fort, warf hier ein Blatt Papier auf den Boden und legte die andern neben sich hin. Mit einer Handbewegung befahl er dem Bedienten, näher zu treten, schloß hierauf eine kleine Schublade seines Schreibpultes auf und nahm ein Buch heraus, das er vor sich hin legte. Da es uns, die wir unsichtbar zugegen sind, erlaubt ist, einen kleinen Blick über die Schultern des Justizrathes in jenes Buch zu thun, so wollen wir dem geneigten Leser anvertrauen, daß in demselben alle Rapporte des getreuen Pierrot aufs Genaueste von der Hand des Justizrathes aufgezeichnet und von jenem eigenhändig unterschrieben waren. Es war dies ein förmliches Protokoll, das über jeden Rapport aufgenommen wurde, und der Justizrath bezweckte damit einestheils, seinem Gedächtnisse zu Hülfe zu kommen, um nach Wochen, Monaten, ersehen zu können, was an diesem oder jenem Tage im Hause des jungen Eugen vorgefallen, anderntheils aber auch, den neuen Joseph zu zwingen, sich der vollkommensten Wahrheit und Gründlichkeit zu befleißigen; denn ein geschriebenes Wort war nicht wegzuläugnen, und wenn etwas Widersprechendes vorkam, so brauchte der Justizrath nur ein Blatt aufzuschlagen, auf dem die gleiche Sache verzeichnet stand, um den Berichterstatter davon zu überzeugen.

»Nun, was gibt's Neues?« sagte der Justizrath, nachdem er jenes Buch aufgeschlagen, »was hat sich in den letzten drei Tagen bei euch ereignet?«

»Es ist fast Alles beim Alten,« sagte Joseph, und der wehmüthige Ausdruck seines Gesichtes gewann für einen Augenblick die Oberhand. »Die Beiden haben die gewöhnlichen Dinge gemacht; viel Geld ist nicht ausgegeben worden; spät nach Hause kommen sie auch nicht; auffallende Besuche sind auch keine da gewesen. Der Schulmeister paßt ärger auf als je; er hat jetzt, wie ich genau weiß, nicht blos das ganze Hauswesen, sondern auch die Verrechnung sämmtlicher Kapitalien und Gelder an sich gezogen. Seine Unterschrift gilt bei dem Banquier so gut wie die meines Herrn, und dabei läßt er ihn keinen Augenblick aus dem Gesicht. Es gelingt mir höchst selten, ein Wort unter vier Augen anzubringen.

»Ruhig, ruhig,« versetzte lächelnd der Justizrath. »Gemach – gemach – Alles in der Ordnung! denn in einem solchen Durcheinander, wie du mir eben vorgetragen, kann ich nicht klar sehen. Eines nach dem Anderen!« – Er nahm damit eine Feder zur Hand und legte das Buch offen vor sich hin.

»Also keine Besuche von Bedeutung da gewesen? – Niemand Fremdes, den wir noch nicht notirt?«

»Niemand!« sagte Joseph nachdrücklich.

»Und von älteren Bekannten,« fuhr der Justizrath fort, »keiner sehr häufig dagewesen oder auffallend lange geblieben?«

»Niemand, daß ich wüßte,« sagte der Bediente nach abermaligem Besinnen.

»Und die bewußte kleine Person, die wir unter der Hand so außerordentlich empfohlen – wie hieß sie doch?«

»Mamsell Pauline,« antwortete Joseph.

»Richtig, dieselbe!« sagte der Justizrath, »sie hat sich nicht mehr sehen lassen?« »O ja,« antwortete seufzend der treue Diener, »sie ließ sich wohl noch einige Mal sehen, wurde aber nicht angenommen.«

»Und wer wies sie ab?« fragte der Andere weiter.

»Mehrere Mal der Schulmeister,« antwortete Joseph, »einmal der Herr selber.«

»So, Eugen selber wies sie einmal ab?« sagte der Justizrath nach einem kurzen Besinnen. – »Mit der ist also nichts mehr zu machen? Das ist unangenehm!« – Er machte nach diesen Worten eine kleine Bemerkung in seinem Buche.

»Und der Zeitpunkt, an welchem sie abgewiesen wurde,« forschte er alsdann Wetter, »fällt, wie du schon einigemal sagtest, genau in jene Zeit, wo er das erste Bouquet vom Markte mit nach Hause brachte?«

»Ja wohl, Herr Justizrath,« antwortete Joseph.

»So erzähle mir nun,« sagte Jener und lehnte sich in seinen Schreibstuhl zurück, »was ist in dieser Angelegenheit in den letzten Tagen geschehen?«

»Ach, Herr Justizrath,« erzählte Joseph, und die Melancholie trat abermals auf seinem Gesichte auffallend zu Tage, »wenn es nur eine Möglichkeit gäbe, jenen verdammten Schulmeister aus dem Hause zu bringen! Die besten Vorsätze, die mein Herr faßt, werden von dem Andern zu Schanden gemacht. In all' den drei Tagen sind sie nicht ein einziges Mal nach zwölf Uhr nach Hause gekommen. Eingeladen wird auch Niemand mehr, Champagner wird fast gar keiner getrunken. Glauben sie mir, Herr Justizrath, der Herr ließe sich mit dem Mädchen in alle möglichen Geschichten ein – aber wenn er einmal einen guten Entschluß gefaßt, so theilt er ihn gewöhnlich dem Schulmeister mit, und der bringt ihn allzeit wieder herum.«

»Mir scheint,« antwortete der Justizrath sehr ernst, »du fängst an, die Geschichte einiger Maßen lahm zu betreiben, Monsieur Joseph. Du gibst dir keine rechte Mühe mehr! Ich glaube fast, du dienst mir nicht, wie du solltest! Denk an unseren Vertrag und vergiß nicht, was dort oben in jener Ecke der Aktenfascikel mit weißer Schnur umbunden für eine Bedeutung hat. Wenn ich mich genöthigt sehe, ihn zufälliger Weise einmal wieder zu öffnen und eine Partie daraus hervorzusuchen – du kennst dieselbe, sie ist ungefähr folgender Maßen unterschrieben: Wichtige Indicien gegen Joseph Schlimmbach, in Betreff der Falschmünzer-Geschichte von A und B – so – nun Verstehst du mich?«

Der Justizrath hatte diese Worte mit außerordentlicher Langsamkeit gesprochen und blätterte darauf in seinem Buche, wodurch er dem getreuen Joseph Zeit ließ, einen schüchternen Blick nach der betreffenden Ecke zu senden. Dort lag der beschriebene Fascikel sehr bemerkbar, breit und schwer, ja ordentlich herausfordernd, und die weiße Schnur, die darum gebunden, war eigentlich mehr Strick als Schnur und machte auf die geängstigte Seele des treuen Pierrot einen sehr unangenehmen Eindruck.

Doch kehrten nach einigem Besinnen seine Blicke zuversichtlicher zum Justizrathe zurück, er räusperte sich gelinde und sagte alsdann: »Der Herr Justizrath thun mir wahrhaftig Unrecht, ich thue gewiß, was in meinen Kräften steht. Heute Morgen gelang es mir denn auch, einige nicht unwichtige Worte anzubringen – versteht sich, bei dem Herrn allein – die nicht ohne gute Folgen bleiben können.«

»Also doch!« sagte der Justizrath lächelnd.

»Gestern Abend hörte ich in meinem Nebenzimmer,« fuhr Joseph fort, »wie der Schulmeister sich wie gewöhnlich bemühte, dem Herrn diese Angelegenheit aus dem Kopfe zu reden, und wie er sich hoch und theuer verschwor, zu etwas dergleichen nie seine Hand reichen zu wollen, zu einer Sache, die doch nur zum Unglück des Herrn ausschlagen könne.«

»Zu seinem Unglück!« wiederholte der Justizrath nachdenkend, und fuhr forschend fort: »Und auf welche Art zu seinem Unglück, meinte er wohl?. Sprach er sich nicht darüber ans?«

»Nicht ganz genau,« entgegnete Joseph. »Ich glaube aber, er meinte wohl, daß eine Heirath mit der Tochter der Gemüsehändlerin ...«

»Ach so!« lächelte der Justizrath, ihn unterbrechend, »da scheint mir der schlaue Schulmeister doch auf einer falschen Fährte zu sein. – Aber weiterhin deinem Bericht!«

»Ich sprach ihm also davon,« fuhr Joseph fort, »daß ich eine Bekannte habe, die einen Weinschank hält in der Nähe des Hauses der Frau Schoppelmann, und daß man von einem Fenster dieser Schenke in das Zimmer der schönen Katharine sehen könne.«

»Und dem ist so?« fragte der Justizrath aufmerksam.

»Gewiß!« antwortete Joseph, »und ich schlug ihm vor, ich wolle ihn an einem der nächsten Abende in jenes Haus führen; man könne, sagte ich ihm, ganz genau hinübersehen, man könne zusammen sprechen, ja das Fenster der schönen Katharina sei vom Boden beinahe mit der Hand zu erreichen.«

»Gut, gut,« sagte der Justizrath. »Und wie nahm er diese Nachricht auf? Mit großer Freude?«

»Ja, es schien ihn ziemlich zu interessiren, auch befahl er mir, ich solle ja dem Schulmeister hievon nichts mittheilen.«

»Das ist das Beste,« sagte der Justizrath. »Aber,« setzte er nach einem längeren Nachsinnen hinzu, »wie lange wird es dauern, daß er sich für jenes Mädchen interessirt? und wird sein Interesse so groß sein, daß er etwas dafür wagt? Und wagen muß er, sonst hilft uns auch dieser Plan wieder nichts. – Er muß zur Nachtzeit in das Zimmer des Mädchens dringen,« sprach er zu sich selber so leise, daß Joseph nichts davon verstand, »er muß dort überrascht werden, durch mich festgehalten, es muß etwas mehr dahinter stecken, als eine gewöhnliche Liebesgeschichte, ich muß mich veranlaßt sehen können, seine Wohnung untersuchen zu lassen und seine Papiere mit Beschlag zu belegen.«

»Und was das Andere betrifft,« fragte Joseph schüchtern nach einer Pause, »das, worüber ich schon einige Male berichtete, was den Herrn Justizrath sehr zu interessiren schien, darin läßt sich also nichts thun?«

Der Justizrath gab auf diese Frage nicht sogleich Antwort, doch stand er von seinem Schreibstuhle auf, legte die Hände auf den Rücken und ging einige Minuten nachdenkend auf und nieder. Er wußte ganz genau, was sein getreuer Helfer sagen wollte, und es war ihm von der größten Wichtigkeit, denn es handelte sich um jenes Etwas, das er mit Einem Griff hätte erreichen können, und das auf Umwegen zu erlangen er die weitesten und feinst gesponnenen Netze legte: jenes Päckchen nämlich mit rothen Bändeln, schwarz versiegelt. Joseph hatte ihm schon einige Mal gesagt, daß des Nachts, wenn Eugen Stillfried allein in seinem Schlafzimmer war oder sich wenigstens allein glaubte, er alsdann zuweilen sein Schreibpult öffne, eine kleine Kassette herausnehme, diese aufschließe und ein Päckchen betrachte mit rothen Bändeln, schwarz gesiegelt.

Wie hatte der Justizrath gezittert, als er die erste Kunde hievon erhielt! Einen Auftrag an Joseph, ein paar falsche Schlüssel, die leicht anzufertigen waren – und er hatte erreicht, mit einem Male erreicht, wonach er mit ganzer Seele, wonach er so sehnsüchtig verlangte. Aber er hatte nicht den Muth, seinen Helfer wissen zu lassen, um was es sich eigentlich bei Eugen Stillfried handle, was er zu erreichen gedachte, was er bezweckte, indem er ihn, Joseph Schlimmbach, den Falschmünzer, zum Aufpasser seines Herrn gesetzt. Er zitterte schon bei dem Gedanken, daß Jener die geringste Ahnung davon haben könne, welchen unschätzbaren Werth jenes Päckchen für ihn habe. Er traute dem ehrlich scheinenden Gauner nicht, der vor ihm stand, und wenn er ihm heute den Auftrag gegeben hätte: stiehl mir jenes Packet aus dem Schreibpulte deines Herrn! so hätte er sich einen Augenblick verzweiflungsvoll an die Stirn geschlagen, daß er einen Theil seines Geheimnisses Jenem verrathen. Nein! nein! ihm war es genug, zu wissen, wo sich jenes Päckchen wohlverwahrt befinde. Er hatte nicht Lust, es in die Hände des getreuen Pierrot fallen zu lassen, denn er wußte wohl, welche Schlauheit sich bei diesem unter der Maske der Dummheit verbarg. Konnte er nicht neugierig sein und den Inhalt jener Papiere erfahren, und konnte darauf der Falschmünzer, dessen Freiheit, ja, dessen Leben in seiner Hand lag, nicht mit jenen entsetzlichen Zeugnissen bewaffnet vor ihn hintreten und ihn, den Mann ohne Tadel, den gefürchteten Richter, zum elenden, erbärmlichen Sklaven machen?

Er schauderte jedesmal bei diesem Gedanken, und so oft ihm Joseph von der geheimnißvollen Schublade sprach, schüttelte er, freilich gezwungen lächelnd, den Kopf und sagte: »Gott soll mich bewahren, daß ich dich einen Diebstahl begehen heiße, davor nimm dich ja in Acht! Ein solches Wegnehmen gewiß an sich unbedeutender Papiere müßte für dich zu bösen Häusern führen. Ich selbst könnte dich dann nicht mehr retten. Diebstahl an seinem Herrn! – Laß mich ja nicht weiter von dir darüber hören!«

Damit war der Rapport für heute geschlossen. Der Justizrath legte sein Buch weg und sagte alsdann: »Du hast nun vorderhand nichts Dringenderes zu thun, als deinen Herrn, so bald wie möglich in jenes Haus zu führen. Geschieht dies des Abends, und kann er sie bei der Gelegenheit sprechen – du wirst mich begreifen – so ist das desto besser.«

Hierauf winkte ihm der Justizrath mit der Hand, und Joseph verließ mit einer tiefen Verbeugung das Zimmer. Er eilte so schnell er konnte über den Korridor nach der Treppe; denn er fürchtete immer, der alte Bediente komme wieder zum Vorschein und schnappe auf seine gräßliche Art nach ihm.

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