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Etzel Andergast

Jakob Wassermann: Etzel Andergast - Kapitel 16
Quellenangabe
typefiction
booktitleEtzel Andergast
authorJakob Wassermann
firstpub1931
year1931
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titleEtzel Andergast
pages5-661
created20060702
sendergerd.bouillon
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Zehntes Kapitel

Bis zu dem Tag, wo Etzel Andergast zu Kerkhovens Entsetzen mit der klaffenden Kopfwunde in seine Klinik kam, einem Sonntag anfangs April, blieb die Beziehung in den durch die Umstände, den Altersunterschied und Kerkhovens berufliche Überlastung gezogenen Grenzen. Kerkhoven konnte sich dem jungen Mann nicht in dem Maß widmen wie dieser es vielleicht erwartete und zweifellos wünschte, desungeachtet sah er ihn fast jeden Tag und hatte trotz einer Zeitbedrängnis, die ihn mit Minuten zu geizen zwang, immer eine halbe Stunde für ihn übrig. Es heißt ja, die Genies der Arbeit könnten neben ihren eignen noch spielend die Geschäfte besorgen, unter denen die Stümper erliegen, und das ist wahr, Überlegenheit schafft Raum, Leichtigkeit ist das Resultat der inneren Ordnung.

Bewogen durch das ungewöhnliche, vermutlich auf einer spezifischen Begabung beruhende Interesse, das Andergast an den Einrichtungen und den Pfleglingen der Anstalt nahm, hatte Kerkhoven veranlaßt, daß er unbehindert ein- und ausgehen konnte und außer bei Jessie Tinius auch in den Pavillons der offenen Abteilung Zutritt hatte. Für den Universitätshörer und angehenden Naturwissenschaftler eine selbstverständliche Vergünstigung. Er kannte Kerkhovens Besuchsstunden und wartete an bestimmten Plätzen auf ihn, wo er vorbeikommen mußte. In dem ausgedehnten Areal gingen sie dann ein Stück Wegs miteinander. Dann wartete er wieder und verließ mit ihm die Anstalt oder begleitete ihn durch Gärten Höfe und Korridore bis an die Schwelle des Sprechzimmers. Es konnte auch sein, daß er gegen Mittag, um die Zeit, wo die Ordination zu Ende ging, vor dem Haus in der Großen Querallee auf und ab marschierte, leise vor sich hinpfeifend. Wenn das Kerkhovensche Auto anfuhr, unterhielt er sich mit dem Chauffeur fachmännisch über die Leistungsfähigkeit verschiedener Fabriken und Konstruktionen, weitläufiges Thema. Trat Kerkhoven aus dem Tor, von Leuten, die dort immerfort herumstanden, ehrfürchtig gegrüßt und den Gruß in seinem charakteristischen Art erwidernd, halb wie ein großer Herr, der unerkannt zu bleiben wünscht, halb wie ein Flüchtling, der seinen Wächtern entwischen will, dann näherte sich ihm Andergast mit einigem Zögern, lüpfte zu Boden schauend den Hut und harrte mit gesenktem Kopf der über ihn ergehenden Entschließung. Da sah ihn Kerkhoven jedesmal mit dem nämlichen forschenden Blick an, drückte ihm entweder flüchtig die Hand und stieg allein in den Wagen oder schob ihn zuerst hinein und sagte: »Na, los.«

Andergast hatte sich bald klargemacht, daß seine stürmische Manier zu fragen Kerkhoven nicht angenehm war. Wollte man, daß er aus sich herausging, so mußte man sich ruhiger verhalten, mehr sich selbst erschließend als zufahrend und sozusagen räuberisch. Er nahm sich demnach zusammen und handelte nach einer vorbedachten Strategie. Sich selbst erschließen, davon konnte freilich keine Rede sein, wärs darauf angekommen, er hätte vorgezogen, sich in die Büsche zu schlagen, um auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Aber er wußte so viel von andern Menschen, daß er gar nicht nötig hatte, von sich zu sprechen. Es war eine echt Andergastsche Logik, mit der er dies für einen vollgiltigen Ersatz ansah, geeignet jede Verlegenheit aus dem Weg zu räumen. In der Tat besaß er eine erstaunliche Kenntnis aller möglichen Verhältnisse Zustände Schicksale Lebenskreise und Personen. Wo er sich nur überall herumgetrieben haben mochte. Wenn er Kerkhoven von dem oder jenem Kameraden erzählte, und davon ging er meistens aus, schon weil ihm dann Kerkhoven am aufmerksamsten lauschte, warf er Bild auf Bild hin, mit bemerkenswerter mitleidloser Kraft, eins immer pittoresker als das andere, ein Gesicht, ein Haus, eine Familie. Wie der Schwamm Flüssigkeit, saugte er Geschehnis in sich auf, menschliche Dinge, Dummheit und Unglück. Es war nicht recht verständlich, wie er mit seinen zwanzigeinhalb Jahren zu so profundem Wissen gelangt war, das umso unerschöpflicher schien als er sich nie wiederholte und, was er mitzuteilen für gut fand, offenbar nur der kleinste Teil des tatsächlichen Erlebens war. Wenn Kerkhoven ihn verblüfft danach fragte, antwortete er achselzuckend, da sei absolut nichts Wunderbares dran, »der Tag ist zwar kurz, das Jahr ist aber lang, das Zeugs läppert sich, man muß nur die Augen offen halten.« Mit dieser Erklärung, die keine war, schnitt er weiteres Forschen ab, jedoch Kerkhoven glaubte an die vorgetäuschte Zuschauerrolle ganz und gar nicht, er spürte den drängenden Puls des Mitspielers. Allmählich kam er zur Vorstellung eines Menschen mit zwei oder drei Existenzen, der in jeder Umgebung sogleich deren Farbe annimmt, sich wie alle andern äußert und gibt und es in der Kunst der Anähnlichung bis zur Vollendung gebracht hat, ohne den Selbstwillen zu verlieren und auf Entschlußfreiheit zu verzichten. Eine nicht alltägliche Figur immerhin. Soviel hatte Kerkhoven bald heraus, daß er die politischen Versammlungen eifrig besuchte, daß man ihn als Bummler bei den meisten Straßenaufläufen sah, auf den Tribünen im Reichstag, in der staatlichen Bibliothek, in der Charité, im biologischen Institut, aber auch in zweideutigen Tanzlokalen und Bars, in gewissen Vorstadtcafés, wo kleine Reporter, beschäftigungslose Schauspieler und revolutionäre Literaten verkehrten; überall hatte er Freunde Verbindungen Verabredungen, blieb jedenfalls nie lange fremd und allein, denn seine Geschicklichkeit im Umgang mit jeder Art und Klasse von Menschen war ebenso groß wie die Unbekümmertheit, um kein stärkeres Wort zu gebrauchen, mit der er Bekanntschaften schloß und sich gelegentlich sogar Eintritt in einen schwer zugänglichen Kreis verschaffte. Das alles war aber nur Fassade.

 

Eines Tages hatte Kerkhoven mit Marie vereinbart, daß sie in einem Stadtrestaurant zu Mittag essen wollten, es ergab sich, daß er kurz vorher Andergast traf und ihn mitnahm. Er wünschte, daß Marie ihn kennenlerne. Er hatte seiner schon öfter im Gespräch mit ihr erwähnt und war neugierig auf den Eindruck, den sie von ihm haben würde. Ihr Urteil war ihm wichtig, nicht selten verlieh es seinem eigenen erst Sicherheit oder bestärkte es doch in der ursprünglichen Richtung. Diesmal war es anders, zu seiner Verwunderung verhielt sie sich völlig ablehnend. Es ist lehrreich zu beobachten, welche Warnungen und Vorzeichen das Schicksal bisweilen den Menschen zukommen läßt, wenn es sich mit der Absicht trägt, sie zu bedrohen, als wolle es ihnen, in einer Anwandlung von Mitleid, in seiner hinterhältigen Weise zu verstehen geben: noch hast du Zeit und kannst Vorkehrungen treffen, dich zu schützen, ich stoß dich bloß ein wenig, wenn du was merkst, gut, wenn nicht, ists deine Schuld. Marie, empfindlicheres Gefäß und den Elementen näher als die beiden Männer und als jeder Mann, spürte vielleicht den »Stoß«, und ein vorahnender Schauder überflog den reinen Spiegel ihres Innern. Kerkhoven und Andergast saßen bereits am Tisch, als sie kam und sich bei ihrem Gatten mit liebenswürdiger Erschrockenheit wegen der Verspätung entschuldigte. Andergast war aufgesprungen, und während das Ehepaar miteinander sprach und er Marie noch nicht vorgestellt war, verstrichen zehn oder zwölf peinliche konventionelle Sekunden, die er sonst wahrscheinlich dazu verwendet hätte, ein unverschämt artiges Gesicht zu schneiden; dazu kams aber nicht, er starrte Marie mit einem Ausdruck an, fast als sehe er zum ersten Mal in seinem Leben eine Frau, einer etwas einfältig-erstaunten Miene und einem Blick, den Marie zufällig auffing und der sie ein wenig frösteln machte, sie konnte ihn nicht bezeichnen, sie wünschte ihn nur schnell zu vergessen, diesen bösen, mißtrauischen, dabei tief überraschten Blick. Offenbar hatte er sich die Frau Joseph Kerkhovens ganz anders gedacht, so anders, daß es ihm zunächst die Rede verschlug und er erst allmählich wieder in seine lockere Form fand, die eine Mischung von schnurriger Spiegelfechterei und einer Freimütigkeit war, die Marie gegenüber etwas gewaltsam wirkte.

Am Abend fragte Kerkhoven Marie: »Wie gefällt er dir? Sonderbarer Mensch, nicht?« Marie sah von dem Buch empor, worin sie las. Sie schien sich zu besinnen, wer gemeint war. »Ach so,« sagte sie, »dein junger Freund . . . Ich weiß nicht, Joseph. Offen gestanden, sehr erbaut bin ich nicht. Sieht gut aus, das schon. Wenn er mir auf der Straße begegnen würde, würd ich denken: hallo, wer ist denn der . . . aber ich könnte mir nie ein Herz zu ihm fassen. Ein bißchen unheimlich. Ich glaub, er hat ungefähr soviel Gemüt wie ein Rasiermesser.« – »Wundert mich,« erwiderte Kerkhoven, »wundert mich, was du sagst.« – »Warum?« – »So schnellfertig. Gemüt . . . das ist doch keine ausschlaggebende Qualität in deinen Augen.« – »Ach ja, Joseph, doch, doch. Wenn die Abwesenheit davon betont wird.« – »Findest du? Ich habe eher den Eindruck krankhafter Verleugnung. Ein Mensch, der niemals Zärtlichkeit erfahren hat. Das ist meines Erachtens der Schlüssel. Der Schlüssel zu vielen derartigen Naturen. Du wärst erstaunt über die Kraft, die geistige Inbrunst, die Rabies . . . dergleichen habe ich noch nicht erlebt.« – »Möglich,« gab Marie kühl zu, »du hast sicher recht. Nur . . . diese jungen Leute jetzt . . . sie sind alle so . . . so unerbittlich. Ich hab immer das Gefühl: eben hat er ein Todesurteil unterzeichnet, in effigie natürlich, und dazu ›Ich küß Ihnen die Hand, Madame‹ geträllert. Nein?« Sie lachte. »Wo kommt er denn her?« fuhr sie lebhafter fort, »wo tun wir ihn hin?« – »Wenn ich das wüßte. Sein Vater scheint ein höherer Beamter gewesen zu sein. Die Mutter lebt in Baden-Baden. Süddeutsche Familie. Manchmal ist mir, ich hätte den Namen vor Jahren gehört, im Zusammenhang mit irgendeiner Affäre. Ich kann aber nichts aus ihm herauskriegen. Über seine Vergangenheit und seine persönlichen Umstände schweigt er mit einer Beharrlichkeit, die einem zu denken geben könnte . . . Na, lassen wirs. Was liest du da, Liebste?«

Es sollte nicht mehr lange dauern, bis Kerkhoven volle Klarheit über Etzel Andergasts vergangenes Leben erhielt, freilich nicht auf einmal und nicht ohne die nachhaltigste Bemühung.

 

Es war an dem erwähnten Sonntag um acht Uhr morgens, als Andergast in einem Taxi am Gartentor der Kerkhovenschen Anstalt vorfuhr. Er stieg aus, bezahlte den Chauffeur, der sogleich weiterfuhr, taumelte, sah sich um, lehnte sich an den Mauerpfeiler und hielt sich, die Arme nach hinten, an den Steinkanten fest. Der Pförtner Gottschmann, der ihn oft in Gesellschaft des Professors gesehen hatte, war auf ihn aufmerksam geworden und eilte hin. Zufällig kam zu gleicher Zeit der Oberarzt, Dr. Marlowski, dazu, der in die Stadt fahren wollte, er erkannte ihn (Andergast war ihm von Kerkhoven vorgestellt worden) und brachte ihn mit Hilfe eines herbeigerufenen Krankenwärters in ein unbesetztes Zimmer im Hauptgebäude. Als Kerkhoven zu Mittag kam, schilderte ihm Doktor Marlowski den Vorgang folgendermaßen: »Wie ich vors Tor trete, steht er da, leichenblaß, das Blut rinnt ihm unter dem Tuch hervor übers ganze Gesicht. Den Verband schien er sich selbst angelegt zu haben, war auch danach. Ich frage Gottschmann: nanu, was ist denn los? Da wendet sich Herr von Andergast selber an mich, lallend, ich möchte ihn irgendwo unterbringen, er wisse, daß er fehl am Ort sei, Professor Kerkhoven werde es aber bestimmt gutheißen, woandershin könne er unmöglich gehen. Man solle ihn nur verbinden, dann könne er ja wieder abziehn. Na, hatte sich was, bei dem Zustand. Ich begriff zwar das Ganze nicht, aber schließlich, Hilfeleistung war notwendig, und da ich Ihre Billigung voraussetzen durfte . . . Es scheint, er will um keinen Preis verraten, wie er zu der Wunde gekommen ist, und unter Ihrer Patronanz fühlt er sich gegen unbequeme Fragen am ehesten gesichert. Ist ja ziemlich doll. Sie wollen ihn natürlich sehen . . .?« – »Gewiß. Welcher Art ist die Verletzung?« erkundigte sich Kerkhoven. – »Leichte Fraktur des os parietale. Hieb mit einem stumpfen Instrument. Leichte commotio mit Somnolenz. Spur Fieber. Daß er in der Verfassung noch die Fahrt im Auto machen konnte . . . allein . . . alle Achtung.«

Kerkhoven ließ sich durch die Energieleistung nicht täuschen. Dahinter steckte noch etwas anderes. Etwas, das ihn bewegte. Er glaubte nicht zu irren in der Annahme, alle Zeichen deuteten darauf hin, daß da eine halb unbewußte Flucht in seine Nähe zugrunde lag. Dieser junge Mann, der seine Handlungen unter die schärfste Aufsicht der Vernunft gestellt hatte und dessen Existenz durchaus von nüchternen Zwecken regiert schien, hatte unter der Wirkung des äußeren Choks die Führung verloren und war, lediglich dem Instinkt gehorchend, an den einzigen Ort geeilt, wo er sich mit seiner Wunde verbergen konnte. Sich verbergen hieß für ihn: nicht der Nachforschung ausgesetzt sein, schweigen dürfen und einen Menschen wissen, der über das Schweigen seine schützende Hand streckte. Klar. Das fernere Verhalten Andergasts bestätigte die Vermutung. Seine Miene zeigte unausgesetzte innere Wachsamkeit. Nur wenn Kerkhoven bei ihm war, entspannte sie sich. Am dritten Tag, als es ihm schon leidlich ging, die Heilung machte gute Fortschritte, sagte er plötzlich als ringe er sich zu einem Entschluß durch: »Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen, Meister. Einen sehr großen Dienst. Ich müßte Ihnen danken. Aber was fangen Sie mit meinem Dank an. Von dem Artikel haben Sie mehr als genug. Statt dessen bitt ich um was. Noch schöner, werden Sie sagen. Also die Bitte ist, daß Sie Geduld mit mir haben.« Seltsam; diese Worte, obschon sie anscheinend alles boten, was an Wärme und Herzlichkeit vorrätig war, enthielten immer noch Trotz, Abwehr, trotziges Sichzurücknehmen. Überraschend war für Kerkhoven nur die Anrede. Meister. Es hatte etwas Unbedingtes in diesem Mund. Eine unbedingte Huldigung. Es war wie in alten Legenden, wenn der Ritter vor dem Lehnsherrn das Knie beugt. Es blieb dabei. Andergast war der einzige Mensch, der ihn Meister nannte. Und nennen durfte. Und ihn damit zu seinem Meister machte. Woraus Kerkhoven Pflicht um Pflicht erwuchs, bis zum Opfer seiner selbst beinah.

 

Hinter das Geheimnis der Verwundung zu kommen, war Kerkhoven gar nicht bestrebt. Vorläufig interessierte es ihn nicht. Er liebte nicht, zu bohren, zu verhören, Bekenntnisse herauszulocken. Er hatte nicht die Gewohnheit, Menschen zu überführen und durch noch so wohlmeinende Dialektik einzuschüchtern. Auch als Arzt hatte er nichts vom Untersuchungsrichter und erst recht nichts vom Detektiv. Seine Methoden waren gründlicher und schwieriger. Sie beruhten auf einem Erkennungsdienst, der statt des Allgemeinen und Typischen das Besondere und Einmalige eines Falles festzustellen suchte. Die Tendenz war nicht, zu klassifizieren, das heißt sich beim Begriff zu beruhigen, sondern erstarrte Begriffe von Krankheit und Verirrung zu verlebendigen, in der Weise wie ein Dichter die Idee, aus der sein Werk geboren wurde, vergessen läßt und in sichtbare Gestalt umschmilzt. Vergessenkönnen, darauf kommt es an.

Er sah in dem unbekannten Geschehnis, das an jenem Sonntagmorgen so übel für Andergast geendet hatte, ein an sich vielleicht bedeutungsloses Glied in einer langen Kette, die man bis zum Anfang zurückverfolgen mußte, wenn man den Zusammenhang aufdecken und die Gesamtsituation kennenlernen wollte. Und daran war ihm plötzlich alles gelegen. Bestimmend für sein unmittelbares Eingreifen waren: 1. Sympathie; 2. Gefühl der Verantwortung für die Person, das der Sympathie entstammte und mit ihr wuchs; 3. generatives Verantwortungsgefühl; 4. Ahnung der Tragweite, da es sich um schwer zugängliches Gebiet handelte und ihn dünkte, man bedürfe gerade dort seiner.

 

Das erste, was er tat, war, daß er sich mit Eleanor Marschall in Verbindung setzte. Sie besuchte ihn, und er hatte eine lange Unterredung mit ihr. Sie wußte von dem Unfall (oder was es war), der Andergast betroffen, schien aber auch ihrerseits Gründe zu haben, sich nicht darüber zu äußern. Als Kerkhoven eine direkte Frage stellte, war sie sichtlich verlegen und änderte das Gesprächsthema. Sie war in der Konversation außerordentlich gewandt und erzählte glänzend. Ihr Ton war der einer Dame von Welt, die keine ist, sondern nur genau weiß, wie sich eine Dame von Welt benimmt. Sie gefiel ihm und gefiel ihm wieder nicht. Sie mochte zwei- oder dreiunddreißig Jahre alt sein. Sie gehörte zu den Frauen, die nicht recht zuhören, wenn der Partner spricht. Indem sie alle Kräfte und Fähigkeiten darauf richten, ihm eine hohe Meinung von sich beizubringen, verfehlen sie den sichersten und zugleich leichtesten Weg dazu, nämlich aufmerksam zu sein. Aber diese Bemerkungen sind verfrüht, mit ihr haben wir uns ja noch zu beschäftigen. Bei den flüchtigen Andeutungen, die sie über das Vorleben ihres Freundes Etzel machte, wurde Kerkhoven stutzig. Plötzlich ging ihm ein Licht auf. Am nächsten Tag schrieb er einen ziemlich ausführlichen Brief an Andergasts Mutter. Das war das zweite, was er tat, das Entscheidendere. Selbstverständlich verschwieg er ihr, daß Etzel in seiner Klinik lag. Gelegentlichen Äußerungen des jungen Mannes hatte er entnommen, daß sie beständig kränkelte und von ihrer Umgebung in jeder Weise geschont wurde. Es hatte den Anschein als sei es vor längerer Zeit zwischen Mutter und Sohn zum Bruch oder doch zu einer Entfremdung gekommen, und man mußte in der Form der Einmischung vorsichtig sein. Er schilderte kurz die Beziehung, in die ihn ein eigentümliches Zusammentreffen von Umständen zu Andergast gebracht und welchen Anteil er an seiner Person und seinem Schicksal nehme. Je stärker dieser Anteil werde, und er müsse gestehen, daß er selten so zwingende Beweggründe gehabt, einen jungen Menschen in seine Nähe zu ziehen, je stärker er sich also berührt finde, je mehr beunruhige ihn der wie böses Gewissen wirkende Starrsinn, den Andergast jedem Versuch, Einblick in sein Leben zu gewinnen, entgegensetze. »Eine solche Seelenlage gibt zu denken,« schrieb er, »sie gleicht einem Verhärtungsprozeß. Der Einwand, daß die Jugendlichkeit meines jungen Freundes die Gefahr der Stabilisierung ausschließe, wäre keiner, das spezifische Gewicht der Erlebnisse ist beim Zwanzig- oder Einundzwanzigjährigen um nichts geringer als beim Fünfzigjährigen, der Tiefgang jedenfalls größer. Neben der Last des gegenwärtigen Tages können wir nur noch die des letztvergangenen tragen, das seelische Klima, in dem sich die Lebensvorgänge abspielen, wird nach meiner Erfahrung in jedem Alter innerhalb periodischer Abläufe von fünf bis sieben Jahren reguliert.« Aus all diesen Gründen fühle er sich gedrängt, die kompetenteste Stelle um Aufklärung zu bitten, wenige Anhaltspunkte würden schon genügen und ihm eine Aufgabe erleichtern, der er sich wie die Dinge einmal lägen nicht mehr entziehen könne. Natürlich dürfe er, den Notfall gegeben, auch den eigenen Kräften zutrauen, das Dunkel aufzuhellen, allein das abgekürzte Verfahren erspare viel Zeit, viel Mühe, er brauche den Schlüssel, das Schlüsselwort. (Die etwas allzu diskreten Anspielungen Eleanor Marschalls hatten ihm ja nur die Richtung gewiesen und eine noch gestaltlose Erinnerung aufblitzen lassen.)

Fünf Tage später bekam er die Antwort der Frau von Andergast, siebzehn engbeschriebene Seiten, die ihn nachhaltiger beschäftigten als manches umfangreiche wissenschaftliche Werk.

 

Noch während des Lesens wurde jene Erinnerung deutlich als hätte sie nur auf den letzten Anstoß gewartet, um voll ins Bewußtsein zu treten. Es war eine Geschichte, die sich vor ungefähr vier Jahren zugetragen hatte und die mit der Begnadigung eines gewissen Maurizius zusammenhing, eines zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilten Mörders. Dieser Maurizius hatte einstmals den oberen Gesellschaftsschichten angehört und als junger Gelehrter und Privatdozent ziemlichen Ruf genossen, der gegen ihn geführte Prozeß hatte daher europäisches Aufsehen erregt, dermaßen, daß sogar die nach neunzehn Jahren erfolgte Begnadigung eine Zeitlang wie ein öffentliches Ereignis besprochen wurde. Das Interessante war aber nicht die Person des Sträflings und nicht der juristische Akt der Entlassung, sondern die Rolle, die ein sechzehneinhalbjähriger Knabe dabei gespielt. Der Knabe hieß Etzel Andergast. Irgendeinem Journalisten war es gelungen, sich in das Vertrauen eines Familienmitglieds einzuschleichen, einer alten Dame, sein Bericht ging in eine Reihe von Blättern über, es klang alles so romantisch und sensationell wie ein Abenteuer von Sherlock Holmes, aber Kerkhoven entsann sich eines Gesprächs in einem Freundeskreis, wo er als einziger der Meinung widersprochen hatte, ein sechzehnjähriger Knabe könne unmöglich so kühn, so überlegen, so zielbewußt handeln, wie die Zeitungen glauben machen wollten. Ein paar Wochen später versicherte ihm ein Patient, ein Frankfurter Hochschullehrer, daß an der Wahrheit jenes Berichts nicht zu zweifeln sei, ausnahmsweise einmal, alles sei genau so gewesen, Punkt für Punkt. Dann war die ganze Sache in Vergessenheit geraten, ihm und aller Welt. Und jetzt: die Bestätigung. Sonderbare Wege und Umwege. Frühe Kunde, Vorbewegung, flüchtiges Angerührtwerden, Zurücksinken des Geschehens ins Meer der Gleichgiltigkeit, dann der Mensch selbst, noch ohne seine Tat, ohne sein Geschick, doch umwittert davon, und schließlich das authentische Zeugnis.

Laßt uns sehen, wie es beschaffen ist, dieses Zeugnis.

 

Etzel, Sohn des Oberstaatsanwalts von Andergast, erfährt durch eine Reihe scheinbar zufälliger Umstände, daß der öffentliche Ankläger im Prozeß Maurizius, der Mann, dessen juristischer Ehrgeiz und rednerische Gewalt am meisten zur Verurteilung des Beschuldigten beigetragen haben, sein Vater ist, ja, daß Herr von Andergast durch seine drakonische Haltung bei dem Rechtsfall seinen Aufstieg als Beamter begründet hat. Etzel ist einsam aufgewachsen, die Eltern sind geschieden, er hat die Mutter seit seinem neunten Jahr nicht gesehen, ob er den Vater liebt oder nicht liebt, ist ihm nicht bewußt, er bewundert ihn, er fürchtet ihn, seine Erziehung war exemplarisch, der Knabe weiß, was er ihm, seiner Stellung, was er sich selbst schuldig ist. Bei alledem erfüllt ihn eine heimliche Sehnsucht nach der unbekannten Mutter, ein dunkles süßes Gefühl in einem nicht erschlossenen Seelenraum. Sophia von Andergast wäre neben dem steinernen Mann der Paragraphen verdorrt, hätte sie nicht schon in den ersten Jahren ihrer Ehe in einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung Rettung für ihr Herz gefunden. Herr von Andergast kommt dahinter, nötigt dem Liebhaber, während er die Beweise für den Ehebruch bereits in Händen hält, das Ehrenwort ab, daß er mit Sophia kein Verhältnis hat, und als er auf Grund der Kavaliers-Formel den Meineidsprozeß gegen ihn anhängig macht, erschießt sich der unglückliche Schwächling. Betäubt und eingeschüchtert willigt Sophia in die erniedrigenden Scheidungsbedingungen, nach denen es ihr unter anderm nicht erlaubt ist, sich ihrem Kind zu nähern. Ein gesetzlich unhaltbarer Pakt, aber Scham, Abscheu gegen den früheren Gatten, Krankheit, Lebensekel, Gewöhnung an Einsamkeit verwehren es ihr, sich dawider aufzulehnen, sie wartet in fatalistischer Gewißheit auf ihre Stunde, indes ihr Bild im Gedächtnis des Sohnes nach und nach verblaßt. Nur die dunkle Sehnsucht bleibt in ihm, und sonderbarer Weise vermischt sich die mit der Kunde von dem Mörder Maurizius als wenn auch von dorther die Unschuld ihre geisterhaften Boten ausgeschickt hätte. Denn im Verlauf seiner unablässigen Fragen, Erkundigungen und der Lektüre der alten Verhandlungsberichte befestigt sich in ihm die Überzeugung, daß da ein Justizmord geschehen ist, daß dieser Maurizius seit neunzehn Jahren als Opfer eines Fehlurteils hinter Kerkermauern schmachtet. Es ist nicht so sehr Erkenntnis als Vision. Er allerdings ist des Glaubens, er habe sich der Wahrheit auf dem Weg logischer Entwicklung und scharfsinniger Schlußfolgerung bemächtigt, aber darin irrt er, es ist die inspirative Kraft seines Gemüts, durch die er ihrer inne wird. Und als ihm der Vater des Maurizius, der seit Jahr und Tag erfolglos um das Wiederaufnahmeverfahren kämpft, die vertrauliche Mitteilung macht, daß der damalige Kronzeuge, Gregor Waremme, dessen belastende Aussage das Fundament von Prozeß und Urteil war, unter verändertem Namen in Berlin lebt, in einer bestimmten Straße, in einem bestimmten Haus, da fängt Etzel zu glühen und zu brennen an, ausgelöscht ist Herkommen Gehorsamspflicht Vaterangst, er beschließt, den Mann zu stellen und ihm um jeden Preis das Geständnis des Meineids abzuringen. Er verschafft sich ein paar hundert Mark, entweicht heimlich aus dem Haus, fährt in die fremde Stadt, mietet sich als E. Mohl bei einer etwas zweifelhaften Familie ein, macht den geheimnisvollen Waremme recte Warschauer ausfindig und beginnt ihn mit raffinierter Schlauheit, mit meisterlicher Verstellung einzuspinnen einzukreisen aufzurütteln. Alle Gedanken seines erfindungsreichen Hirns, Heuchelei, gespielte Schwäche, gespielte Krankheit, Drohung Bitte Wut Demütigung, sogar der Reiz seiner Knabenjugend und ein skabröser Anschlag auf die greisenhaften Lüste des Widersachers, alles muß herhalten, den gefährlichen bösartigen zerlebten, keinem Ding, keiner Seele, keinem Gott verbundenen Waremme-Warschauer, den Verräter am Trieb und Renegaten von der Wurzel her, aufzureißen und aus seinen Schalen und Schanzen zu treiben. Uralter Mythos im Grunde: der Zwerg im Kampf gegen das Monstrum. David wider Goliath. Und David siegt.

Mittlerweile ist das Unerwartete geschehen, daß Herr von Andergast auf seine Weise gleichfalls zur Überzeugung von der Unschuld des Maurizius gelangt ist. Auf seine Weise, das heißt auf Maulwurfswegen, verkrochen, widerstrebend und still, jedoch mit unbedingter Sachtreue und der Überlegenheit des geschulten Fachmanns im Wiederaufbau der Tatbestände. Ein Brief Etzels hat ihn über die Ursache von dessen Flucht unterrichtet. Er hat es zuerst nicht notiert, hat es innerlich abgelehnt, sich damit zu befassen, hat Anstalten getroffen, den Jungen verfolgen zu lassen, hat die Verfügung widerrufen, und alles Schwanken Grübeln, olympisches Grollen und hochmütiges Drüberwegleben hat ihn nur noch unwiderstehlicher zum Studium der alten Prozeßakten gedrängt. Das Bild der Verhandlung ersteht, die Zeugen sprechen wieder, der Angeklagte tritt auf, alle Vorgänge gewinnen eine unheimlich nahe Wirklichkeit, und zu gleicher Zeit, simultanes Geschehen, erhebt sich das Bild des Sohnes vor ihm, als Kind, als Knabe, aus verkrampfter Brust herausgeisternd, eine anmutig-liebenswerte, aber in einem rätselhaften Sinn verletzte und mißkannte Erscheinung, quälender Spuk für ihn. Er wird den vorwurfsvollen Schatten nicht los, der Traum-Etzel weist ihn auf die vergilbten Blätter hin, erschüttert sein starres Gefühl von der Unabänderlichkeit der sozialen Ordnung, macht es verdächtig, macht es anrüchig, umwölkt es mit Zweifel und Angst: der Boden unter seinen Füßen weicht. Der wachsenden Bedrängnis zu entgehen, bleibt kein anderes Mittel als dem Sträfling Maurizius persönlich gegenüberzutreten, er besucht ihn im Zuchthaus. Dreimal. Verhängnisvolles Resultat: er lernt den Gerichteten kennen, den Menschen mit der zerstörten Seele, das Schlachtopfer der vergotteten Ordnung, sein Schlachtopfer, eine zerrissene Kreatur. Da wird er selbst zum Gerichteten. Als er nach der letzten Unterredung das Strafhaus verläßt, graut ihm vor seiner Welt. Zuhause erwartet ihn Sophia, die den Sohn von ihm fordern wird, dem fühlt er sich nicht mehr gewachsen, die Schwäche, von der er ergriffen ist, dehnt sich über alle Lebensverhältnisse aus, und es ist wie Loskauf von Sophia, wie uneingestandene Abbitte an den Sohn, als er die Begnadigung des Maurizius befürwortet und erlangt. Damit glaubt er alles getan zu haben, was getan werden kann, und ahnt nicht, daß er nichts von dem getan hat, was er tun müßte. Etzel kehrt zurück. Er hat seinen Zweck erreicht, Waremme-Warschauer hat den Falscheid gestanden, Maurizius ist unschuldig, der Spruch kann als nichtig erklärt, die Ehre des Verurteilten kann wiederhergestellt werden. Und zwar hat das ohne Verzug zu geschehen, keine Stunde Zeit darf verloren werden; als man ihm mitteilt, seine Mutter sei in der Stadt, hört er kaum hin, es gibt nichts von Belang außer dieser einen Sache. So steht er vor dem Vater. Der ganze Mensch Flamme. Der ganze Mensch Botschaft. Maurizius unschuldig, er bringt den Beweis. Herr von Andergast: das mag schon seine Richtigkeit haben, ist jedoch nicht mehr relevant, Maurizius ist begnadigt und aus dem Zuchthaus entlassen. Etzel traut seinen Ohren nicht. Begnadigt? Wie das? Was soll das heißen? Hat er denn Gnade verlangt? Geht es nicht um Gerechtigkeit? Wirft man ihm ein schmutziges Almosen hin, statt zu bezahlen, was man schuldig ist? Der Staat? Die Würde des Gesetzes? Was für lumpige Vorwände noch? Herr von Andergast, die Ruhe selbst, ruhig wie der Tod, ignoriert die beleidigende Wildheit des Knaben, er hat ihm nichts entgegenzusetzen als einen schalen Sarkasmus, der sein Ziel verfehlt und die morschen Überreste einer Autorität, die unterhöhlt ist vom Gefühl der Unhaltbarkeit seiner Position als Mensch, als Vater, als Beamter. Es ist ein Rückzugsgefecht, hinter den Worten lauert die Verzweiflung. Etzel hört nur die Worte. Ihm ist die Welt umgestülpt. Aller Sinn des Lebens hat sich in Unsinn verkehrt. Er führt sich auf wie ein Tobsüchtiger. Verfolgt von dem entsetzten, der seelischen Verstörung bereits verfallenen Vater rast er durch die Stuben, zertrümmert mit den Fäusten die Fensterscheiben, ein etwas armseliges Symbol seiner Weltvernichtungswut, und mit dem Aufschrei »man soll meine Mutter holen« bricht er zusammen. Sophia kommt. Sie bringt ihn ins Haus der Generalin, seiner Großmutter, deren Gast sie selbst ist. Sie weiß natürlich von dem Geschehenen, aber sie weiß es nur von außen, bis sie es ganz erfaßt und in seiner Folge überblickt, vergeht viel Zeit. Sieben Jahre hat sie um den Sohn gebangt, sieben Jahre auf »ihre Stunde« gewartet, jetzt hat sie ihn und hat ihn schon wieder nicht mehr. Ja, ganz zuerst, da ist er an ihrem Hals gehangen und hat geschluchzt wie ein kleines Bübchen, geschluchzt und sich krampfhaft an sie geklammert, sie hat das Zimmer nicht verlassen dürfen, kein anderer Mensch durfte in seine Nähe kommen, aber als das vorüber war, da ist er innen und außen verstummt, da ist ihm Geist und Herz eingefroren, ist ihr, der Welt, sich selber gestorben. Er ist rätselhaften Ohnmachtsanfällen ausgesetzt und liegt dann zwanzig bis dreißig Minuten steif da. Ärzte kommen, man denkt an Epilepsie, an Bewußtseinsstörungen, einer glaubt sogar Symptome von Hebephrenie wahrzunehmen. Auch das geht vorüber, und dann kommt das Schlimmste von allem. Was ist das für einer, dieser Sohn, den sie als Kind verlassen hat und der ihr jetzt als fremder Mensch entgegentritt? Den Weg zu ihm erst suchen zu müssen, darauf ist sie vorbereitet gewesen, aber es scheint keinen Weg zu geben. Dieser hartgeschlagene eiserne zähnezusammenbeißende Bursche, wer ist das? »Von dem, was nun folgte, kann ich jetzt nicht schreiben,« schloß der Brief, »vielleicht ein andermal, es ist zu schmerzlich, es geht zu tief, es schwärt noch, ich muß erst die Kraft dazu finden, und ich hoffe, ich werde sie finden, denn Ihr Brief, hochgeehrter Herr, war der erste Lichtblick seit Jahren. Es kann ja auch nicht so einfach erzählt werden wie das andere, von dem ich bloß erfahren habe, ohne es mitzuerleben, dies hab ich erlebt und weiß noch immer nicht, was geschehen ist. Vielleicht können Sie mir das Verständnis erschließen. Ich war wie eine, die sich unsinnig darauf freute, in einen Garten zu gehen, von dessen wundersamer Blütenpracht sie jede Nacht geträumt hatte, und wie sie endlich hineinkam, waren keine Blumen mehr da, alles welk und kahl . . .«

 

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